Man verdient gut als CEO ...

In 2011

36,47% 

mehr als 2010.

OK, zugegeben waren die zwei Jahre davor mager, aber selbst 2009 gab es - wenn auch nur leicht - wachsende Vergütungen für die Chefs der 500 größten US-Unternehmen, die im S&P 500 Index versammelt sind. Über alle Firmen des breiteren Russell 3000 Index sanken die Gehälter der Chefs minimal (0,3%).

Die CEO Gehälter, die doch immer erfolgsorientiert sein sollen (in der Praxis orientiert man sich am Aktienkurs), steigen also auch in Jahren wie 2008 oder 2009, in denen die Aktienkurse zum Teil massiv fallen. Und in Jahren wie 2010, in denen die Aktienkurse steigen, steigen die Gehälter sowieso. Und in diesen positiven Jahren - man kann es fast schon ahnen - ebenfalls stärker als die Aktienkurse.
Der Topverdiener - der CEO des Gesundheitsdienstleisters McKesson - hatte 2010 145,2 Millionen Dollar Einkommen - Gehalt, Aktienoptionen und Pensionszusagen. Die Top10 kamen im Schnitt immerhin noch auf 77 Millionen.

Leicht verzerrend in der Statistik sind die ausscheidenden CEOs, die am Ende ihrer Tätigkeit besonders viel Geld abgesahnt haben. 4 der Top 10 Verdiener kamen aus dieser Gruppe. Wenigstens eine Tatsache stimmt etwas milde: Die Banker, bisher immer weit vorne, kamen nur noch selten auf die Spitzenränge (wobei die Manager von Hedgefonds etc. von der Statistik auch nicht erfasst wurden. Da kamen (übrigens in diesem Jahr ziemlich strauchelnde) Topverdiener sogar auf Milliardeneinkommen, siehe HEDGEFONDS STARMANAGER JOHN PAULSON SAHNT 5 MILLIARDEN DOLLAR AB).

Gleichzeitig stagnieren die Gehälter des Durchschnittsangestellten in den USA, was nach Berücksichtigung der Inflation zu einem Nettokaufkraftverlust führt.

Und da wundert sich noch jemand, dass die Leute von Occupy Wall Street auf den Straßen campen?
Dazu passend noch ein ach so wahrer und passender Dilbert:

Dilbert.com


Guardian: Revealed: huge increase in executive pay for America's top bosses

Update (09:05):

Upps, einen Punkt habe ich noch vergessen. Das Institut, das die Untersuchung durchgeführt hat, geht von weiteren kräftigen Steigerungen in den nächsten Jahren aus. Ursache sind die Aktienoptionen, die sich die Vorstände in den schwachen Börsenjahren gegönnt haben. Da die Kurse damals sehr niedrig waren, gab es nicht weniger Geld (wo käme man denn da hin aus CEO?), sondern einfach mehr Aktien. Mit den steigenden Aktienkursen seit dem Tief steigen nun die Einkommen aus diesen Aktienoptionsprogrammen massiv, stärker noch als die Einkommen aus den älteren Aktienoptionsprogrammen aus der Zeit vor der Krise. Und letztere waren ja auch nicht sooo schlecht für die CEOs, man denke nur die Einnahmen, die selbst mitten in der Krise zuverlässig flossen.

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