Ich hatte das Thema schonmal und bin damals auf ziemliches Unverständnis gestoßen ("Du glaubst das nicht wirklich, oder?" siehe
ZAHL DES TAGES (02.11.10): 40%). Nein ich glaube das möglicherweise nicht wirklich und weiss es auch nicht. Allerdings glaube ich auch nicht alles, nur weil es oft genug in den Medien steht und von Politikern gesagt wird ;-)
Es geht um den chinesische Währung, die in der allgemeinen Auffassung als massiv unterbewertet gilt. Die Chinesen würden ihren Exportboom über die künstlich niedrig gehaltene Währung befeuern, die USA hätten gar keine Möglichkeit, mit den Chinesen zu konkurrieren, ...
Nur berechnet HSBC Trinkaus schon lange andere Werte. In der Kaufkraftparität ist der Yuan zwar tendenziell unterbewertet (sprich oberhalb der roten Kurve), aber das war nie viel und vor allem dauerte es nie sonderlich lange, bis die Währung wieder angepassst wurde. Eine solche kontrollierte, gleitende Abwertung macht der Yuan aktuell auch wieder.
Das führt zu folgender Grafik, die ich in einer aktuellen Version aus dem
Devisenkompass Juli 2011 gezogen habe:
Nach Meinung der Trinkaus Analysten ist der Yuan immer noch im grünen Bereich.
Interessant, weil der Widerspruch zum Big Mac Index immer noch besteht. Mit dem Big Mac Index versucht der Economist, die Kaufkraft einer Währung zu messen. Die Idee dahinter ist einfach: Der Bic Mac ist weltweit ein sehr ähnliches Produkt. In die Kalkulation eines Big Macs gehen viele Bestandteile des lokalen Preisniveaus ein: Miete (bzw. Grundstücks- und Immobilienpreise), Lebensmittelpreise, Logistikpreise, Arbeitslöhne, etc. pp. Der Big Mac Index zeigt in China Preise an, die über 40% unter dem Niveau der USA liegen.
Ich hatte allerdings schon immer meine Zweifel, ob man per Big Mac Index wirklich Länder vergleichen kann, die wirtschaftlich so weit auseinander liegen wie z.B. Norwegen und China. Zwischen den USA und Deutschland mag ein solcher Vergleich einen Sinn geben, aber wenn ich reiche und arme Länder vergleiche, erinnert mich das nicht einmal mehr an einen Vergleich zwischen Äpfel und Birnen, sondern eher an Gurken und Zitronen ;-)
Genau diese Anpassung an die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Länder hat der Economist jetzt gemacht. Es gibt nämlich eine sehr sehr saubere Korrelation zwischen der Abweichung in der Kaufkraftparität und dem BIP pro Kopf. Der Big Mac Index zeigt in fast allen Ländern mit niedrigen Pro-Kopf-BIP unterbewertete Währung an und andersherum.
Wenn man damit den Big Mac Index anpasst, sind die Währungen von Indien und China plötzlich gar nicht mehr so kräftig unterbewertet wie im unbereinigten Big Mac Index. Der Wert des bereinigten Big Mac Index erinnert sehr an das, was die Trinkaus Analysten schon länger berechnen.
Die Bereinigung sorgt für einige andere interessante Änderungen. Bei Ländern mit einer ähnlichen Pro-Kopf-Wirtschaftskraft wie den USA tut sich logischerweise wenig. Der Euro ist nicht mehr 21%, sondern 36% überbewertet. In Norwegen hingegen schrumpft die Überbewertung der Währung von 101% auf 46%. Einige Länder wie die Türkei, Ungarn, Indonesien oder Thailand springen von einer leichten bis deutlichen Unterbewertung in eine Überbewertung. Besonders auffällig die brasilianische Währung, die dank des Rohstoffreichtums des Landes sehr stark ist: BIP-bereinigt ist der Big Mac in Brasilien nicht mehr 52%, sondern sogar 149% zu teuer.
Ich finde die Ergebnisse des BIP-bereinigten Big-Mac-Indexes deutlich plausibler als die des unbereinigten und hoffe, dass der Economist das in seine Standardberechnung aufnimmt.
Economist: Currency comparisons, to go
Ich hatte das Thema schonmal und bin damals auf ziemliches Unverständnis gestoßen ("Du glaubst das nicht wirklich, oder?" siehe
ZAHL DES TAGES (02.11.10): 40%). Nein ich glaube das möglicherweise nicht wirklich und weiss es auch nicht. Allerdings glaube ich auch nicht alles, nur weil es oft genug in den Medien steht und von Politikern gesagt wird ;-)
Es geht um den chinesische Währung, die in der allgemeinen Auffassung als massiv unterbewertet gilt. Die Chinesen würden ihren Exportboom über die künstlich niedrig gehaltene Währung befeuern, die USA hätten gar keine Möglichkeit, mit den Chinesen zu konkurrieren, ...
Nur berechnet HSBC Trinkaus schon lange andere Werte. In der Kaufkraftparität ist der Yuan zwar tendenziell unterbewertet (sprich oberhalb der roten Kurve), aber das war nie viel und vor allem dauerte es nie sonderlich lange, bis die Währung wieder angepassst wurde. Eine solche kontrollierte, gleitende Abwertung macht der Yuan aktuell auch wieder.
Das führt zu folgender Grafik, die ich in einer aktuellen Version aus dem
Devisenkompass Juli 2011 gezogen habe:
Nach Meinung der Trinkaus Analysten ist der Yuan immer noch im grünen Bereich.
