US-Arbeitslosenquote 10/11: 9,0% (-0,1 Vm, -0,7 Vj)

Nach der Überraschung im Vormonat (leichter Rückgang der Arbeitslosenquote) folgte im August die Enttäuschung auf dem Fuße. Und zwar in einem ziemlich zerrissenen Bericht, der in einem Teil (Household Data, aus denen die Arbeitslosenquote stammt) gut aussieht, im anderen Teil (Establishment Data, aus der die Nonfarm Payrolls stammen), aber ziemlich schwach ist.

Zu den offiziellen Zahlen für den Oktober 2011:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -95.000 auf 13,897 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +277.000 auf 140,302 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 9,0% (-0,1 zum Vormonat, -0,7 unter dem Vorjahresmonat).

Die Zahl der NILFs stieg im Oktober allerdings wieder, zum Glück nur leicht. Es sind jetzt 1,5 Millionen mehr als im Vorjahresmonat.

Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung) stieg wie im Vormonat leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 58,4%. Damit liegt die Zahl zum ersten Mal seit Monaten wieder über dem Wert des Vorjahres.

Diese Zahlen muss man positiv bewerten. Es gab kaum Umbuchungen in die NILFs, es gibt weniger Arbeitslose, mehr Arbeitende und die Erwerbstätigenquote stieg.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, waren zumindest allein für den Oktober nicht ganz so stark wie die Zahlen aus der Haushaltsumfrage.

Anzahl der Jobs: +80.000 gegenüber September 2011 auf 131,516 Millionen. 104.000 neuen Jobs im privaten Sektor stand ein Verlust von 24.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber.

Wirklich stark wurde der zweite Teil des Arbeitsmarktberichts durch die Korrekturen der Vormonate: Das Plus aus dem August wurde von 57.000 auf 104.000, der September von 103.000 auf 158.000 nach oben korrigiert. Zusammen waren die Korrekturen mit 102.000 größer als das Oktoberplus von 80.000 neuen Jobs.
Aus der zuerst gemeldeten Augustzahl von Null (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: US-Arbeitslosenquote 08/11: 9,1% (unv.) (lange Version)) ist nun nach zwei Korrekturen ein Plus von 104.000 geworden. Da fragt man sich schon, wieso man die Zahl überhaupt detailliert analysieren sollte. Immerhin ist aus einer ziemlich enttäuschenden Zahl durch die zwei Korrekturen eine durchaus okaye geworden ...

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche änderte sich nicht und blieb bei 34,3 Stunden. Auch die Zahl der Überstunden blieb konstant bei 3,2 Stunden.

Ein guter Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6. Diese sank deutlich um 0,3 Prozentpunkte auf 16,2%. Das ist inzwischen deutlich besser als im Vorjahr (17,0%).

Durch die Korrekturen der Vormonate kann man den Bericht insgesamt nur positiv bewerten, auch wenn die "Headline-Number" mit plus 80.000 etwas unter den Erwartungen lag.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – October 2011

Update (20:05):

Den einzige Tropfen Wasser, den man in den Wein gießen könnte, ist das Birth-Death-Model in der Arbeitsmarktstatistik. Da das Bureau for Labor Statistics nur bekannte Unternehmen analysiert, werden zwar aus dem Markt scheidende Firmen korrekt erfasst, neu gegründete Firmen fehlen hingegen.

Das versucht das BLS zu korrigieren und schätzt die Anzahl der neu entstehenden Firmen und Arbeitsplätze. Das klappt im Normalfall auch halbwegs gut, allerdings wird gerade in kritischen Zeiten die Anzahl von neuen Firmen (und damit auch der neuen Arbeitsplätze) zu hoch geschätzt. In einr Krise gründet halt niemand Firmen ... Die Firmen werden dann trotzdem lustig mitgezählt und sind dann, wenn die BLS die Schätzungen am Jahresanfang mit der Realität vergleicht, plötzlich wieder alle weg.

Ob wir aktuell noch in einer Zeit stecken, in der die Schätzung des Birth-Death-Modells dauernd zu hoch ist (wie 2008-2010) ist schwer zu sagen. Es ging 2010 immerhin um 483.000 Jobs, die über das Birth-Death-Model zu hoch geschätzt wurden, also um 40.000 pro Monat (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: US-Arbeitslosenquote 01/11: 9,0% (-0,4) (Aber heftige Korrektur der 2010er Zahlen)).

Die BLS gibt die Zahlen übrigens einzeln an. Es waren im Oktober 102.000 Jobs, die über diesen Effekt hinzukamen, also mehr als die 80.000 Plus, die offiziell vermeldet wurden. Man sollte jetzt aber nicht denken, wie Zerohedge manchmal tut, dass das alles Humbug ist. Es werden ja Firmen gegründet und irgendwie muss die BLS auch versuchen, diese zu berücksichtigen. Ob die 102.000 jetzt eine realistische Schätzung sind oder nicht, weiss man frühestens nächstes Jahr. Deshalb bringe ich diese auch nicht monatlich, weil man sie nicht einordnen kann.

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore