The great LIBOR Swindle - Part II

Die Geschichte (WIE DER STEUERZAHLER AN DER WALL STREET BESCHISSEN WIRD... TEIL 2) entwickelt sich ja ganz spannend weiter ...

Der ehemalige Barclays Chef Diamond ist kurz nach dem Rücktritt in die Offensive gegangen. Er hat ein Schriftstück vorgelegt, durch das deutlich werden soll, dass die Bank of England zumindest teilweise von den LIBOR Manipulationen wusste. Und zwar in den späteren Jahren, als die Banken zu niedrige Zinsen meldeten, um der Öffentlichkeit eine Stabilität vorzugaukeln, die es gar nicht gab. Die Banken waren "kaput", die LIBOR Sätze signalisierten aber noch (halbwegs) normale Zustände. Das war der Bank of England mindestens bekannt, möglicherweise geschah es sogar auf Vorschlag der BoE.

Original hier: FT Alphaville » “Mr Tucker stated… that it did not always need to be the case that we appeared as high as we have recently.”

Diamond lenkt damit aber natürlich von der Tatsache ab, dass auch in den Jahren vor der Finanzkrise manipuliert wurde. Da greift die Ausrede mit der Bank of England nicht.

Trotzdem wirft der (mögliche) Einfluss der Bank of England ein noch schlechteres Licht auf die Affäre ... Denn logischerweise sollte die Bank of England nicht selber manipulieren, sondern Manipulation verhindern. Ich weiss allerdings nichts, ob die britische Bankenaufsicht bei der BoE aufgehängt ist. Wenn, wäre es noch etwas krasser ... Auf jeden Fall zeigt sich, wie intensiv Politik, Notenbank, Aufsichtsbehörden und Banken miteinander kungeln. Und das macht mich dann schon nervös ...
Im englischen Sprachraum hat sich anstelle von LIBOR (gesprochen lei-bor) der Begriff "Lie More" durchgesetzt. Einen Artikel möchte ich dazu - mangels Zeit einen eigenen zu schreiben - gerne noch empfehlen: Simon Johnson: Lie More, as a Business Model - NYTimes.com

Darin werden zwei bemerkenswerte Texte zitiert.

"Banks, as presently constituted and managed, cannot be trusted to perform any publicly important function, against the perceived interests of their staff. Today’s banks represent the incarnation of profit-seeking behavior taken to its logical limits, in which the only question asked by senior staff is not what is their duty or their responsibility, but what can they get away with."

Kurz: Man kann Banken KEINE EINZIGE für die Öffentlichkeit wichtige Aufgabe übertragen, wenn das Profitstreben es irgendwie möglichen könnte, das diese Aufgabe nicht erfüllt wird. Denn dann wird das Profitstreben immer dazu führen, dass die Aufgabe nicht erfüllt werden wird.
Das ist in der normalen Wirtschaft - auch wenn es Marktskeptiker anders sehen - normalerweise nicht so. Denn dort sorgen 10.000 Kartoffelbauern dafür, dass ein paar durchdrehende egoistische Bauern nicht die Versorgung für die gesamte Bevölkerung flachlegen können. Banken hingegen können das. Weil zu wenig Konkurrenz herrscht und weil sie im Notfall gerettet werden.
Dieses Too-Big-to-Fail der Megabanken geht möglicherweise aber noch weiter:

"They are global behemoths that are not just too-big-to-fail but also too-big-to-regulate and too-big-to-manage."

Denn vielleicht sind die internationalen Megabanken nicht nur zu groß, um sie Pleitegehen zu lassen, sondern auch zu groß, um reguliert zu werden, sprich extern kontrolliert zu werden, und auch zu groß, um gemanagt zu werden, ergo intern kontrolliert zu werden.

Die Megabanken bestehen aus Unmengen von mehr oder weniger unabhängigen und über den Globus verteilten Abteilungen, die nur ein Interesse haben: Geld zu verdienen. Und sonst nichts. Jede für sich mit hohem Risiko und extrem hohen Komplexitätsgrad. Das unterscheidet die Banken von der Industrie: Hier wird zwar auch weltweit produziert, aber wenn ein Werk Mist baut, fällt das schnell auf, weil das zusammengebaute Auto dann nicht fährt. Außerdem stecken nicht in jedem einzelnen Werk Risiken, die das Risiko der Gesamtfirma heranreichen oder es gar übersteigen. Bei Banken fällt "Mist bauen" aber oft nicht bzw. sehr spät auf und "Mist bauen" bedeutet halt nicht ein paar kaputte Autos (und schlimmstenfalls eine Rückrufaktion), sondern ein Risiko in jeder einzelnen Abteilung, das den Gewinn der gesamten Bank übersteigen kann.

