Grüne(!) für Kürzung der Solarförderung

Also zumindest eine Grüne, Bärbel Höhn (aus meiner Heimatstadt übrigens).

Grund dieser Forderung: Die Einspeisevergütung ist (mal wieder) zu hoch und zwar deutlich zu hoch. Es wird jetzt nicht mehr nur einmal im Jahr gesenkt, sondern zweimal im Jahr, aber selbst das ist bei den aktuell crashenden Preisen für Solarzellen (und -modulen) noch zu wenig.

Ich unkte schon im Sommer, dass die Solarinstallateure es schaffen könnten, die Anlagen bloß nicht in den drei Monaten zu installieren, die für die Festlegung der Kürzung entscheidend waren. Und das haben sie ja auch tatsächlich (wie auch immer) hinbekommen. Von März bis Mai wurden nur 700 Megawatt (also 0,7 Gigawatt) neue Fotovoltaikleistung installiert (siehe Zusätzliche Kürzung der EEG-Solarförderung im Sommer fällt aus - egghat's not so micro blog). Und dann musste man nicht außerplanmäßig senken, die Förderung blieb also hoch.

Und dann kam das, was immer kommt: Die Preise für die Solaranlagen fielen weiter, die Vergütung blieb hoch. Am Ende des Jahres waren die Renditen, die man mit einer Solaranlage einfahren konnte, wieder so hoch, dass scheinbar jeder mit Geld und Dachfläche sich eine Anlage gekauft und installiert hat. In Zahlen: Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von

3.000 Megawatt (oder 3 Gigawatt)

wurden allein im Dezember in Betrieb genommen! Damit lag die Gesamtleistung, die 2011 neu installiert wurde, bei etwa 7.500 Megawatt, noch etwas mehr als die 7.400 Megawatt, die im bisherigen Rekordjahr 2010 installiert wurden.

Bundesnetzagentur: Zubau an Photovoltaik-Anlagen 2011 noch höher als im Rekordjahr 2010

Das kommt alles wenig überraschend. Wacker Chemie, ein Unternehmen aus der Branche (das sicherlich kein Interesse hat, die Branche schlecht zu machen), hat schon im letzten Herbst ausgerechnet, dass in Deutschland Solarstrom problemlos für 15 Cent auf freier Fläche und 22 Cent auf dem Dach produziert werden kann. Mit einer angemessenen Rendite! (siehe
Chemiekonzern Wacker: Solarstrom viel billiger als gedacht | Energie - Frankfurter Rundschau
). Über das EEG werden aber ca. 20 bis 30 Prozent mehr gezahlt. Das ist die sinnlose Extrarendite für Dachflächenbesitzer, die alle anderen Stromverbraucher bezahlen müssen.

Das Schlussquartal 2011 zählt übrigens schon zu den Monaten, die die nächste Senkung im Sommer mitbestimmen. Weil der Zuwachs so groß war, wird diese Kürzung wohl das Maximalvolumen von 15% ausschöpfen. (Was aber auch noch zu wenig sein könnte. Es soll eine halbe Jahresproduktion in den Lagern der Hersteller liegen, was für weiteren massiven Druck auf die Preise sorgen dürfte. Die Rohpreise für die Zellen sollen sich zwischen September 2010 und September 2011 halbiert haben; die Modulpreise sind zwischen Januar 2011 und 2012 um etwa 25% gesunken (siehe Solarbuzz)).

Meine Güte, ist das ein Trauerspiel! Warum wird die Förderung nicht fortlaufend angepasst und vor allem variabel? Es ist doch hirnrissig, diese Stufen zu vereinbaren, ab denen die Förderung um einen bestimmten (festen) Prozentsatz sinkt. Die Preise sinken manchmal halt noch schneller. Es geht doch nicht vorrangig darum, irgendeine fixe Menge festzulegen (seien es nun 1 GW, wie z.B. Wirtschaftsminister Rösler es fordert, seien es 5 GW, wie die Grünen vorschlagen), es geht vor allem darum, die Preise so schnell wie möglich in den Keller zu treiben. Damit die Solarenergie wettbewerbsfähig wird. Und zwar am besten ohne staatliche Förderung, mindestens aber ohne eine sinnlose Subvention für Dachflächenbesitzer (vor allem im Süden Deutschlands).

