Verlierer des Jahres 2011

Ich beginne wie üblich mit den Leuten, die ich am Ende nicht gewählt habe

Nicht geworden ist es Middelhoff, auch wenn die FTD Wiwo die schlechtesten Managementleistungen des Jahres inzwischen in Middelhoffs misst ;-) 10 von 10 Middelhoffs schafft aber nur den Namensgeber selber ... (siehe Middelhoffs neue Erben: Die schlechtesten Managementleistungen des Jahres - Management - Erfolg - Wirtschaftswoche). Der bekommt von mir irgendwann einen Lifetime-Award für "jedes Jahr wieder auf der Liste sein" ...

Auch nicht gewählt habe ich Leo Apotheker, der es immerhin geschafft hat, den Börsenwert der altehrwürdigen Hightech-Ikone HP in seinen 10 Monaten Amtszeit pro Tag um knapp 5 Millionen Dollar zu verringern und sich für diese Leistung knapp 20 Millionen Dollar Gehalt zu genehmigen (siehe Ich habe versagt! Macht 10 Millionen bitte. - egghat's not so micro blog). Und man muss bei Apotheker bedenken, dass er Wiederholungstäter ist und vorher satte 9 (!) Monate Chef von SAP war ... Das ist eigentlich eine Nominierung wert ...

Ebenfalls nicht wählen wollte ich Karl-Theodor zu Guttenberg, weil dieser mit seinem Comeback kurz vor dem Jahresende bewiesen hat, dass er eben noch nicht am Ende ist.

OK, Westerwelle ist es auch am Ende, aber den hatte ich ja im letzten Jahr schon auf den Thron gehoben (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Verlierer des Jahres 2010)

Ein anderer heißer Kandidat aus der Finanzwelt war der Hedgefondsmanager John Paulson, der 2007 und 2008 mit Milliarden-Einkommen in den Ranglisten der bestverdienenden Fondmanager weit vorne lag, in diesem Jahr aber in seinen beiden klassischen Hedgefonds etwa 40% Minus eingefahren hat. Beteiligt war er unter anderem an Sino Forest (siehe FTD mit Sino Forest Geschichte - egghat's not so micro blog). Aber fast noch besser: Sein neuer goldbasierter Hedgefonds hat es geschafft, Mitte Dezember, zu einem Zeitpunkt als der Goldpreis noch etwa 13% im Plus lag, ein Minus von gut 10% aufzuweisen.

Aber all diese Hedgefondsheinis, Mismanager und sonstigen Graupen kann ich dieses Jahr nicht küren (aber an Euch: haltet den Kurs, 2012 gibt's eine neue Wahl!), denn das allesbeherrschende Thema war nunmal die Eurokrise. Und aus diesem Bereich muss ich die Wahl treffen.

Und wenn soll man da wählen? Die EZB (Trichet/Stark/...), die einige ihrer Grundsätze über Bord geworfen hat? Schwierig, weil ich die "unkonventionellen Maßnahmen" im Prinzip für richtig halte. Angela Merkel, weil sie mit ihrer sturen Politik maßgeblich zur Verschärfung der Eurokrise beigetragen hat? Fällt mir ebenfalls schwer, weil ich die am Ende erreichte Annäherung in der Fiskalpolitik innerhalb der Eurozone tendenziell für richtig (wenn auch nicht für ausreichend) halte. Oder einen Bankmananger? Ackermann? Blessing?

Nein, ich brauche einen klaren Verlierer. Einen der in richtig großen Dimensionen denkt. Und da fällt mir niemand anderes ein als

Silvio Berlusconi.

Und sei es nur, um ein paar Berlusconi Witze nochmal zu verlinken ;-)

Klarer Verlierer. Er war lange an der Macht, hat viele Skandale produziert, viele Gesetze für die Lösung seiner persönlichen Probleme produziert, aber vor allem hat er ein Land hinterlassen, das von einem der führenden G7-Staaten zu einem potenziellen Pleitekandidaten geworden ist. Und sich klar auf Platz 4 der Pleiteliste in der Eurozone geschoben hat, deutlich vor Spanien.

Italien muss nun 7% Zinsen für die zehnjährigen Staatsanleihen zahlen und trotz einer leichten Entspannung bei den kürzeren Laufzeiten liegt das deutlich über dem Niveau, das sich Italien leisten kann.

Die nun eingeleiteten Sparbemühungen werden das Land sicher in eine Rezession treiben und am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass diese nicht zu tief wird und zu lange andauert. Denn wenn man schon im Fall von Spanien Angst haben musste, dass das Land zu groß für eine Rettung ist, ist bei Italien klar, dass das Land zu groß ist.