Das ist alles nicht gut. Da hilft aus meiner Sicht nur eines: Komplexitätsreduzierung durch Zerschlagung. Wobei auch das kaum ausreichen wird ...

Update (07.07.12):

Ziemlich interessanter Artikel im Independent zu Barclays. Die LIBOR-Manipulation war demnach auf allen Ebenen bekannt. Generell ist Barclays wohl kein netter Ort zum Arbeiten ... Von einer Kultur der Angst ist da die Rede ...

Exclusive: Barclays insider lifts lid on bank's toxic culture - Business News - Business - The Independent

Update 2 (08.07.12):

So, jetzt geht die Klagewelle los, die ich schon im ersten Teil der Libor-Story erwartet habe ... Geht davon aus, dass jeder jeden verklagen wird ...

Zinsmanipulation: Libor-Skandal brockt Deutscher Bank Klage in den USA ein | FTD.de

Update 3 (09.07.12):

Das Wall Street Journal Deutschland wirft heute noch mal einen Blick auf die Notenbankseite der LIBOR-Manipulation insbesondere auf den Vizegouverneur Tucker, der die Idee mit der Meldung von zu niedrigen LIBOR-Raten mutmaßlich hatte:

Libor-Skandal: Notenbank-Vize unter Verdacht - Wallstreetjournal.de

Update 4 (11.07.12):

Tucker sagt natürlich: Ich hab das so nicht gesagt, es war anders gemeint, ein Missverständnis ...

Libor-Skandal: Zentralbanker will nicht zu Zins-Manipulation aufgefordert haben - Anleihen & Zinsen - FAZ

Nimmt ihm wahrscheinlich keiner ab, vor allem nach dieser Aussage der NY Fed: Wir wussten von den LIBOR-"Problemen" bei Barclays. Und zwar seit Ende 2007 (und haben die Erkenntnisse  im Übrigen auch nach London weitergeleitet).

Bloomberg: New York Fed Says It Knew of Barclays Libor ‘Problems’

Update 5 (12.07.12):

Cool ... der Ex-Chef von Barclays Bob Diamond ist schon 1998 negativ aufgefallen, weil er interne Risikorichtlinien bei einer Barclays Tochter überschritten hatte. Das kam ans Licht, als diese Barclays Tochter im Rahmen der Russlandpleite Verluste melden musste. Dabei fiel aber der damalige Chef von Barclays, der über den Vorfall heute berichtet, aus allen Wolken. Diamond hatte russische Handelspartner einfach als Schweizer oder Amerikaner ausgegeben und so die Risikoobergrenzen, die für russische Handelspartner galten, umgangen.

Das lenkt den Blick auf die Moral innerhalb der Banken. Wenn man für eine solche absichtliche Aushebelung der Risikobegrenzung nicht bestraft und gekündigt wird (eigentlich sollte man für sowas Berufsverbot bekommen!), sondern noch befördert wird, muss der Laden irgendwann durch und durch korrupt werden. Wer soll das aufhalten? Wo ist das gute Vorbild?

Libor-Lüge: Wie ich auf Bob Diamond reinfiel | FTD.de

Update 6 (13.07.12):

Jetzt beginnen die Analysten, den möglichen Schaden für die Banken auszurechnen. Allerdings sind das auch nur allergröbste Abschätzungen. Erstens weiss niemand, welche Banken überhaupt betroffen sind (man geht einfach von allen aus, was durchaus richtig sein könnte). Auch weiss niemand, wie weit der LIBOR manipuliert wurde. Überhaupt nicht diskutiert wird über den IMHO wichtigsten Einflussfaktor: Wie viele der Geschäfte werden miteinander verrechnet? Meistens haben Banken ja viele Geschäfte gleichzeitig mit vielen anderen Banken laufen. Mit diesen spekulieren die Banken aber nie nur in eine Richtung, sondern die meisten Positionen heben sich wieder auf. Man ist einmal short in einem Trade mit der Deutsche Bank und einmal long in einem Trade mit Goldman Sachs. Wenn beide Positionen gleich groß sind, besteht dort kein Risiko. Wird nicht verrechnet, wird der Schaden groß, wird großzügig verrechnet, wird der Schaden kaum der Rede wert sein.

