US-Arbeitslosenquote 08/11: 9,1% (unv.) (lange Version)

Nach der Überraschung im Vormonat (leichter Rückgang der Arbeitslosenquote) folgte im August die Enttäuschung auf dem Fuße. Und zwar in einem ziemlich zerrissenen Bericht, der in einem Teil (Household Data, aus denen die Arbeitslosenquote stammt) gut aussieht, im anderen Teil (Establishment Data, aus der die Nonfarm Payrolls stammen), aber ziemlich schwach ist.

Zu den offiziellen Zahlen für den August 2011:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +36.000 auf 13,967 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +331.000 auf 139,627 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 9,1% (unverändert zum Vormonat, 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahresaugust).

Die Zahl der NILFs ging im August ausnahmsweise mal zurück. Trotz des Rückgangs um 165.000 liegt die Zahl noch immer etwa 2,3 Millionen über dem August des Vorjahres.

Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung) erholte sich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 58,2%. Das sind aber weiterhin 0,3 Prozentpunkte weniger als im August 2010.

Es bleibt beim Statement aus dem Vormonat: Von einer wirklichen Erholung am US-Arbeitsmarkt zu sprechen, wagen sich wohl nur noch Daueroptimisten. Dass die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, liegt ausschließlich an den Umbuchungen von mehr als 2 Millionen Amerikaner in die NILF-Kategorie.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, waren der schwache Teil des Berichts.

Anzahl der Jobs: +/- 0 (zero, niente) gegenüber Juli 2011 auf 131,132 Millionen. 17.000 neuen Jobs im privaten Sektor (die berühmten Non-Farm-Payrolls) stand ein Verlust von 17.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber.

Das wiegt umso schwerer, weil die beiden Vormonate kräftig nach unten korrigiert wurden. Das Juniplus wurde um 26.000 auf +20.000 reduziert (nach einer Aufwärtskorrektur um 28.000 im Vormonat übrigens), der Juli ebenfalls um 32.000 auf plus 85.000, zusammen also um 58.000.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche unterstützt das schwache Bild, das der Teil der Establishment Data zeichnet: Ein Rückgang um 0,1 Stunde auf 34,2 Stunden, der allerdings eine Zunahme der Überstunden um 0,1 auf 3,3 Stunden gegenüber steht. Daraus lässt sich nicht so viel ablesen.

Ein guter Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6. Diese stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 16,2%. Das ist aber immer noch besser als im Vorjahr (16,7%).

Fasst man die Zahlen zusammen, ist das Bild ziemlich gemischt. Der erste Teil (Household Data) zeigt eine Stabilisierung, wenn auch keine Verbesserung an (und zwar ausnahmsweise ohne statistische Tricks), der zweite Teil (Establishment Data) hingegen eine ziemlich breite Schwäche, vor allem wenn man die Abwärtskorrekturen für Juni und Juli mit berücksichtigt.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – AUGUST 2011

Kommentare :

  1. Umfassen die gearbeiteten Stunden die Überstunden? Wenn ja, würde das doch bedeuten, dass die Regelarbeitszeit (wie sie im Vertrag steht), um 0,2 Wochenstunden gesunken ist, oder?

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  2. Das weiss ich nicht.

    Wenn ich es aber richtig im Kopf habe, werden die Überstunden generell nur für die Vollzeitstellen erfasst. Aber auch da bin ich mir nicht sicher ...

    ich würde aber auch nicht zu tief in den Details wühlen. Die Zahlen sind generell schon bei den Hauptzahlen unzuverlässig, ich vermute, dass die Details noch viel stärker streuen.

    Ein Beispiel: Die Wochenarbeitszeit enthält die Teilzeitarbeit. Nimmt Teilzeitarbeit zu, sinkt die Wochenarbeitszeit. Also könnte man vermuten, dass die Teilzeitarbeit stärker zugenommen hat als die Vollzeitarbeit. In den Detailzahlen kann man aber auch die Vollzeit- und Teilzeitkräfte einzeln ablesen. Das deckt die Theorie von oben aber nicht, denn es sind mehr Vollzeitarbeitsplätze geschaffen worden als Teilzeitarbeitsplätze.

    Diese ganzen Effekte sollte man beobachten, allerdings zeichnen die auf Monatsbasis nur selten ein sinnvolles Bild. Langfristige Effekte lasse sich so aber gut ablesen. Und dann findet man in den Details oft spannende Sachen, die sich aus den Zahlen aus der Überschrift nicht ableiten lassen.

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