Dabei ist nicht das vorrangige Problem, dass das laufende Staatsdefizit Italiens so sonderlich groß wäre, sondern mehr die vergebenen Chancen in der Vergangenheit. Die niedrigen Zinsen, die Italien nach dem Eintritt in die Eurozone quasi geschenkt bekam, wurden zum überwiegenden Teil verfrühstückt und leider nur zum geringen Teil zur Schuldenrückführung genutzt.

Die italienische Wirtschaft hat zu wenig Innovationen vorzuweisen und gilt generell als verkrustet. Die Handelsbilanz, die noch Mitte der 90er Jahre deutlich positiv war, rutscht jedes Jahr tiefer in die roten Zahlen. Die Leistungsbilanz ist ebenfalls tiefrot, was auf Dauer den einzigen Pluspunkt, den Italien vorzuweisen hat, nämlich die relativ hohe Unabhängigkeit von ausländischem Kapital, deutlich schwächen wird.

Im PISA-Test ist Italien im Schnitt 4 Plätze zurückgefallen (und liegt auf den letzten Plätzen der industrialisierten Welt), während Deutschland etwa 7 Plätze gutgemacht hat (Wikipedia) und nun im oberen Mittelfeld liegt.

Und zuletzt, das kann angesichts der Wurzeln von Berlusconi nicht verwundern, kann Italien bei der Bekämpfung von Mafia und Korruption auch keine wirklichen Erfolge vorweisen ... Wert 2001 5,5; Wert 2011 3,9.

Da bleibt nur eines zu hoffen: Dass Berlusconi jetzt wirklich weg ist und nicht noch einmal zu einem Middelhoff-Guttenbergschen-Stehaufmännchen wird ... Und wenn 2012 ganz toll werden soll, möge ihn doch jemand erfolgreich vor ein Gericht zerren ...

Der Euro (bzw. der Druck der Märkte) hat auf jeden Fall schonmal Berlusconi zu Fall gebracht, es bleibt nur zu hoffen, dass Berlusconi sich nicht noch posthum rächt und den Euro zu Fall bringt ...

Update (18:37):

Habe die Erfindung der Einheit "Middelhoff" fälschlicherweise der FTD zugeschrieben, war aber die Wirtschaftswoche.

Frohe Weihnachten!

Verschenkt schöne Sachen, lasst Euch schöne Sachen schenken. Genießt die Tage mit Familien und Freunden. Und tauscht vor allem nicht alles um, was ihr über meinen Affiliate Link gekauft habt. Ich habe die Knete schon verprasst ;-)

Zahl der US-Immobilienverkäufe kräftig nach unten korrigiert

2007-2010 um durchschnittlich 14%.

Leser, die schon länger dabei sind, werden sich daran erinnern, dass ich vor drei, vier Jahren den US-Immobilienmarkt (in seiner Absturzphase) deutlich intensiver "bearbeitet" habe als aktuell. Das lag nicht zuletzt an der Immo-Wette, bei der ich auf eine Preisstabilisierung am US-Immobilienmarkt gesetzt habe.

Dabei gab es zwei Zahlen, die ich regelmäßig verbloggt habe, weil ich diese am wichtigsten fand:

a) Der Case-Shiller-Immobilienpreisindex (auf diesen lautete auch die Wette)
b) Die Zahl der Verkäufe von Bestandsimmobilien.

Letzteres wird von der NAR, der amerikanischen Maklervereinigung errechnet. Und wie sich jetzt zeigt, waren die Zahlen notorisch unzuverlässig, weil deutlich zu hoch ausgewiesen und mussten nach unten korrigiert werden:

2007: Von 5,65 Mio. um 11% auf 5,04 Mio.
2008: Von 4,91 Mio. um 16% auf 4,11 Mio.
2009: Von 5,16 Mio. um 16% auf 4,34 Mio.
2010: Von 4,91 Mio. um 15% auf 4,19 Mio.

Im Durchschnitt von 5,16 Mio um 14% auf 4,42 Mio. Damit war der Einbruch am US-Immobilienmarkt um einiges tiefer als bisher bekannt ...

So richtig überraschend ist das nicht, die NAR ist ja eine Lobbyvereinigung, die schlechte Nachrichten gerne übertüncht und schön schreibt.

Gründe für die Abwärtskorrektur gab es einige: Mehrfache Verkäufe innerhalb von 12 Monaten wurden mehrfach erfasst. An den Grenzen der Regionen wurden verkaufte Immobilien mehrfach erfasst. Und ein paar andere Sachen, nach denen man sich fragt, wie man diese Zahl jemals ernst nehmen konnte ...

