Ha, da ist das erwartete "Outlook Negative" für Frankreich.

Und unerwartet für EuropAAA gleich mit.

Im Klartext: S&P senkt den Ausblick nicht nur Frankreich, sondern auch für Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und die Niederlande auf "negativ".

Sollten sich die Spannungen in der Eurozone weiter verschärfen, kann sich Standard & Poors vorstellen, allen 6 Länder das Triple-A Rating zu entziehen.

FT Alphaville: S&P plays Grim Reaper for the upcoming death of AAA

Ob die Alternative einer der europäischen Politiker auf der Agenda hatte? Vor allem in Berlin?

Es ist aber noch keine offizielle Nachricht, sondern ein "Exclusive" der Financial Times.

Update (20:52):

Damit wäre der Triple-A EFSF (und auch ESM) Geschichte. Und - nicht zu vergessen - ein Triple-A bewerteter Eurobonds ebenfalls.

Wobei - wenn auch sonst niemand mehr AAA ist - ein AA+ gerateter Emittent problemlos Geld bekommen sollte.

Update 2 (21:33):

Gerüchteküche verbloggen ...

Jetzt sollen angeblich sogar alle 17 Eurozonenländer auf "Ausblick negativ" gesetzt werden und nicht nur die Triple-A-Länder. Wäre bei der Begründung auch nur allzu logisch.

UK fehlt noch, wenn ich das anmerken dürfte, liebe Ratingexperten bei S&P. Die kommen im Leben nicht ungeschoren durch einen möglichen Eurozusammenbruch.

Update 3 (22:39):


So jetzt tickert es bei Reuters:

Slowakei,
Italien,
Estland,
Belgien,
Portugal,
Finnland,
...

OK wohl alle (bis auf Griechenland, die sind bereits auf negativ):

Standard & Poor's Puts Ratings On Eurozone Sovereigns On CreditWatch With Negative Implications (nur nach Anmeldung) oder hier kopiert: http://www.zerohedge.com/news/here-comes-sp-downgrade-barrage


Eine Stufe für die 6 AAA-Länder Deutschland, Luxemburg, Finnland, Österreich, Niederlande und Frankreich, 2 Stufen für den "Rest" (bis auf die Ausnahme Griechenland, s.o.)

Update 4 (22:55):

Frankreich kann doch zwei Stufen heruntergestuft werden. Die restlichen 5 (Noch-) AAA-Länder aber nur um eine. Da könnte man durchaus annehmen, dass eine Herabstufung Frankreichs wahrscheinlicher ist als bei den anderen Ländern ...

Italien und Spanien habe ich noch nachgeschaut, bei beiden kann es ebenfalls zwei Stufen runtergehen. Italien hätte danach gar kein A mehr ... Die anderen Länder klemme ich mir jetzt.

Interessant auch noch: Die Überprüfung soll schon am 9.12. nach dem EU-Gipfel erfolgen ... Das könnte noch ein eine böse Weihnachtsüberraschung geben ... Merry ChristmAAs oder so.

Update 5 (06.12.11):

Eine Ergänzung + Korrektur:

Griechenland konnte nicht mit negativem Ausblick versehen werden, weil das Rating von CC diesen Ausblick quasi schon enthält. Das zweite Land, das nicht mit Ausblick negativ versehen wurde, ist Zypern, denn dort war der Ausblick bereits negativ.

Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass Moody's eigentlich eine ähnliche Herabstufung schon angedroht hat. Sollten in der Eurozone keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden, würde Moody's alle Ratings auf die Überprüfungsliste setzen.  Moody's hat (und nur da liegt der Unterschied) auf die formelle Einstufung auf "Ausblick negativ" verzichtet.

Schuldenkrise: Moody's warnt vor Zerfall der Euro-Zone | FTD.de

Update 6:

Wie ich schon im ersten Update schrieb, ist damit ein AAA-bewerteter EFSF (oder ESM) ebenfalls Geschichte. Heute hat S&P auch daran gedacht und das entsprechende Update hinterhergeschoben:

Topbonität in Gefahr: Standard & Poor’s droht auch dem EFSF - Europas Schuldenkrise - FAZ

Warum das wieder einen ganzen Artikel wert sein soll, verstehe ich allerdings nicht so ganz. Das war doch nur allzu logisch ...


Kommentare :

  1. Ich verstehe ja nichts von Wirtschaft, aber mich verwundert das jetzt nicht, daß UK ausgenommen wird. Die Ratingagenturen sind nach meiner Laienmeinung doch Machtinstrumente der USA und die sind am Schutz ihres Vasallen UK interessiert.