Der "atmende Deckel", den wir jetzt haben, ist ja nicht ganz falsch. Dieses Verfahren ist schon um einiges besser als die Vorgehensweise zuvor (einfach jedes Jahr fix um x Prozent senken, ohne die Menge der Neuinstallationen zu berücksichtigen). Aber es war ein halber, ein inkonsequenter Schritt. Die Förderung muss häufiger und variabel angepasst werden. Das können mal 2% im Monat sein, mal 5 oder auch mal 10%. Oder auch mal gar nichts.

Die Bundesagentur müsste für eine Berechnung nur die Kosten für die neuen Anlagen einsammeln. Danach kennt sie die Kosten der Anlage und die Erlöse (letztere werden eh gesammelt). Beide Seiten führt man zusammen und kann dann fortlaufend die Preise für die Vergütung anpassen.

Das ist doch nicht so magisch, sollte man meinen ... Ich habe das vor zwei Jahren schon alles zusammengeschrieben:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Vorschlag: Einspeisevergütung für EEG dynamisch und automatisch anpassen

Immerhin sind die Politiker 2010 auf die Idee gekommen, die Förderung häufiger (alle 6 Monate) und etwas variabler (3 bis 15%) zu senken. Jetzt soll die Frequenz noch weiter erhöht werden. Und irgendwann wird dann dynamisch gesenkt, abhängig von den Kosten der Anlage und nicht abhängig von der Menge. Und so 2015 oder 2018 haben wir dann eine Regelung, die so sinnvoll ist wie mein Vorschlag.

Hämisch könnte ich auch sagen: Wahrscheinlich genau zu dem Zeitpunkt, ab dem die Fotovoltaik keine Förderung mehr benötigt ... (Der Zeitpunkt ist auch nicht mehr so weit entfernt. Solarstrom ist bereits heute preiswerter als Strom aus dem Netz. Solarstrom rechnet sich also nicht mehr nur über die Einspeisevergütung, sondern auch über den Eigenverbrauch. Da der Strompreis immer weiter steigt, wird der Kostenvorteil durch den Eigenverbrauch auch immer höher).

Streit der Woche: Grüne will Solarausbau bremsen - taz.de

Veilleicht in diesem Zusammenhang auch noch ganz interessant der FAZ-Artikel, der diesen politisch verursachten Boom-Bust-Zyklus etwas genauer unter die Lupe nimmt:

Gepäppelte Branche : Die Solarindustrie ist auch ein Förderopfer - Wirtschaftspolitik - FAZ

Eigentlich wäre es für mich mal wieder Zeit, die Solarschulden-Seite zu aktualisieren. Aber darauf muss ich mich gut vorbereiten, sonst bekomme ich vom Wirtschaftswurm wieder Haue ;-)

Update (08.02.12):

Vielleicht noch eine kurze Ergänzung dazu, weil das Thema auch in den Kommentaren angesprochen wurde:


Kommentare :

  1. Gutes Update. Danke egghat!

    AntwortenLöschen
  2. Wenn man dieselbe Rechnung für den konventionell hergestellten Strom aufmacht und gegenüber stellt, sieht man was man vor sich hat!? Zu berüchsichtigen wäre, dass ich als Großabnehmer den Strom 20 bis 40% billiger als die kleinen Privaten einkaufen kann. Fähre Preise sehen anders aus?! Es wird wohl kräftig abgesahnt:

    AntwortenLöschen
  3. @i-forest:

    Das ist ein Argument aus der Schublade "wir haben früher schon sinnlos geld zum Fenster rausgeworfen, da können wir es ruhig nochmal machen".

    Es geht mir ausschließlich darum, möglichst viel Solarenergie für möglichst wenig Geld zu produzieren. Dass Subventionen nötig sind, ist logisch. Dass diese aber nicht beliebig hoch sein sollen, sollte eigentlich Common Sense sein.