Spannend sind die Auswirkungen der Korrektur:

Die allerwichtigste Zahl im monatlichen Bericht ändert sich nämlich nicht. Das ist der Bestand an unverkauften Immobilien in Monaten. Dazu wird die Anzahl der zum Verkauf stehenden Bestandsimmobilien durch die Anzahl der Verkäufe im letzten Monat geteilt. Damit weiss man, wie lange es theoretisch dauern würde bis alle Immobilien verkauft sind. Werte bei 4 oder 5 signalisieren einen Boom und steigende Preise, Werte über 8 einen Abschwung und sinkende Preise, zweistellige Werte gibt es nur in crashartigen Zuständen wie 2008.

Interessanterweise ändert sich durch die Korrektur aber eine viel wichtigere Zahl nämlich das US-BIP. Leider kann ich nicht sagen, um wie viel. Da der Anteil des Immobilien- und Bausektors aber auf historischen Tiefstwerten liegt, kann das eigentlich nicht viel sein ...


Man verdient gut als CEO ...

In 2011

36,47% 

mehr als 2010.

OK, zugegeben waren die zwei Jahre davor mager, aber selbst 2009 gab es - wenn auch nur leicht - wachsende Vergütungen für die Chefs der 500 größten US-Unternehmen, die im S&P 500 Index versammelt sind. Über alle Firmen des breiteren Russell 3000 Index sanken die Gehälter der Chefs minimal (0,3%).

Die CEO Gehälter, die doch immer erfolgsorientiert sein sollen (in der Praxis orientiert man sich am Aktienkurs), steigen also auch in Jahren wie 2008 oder 2009, in denen die Aktienkurse zum Teil massiv fallen. Und in Jahren wie 2010, in denen die Aktienkurse steigen, steigen die Gehälter sowieso. Und in diesen positiven Jahren - man kann es fast schon ahnen - ebenfalls stärker als die Aktienkurse.
Der Topverdiener - der CEO des Gesundheitsdienstleisters McKesson - hatte 2010 145,2 Millionen Dollar Einkommen - Gehalt, Aktienoptionen und Pensionszusagen. Die Top10 kamen im Schnitt immerhin noch auf 77 Millionen.

Leicht verzerrend in der Statistik sind die ausscheidenden CEOs, die am Ende ihrer Tätigkeit besonders viel Geld abgesahnt haben. 4 der Top 10 Verdiener kamen aus dieser Gruppe. Wenigstens eine Tatsache stimmt etwas milde: Die Banker, bisher immer weit vorne, kamen nur noch selten auf die Spitzenränge (wobei die Manager von Hedgefonds etc. von der Statistik auch nicht erfasst wurden. Da kamen (übrigens in diesem Jahr ziemlich strauchelnde) Topverdiener sogar auf Milliardeneinkommen, siehe HEDGEFONDS STARMANAGER JOHN PAULSON SAHNT 5 MILLIARDEN DOLLAR AB).

Gleichzeitig stagnieren die Gehälter des Durchschnittsangestellten in den USA, was nach Berücksichtigung der Inflation zu einem Nettokaufkraftverlust führt.

Und da wundert sich noch jemand, dass die Leute von Occupy Wall Street auf den Straßen campen?
Dazu passend noch ein ach so wahrer und passender Dilbert:

Dilbert.com


Guardian: Revealed: huge increase in executive pay for America's top bosses

Update (09:05):

Upps, einen Punkt habe ich noch vergessen. Das Institut, das die Untersuchung durchgeführt hat, geht von weiteren kräftigen Steigerungen in den nächsten Jahren aus. Ursache sind die Aktienoptionen, die sich die Vorstände in den schwachen Börsenjahren gegönnt haben. Da die Kurse damals sehr niedrig waren, gab es nicht weniger Geld (wo käme man denn da hin aus CEO?), sondern einfach mehr Aktien. Mit den steigenden Aktienkursen seit dem Tief steigen nun die Einkommen aus diesen Aktienoptionsprogrammen massiv, stärker noch als die Einkommen aus den älteren Aktienoptionsprogrammen aus der Zeit vor der Krise. Und letztere waren ja auch nicht sooo schlecht für die CEOs, man denke nur die Einnahmen, die selbst mitten in der Krise zuverlässig flossen.

Arm-stirbt-eher-"Studie" der Linken nur ein Statistik Fail?

Es ging durch alle Medien (z.B hier "Völlig dramatisch": Geringverdiener sterben früher - Leben & Stil - sueddeutsche.de), auch ich habe gestern auf Twitter darüber diskutiert.

Aber wie so oft bei Statistiken ist es fahrlässig über (vermeintliche) Ergebnisse zu diskutieren, wenn man sich die Statistik nicht im Detail angeschaut hat und *genau* weiss, was darin steckt ...

