QEEE2 jetzt bei 152,5 Mrd. Euro (+9,5 Mrd. Vw)

Ich tracke in meinem Zweitblog das Volumen der Anleihenkaufprogramms der EZB relativ regelmäßig. Heute hieve ich das aber mal wieder hierhin und schreibe auch ein wenig mehr, weil wir in der letzten Woche einen kleinen neuen Meilenstein erreicht haben.

So zum aktuellen Pegelstand für das Ankaufprogramm für Staatsanleihen in Europa (Quantitative Easing European Edition 2, QEEE2), das seit einigen Wochen wieder läuft (und das Auslöser für den Rücktritt des EZB-Chefökonomen Stark gewesen sein dürfte).

Die EZB hält jetzt Anleihen im Gesamtwert von

152.500.000.000 (152,5 Milliarden) Euro,

das sind 9,5 Milliarden Euro mehr als in der Vorwoche. Das Tempo hat sich also gegenüber den Vorwochen (etwa 15 Mrd. im Schnitt) deutlich verlangsamt. Seit Anfang August (vor QEEE2) hat sich das Volumen von 74 Milliarden mehr als verdoppelt.

Ob das ein Trend wird oder eine Ausnahme, bleibt abzuwarten. Angesichts der Herabstufung Italiens rechne ich in dieser Woche allerdings eher mit einem deutlichen Anstieg der Aufkäufe. Da dürfte einiges an Material auf den Markt kommen ...

Und so richtig wirksam ist das Ganze auch nicht mehr. Nach der Ankündigung von QEEE2 Ende Juli sank die Rendite von zehnjährigen italienischen Staatsanleihen ziemlich abrupt von 6,4% auf knapp unter 5%. Von diesem Rückgang ist inzwischen aber ziemlich genau die Hälfte wieder verdampft. Aktuelle Rendite heute morgen: 5,72%.

Die EZB dürfte den Großteil der Papiere also zu höheren Kursen gekauft haben, als an der Börse aktuell dafür bezahlt werden, ergo auf ein paar Milliarden Buchverlusten sitzen. Dramatisch ist das sicherlich nicht, denn in den ganzen bei der EZB als Sicherheit hinterlegten Staatsanleihen von (unter anderem) Griechenland dürften deutlich höhere Risiken stecken. Ganz vernachlässigen sollte man die neu dazukommenden Risiken aber auch nicht, vor allem weil völlig unklar ist, wie lange das Ankaufprogramm weitergehen soll. Wenn man sich die Renditeentwicklung Italiens (und etwas abgeschwächter auch in Spanien anschaut) und berücksichtigt, dass vor allem Italien derart hohe Zinsen unmöglich auf die gesamte Staatsschulden leisten kann, wird die EZB wohl noch eine ganze Zeit mit Aufkäufen beschäftigt sein. Und wo danach das Volumen dann steht, möchte ich lieber gar nicht wissen ...

Kommentare :

  1. > "Griechenland ist nicht mehr zu retten Italien doch" - Wirtschaftsexperte hält die Bewertungen der | Interview | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1558918/

    Wirtschaftsexperte hält die Bewertungen der Ratingagentur Standard & Poor’s für unausgewogen
    Max Otte im Gespräch mit Peter Kapern

    Die Herabsetzung Italiens durch die Ratingagenturen ist für den Fondsmanager Max Otte, "fast schon ein Wirtschaftskrieg". Von den europäischen Politikern fordert er eine sofortige Umschuldung Griechenlands und ein Aussetzen der Ratings.

    ---

    Was meinst du zu seinen Aussagen egghat?

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  2. Was soll das Aussetzen der Ratings bringen? Die Ratings in der ersten und zweiten Finanzkrise sind DAUERND schlechter als die Bewertungen, die die Börse einpreist. Die Ratingagenturen laufen immer nur dem Markt hinterher. Meint der Otte ernsthaft, die Marktteilnehmer würden aufhören das Risiko eines Ausfalls einzupreisen, wenn es kein Rating mehr gibt? Und was, wenn ich dann eines mache? Eine Übersichtsseite, in der Schuldenstand, laufende Defizite, Auslandsschulden, etc. gesammelt werden und aus denen man sich dann sein eigenes Rating ableiten kann? Wird das dann verboten?

    Griechenland umzuschulden wäre allerdings sinnvoll.

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  3. Er sagt in dem Interview die Banken und Versicherungen sollte wieder selbst (anfangen) die Bewertung zu machen. Große Abteilung dafür hätten sie ja.

    Seit Punkt ist also nicht die Beurteilung an sich, sondern das Oligopol durch 3 Firmen.
    Das spricht er auch so an.

    Zu den Interessenkonflikten und Problemen der Ratingagenturen hast du ja auch schon viel geschrieben.

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  4. Insofern anhören lohnt sich.
    Sind eh nur 7-8 Minuten. Oder den Mitschnitt bei dradio lesen.

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  5. Die Allianz macht das zum Beispiel. Und ist ziemlich stolz darauf ...

    Nur: Muss der Pimco Mann dann schweigen, weil er sonst die Märkte beeinflusst?

    Dass die Ratingagenturen so mächtig sind, liegt an den Basel 2/3 Richtlinien. Ansonsten wäre das eine Meinung unter vielen und damit auch dementsprechend wichtig oder unwichtig. Nur wenn Banken für AAA 20% Eigenkapital vorhalten müssen, für BBB 100% und für C 1250%, haben Ratings ganz reale Folgen. Das können die Politiker auch ändern. Sie wollen aber nicht und machen nach Basel 2 Basel 3. Mit genau dem gleichen Problem: Je nach Rating müssen unterschiedliche Mengen Eigenkapital vorgehalten werden. Das ist übrigens bei der EZB genauso.

    Hier könnten die Politiker ansetzen und die Ratingagenturen ein für alle Male entmachten ... So wie sie den Ratingagenturen vorher auch die Macht gegeben haben.

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  6. Jo sehr guter Punkt.

    Man müsste in Erfahrung bringen wie genau Basel 2 und 3 entstanden sind, mit welchen Beteiligten und welcher Einflussnahme.
    Die Ziele davon scheinen ja an sich nicht verkehrt zu sein.
    Eher die Ausnahmen, Sonderregeln erwirkt durch "die Banken und Versicherungen" und die extrem starke Rolle der Ratingagenturen.

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  7. Hast du das schon mitbekommen egghat?

    http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20110921p2g00m0dm027000c.html

    Am Ende:

    On the sovereign debt crisis in Europe, Noda said that the European Union must first reach a consensus on how to deal with the crisis, but added that Japan was ready to do its part to help contain the turmoil.

    "To stabilize the European financial markets and the economy, Japan needs to make a certain contribution going forward, including purchases of EFSF (European Financial Stability Facility) bonds," he was quoted as saying.

    The report added that Japan has already bought about 2.7 billion euros -- or a little more than 20 percent -- of the EFSF bonds since January to help Ireland and Portugal using its $1.2 trillion foreign reserves.

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