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  2. Die These greift nicht mehr, weil S&P die USA schon auf Outlook negativ gesetzt hat:

    http://egghat.tumblr.com/post/4772195890/usa-rating-ausblick-negativ-90er-jahre

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  3. Na, die Euro-Rettung verlief ja gnadenlos gut. Was passiert bei der nächsten ultimativ, mega-endgültigen Euro-Rettung? Eine europäische Auswanderungs- oder wohl eher Fluchtwelle nach Afrika??? Ich geh' mal kofferpacken ...

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  4. Ist das die moderne Version des Straßenpredigers?

    Jetzt aber mal im Ernst. Ich habe langsam das Gefühl dass sich die Ratingagenturen damit überflüssig machen, oder nur noch versuchen Politik zu betreiben. Wenn ihre eigentliche Aufgabe darin besteht, Investitionsentscheidungen zu erleichtern, indem sie Risiken bewerten, dann ist eine Empfehlung nach dem Muster: "Ihr könnt nirgends mehr ohne Risiko investieren." in meinen Augen ziemlich sinnlos. Das klingt als ob ein Automagazin bei einer Bewertung der Sicherheit von verschiedenen Autos zu dem tollen Schluß kommt: Egal welches Auto ihr kauft, ihr könnt mit jedem einen Unfall bauen. Das mag ja richtig sein, hilft mir aber bei einer Kaufentscheidung nicht weiter. Alles in allem habe ich das Gefühl, dass die S&P und Konsorten versuchen ihre Fehler des letzten Jahrzehnts gut zu machen und beginnen dabei übers Ziel hinauszuschießen.

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  5. "Alles in allem habe ich das Gefühl, dass die S&P und Konsorten versuchen ihre Fehler des letzten Jahrzehnts gut zu machen und beginnen dabei übers Ziel hinauszuschießen."

    dem ersten Halbsatz stimme ich zu. Endlich!
    Übers Ziel hinausschießen tun sie allerdings nicht. Die Revision systematisch viel zu guter Ratings geht immer noch nur sehr zaghaft und zeitverzögert. Deutschland hat nie und nimmer ein AAA (ausfallsicher? wirklich?) verdient. Jeder weiß das.

    Dass die Staatsschuld nominal bedient werden mag - geschenkt. Auch Zimbabwe dürfte seine Anleihen in Zimbabwe-Dollar bis auf den letzten Cent und termingerecht zurückgezahlt haben (?) Hätte Zimbabwe deshalb ein AAA-Rating verdient gehabt?

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  6. @Hias:

    "Nirgendwo risikolos" stimmt ja nicht. Norwegen, Schweiz, Singapur, UK, .... sind noch Triple-A.

    Wobei hier aber die Frage ist, ob die Schweiz oder Großbritannien einen Euro-Zusammenbruch unbeschädigt überstehen würde. Die Schweiz mit ihren Megabanken IMHO definitiv ist ...

    Und über's Ziel hinausschießen? Eher nicht.

    Zwei Indizien:

    a) Die Verschuldung von mehr als 80% des BIPs ist hoch. Die Politiker selber haben in Maastricht 60% als akzeptabel festgelegt, wieso sollte man jetzt auf einmal davon ausgehen, dass 85% OK sind? OK sind sie vielleicht, aber eben nicht AAA. Egan&Jones hat die indikative Schwelle für AAA bei 40% Schuldenstand/BIP, ab 80% bist du nur noch AA (das ist aber nur einer unter mehreren Indikatoren).

    b) Die CDS preisen schon lange die europäischen Länder *deutlich* schlechter ein als S&P. Auch hier liegen die Ratings von Deutschland eher bei AA, das von Frankreich nochmal grob 3 Stufen tiefer.

    Man kann auch mit China oder Neusseeland querchecken. Dann sieht man an CDS oder auch an der Verschuldung, dass beide Länder besser aussehen, aber schlechtere Ratings haben als Deutschland oder gar Frankreich.

    Ich stimme zwar irgendwo der Kritik zu, dass die Ratings von S&P etwas seltsam sind, weil die Eurozone als Ganzes eigentlich besser aussieht als Großbritannien oder die USA. Nur: Die beiden anderen sind jeweils ein Schuldner in einer Währung. Innerhalb der Eurozone ist es zwar eine Währung, aber viele Schuldner, die alle einzeln ausfallen können und dann die anderen mitreissen werden. Anders gesagt: Das Triple A wackelt aus meiner Sicht nur, wenn die EU auf dem nächsten Gipfel schon wieder nichts Vernünftiges beschließt ....

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  7. Ha, das kommt davon, wenn man zu lange schreibt: Der matsch hat die Hälfte schon gesagt ....

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  8. Solange Europa Kleinkriege führt und die Staaten ihr eigenes Wohl im Auge haben staat das ganze Bild zu betrachten, ist eine Herabstufung auch berechtigt.

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  9. sehe ich ähnlich. Vor allem nachdem man mit dem Haircut von Griechenland ein Exempel statuiert hat. Niemand kann mehr davon ausgehen, dass sich die Länder gegenseitig retten.

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