Und die Einordnung "oft" im Satz oben ist eigentlich auch noch durch "immer" zu ersetzen, wenn die Quelle des Ergebnisses im weitesten Sinne im Feld Politik anzuordnen ist. Denn dort wird fast immer versucht, mit Statistiken zu manipulieren ...

Gut, dass es noch Leute gibt, die auf solche Sachen nicht reinfallen ... Wie Björn Schwentker, der seine Einschätzung in einem sehr guten Artikel dargelegt hat (Danke an @Holgi für den Hinweis):

Lebenserwartung von Geringverdienern steigt

Die allerkürzeste Zusammenfassung ist: Nicht Genaues weiss man nicht. Die Aussage der Linken ist aus den Zahlen nicht seriös herzuleiten.

Detaillierter:

a) Wenn man (wie die Linke) die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung nimmt, bekommt man zuallererst nur eine Aussage über die rentenversicherten Niedrigverdiener. Damit fehlen
  • die nicht rentenversicherten Niedrigverdiener (nie bzw. zu wenig gearbeitet), 
  • die nicht rentenversicherten Besserverdiener,
  • Frauen fehlen übrigens (bei der Linken, nicht bei der DRV) komplett,
  • und alle bereits vor dem 65. Lebensjahr Verstorbenen.
Schwentker spekuliert nicht darüber, in welche Richtung sich die Lebenserwartung ändern würde, wenn man dieser Personengruppen berücksichtigen würde. Auch ich lasse das, wichtig ist nur, dass in den Zahlen, die die Linke als Basis genommen hat, nicht alle relevanten Personen erfasst werden. Damit sind erste Zweifel angebracht.

b) Selbst wenn man die Zahlen der Deutschen Rentenversicherer nimmt, muss man Vorsicht walten lassen. Denn die Grundgesamtheit der Rentner ändert sich über den Zeitablauf natürlich und das ist in diesem Fall sehr entscheidend.

Wenn viele neue Rentner nachrücken, sinkt das durchschnittliche Alter der Rentner. Und damit sinkt die durchschnittliche Restlebenserwartung. Das hört sich erstmal sehr komisch an, aber nach der Lektüre des Artikels von Schwentker sollte das klarer werden. Wenn nicht, bohre ich das mit einem Beispiel nochmal weiter auf.

Achtung: Die Zahlen sind Wurscht, es geht nur um die Veränderung der Verteilung ...

Angenommen wir haben 200 Rentner, die 65, 100 die 75 und 30 die 85 Jahre alt sind. Die Sterbewahrscheinlichkeit beträgt 1%, 5% und 10% für die jeweiligen Altersgruppen (stimmt sogar grob).

Dann sterben 2 der 65jährigen im laufenden Jahr,  5 der 75jährigen und 3 der 85-jährigen. Damit ist die durchschnittliche Lebenserwartung 12 Jahre (((2*1)+(5*11)+(3*21))/10).

Kommt nun ein Schwall von jungen Rentnern hinzu und wir haben nun 300 65-jährige, 100 75-jährige und 30 85-jährige (die Sterbewahrscheinlichkeit ändert sich keinen Deut), sterben nun 3 der 65-jährigen im laufenden Jahr,  5 der 75-jährigen und 3 der 85-jährigen. Damit ist die durchschnittliche Lebenserwartung 11 Jahre (((3*1)+(5*11)+(3*21))/11), also ein ganzes Jahr niedriger.

Selbst wenn die 65-jährigen wesentlich seltener sterben als die 85-jährigen, reicht allein der Anstieg der Zahl der jungen Rentner aus, um die durchschnittliche Restlebenserwartung zu senken.

Interessant, gell?

Zusammengefasst kann man die Aussage, die die Linke getroffen hat, aus den Daten, die die DRV (bis dato) zur Verfügung gestellt hat, nicht ableiten. Sowohl die ganzen fehlenden Menschen, die in Punkt a stecken, als auch die statistischen Effekte, die ich (hoffentlich verständlich) in Punkt b erklärt habe, lassen eine solche Ableitung unseriös erscheinen ...

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber verstanden hast ...

Schwentker erklärt auch noch schön, dass die von der DRV errechnete Lebenserwartung sich schon deutlich von der Restlebenserwartung (die die Linke verwendet hat) unterscheidet. In einem Zeitraum, in der die Linke schon einen Rückgang errechnet hat, kommt die DRV sehr wohl noch auf eine steigende Lebenserwartung.

Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Die grundsätzliche Kritik, die die Linke äußert, mag durchaus gerechtfertigt sein. Denn wenn man die Zahlen (und zwar alle) nimmt, steigt die Lebenserwartung der Niedrigverdiener zwar, aber wohl langsamer als die der Normal- und Besserverdiener (alles unter Vorbehalt, weil die Zahlen zur Lebenserwartung nur bis 2006 vorliegen). Auch das schon wäre ein Anlass für politisches Handeln, die Aussage, dass die Lebenserwartung der Niedrigverdiener sinkt, stimmt trotzdem nicht.

Wer Lust hat, kann den Effekt ja mal mit den richtigen Werten aus der Sterbetafel und der wirklichen Altersverteilung der Bevölkerung durchrechnen.

destatis.de: Amtliche Sterbetafeln (PDF)

(Wenn mir das jemand bezahlt, mache ich das auch ...)

Bin mal gespannt, wie viele Medien jetzt diesen Disclaimer bringen und wie viele den alten "völlig dramatisch"-Artikel, auch wenn er eigentlich nicht zulässig, womöglich sogar falsch ist, einfach unkommentiert stehen lassen ...

10.000 Kunden stürmen lettische Geldautomaten

Bankrun! Panik!

Schreiben alle. Aber ist es auch so? Ich war ja schon heute morgen skeptisch (siehe Bankrun in Lettland? Ich zweifle. Das Video, das... - egghat's not so micro blog)

Machen wir mal den Crosscheck, den die Journalisten scheinbar nicht mehr machen :-(

Visa meldet 863 Geldautomaten in Lettland. Macht bei (angeblichen) 10.000 Kunden, die heute die Automaten gestürmt haben sollen, knapp 12 Kunden pro Geldautomaten.

Häh? Das soll ein Bankrun sein?

Die 10.000 Kunden kann ich einordnen (und die sehen nicht wirklich nach Bankrun aus), die 28 Millionen Euro, die heute abgehoben wurden, nicht. Aber sooo wahnsinnig viel hört sich das auch nicht an ... Leider finde ich für Deutschland keine Antwort auf die Frage "wie viel Geld wird in Deutschland pro Tag abgehoben", über die man unter Umständen ableiten könnte.

Ganz generell frage ich mich auch noch, ob die Zahl der Leute, die sich Geld am Geldautomaten abheben, so wahnsinnig relevant ist. Denn die Leute, die kritisch sind, weil sie viel Geld haben, gehen doch nicht zum Automaten ...

Aber so ist das halt: Debunking bringt keinen Artikel. Ach so, halt doch ;-)

Gerüchte um Swedbank: Panische Letten ziehen Millionen von Bankkonten ab | FTD.de
Lettland: Sturm auf Geldautomaten - Wirtschaft - FAZ
Letten räumen Konten bei Swedbank leer | tagesschau.de

Griechenland Haushaltsdefizit 2011: -10,6% (Planung -9,0%)

Und das schlimmste daran: Die Defizite für November und Dezember kommen noch oben drauf, die Zahl enthält nämlich nur die ersten zehn Monate. Auch wenn das Weihnachtsgeschäft wichtig ist und auch wenn die Steuererhöhungen langsam Wirkung zeigen sollten, wird das Defizit wohl noch wachsen ...

Wer weiss, vielleicht wächst das Defizit von aktuell

10,6% des BIPs

sogar noch über 12% des BIPs ...

Zur Erinnerung: Die Sparprogramme sollten das Defizit bereits 2010 auf 7,8% des BIPs drücken (es wurden am Ende 10,6%). 2011 sollte es in den Bereich von 5% des BIPs gehen. Das korrigierte man schon Anfang 2011 schnell auf 7,6% des BIPs, im Mai auf 9,5%.

(Es gibt immer mehrere Zahlen, manche aus Griechenland, manche von der Troika und da ich immer unterschiedliche verbloggt habe, geht das etwas durcheinander; hier ist ein Teil der Defizitplanung: Griechenlands Schuldenstand jetzt bei 157%/BIP - egghat's not so micro blog).

Anders gesagt: Griechenland hat nach 2 Jahren massiver Sparprogramme und Rezession, die die Wirtschaftsleistung um 10% (oder so) reduziert hat, sein Haushaltsdefizit von 16(?) auf 12 (?) Prozent des BIPs gesenkt. Jetzt rechnet das mal hoch! (Darf und kann man natürlich nicht, aber man bekommt trotzdem einen Eindruck davon, wie unglaublich schwer (wenn nicht gar unmöglich?) das Wegsparen eines solchen Defizits ist).

