Zahl der US-Immobilienverkäufe kräftig nach unten korrigiert

2007-2010 um durchschnittlich 14%.

Leser, die schon länger dabei sind, werden sich daran erinnern, dass ich vor drei, vier Jahren den US-Immobilienmarkt (in seiner Absturzphase) deutlich intensiver "bearbeitet" habe als aktuell. Das lag nicht zuletzt an der Immo-Wette, bei der ich auf eine Preisstabilisierung am US-Immobilienmarkt gesetzt habe.

Dabei gab es zwei Zahlen, die ich regelmäßig verbloggt habe, weil ich diese am wichtigsten fand:

a) Der Case-Shiller-Immobilienpreisindex (auf diesen lautete auch die Wette)
b) Die Zahl der Verkäufe von Bestandsimmobilien.

Letzteres wird von der NAR, der amerikanischen Maklervereinigung errechnet. Und wie sich jetzt zeigt, waren die Zahlen notorisch unzuverlässig, weil deutlich zu hoch ausgewiesen und mussten nach unten korrigiert werden:

2007: Von 5,65 Mio. um 11% auf 5,04 Mio.
2008: Von 4,91 Mio. um 16% auf 4,11 Mio.
2009: Von 5,16 Mio. um 16% auf 4,34 Mio.
2010: Von 4,91 Mio. um 15% auf 4,19 Mio.

Im Durchschnitt von 5,16 Mio um 14% auf 4,42 Mio. Damit war der Einbruch am US-Immobilienmarkt um einiges tiefer als bisher bekannt ...

So richtig überraschend ist das nicht, die NAR ist ja eine Lobbyvereinigung, die schlechte Nachrichten gerne übertüncht und schön schreibt.

Gründe für die Abwärtskorrektur gab es einige: Mehrfache Verkäufe innerhalb von 12 Monaten wurden mehrfach erfasst. An den Grenzen der Regionen wurden verkaufte Immobilien mehrfach erfasst. Und ein paar andere Sachen, nach denen man sich fragt, wie man diese Zahl jemals ernst nehmen konnte ...

Spannend sind die Auswirkungen der Korrektur:

Die allerwichtigste Zahl im monatlichen Bericht ändert sich nämlich nicht. Das ist der Bestand an unverkauften Immobilien in Monaten. Dazu wird die Anzahl der zum Verkauf stehenden Bestandsimmobilien durch die Anzahl der Verkäufe im letzten Monat geteilt. Damit weiss man, wie lange es theoretisch dauern würde bis alle Immobilien verkauft sind. Werte bei 4 oder 5 signalisieren einen Boom und steigende Preise, Werte über 8 einen Abschwung und sinkende Preise, zweistellige Werte gibt es nur in crashartigen Zuständen wie 2008.

Interessanterweise ändert sich durch die Korrektur aber eine viel wichtigere Zahl nämlich das US-BIP. Leider kann ich nicht sagen, um wie viel. Da der Anteil des Immobilien- und Bausektors aber auf historischen Tiefstwerten liegt, kann das eigentlich nicht viel sein ...


1 Kommentar :

  1. Absolutely spot on. The NAR (National Association of Realtors) of course has a vested interest in preventing any bad news from getting out. They are realtors so of course its not in their interests! If the US Government ever tries to reform the tax code and lower rates and eliminate deductions, the NAR will fight that to the very end also. Zero Hedge is also one of the best out there, he really digs up info not in the mainstream media. Germany is lucky it never had a real estate bubble, that's for sure.

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