    Ergo: Wenn man Solarstrom für 15 Cent erzeugen kann, gibt es keinen Grund 25 Cent dafür zu bezahlen. Auch für 20 oder 18 Cent würden ähnlich viele Anlagen auf die Dächer kommen

    Und selbst wenn nicht: Dann würden die Preise wegen sinkender Nachfrage stärker fallen und im nächsten Jahr die Nachfrage steigen und mehr Solarstrom produziert werden. Zu hohe Vergütung erzeugt zu hohe Nachfrage und sorgt darüber für zu hohe Preise. Eine zu hohe Förderung ist daher für das Ziel, die Solarenergie (ohne Subventionen!) wettbewerbsfähig zu machen, kontraproduktiv. (Klar, auch wenn die Nachfrage zu niedrig ist, sinken die Preise nicht, weil dann niemand mehr kauft und keiner neue Fabriken baut. Man muss das sehr gut abwägen. Nur: Wenn wir bald 10 Mrd. im Jahr für 4% unseres Stroms ausgeben, wird der Strom verdammt (und vor allem unnötig) teuer.)

    AntwortenLöschen
  4. Heute Mittag, 12:00, kommt der Strom zu
    11% aus Sonne, 9% aus Wind, und 80% aus konventionellen Quellen (laut eex). Natürlich, es ist Mittag, aber es ist auch Februar. Und es ist (zumindest gefühlt) windstill. Die 4% Sonnenstrom würde ich also fast anzweifeln.

    Ein Problem ist, dass die für's kommende Jahr prognostizierten Kosten mit den Erträgen des vergangenen Jahrs verglichen werden. Das verzerrt bei dem stark wachsenden Markt natürlich.

    Du hast ja recht, dass eine niedrigere Förderung den Neumarkt nicht gleich blockieren würde, aber die hohe Förderung führt eben auch zu einer beschleunigten Energiewende.

    Und Du musst kein Dach besitzen um von der Förderung profitieren zu können, Stichwort Bürgerkraftwerke. Allerdings zahlst Du dann entweder Dachmiete oder bekommst weniger für Freiflächenanlagen -- das ist der eigentliche Grund für die Umverteilung an Hauseigentümer, nicht die Solarförderung an sich.

    Im Übrigen würden mich die "Restlaufzeiten" der EEG-Förderungen interessieren, gibt es dazu Graphiken?

    AntwortenLöschen
  5. Und heute Abend um 6? Wenn der Stromverbrauch am höchsten ist? Der Tag ist 12 Stunden im Schnitt. Und wolkig ist es auch noch oft genug. Den genauen Prozentsatz kann man bei der Bundesagentur nachlesen (oder hier EEG-KWK.net
    2010 stammten knapp 15% des regnerativen Stroms (nicht! des Gesamtstroms) aus Solarenergie. Da weniger als ein Drittel des Strom regenerativ ist, kommt meine grobe Schätzung schon hin.
    Gekostet hat (allein der Solarteil!) 5 Milliarden.

    Ich nenne das *verdammt* ineffizient!

    Ich habe im Kommentar zuvor versucht zu beschreiben, warum eine höhere Förderung nicht unbedingt die Preise senkt. Wir sorgen nämlich a) durch hohe Abnahmemenge dafür, dass schlechte (ergo teure) Fabriken weiter produzieren (die sorgen aber eben nicht für fallende Preise) und b) erhöhen wir die Vergütungen, so dass uns irgendwann die Förderung über den Kopf wächst. Jeder Euro, der heute "zu viel" ausgegeben wird, fehlt morgen. Wir brauchen auch noch Geld für den Netzausbau, für Speichermöglichkeiten, etc. pp.

    (Und über die CO2 Einsparung durch Solarenergie will ich gar nicht reden. Die 5 Mrd. woanders investiert (z.B. Wärmedämmung, effizientere Kraftwerke, ...) dürften wesentlich mehr Einsparung erbringen. Ist aber ein anderes Thema)

    AntwortenLöschen
  6. Natürlich ist heute die Sonne vor 18 Uhr untergegangen und ich will nicht bestreiten, dass das auch in Zukunft so sein wird. (Der Stromverbrauch in Deutschland war heute übrigens um 13 Uhr höher als um 18 Uhr.)

    Ich weise nur darauf hin, dass Solarenergie nicht mehr die winzig kleine Nischentechnologie ist. Meinetwegen kostet sie zu viel, aber sie stellt einen signifikanten Anteil der Stromproduktion, reduziert die Notwendigkeit des Netzausbaus, sorgt demnächst ganz automatisch für Anreize nach Speichermöglichkeiten zu suchen, ergänzt sich prima mit Windenergie, und und und.