Das Update von heute:

ekathimerini.com | Targets become unattainable

Das Spiel mit der permanenten Anpassung des Defizitplanung habe ich für 2012 schonmal sicherheitshalber begonnen. Die 5,4%/BIP Budgetdefizit, die jetzt für 2012 geplant werden, sind sowas von völlig unrealistisch, dass es schon weh tut ... Eine Halbierung des Defizits in einem Jahr? Niemals.

Kurz einloggen: Griechenlands Haushaltsplanung - egghat's not so micro blog

Und das meine nicht nur ich ... Eine längere und sehr gute Analyse findet sich hier, unter anderem aufgeschlüsselt nach Einsparungen und Steuererhöhungen:

Greek Default Watch: Does Greece’s 2012 Budget Make Sense?

Kurzversion: Die Haushaltsplanung wird nicht aufgehen, vor allem in dem konjunkturellen Umfeld, wie ich es für 2012 erwarte, lauern da noch derbe negative Überraschungen ...

Was aus dem mal geplanten Primärüberschuss für 2012 werden soll (habe ich ja immer dran gezweifelt, sehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die volle Zahlendröhnung aus Griechenland IV - Primärüberschuss), müsste man auch mal wieder schauen. Das wäre aber ein zweiter Artikel ...

Aber weil ja Wochenende ist und ich mich immer um eine positive Zahl bemühe ... Die Arbeitslosenquote für September wurde auf 17,5% geschätzt. Eine leichte Erholung gegenüber dem Horrorwert von 18,4% (siehe GR: Jugendarbeitslosigkeit 08/11: 43,5% - egghat's not so micro blog), aber weiterhin ein kräftiger Anstieg gegenüber dem Vorjahr (12,6%). Die Jugendarbeitslosigkeit liegt übrigens bei --- , halt stop, keine schlechten Nachrichten mehr vor dem Wochenende ... Wenn ihr stark seid, schaut selber nach:

ELSTAT: LABOUR FORCE SURVEY: September 2011 (PDF!)

Citigroup: Eurozone vor langer Rezession

6 Quartale mit Wachstumsrückgang in Folge, schlimmer als in Japan ...

Ich bin ja schon seit einiger Zeit skeptischer als der Konsens (nein, bin ich nicht immer ...) und glaube nicht mehr nur an eine leichte Rezession. Zwar deutet die relativ robuste Weltwirtschaft durchaus in diese Richtung, allerdings tun wir in Europa auch wirklich alles, um die Konjunktur intern abzuwürgen :-( (siehe dazu auch Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Das größte Problem in der Eurokrise ist die Ansteckungsgefahr und Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Der Banken-Marsch in Europa geht weiter)

Den staatlichen Sparmaßnahmen haben sich inzwischen alle Länder bis auf den alten D-Mark-Block angeschlossen. Selbst Frankreich steht nun auf der Ausgabenbremse, Österreich etwas vorsichtiger ebenfalls. Gleichzeitig werden die Banken mitten im Abschwung gezwungen, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Was man dummerweise nicht nur über eine Erhöhung des Eigenkapitals machen kann, sondern auch durch eine Senkung der Kreditvergabe. Damit stehen Verbrauchern und Firmen weniger Kredite zur Verfügung, was weniger  Investitionen nach sich zieht und die Wirtschaft dämpft.

Das kommt alles noch auf den eh schon seit 2008 anhaltenden Prozess des Deleveraging oben drauf. Die Banken hatten zu hohe Hebel und haben begonnen, ihre Bilanzsummen zu reduzieren (bis auf den Staatsanleihenteil, der ja nur mit unterdurchschnittlich wenig bis gar keinem Eigenkapital hinterlegt werden muss). Die Verbraucher auf der anderen Seite haben ebenfalls ihre Schulden reduziert, zumindest in vielen Ländern. Und nun schließen sich auch noch die Staaten an.

Das geht nicht gut, wenn das alle gleichzeitig machen! Das kann nicht gut gehen!

Im Citigroup-Bericht steht übrigens angeblich, dass die Rezession im 4. Quartal 2012 beginnt, aber das muss eigentlich ein Fehler von FT Alphaville sein und 2011 gemeint sein.

Etwas Tröstliches noch zum Schluss: Wenn man sich die Grafik der Prognose anschaut, wird die Rezession 2.0 immerhin vergleichsweise mild und keinesfalls so hart wie die erste Rezession 2008.


Und noch etwas Tröstliches: Willem Buiter rechnet damit, dass die erhöhten Anforderungen für da Eigenkapital bis zum Sommer 2012 noch geknickt, mindestens aber zeitlich gestreckt werden. Das könnte etwas Entlastung bringen.

Aber ehrlich gesagt: Viel Tröstliches habe ich nicht zu bieten. "Konjunkturprogramm" wird 2012 wieder trenden ...

