US-Arbeitslosenquote 11/11: 8,6% (-0,4 Vm, -1,2 Vj)

Interessanter Bericht vom US-Arbeitsmarkt für den November 2011. Superheadline (8,6% Arbeitslosenquote), in den Details aber nicht soooo bombastisch gut, wie es die Überschrift ankündigt.

Zu den offiziellen Zahlen für den November 2011:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -594.000 auf 13,303 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +278.000 auf 140,580 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 8,6% (-0,4 zum Vormonat, -1,2 unter dem Vorjahresmonat).

Die Zahl der NILFs stieg im November allerdings wieder KRÄFTIG um 487.000.  Der Rückgang von 594.00 ging also 487.000 mal auf die Ausbuchung von Arbeitskräften in die Schublade NILF (not in labor force) zurück. In dieser Schublade stecken nun fast 1,8 Millionen Menschen mehr als im Vorjahresmonat.

Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung) stieg wie im Vormonat leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 58,5% (Vorjahr: 58,2%).

So toll wie der Rückgang der Arbeitslosen um 594.000 ist ... Nach der Berücksichtigung der Umbuchung der NILFs bleiben davon nur 107.000 übrig.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, decken sich mit den "bereinigten" Arbeitslosenzahlen.

Anzahl der Jobs: +120.000 gegenüber Oktober 2011 auf 131,708 Millionen. 140.000 neuen Jobs im privaten Sektor stand ein Verlust von 20.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber.

Wirklich stark wurde der zweite Teil des Arbeitsmarktberichts durch die Korrekturen der Vormonate: Das Plus aus dem September von 158.000 auf 203.000 (erste Meldung 103.000) nach oben korrigiert, der Oktober von + 80.000 auf +100.000. Zusammen also 65.000. Damit setzt sich die Reihe kräftiger Aufwärtskorrekturen aus den Vormonaten fort.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche änderte sich nicht und blieb bei 34,3 Stunden. Auch die Zahl der Überstunden blieb konstant bei 3,2 Stunden.

Ein guter Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6. Diese sank deutlich um 0,6 Prozentpunkte auf 15,6%. Das ist inzwischen deutlich besser als im Vorjahr (16,3%).

Dieser Monatsbericht ist etwas schwierig zu bewerten. Er ist im großen und ganzen gut. Die 120.000 neuen Jobs sind etwas mager, zusammen mit den 80.000 "hinzukorrgierten" aus den beiden Vormonaten aber gut. Die +278.000 Arbeitenden aus der Haushaltsumfrage setzt den Wert ja in der gleichen Ecke fest. Den kräftigen Rückgang der Arbeitslosenquote darf man nicht überbewerten, da der Rückgang der Arbeitslosenzahl zu 80% aus die umgebuchten Arbeitskräfte in der NILF zurückgehen (Not in labor force), sie stehen dem Arbeitsmarkt also nicht mehr zur Verfügung.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – November 2011

1 Kommentar :

  1. +8,1% Foodstamps im letzten Jahr, und so leicht bekommt man die nicht:

    http://blogs.wsj.com/economics/2011/11/01/some-15-of-u-s-uses-food-stamps/

    Ca 15% der Bevölkerung ist dies - solange diese Zahlen nicht sinken, glaube ich nicht an das Beschäftigungswunder. Oder es werden nur ein paar Sklavenjobs geschaffen, und ein paar Wallstreetjobs.

    Im übrigen ist das Durchschnittseinkommen in der letzten Arbeitslosenstatistik gesunken - auch ein heftiges Krisenzeichen.

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