Die Analysten von Morgan Stanley versuchen sich nun an einer Schätzung.

Der Schaden läge bei etwa 14 Mrd. Euro, die Erfolgsquote wird einfach auf die 36% geschätzt, die bei den Verfahren bei den CDOs (etc) erreicht wurde. Macht gut 6 Milliarden Euro, die die Banken an die Regulierungsbehörden zahlen müssen. Das wären etwa 5% des Eigenkapitals der Banken. Also nicht so dramatisch.

Zinsmanipulation: Libor-Lüge kann Milliarden kosten | FTD.de

Zerohedge kam in einer anderen "heroisch simplen" Abschätzung auf 20% des Börsenwerts.

Aber das hilft alles nicht weiter. Es weiss niemand ... Wichtig nur: Man kann nicht von den 350 oder 450 Billionen Dollar ausgehen, die als Bruttosumme bei Zinsderivaten offen stehen. Der allergrößte Teil davon hebt sich gegenseitig auf. Der Schaden (und die Schadensersatzzahlungen) liegen deutlich niedriger. Lebensbedrohlich wird das für die Banken aller Voraussicht nach nicht.

Und eines sollte man an dieser Stelle auch nicht vergessen: Millionen Verbraucher haben bei ihren an den LIBOR oder EURIBOR gekoppelten Krediten zu niedrige Zinsen bezahlt. Also profitiert. Andersherum haben natürlich auch Millionen von Sparern zu niedrige Zinsen bekommen. Da könnte die Lage für die Banken ungemütlich werden. Denn für die zu niedrigen Zinszahlungen auf die Guthaben könnten die Banken durchaus haftbar gemacht werden (also nachzahlen müssen), während das nachträgliche Kassieren von Zinsen auf Kredite rechtlich nicht durchsetzbar sein dürfte. Aber warten wir mal ab ...

Update 7:

Die Süddeutsche Zeitung zitiert Bloomberg mit einer Schätzung für den Schaden bei der Deutschen Bank: Etwa 1 Milliarde Euro könnten es werden. Wird die DeuBa aber auch nicht umbringen ...

Kosten der Zinsmanipulation - Libor-Skandal könnte richtig teuer werden - Wirtschaft - sueddeutsche.de

Update 8:

So sieht übrigens eine Klage von Seiten eines Kapitalverwalters aus, der sich über zu niedrige Zinsen beschwert:

Bankhaus Metzler: Klage gegen Deutsche Bank wegen Libor - SPIEGEL ONLINE

Update 9 (und das letzte vor meinem Urlaub):

Die Fed of New York (Chef damals Timothy Geithner) hat bereits 2008 wie schon gerüchtehalber berichtet wurde, einen Brief nach England geschickt und auf die Merkwürdigkeiten bei der LIBOR Feststellung hingewiesen. Es gab sogar konkrete Vorschläge, wie das ganze verbessert werden könnte. Die wussten das sowohl in den USA wie in Großbritannien. Also die entscheidenden Politiker, die Aufsichtsbehörden und die Banken sowieso. (ich benutze das Wort zu oft, aber mit fällt kein anderes ein:) Krass. (denke im Urlaub über Alternative zu "krass" nach. versprochen)

Libor-Manipulation : Skandal erreicht Politik - Anleihen & Zinsen - FAZ

Kommentare :

  1. Zum Korruptionsticker:

    Korruption bei der EnBW "Sie zahlen halt wirklich alle" - Publizist Jürgen Roth Ohne Bestechung keine | Interview | Deutschlandradio Kultur
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1805054/

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  2. Meiner Meinung nach geht diese Überkomplexisierung noch weiter.
    Wie du schon schreibst, blicken da selbst die eigenen Banker nur noch wenig durch und wenn doch, bräuchte es auch noch gefestigte Menschen, die die Traute haben, das ganze zu durchbrechen. Imo ist Barcleys kein Einzelfall, es gibt ja ziemlich viele Berichte über Großbanken, bei denen gerade die Einsteiger konditioniert werden, nur nach Profit und sonst nichts zu gucken. Ich gehe davon aus, dass in den meisten größeren Banken ein extremer Gruppenzwang herrscht, da mitzumachen.