FT Alphaville: Not even in Japan…

Ha, da ist das erwartete "Outlook Negative" für Frankreich.

Und unerwartet für EuropAAA gleich mit.

Im Klartext: S&P senkt den Ausblick nicht nur Frankreich, sondern auch für Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und die Niederlande auf "negativ".

Sollten sich die Spannungen in der Eurozone weiter verschärfen, kann sich Standard & Poors vorstellen, allen 6 Länder das Triple-A Rating zu entziehen.

FT Alphaville: S&P plays Grim Reaper for the upcoming death of AAA

Ob die Alternative einer der europäischen Politiker auf der Agenda hatte? Vor allem in Berlin?

Es ist aber noch keine offizielle Nachricht, sondern ein "Exclusive" der Financial Times.

Update (20:52):

Damit wäre der Triple-A EFSF (und auch ESM) Geschichte. Und - nicht zu vergessen - ein Triple-A bewerteter Eurobonds ebenfalls.

Wobei - wenn auch sonst niemand mehr AAA ist - ein AA+ gerateter Emittent problemlos Geld bekommen sollte.

Update 2 (21:33):

Gerüchteküche verbloggen ...

Jetzt sollen angeblich sogar alle 17 Eurozonenländer auf "Ausblick negativ" gesetzt werden und nicht nur die Triple-A-Länder. Wäre bei der Begründung auch nur allzu logisch.

UK fehlt noch, wenn ich das anmerken dürfte, liebe Ratingexperten bei S&P. Die kommen im Leben nicht ungeschoren durch einen möglichen Eurozusammenbruch.

Update 3 (22:39):


So jetzt tickert es bei Reuters:

Slowakei,
Italien,
Estland,
Belgien,
Portugal,
Finnland,
...

OK wohl alle (bis auf Griechenland, die sind bereits auf negativ):

Standard & Poor's Puts Ratings On Eurozone Sovereigns On CreditWatch With Negative Implications (nur nach Anmeldung) oder hier kopiert: http://www.zerohedge.com/news/here-comes-sp-downgrade-barrage


Eine Stufe für die 6 AAA-Länder Deutschland, Luxemburg, Finnland, Österreich, Niederlande und Frankreich, 2 Stufen für den "Rest" (bis auf die Ausnahme Griechenland, s.o.)

Update 4 (22:55):

Frankreich kann doch zwei Stufen heruntergestuft werden. Die restlichen 5 (Noch-) AAA-Länder aber nur um eine. Da könnte man durchaus annehmen, dass eine Herabstufung Frankreichs wahrscheinlicher ist als bei den anderen Ländern ...

Italien und Spanien habe ich noch nachgeschaut, bei beiden kann es ebenfalls zwei Stufen runtergehen. Italien hätte danach gar kein A mehr ... Die anderen Länder klemme ich mir jetzt.

Interessant auch noch: Die Überprüfung soll schon am 9.12. nach dem EU-Gipfel erfolgen ... Das könnte noch ein eine böse Weihnachtsüberraschung geben ... Merry ChristmAAs oder so.

Update 5 (06.12.11):

Eine Ergänzung + Korrektur:

Griechenland konnte nicht mit negativem Ausblick versehen werden, weil das Rating von CC diesen Ausblick quasi schon enthält. Das zweite Land, das nicht mit Ausblick negativ versehen wurde, ist Zypern, denn dort war der Ausblick bereits negativ.

Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass Moody's eigentlich eine ähnliche Herabstufung schon angedroht hat. Sollten in der Eurozone keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden, würde Moody's alle Ratings auf die Überprüfungsliste setzen.  Moody's hat (und nur da liegt der Unterschied) auf die formelle Einstufung auf "Ausblick negativ" verzichtet.

Schuldenkrise: Moody's warnt vor Zerfall der Euro-Zone | FTD.de

Update 6:

Wie ich schon im ersten Update schrieb, ist damit ein AAA-bewerteter EFSF (oder ESM) ebenfalls Geschichte. Heute hat S&P auch daran gedacht und das entsprechende Update hinterhergeschoben:

Topbonität in Gefahr: Standard & Poor’s droht auch dem EFSF - Europas Schuldenkrise - FAZ

Warum das wieder einen ganzen Artikel wert sein soll, verstehe ich allerdings nicht so ganz. Das war doch nur allzu logisch ...


Ein Lied von Helge an Angela Merkel

Tschuldigung, bin gerade ein wenig albern ;-)

Also das Lied eines überzeugten Europäers an Madame No:



Und vielleicht noch eins für meine Vodka-O-trinkenden Leser.




Schönes Wochenende!