    Wenn Nicht-Dachflächen-Besitzer, also Mietwohnungsbewohner auch nur halb so engagiert sich dafür einsetzen würden, dass Mietwohnungen besser gedämmt werden, wie sich manche gegen die Fördervorteile für andere aufregen, das wäre schön. Denn, wie Du ja auch schreibst, nicht Strom ist unser Problem, sondern Wärme und Verkehr.

    AntwortenLöschen
  7. a) Frage: Wo siehst du denn den Stromverbrauch quasi live? URL bitte, würde mich interessieren.

    b) Manches siehst du IMHO zu blauäugig. Strom kostet manchmal 50 Cent, manchmal nichts (viel Wind, nachts um 3:00). Wenn du eine vernünftige Speichertechnologie hättest, könntest du damit reich werden, viel reicher als mit "Strom vom Tag für die Nacht speichern". Der Anreiz ist schon lange da (auch die Automobilhersteller forschen schon zwei Jahrzehnte nach Akkus und Brennstoffzellen und haben noch nichts magisches gefunden ...).

    Ich glaube, dass dezentral gar nicht so wahnsinnig viel passieren wird (beim Speicher, außer man bindet die Batterien aus den Elektroautos ein). Das interessanteste, was ich in diesem Zusammenhang gesehen habe: Aus Strom Wasserstoff machen und das einfach ins Erdgasnetz einspeisen. Ist nicht supereffizient, *aber* in Norddeutschland sind riesige Gasspeicher, die Gas für 150 Tage (oder mehr) speichern. 5 oder 10% Wasserstoff kann man einfach zumischen, ohne dass sich großartig was ändert. Eine Speicher in dieser Größe haben wir sonst nicht ...

    AntwortenLöschen
  8. Hi Egghat,

    a) entschuldige: http://www.transparency.eex.com/de/, die Webseite hat unglaublich viel Informationen, aber viele interessante Sachen sind (absichtlich?) nicht bequem darstellbar. Zum Beispiel bekommt man die Chart auf der Einstiegsseite jeweils nur für den aktuellen Tag, nicht für die Vergangenheit (obwohl die Daten einzeln verfügbar sind). Im dritten Tab gibt es noch eine "Erzeugung des Vortages", offensichtlich ohne Solarenergie, aber aufgeschlüsselt nach Erzeugungsart.

    Ich hab außerdem bisher immer von Stromverbrauch geredet, die Webseite gibt aber Stromerzeugung an. Letztendlich wird das, wegen der fehlenden Speicherkapazität (und der auch relativ niedrigen Import/Export-Quote) sich nicht besonders viel nehmen.

    b) wenn ich Stromerzeugung aus Pumpspeichern und aus Öl als Indikator für den aktuellen Strompreis nehme, dann ist der Strom vor allem nachts billig, wenn die Solarzellen schlafen. (Ich bezieh mich hier auf die aktuellen Daten vom 1. Februar, mir fehlt auch die Sachkunde oder die Daten das wirklich über eine breite Datenbasis abzusichern). Gleichzeitig sieht man auch, dass die beiden Erzeugungsarten tagsüber eine deutliche Delle haben -- das ist die Sonnenenergie, schätze ich. Hat also nen senkenden Einfluss auf den Strompreis.

    Ich merke grade, dass es zum Strompreis direkt unter eex.com auch Daten gibt. Die zeigen auch eine Preisdelle tagsüber. Ich kann mir nicht vorstellen, dass am Nachmittag so wenig verbraucht wird, das muss schon auch am Sonnenstand liegen (die in Görlitz um 12 am höchsten steht, also bei Dir in Oberhausen eher gegen 13 Uhr).

