Tritt Griechenland aus dem Euro aus oder nicht?

Beim Handelsblatt gibt es eine kleine Wette zum Thema.

Oli Stock (Online Chef) sagt #grexit, sprich Griechenland tritt aus.

Georg Watzlawek sagt nein, sprich #nogrexit.

Ow.ly - image uploaded by @handelsblatt (via @thalberschmidt)

Auslöser für die Wette waren natürlich die Spekulationen über den Wahlausgang in Griechenland am Wochenende. Gewinnt dort die ND+PAKOS geht die bisherige Sparpolitik wohl einfach weiter, gewinnt hingegen die Radikale Linke (Syriza), dann nicht.
Wobei auch im Fall des Siegs der Syriza IMHO noch lange nicht ausgemacht ist, dass danach ein Rauswurf oder Austritt  Griechenlands zwangsläufig folgt. Es könnte sehr gut nur zu Neuverhandlungen des Sparpakets kommen. Mehr will Syriza ja eigentlich nicht.

Außerdem muss man bedenken, dass Spanien mit dem 100-Milliarden-Bankenrettungs-Deal auch irgendwie Hilfe von der EU bekommen hat, aber keine IWF Auflagen hinnehmen musste. Das Fass hat die EU einmal aufgemacht. Nicht ganz ohne Grund könnte Griechenland das gleiche verlangen.

Jetzt würde mich mal interessieren, was ihr denkt:

Online poll from GoPollGo

Vielleicht noch zwei Lesehinweise:

FTD(eutschland) empfiehlt Griechen die ND zu wählen. Αντισταθείτε στo δημαγωγό - Widersteht den Demagogen bit.ly/KGxg6t

Zur Wahlempfehlung der FTD muss ich das ebenfalls tweeten: Alexis Tsipras (Syriza) - Mein Rettungsplan für Griechenland bit.ly/KGAdUv



Update (15:21):

Bei LostInEUrope gibt’s schon eine (etwas komplexere) Umfrage. Hätte ich die bloß mal eher gesehen ...

Zweifel am "Grexit" - Lost in EUrope

Update 2 (16.06.12):

Bis Samstagabend gab es 27 Stimmen, die von keinem Euroende für Griechenland ausgehen und nur 11, die damit rechnen. Eine ziemlich klare 70/30 Meinung.

Bei LostinEUrope ist die Einschätzung pessimistischer. Dort rechnet eine knappe Mehrheit der Leser mit einer Wiedereinführung der Drachme. Wenn man die Eventualantworten (ja nach Wahlausgang) dazurechnet, wird diese sogar relativ deutlich.

Update 3 (18.06.12):

Es sind noch ein paar Stimmen eingetrudelt und nach der Bekanntgabe des Ergebnisses steht es jetzt 35 zu 17. Am Verhältnis von grob zwei Dritteln zu ein Drittel hat sich also nichts geändert.

Kommentare :

  1. In den Blick Log hat Michael gerade das Update
    eingestellt für die aktuellen Markterwartungen eines Austritts
    40% dafür, dass ein Land bis zum Jahresende austritt
    http://www.blicklog.com/2012/06/15/update-vorhersagemrkte-zur-wahrscheinlichkeit-fr-austritt-eines-landes-aus-dem-euro/

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  2. Ich würde zwar kein Geld drauf setzen, aber ich denke eher Nein.
    Wäre meiner Meinung nach wirtschaftlich, politisch und moralisch eine ziemliche Bankrotterklärung und würde mehr Probleme schaffen als lösen. So blöd kann eigentlich niemand sein (das hab ich allerdings in den letzten Jahren schon häufiger gedacht).

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    1. Das mit dem "so blöd kann keiner sein" ist seit der Lehman-Pleite kein Argument mehr ...

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    2. Ja na gut. Aber ich denke der Preis, das Paket für Griechenland neu zu verhandeln, wäre ziemlich gering und auch generell eine gute Idee. Komplizierter wird es meiner Meinung nach aber, wenn schon wieder ein Patt entsteht. Was passiert dann eigentlich? Nochmal Neuwahl? Militärputsch?

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  3. Die Wahlen sind gelaufen, die ND hat gewonnen. Juncker und Westerwelle haben schon vorher angedeutet, daß man den Zeitplan für Griechenland weiter strecken wird. Welchen Zeitplan? Die Griechen werden weiter versprechen, daß sie reformieren, und es wird weiter nichts passieren. Die EU wird weiter Geld nach Griechenland überweisen, und es wird sich nur wenig ändern. Und die Prognosen, wann denn nun endlich der Primärüberschuß da ist, werden sich weiter in die Zukunft verschieben, von 2014 auf 2015. Dann kommt irgendwann ein zweiter Schuldenschnitt und so weiter und so fort

    Die einfache Wahrheit ist: Griechenland wird mit dem Euro nie einen Primärüberschuß erwirtschaften können. Die dafür notwendigen Reformen sind politisch nicht durchsetzbar.

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    1. Griechenland hat die notwendigen Reformen bereits durchgeführt. Dass sich die Leistungsbilanz nicht bessert, liegt an der totalen Verunsicherung aller Beteiligten.
      Niemand investiert in Griechenland (weder Inländer noch Ausländer).
      Niemand konsumiert in Griechenland (jeder Cent, der zur Seite gelegt werden kann, wird zur Seite gelegt).
      Niemand vertraut den Banken und glaubt an den Verbleib in der Eurozone, also heben alle ihr Geld ab.
      Niemand macht mehr Urlaub in Griechenland, weil die Deutschen teilweise schon Angst haben, nach Griechenland zu kommen.

      Wenn Griechenland dieses Vertrauen zurückerobert (und das kann nur mit der Hilfe Europas passieren), ist die Primärbilanz Griechenland sofort im Plus.

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