    Extern halte ich das Problem noch für viel gravierender, weil vieles am Finanzmarkt so komplex geworden ist, dass selbst Bankleute nur noch bedingt durchblicken.
    1. Führt das imo dazu, dass viele Insititutionen wie Bankaufsichten nur noch mit Bankleuten besetzt werden (können) Da gibt es zumindest Zweifel an deren Unabhängigkeit
    2. Ist für mich auch das ein Grund, warum Banken so eine große Lobby haben und zb Gesetzestexte mitschreiben, weil zb Herr Brüderle + sein Ministerium gar nicht mehr das Know How dazu haben. Natürlich auch nicht dazu, diese Gesetze wenn schon nicht selbstgeschrieben, anständig zu kontrollieren, außer sie fragen wieder Bankleute.
    3. Ich glaube die Furcht vor einem 2. Lehman-Schock spielt da auch mit rein. Wenn nun zb eine radikale Idee wie Zerschlagungen ernsthaft diskutiert werden wird, werden die Banken sicher Zeter und Mordio schreien und alles in schwärzesten Farben malen. Kein Mensch kann die Risiken solcher Ideen mehr einschätzen und wer will dafür noch die Verantwortung tragen? Und auch hier wieder, die, die Risiken noch am besten einschätzen können (also Banker), haben alle ein großes Eigeninteresse, dass alles bleibt, wie es ist.

    Ich bin sehr skeptisch, ob sich da Änderungen, die wirklich etwas bewirken, jemals durchsetzen können. Meiner pessimistischen Meinung nach gibt es nur zwei Möglichkeiten. 1. Die Änderung kommt von innen, also von den Banken selbst (sehr unwahrscheinlich) oder 2. durch einen noch größeren Finanz-Armageddon (möchte ich eigentlich nicht so gerne erleben)
    Finanzhistorik ist nicht unbedingt mein Spezialgebiet, aber ich glaube die größten Regularien haben nach 1929 und '45 stattgefunden und das spricht wohl eher für die Armageddon-These :/

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    1. Also zuerst: Ich befürchte ebenfalls, dass die Armageddon These die realistische ist ...

      Das Schlimme ist, dass der allererste Schritt, die Komplexität zu verringern, eine Zerschlagung der Banken in Geschäftsbank und Investmentbank wäre. Diese ist im Übrigens ziemlich unkritisch, weil Aktionäre bei der Trennung einfach zwei neue Aktien bekommen und aus.

      Wenn man erst mal zerlegt hat, kann man auch die Investmentbanken streng regulieren und hat mit dem Geschäftsbankenteil die Bank, die im Notfall gerettet werden muss, weil dieser Teil volkswirtschaftlich wertvoll ist (sorgt halt für Kredite).

      Die einzigen, die diese Trennung nicht wollen, sind die Banken. Und die Politiker kapieren nicht, welche Möglichkeiten diese Zerschlagung eröffnet.

      Und zurück zur Armaggedon-These: Diese Zerschlagung der Banken war ein Ergebnis der 30er Jahre Weltwirtschaftskrise. Bis in die 90er Jahre waren in den USA Geschäftsbanken, Investmentbanken, Broker und Versicherer streng getrennt. Das wurde immer weiter aufgeweicht (v.a. auf Lobbying der damaligen citibank, die dann eine Versicherung kaufte (Travellers) und dann zur "Allfinanz"-Citigroup wurde). Nachher durften alle Banken alles machen. Es hat kaum mehr als ein Jahrzehnt gedauert, bis die Aufhebung des Trennbankensystems zur nächsten Großkrise geführt hat ...

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    2. Ah genau, die USA-Geschichte meinte ich auch so grob. Wie war das eigentlich in Europa? Weißt du das? Rein aus dem Gedächtnis weiß ich nur, dass man 45 viel reguliert hat, aber nicht ob das auch und wie die Banken betraf.