    Stichwort Speichertechnologien: Ja, da muss was passieren. Ich frage mich, warum es nicht viel mehr Pumpspeicher gibt, insbesondere warum laut Wikipedia der letzte 2003 (und davor 1992 und 1989) in Betrieb genommen wurde. Umgekehrt ist die Technologie bald 100 Jahre alt, warum redet die Bundesregierung immer nur von Forschung nicht von der Anwendung? Ich kann mir gut vorstellen, dass norwegische Pumpspeicher wesentlich effizienter wären als Wasserstoff in Salzkavernen -- immerhin ist Wasserstoff auch extrem flüchtig. Aber alles besser als Abermillionen Lithiumzellen in Autos durch die Gegend zu fahren und dann wilde Rückspeiseprobleme auf der Niederspannungsebene zu haben. Autos als Stromspeicher klingt halt nach Science Fiction und ist deshalb sexy. Aber trotzdem Unsinn. (Was passiert eigentlich beim aktuellen Wetter mit Elektroautos, wenn die all ihre gespeicherte Energie zum Akkuheizen aufgebraucht haben, während der Halter im Skiurlaub ist?) Dann schon lieber Akkus in den Keller und damit den Sonnenstrom zuhause behalten (wobei ich da auch zunächst die Kühltruhe als flexiblen Verbraucher nutzen kann oder mir halt angewöhne mittags Wäsche zu waschen).

    Ich glaube tatsächlich, dass das Speicherproblem nicht so groß ist, wie es immer geredet wird. Jedenfalls nicht, wenn die Preise für Industriestrom auch steigen würden. Denn während heute eine Aluminiumhütte als Grundlastverbraucher gilt, gibt es ja keinen tatsächlichen Grund, warum die nicht ihre Erzeugung hoch- und runterfahren können. Das Problem des schwankenden Angebots kann man auch durch eine Flexibilisierung der Nachfrage regeln. Das wird noch viel zu wenig gemacht, gerade im Industriebereich. Eben auch weil Strom da so billig ist. Stattdessen werden die Großverbraucher völlig sinnfrei von den Netzentgelten befreit...

    AntwortenLöschen
  9. Traurig, daß es auch der Solarbranche nur um Kohle geht.

    AntwortenLöschen
  10. Und mal ganz grundsätzlich: Warum ist allen Leuten das Thema Stromerzeugung so wichtig, obwohl der Stromverbrauch nur einen kleinen Teil des gesamten Energieverbrauchs ausmacht (rund 20 %, glaube ich)?

    Die Milliarden, die bislang in Subventionsform für Photovoltaik & Windenergie ausgegeben worden sind, haben auf den gesamten Energieverbrauch bislang nur eine sehr geringe Auswirkung gehabt.

    Eine weitere Auswirkung dieses Wahnsinns ist, daß die wirklich spannenden Entwicklungen (etwa synthetische Biologie) in den USA geschehen.

    AntwortenLöschen
  11. @ Timo Baumann

    "Ich kann mir gut vorstellen, dass norwegische Pumpspeicher wesentlich effizienter wären als Wasserstoff in Salzkavernen"

    Frag mal norwegische Umweltschützer, was die von der Idee halten. Leider zerstören ständige Pegelschwankungen in den Wasserspeichern viele Biotope. Denke, von dem schönen Traum "norwegische Pumpspeicher" müssen wir uns allmählich verabschieden.

    AntwortenLöschen
  12. @Tim:

    Von mir aus können auch die Schweizer das Wasser den Berg rauf pumpen. Oder wir hier im Pott ... Ab auffe Halde und wieder runter. Aber es stimmt wohl: Unendlich ist das Potenzial dafür nicht (dann kann man lieber diese Erdzylinder-Idee nehmen, hab ich mal verbloggt ...).

    Die Gasspeicher Geschichte hat den großen Vorteil, das dafür alles da ist: Speicher und Kraftwerke. Und es ist dual einsetzbar: Für Strom und Wärme (und am Ende auch für Autos).

    AntwortenLöschen
  13. @Tim

    Ich seh die norwegischen Pumpspeicher garnicht als romantische Seenlandschaft sondern als knallharte Industrieanlagen. Ich bin letztes Jahr durch ein verhindertes Pumpspeichertal (in den Alpen) gewandert: sehr hübsche und schützenswerte Natur. Ich bin letztes Jahr auch am Rande des Ruhrgebiet gewandert. Nur an wenigen (renaturierten?) Flussläufen ist da noch ein Hauch von Wildnis zu spüren. Obwohl es im Ruhrgebiet (ohne Industrialisierung) sicher sehr hübsch sein könnte, vom Terrain her.