Interessant, weil der Widerspruch zum Big Mac Index immer noch besteht. Mit dem Big Mac Index versucht der Economist, die Kaufkraft einer Währung zu messen. Die Idee dahinter ist einfach: Der Bic Mac ist weltweit ein sehr ähnliches Produkt. In die Kalkulation eines Big Macs gehen viele Bestandteile des lokalen Preisniveaus ein: Miete (bzw. Grundstücks- und Immobilienpreise), Lebensmittelpreise, Logistikpreise, Arbeitslöhne, etc. pp. Der Big Mac Index zeigt in China Preise an, die über 40% unter dem Niveau der USA liegen.
Ich hatte allerdings schon immer meine Zweifel, ob man per Big Mac Index wirklich Länder vergleichen kann, die wirtschaftlich so weit auseinander liegen wie z.B. Norwegen und China. Zwischen den USA und Deutschland mag ein solcher Vergleich einen Sinn geben, aber wenn ich reiche und arme Länder vergleiche, erinnert mich das nicht einmal mehr an einen Vergleich zwischen Äpfel und Birnen, sondern eher an Gurken und Zitronen ;-)
Genau diese Anpassung an die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Länder hat der Economist jetzt gemacht. Es gibt nämlich eine sehr sehr saubere Korrelation zwischen der Abweichung in der Kaufkraftparität und dem BIP pro Kopf. Der Big Mac Index zeigt in fast allen Ländern mit niedrigen Pro-Kopf-BIP unterbewertete Währung an und andersherum.
Wenn man damit den Big Mac Index anpasst, sind die Währungen von Indien und China plötzlich gar nicht mehr so kräftig unterbewertet wie im unbereinigten Big Mac Index. Der Wert des bereinigten Big Mac Index erinnert sehr an das, was die Trinkaus Analysten schon länger berechnen.
Die Bereinigung sorgt für einige andere interessante Änderungen. Bei Ländern mit einer ähnlichen Pro-Kopf-Wirtschaftskraft wie den USA tut sich logischerweise wenig. Der Euro ist nicht mehr 21%, sondern 36% überbewertet. In Norwegen hingegen schrumpft die Überbewertung der Währung von 101% auf 46%. Einige Länder wie die Türkei, Ungarn, Indonesien oder Thailand springen von einer leichten bis deutlichen Unterbewertung in eine Überbewertung. Besonders auffällig die brasilianische Währung, die dank des Rohstoffreichtums des Landes sehr stark ist: BIP-bereinigt ist der Big Mac in Brasilien nicht mehr 52%, sondern sogar 149% zu teuer.
Ich finde die Ergebnisse des BIP-bereinigten Big-Mac-Indexes deutlich plausibler als die des unbereinigten und hoffe, dass der Economist das in seine Standardberechnung aufnimmt.
Economist: Currency comparisons, to go
Was ist so ein Yuan Renminbi wohl wert?
egghat könntest du bitte die beiden News zu AIG kommentieren/einordnen - danke!
AntwortenLöschenA.I.G. Unit at Center of Financial Crisis Is Wound Down - NYTimes.com
http://dealbook.nytimes.com/2011/08/05/a-i-g-unit-at-center-of-financial-crisis-is-wound-down/
A.I.G. to Sue Bank of America Over Mortgage Bonds - NYTimes.com
http://www.nytimes.com/2011/08/08/business/aig-to-sue-bank-of-america-over-mortgage-bonds.html?_r=1
Sind die Rating-Agenturen wirklich die Bösen?
AntwortenLöschenhttp://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/tagesgespraech-rating-agenturen-boerse-ID1312786100208.xml
Gibt's wohl bald als Podcast zum Nachhören.
War nicht schlecht die Diskussion.
> Zu Gast im Tagesgespräch bei Moderatorin Christine Krueger ist Dr. Markus Krall. Er ist Rating-Experte und Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Seit einiger Zeit wirbt er bei EU-Kommission und Regierungen für die Gründung einer europäischen Agentur.
Der Aspekt ist wohl für dich am interessantesten.
Natürlich geht es dabei auch um Aufträge für seine Unternehmensberatung. Trotzdem hört sich das sehr sinnvoll an wie es konzipiert ist.
Wenn es denn kommt, was davon übrig bleibt, ist eine andere Frage.
Evtl ein positives Beispiel für deinen Korruptionsticker:
AntwortenLöschen> Laws take effect to help gardaí tackle white-collar crime
http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2011/0809/1224302093198.html
wenn du nach deinem Urlaub ma n Update zu target2 bringen willst egghat
AntwortenLöschenhttp://www.querschuesse.de/target2-forderungen-auf-rekord-im-juli
Könnte dich interessieren egghat:
AntwortenLöschenWenn Unternehmen kriminell werden
Gespräche mit Matthias Braasch, Jurist an der Universität Gießen, und Barbara Stockinger, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München
http://wissen.dradio.de/siddvmsivrn9tuul7orhh374fhqq6/straftaten-wenn-unternehmen-kriminell-werden.33.de.html?dram:article_id=11851
10 Minuten Interview
Why Cities Grow, Corporations Die, and Life Gets Faster
AntwortenLöschenhttp://fora.tv/2011/07/25/Why_Cities_Grow_Corporations_Die_and_Life_Gets_Faster#fullprogram
2h talk - jedoch lohnt sich!
Evtl was für deinen Korruptionsticker:
AntwortenLöschenhttp://www.nytimes.com/2011/08/18/business/sec-illegally-destroyed-documents-whistle-blower-alleges.html?_r=2
MOODY'S ANALYST BREAKS SILENCE: Says Ratings Agency Rotten To Core With Conflicts, Corruption, And Greed
AntwortenLöschenhttp://www.businessinsider.com/moodys-analyst-conflicts-corruption-and-greed-2011-8