Neues Produkt von Apple: iSave

Ich habe über die absurd niedrigen Steuersätze, die einige (viele/alle?) US-Konzerne mit Sitz in Irland bezahlen, schon ein paar mal geschrieben, unter anderem im Fall von Google (Googles Steuerquote (ex-USA): 2,4% - egghat's not so micro blog) und von Microsoft (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Auch Microsoft zahlt (fast) keine Steuern ...).

Damals vermutete ich, dass insbesondere die beiden bisher erwähnten Firmen die entsprechenden Steuersparmodelle besonders gut nutzen können, weil sie überwiegend immaterielle Güter handeln und dann über die entsprechende Festsetzung der Lizenzgebühren den Gewinn massiv drücken können. Diese Möglichkeit hätte Apple als Händler von physischen Waren möglicherweise nicht. Aber Irrtum!

Laut Berechnungen von Martin Sullivan zahlt auch Apple auf seine internationalen Gewinne einen durchschnittlichen Steuersatz von nur

1 Prozent.

Auch im Fall von Google nennt die FAZ eine weitere interessante Zahl: Das letzte veröffentlichte Ergebnis der Europazentrale in Dublin aus dem Jahr 2009 weist eine Marge von 0,6% aus. Im Fall von Google ist der Steuersatz also schon fast irrelevant, weil die Firma über konzerninterne Lizenzzahlungen den Gewinn nahezu auf Null drückt. Es ist aber total unlogisch, dass Google im weltweiten Durchschnitt eine Marge von fast 40% erreicht, aber in Europa nur 0,6% einfahren soll ...

Die große Frage ist natürlich, wer davon profitiert? Also die Konzerne natürlich, aber welches Land? Landet durch diese "Double-Irish" und "Dutch Sandwich" Steuersparmodell mehr Gewinn in den USA als es ohne diese Modelle wäre? Und die anschließende Frage: Wieso wird das nicht geändert? Wenn wenn nicht jetzt (mitten in der schwersten Krise der Staatsfinanzen seit Ewigkeiten), wann dann?

FAZ: Über Irland Gewinne in Steueroasen schleusen

Kommentare :

  1. Freudscher Verleser des Tages:

    Neues Produkt von Apple: ISlave

    8-)

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  2. Unrelated:

    Welcome back - zeitenwende.ch
    http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/welcome-back/

    Du hattest ihn doch auch gelesen. Könnte dich daher interessieren.

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  3. Hab's am Freitag schon getweetet. Mehr ist die Nachricht aber noch nicht wert, man weiss ja noch nicht, was da kommen wird ... Wer weiss, vielleicht wird das eine Esotherik Website ...

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  4. Richtig, wenn nicht jetzt, dann nimmermehr. Die Frage ist nur: Was hat Irland in der Hand, um eine entsprechende Harmonisierung der Außensteuergesetze zu verhindern? Und: Die großen US-Unternehmen werden sicherlich mit Arbeitsplatzabbau in Europa etc. drohen, was bei der Masse an in Irland ansässigen Großkonzernen durchaus seine Wirkung haben könnte.

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  5. @joha:

    Ich durchschaue die Konstruktionen nicht genau genug, aber mir scheint, dass nicht nur Irland, sondern auch die Niederlande die Konstruktion im Alleingang durchschlagen könnten.

    Das hängt bestimmt irgendwie mit den Doppelbesteuerunugsabkommen zusammen. Die könnte man auch kündigen. Bei der Kapitalbesteuerung hat man das mit der Schweiz auch hinbekommen. Aber wie gesagt: Ich habe keine Ahnung, mir sind nicht einmal die Profiteure richtig klar, OK Bermudas (etc) und Irland (durch die Ansiedlungen) und die Niederlande (durch Holding Sitz). Aber sonst?

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