    Bloß, was will man machen? Es geht doch um die ganz harte Abwägung von globalen Vor- gegen globale Nachteile. Und ich würde behaupten, dass Erneuerbare+Pumpspeicher für die Umwelt besser sind als weiter Kohle+Atom. Ich glaub das sehen im Prinzip wir beide so.

    Wir sind uns einig, dass Strom ein kleiner Nebenkriegsschauplatz ist. Strom als Treibstoffersatz für flüssige Kohlenwasserstoffe (Benzin, Diesel, Kerosin) macht nur mit Oberleitung Sinn und das geht nicht im Individualverkehr.

    Ich versteh allerdings nicht, wie aus der Solarförderung als direkte Folgerung synthetische Kohlenwasserstoffe nur in den USA erforscht werden. Meinst Du eigentlich, dass auch dafür Geld in Deutschland in die Förderung gesteckt werden sollte? Sicher richtig.

    AntwortenLöschen
  14. @ Timo Baumann

    Ich versteh allerdings nicht, wie aus der Solarförderung als direkte Folgerung synthetische Kohlenwasserstoffe nur in den USA erforscht werden.

    Es fehlen die Anreize bzw. die Anreize gehen in die völlig falsche Richtung. Warum sollte man den aufwendigen Weg über schwierige Prozesse der synthetischen Biologie gehen, wenn doch das Geld im Solar- und Windenergie-Bereich auf der Straße liegt? Die deutsche Energiepolitik ist völlig erratisch und irrational, das hat sich leider herumgesprochen. Eine vernünftige Art der nachhaltigen Energieerzeugung wird es hier immer schwer haben. Das wissen natürlich auch die Investoren. Die wichtigen Patente landen folglich bei amerikanischen Firmen.

    (Hinzu kommt natürlich, daß wohl auch die synthetische Biologie in Deutschland in absehbarer Zeit Schwierigkeiten mit der gesellschaftlichen Akzeptanz bekommen wird. Teufelskram Gentechnik usw.)

    Ich seh die norwegischen Pumpspeicher garnicht als romantische Seenlandschaft sondern als knallharte Industrieanlagen.

    Ein schöner Traum, wenn denn die Norweger mitspielen würden. Werden sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.

    AntwortenLöschen
  15. @ Dieter Meyeer

    Die Gasspeicher Geschichte hat den großen Vorteil, das dafür alles da ist: Speicher und Kraftwerke.

    Ich bin mal gespannt, was die Bevölkerung vor Ort sagt, wenn neue Gasspeicher eingerichtet werden sollen ... Oder reichen die existierenden schon für eine deutschlandweite Pufferung?

    AntwortenLöschen
  16. @Tim:

    Ausreichend ist relativ ... Es passen deutlich über 100 Tage Gasverbrauch in die Kavernen und die sind im Normalfall nicht voll. Finde aber keine genauen Zahlen.

    Die DInger sind auf jeden Fall über Deutschland verteilt, wobei in Norddeutschland meines Wissens nach die größten Kavernen sind.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man auch noch weitere bauen kann, es ist ja im Moment kein Bedarf für größere Puffer vorhanden.
    Wozu Kavernen

    AntwortenLöschen
  17. Zu deinem Beispiel kann ich tatsächlich gleich die Bürgerinitiative, die dagegen ist, anbringen. Gab die letzten Jahre im
    Harlinger unregelmäßig Artikel dazu. Google findet leider nur 4 davon und ich hab den besten davon verlinkt.

    AntwortenLöschen
  18. Danke für den Link. Ich würde das nicht überbewerten ...

    Egal, ob du ein Windrad baust, eine neue Trasse für den Stromtransport, ein Kraftwerk, ... dagegen wird immer irgendjemand sein. Nur: Die Energieversorgung komplett umzubauen wird ohne Widerstand nicht gehen. Dazu ist die Aufgabe viel zu groß (man bedenke, wir reden gerade über 15% des Stroms, der erneuerbar erzeugt wird und der Stromverbrauch macht nur etwa ein Drittel ds Gesamtenergieverbrauchs aus ...)

    AntwortenLöschen
  19. Kein Platz mehr an der Sonne - Kursänderung bei der Solarförderung | Hintergrund | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1689305/

    AntwortenLöschen
  20. Kein Platz mehr an der Sonne - Kursänderung bei der Solarförderung | Hintergrund | Deutschlandfunk
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1689305/

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore