Groupon kommt (über Spanne) zu 20$ je Aktie.

IMHO zu teuer.

Spanne war 16 bis 18 Dollar.

Börsenbewertung nun 12,6 Mrd. Dollar. Zu viel für eine Firma, die in den Regionen, in denen sie gerade einmal kurz vor der Schwelle zur Profitabilität steht, nur noch sehr schwach wächst. Und in den Ländern, in denen noch Wachstum produziert wird, riesige Verluste eingefahren werden.

Aber die Gesetze von Angebot und Nachfrage funktionieren eben immer. Man muss scheinbar nur das Angebot an Aktien, die man an der Börse platzieren will, gering genug halten. Bei Groupon sind es magere 5 Prozent aller Aktien. Ich kann mich an keinen großen) Börsengang erinnern, wo mit so wenig Streubesitz gearbeitet wurde.

Wahrscheinlich ist der Streubesitz sogar so niedrig, dass die Aktie heute kräftig nach oben springt. Das ist aber nicht meine Spielwiese. Für mich zählt, ob Groupon in einem oder drei Jahren die heutige Börsenkapitalisierung rechtfertigen kann.

Meinen anderen Bedenken will ich nicht allesamt wiederholen, siehe dazu meinen alten Artikel:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Groupon hat den Börsengang geschrumpft ... (Oktober 2011)
GROUPON: FINGER WEG! (Juni 2011)


Gang aufs Parkett: Groupon kann mit 700 Mio. Dollar rechnen | FTD.de

Es wird eh spannend zu sehen, ob sich Groupon in den Auslandsmärkten ähnlich gut aufstellen kann wie im Heimatmarkt. In Deutschland ist zum Beispiel Google Groupon durch die Übernahme von DailyDeal deutlich dichter auf den Fersen als in den USA, wo Google erst mit wesentlich größerem zeitlichen Abstand auf Groupon mit dem eigenen Angebot Google Offers reagiert hat.

In Deutschland greift Google (DailyDeal) Groupon an der wahrscheinlich einfachsten Stelle an: DailyDeal gibt einen Großteil des Coupongelds (80%) sofort an die Händler weiter. Wenn Groupon da nachziehen muss, sieht die Bilanz schnell ganz schön leer aus. Denn Groupon bunkert immerhin 450 Millionen Dollar, die später an die Händler weiter geleitet werden müssen.

Ich bleibe skeptisch. Groupon ist für mich nicht die Idealfirma, die Wachstum und Gewinne unter einem Dach vereint.

F.A.Z.-Community: Google startet in Deutschland seine Attacke auf Groupon

Update (16:05):

Groupon springt bis auf 31 Dollar  (+55%), aktuell etwa 27$.

Kurs

Kommentare :

  1. Gut möglich, dass das Geschaeftsmodell gar nicht dauerhaft tragfaehig ist (viele Mitbewerber, niedrige Eintrittsschwelle, Ermuedung der Verbraucher ("deal fatigue"), krass hohe Kosten fuer Neukundengewinnung). Und trotzdem: die Samwers dürften mit 2 Jahren Arbeit (citydeal) und ihren 6% Anteil an Groupon 600 Millionen $ verdient haben.

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  2. Auf TechCrunch wurde vor nicht allzu langer Zeit mal erklaert, warum Groupon wahrscheinlich sogar in nicht allzu ferner Zukunft pleite gehen duerfte.
    Die zahlen einen Vorschuss und fuer Geschaefte kurz vor der Pleite ist ein Deal daher sehr attraktiv. Falls die Geschaefte die Deals nicht durchziehen koennen, muss Groupon den Kunden Geld zurueckerstatten, sieht aber von dem Vorschuss im Falle einer Insolvenz wenig wieder.
    Solche laengerfristigen Risiken werden aber durch starkes Wachstum abgefedert, nur kann Groupon natuerlich nicht fuer immer hohe Wachstumsraten erzielen.

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  3. @anonym1:

    Deal Fatigue ist sichtbar, siehe Wachstum in den USA. Fährt Groupon die Monstermarketingausgaben zurück, erlahmt das Wachstum sofort.

    Die Samwers haben sicherlich wieder fett verdient. Man mag es ihnen nicht gönnen (Copycat), aber ehrlich gesagt ist es mir egal. Ich hätte ja auch nichts davon, wenn sie das Geld nicht hätten ;-)

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  4. @Anonym2: Diesen Techcrunch Bericht fand ich eher schlecht. Ich habe viel Groupon Kritik hier gebracht und auch verlinkt. Das aber nicht.

    Dass Groupon von Pleitefirmen benutzt werden kann, mag sein. Aber dass das Groupon in die Pleite führt? Nein, glaube ich nicht. Dazu ist ein Check z.B. bei Creditreform zu einfach. Außerdem ist es bei 50% Marge schlicht drin. Und auf der anderen Seite werden auch nicht alle Kupons eingelöst, das Geld behält Groupon dann. Dürfte wahrscheinlich mehr Geld sein als das was durch Insolvenzen auf der anderen Seite flöten geht ..

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  5. Gibt doch mittlerweile für Dienstleister valide Alternativen zu ruinöen Groupon-Angeboten, um tatsächlich Kundenmarketing zu betreieben. Beispiel yopoly.de, und das ohne relevante Kosten, um wirklich Anreize zu schaffen und etwas für die eigenen Gäste zu tun.

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