US-Arbeitslosenquote 11/11: 8,6% (-0,4 Vm, -1,2 Vj)

Interessanter Bericht vom US-Arbeitsmarkt für den November 2011. Superheadline (8,6% Arbeitslosenquote), in den Details aber nicht soooo bombastisch gut, wie es die Überschrift ankündigt.

Zu den offiziellen Zahlen für den November 2011:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -594.000 auf 13,303 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +278.000 auf 140,580 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 8,6% (-0,4 zum Vormonat, -1,2 unter dem Vorjahresmonat).

Die Zahl der NILFs stieg im November allerdings wieder KRÄFTIG um 487.000.  Der Rückgang von 594.00 ging also 487.000 mal auf die Ausbuchung von Arbeitskräften in die Schublade NILF (not in labor force) zurück. In dieser Schublade stecken nun fast 1,8 Millionen Menschen mehr als im Vorjahresmonat.

Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung) stieg wie im Vormonat leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 58,5% (Vorjahr: 58,2%).

So toll wie der Rückgang der Arbeitslosen um 594.000 ist ... Nach der Berücksichtigung der Umbuchung der NILFs bleiben davon nur 107.000 übrig.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, decken sich mit den "bereinigten" Arbeitslosenzahlen.

Anzahl der Jobs: +120.000 gegenüber Oktober 2011 auf 131,708 Millionen. 140.000 neuen Jobs im privaten Sektor stand ein Verlust von 20.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber.

Wirklich stark wurde der zweite Teil des Arbeitsmarktberichts durch die Korrekturen der Vormonate: Das Plus aus dem September von 158.000 auf 203.000 (erste Meldung 103.000) nach oben korrigiert, der Oktober von + 80.000 auf +100.000. Zusammen also 65.000. Damit setzt sich die Reihe kräftiger Aufwärtskorrekturen aus den Vormonaten fort.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche änderte sich nicht und blieb bei 34,3 Stunden. Auch die Zahl der Überstunden blieb konstant bei 3,2 Stunden.

Ein guter Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6. Diese sank deutlich um 0,6 Prozentpunkte auf 15,6%. Das ist inzwischen deutlich besser als im Vorjahr (16,3%).

Dieser Monatsbericht ist etwas schwierig zu bewerten. Er ist im großen und ganzen gut. Die 120.000 neuen Jobs sind etwas mager, zusammen mit den 80.000 "hinzukorrgierten" aus den beiden Vormonaten aber gut. Die +278.000 Arbeitenden aus der Haushaltsumfrage setzt den Wert ja in der gleichen Ecke fest. Den kräftigen Rückgang der Arbeitslosenquote darf man nicht überbewerten, da der Rückgang der Arbeitslosenzahl zu 80% aus die umgebuchten Arbeitskräfte in der NILF zurückgehen (Not in labor force), sie stehen dem Arbeitsmarkt also nicht mehr zur Verfügung.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – November 2011

Money. Money. Money.

Als ehemaliges Zahl des Tages Blog kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen:

Millionen, Milliarden, Billionen.

Einnahmen und Ausgaben des US-Haushalts.
Vermögen, der Milliardäre.
Kosten des Wahlkampfs.
Die Vermögensverteilung in den USA (im Trillions-Bereich, also den europäischen Billionen).
Die Entwicklung der CEO-Gehälter.
BIP-Entwicklung.

Alles in nur einer Grafik, die allerdings ein echtes Monster ist. Hier nur ein Screenshot davon, mancher Browser dürfte mit der Monstergrafik überfordert sein.


Das Original ist 12.528*8.352 Pixel groß. Viel Spaß zum Scrollen und Klicken am Wochenende ;-)

Es sei denn, man hat 30 Apple Thunderbolt Displays in einem 5*6 Raster vor sich aufgebaut und dann noch zufällig die passende Grafikkarte, die sowas auch ansteuern kann (sowas gibt es aber nicht, oder?). Ich wäre allerdings auch schon mit einem Thunderbolt Display glücklich ;-)

Die ganze Version mit allen ihren Pixeln gibt's hier.

http://xkcd.com/980/huge/#x=-6416&y=-7872&z=2

Dort kann man das auch als Ausdruck bestellen. 15 Dollar (plus Porto) als 91*61 cm großer Ausdruck. Tolles Weihnachtsgeschenk, für alle, die schon alles haben.

Ist übrigens alles Open Source. Man kann sich das also auch selber ausdrucken und sogar die Rohdaten runterziehen und in alternativer Form selber rendern.

In dieser ganzen Datenvisualisierungsgeschichte steckt noch viel Potenzial, da schlafen die deutschen Medien noch (bis auf wenige Ausnahmen). Vielleicht sollte ich da mal mehr machen ...

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