      Aber die Zerschlagungsidee ist ein gutes Beispiel. Es ist eine relativ einfache Sache, die auch jedem Laien einleuchtet. Zudem hat man damit bereits Erfahrungen und es wäre eine wirkliche Änderung (im Gegensatz zum Kleinkram wie Eigenkapital, andere Aufsichten etc. pp.)
      Aber wird das irgendwo ernsthaft überlegt? Soweit ich weiß nicht.
      Ich würde nicht mal sagen, dass die Politiker die Möglichkeiten nicht kapieren. Ich glaube in der momentanen Lage lohnt es sich für die Politik zuwenig. Sie hätten eine Menge Ärger mit der gesamten Lobby und die Öffentlichkeit interessiert sich dafür zu wenig, um viel positive Aufmerksamkeit damit abzugreifen.

      Womit wir wieder beim Armageddon wären, denn dann könnte sich das umdrehen und dann hätte die Idee imo auch gute Chancen umgesetzt zu werden. Es ist für mich auch die größte Unverständlichkeit, dass die Finanzkrise außer Winzigkeiten überhaupt keine Änderungen nach sich gezogen hat. Ich glaube, das wird sich noch bitter rächen.

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    3. Muss ich passen. In D gab es aber meines Wissens nie etwas anderes als Universalbanken. UK mag mal anders gewesen sein, aber "Old Europe" sprich der Kontinent hatte glaube ich nie ein Trennbankensystem. Banken und Versicherungen hingegen waren schon getrennt, ob es dafür eine gesetzliche Basis gab (oder das einfach historisch bedingt war), weiss ich aber auch nicht.

      Die Trennung wurde in den USA ernsthaft überlegt. Ex-Notenbankpräsident Volcker hat die in die Diskussion geworfen. Auch in UK wurde das ernsthaft überlegt. In beiden Ländern wurde das in der Radikalität aber massiv abgemagert (Lobbyisten rannten Amok) und jetzt gibt es kaum mehr als 100.000 neue Vorschriften, höhere "chinesische Mauern", mehr EK, ... von der Ursprungsidee ist nicht viel geblieben ...

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    4. Jup, meiner Meinung nach ist das ein Geschwindigkeitsproblem. Wenn man erst zehn Arbeitskreise aufbaut, wo wahrscheinlich die Hälfte aus Lobbyisten besteht, wird man nie größere Änderungen durchbringen. Es bräuchte Nacht- und Nebelaktionen wie bei den Bankenrettungen.

      Aber es gibt noch Hoffnung: Die EU möchte jetzt ein Gesetz gegen Zinsmanipulation einbringen, weil sie bisher nicht strafbar sind.
      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/banken-skandal-um-libor-eu-kommission-will-zinsmanipulation-unter-strafe-stellen-1.1406613
      Die waren wohl so sehr damit beschäftigt, Gesetze gegen Glühbirnen zu schreiben, dass sie eins gegen Zinsmanipulation vergessen haben. Herrje.

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    5. Das soll nicht mal strafbar gewesen sein? Ich fass es nicht ...

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    6. "Die EU will nun sicherstellen, dass die Großbanken bei Zinsmanipulationen künftig härter belangt werden. Noch gibt es gar keine gesetzliche Grundlage dafür. Die 360 Millionen Euro, die Barclays zahlen muss, waren eine Kartellstrafe, verfügt von britischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden."

      Immer mehr bin ich davon überzeugt, dass in der ganzen EU gar keine Politiker, sondern nur noch Lobbyisten sitzen. Wie kann sowas angehen? Und dann nur über den Umweg Kartellrecht, nicht mal Insiderhandel oder ähnliches.
      Ist vielleicht auch die Frage, wie sich das auf die ganzen Zivilprozesse auswirken wird, wenn die Manipulation an sich legal war. Obwohl ich nicht weiß, ob das nicht vllt nach amerikanischem Recht geregelt wird, wenn in den USA verhandelt wird. Wobei sich eh die Frage stellt, warum überhaupt in den USA verhandelt wird.
      Das ist eigentlich komplett unglaublich.

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  3. Und die Moral von der Geschicht?
    Traue keinem Bankster nicht.

    Niemals. Unter keinen Umständen.

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