US-BIP Q03-12: +2,0%

Es ist die erste Schätzung, also die, die sich noch deutlich ändern kann. Daher muss man das alles ohne Gewähr nehmen.

Trotzdem ist das Plus von

2,0%,

das heute als auf's Jahr hochgerechnete Wachstumsrate bekanntgegeben wurde, eine positive Zahl. Die Erwartungen der Analysten wurde in den letzten Wochen zwar schon mehrfach angehoben, aber 2,0% liegt trotzdem noch am oberen Rand der Erwartungen (Duchschnittsschätzung war +1,8%).

Richtig positiv wird das Plus wenn man berücksichtigt, dass die Inflation mit 2,9% sehr hoch angesetzt wurde. Das Bruttoplus lag also fast bei 5%. Das Nettoplus ging also auf wirkliches Wachstum zurück und nicht nur auf eine niedrige Inflationsrate.

Generell zeigt sich ein einfaches Bild: Der Verbraucher ist positiv gestimmt, die Unternehmen bleiben eher vorsichtig.

Die Verbraucherausgaben steuerten 1,42 Prozentpunkte zum Wachstum bei, also knapp 3/4. Hier spiegelt sich die abnehmende Angst vor Arbeitsplatzverlusten sicher genau so wider wie die sich festigende Erholung am US-Immobilienmarkt.

Weitere 0,71 Prozentpunkte kamen vom Staatssektor, das erste Plus seit gefühlten Ewigkeiten. (hat da gerade jemand was von Wahlen gesagt?!? Da gibt es bestimmt keinen Zusammenhang ;-) ). Wie lange die USA das angesichts der hohen laufenden Schulden durchhalten können, ist fraglich.

Die restlichen Sektoren waren neutral bis leicht negativ. Im- und Export trugen nichts Wesentliches - weder positiv noch negativ - zum BIP bei. Die Investitionen waren auch leicht negativ.

Und neben den schwachen Investitionen gab es ein paar weitere Wermutstropfen. Die realen Einkommen der US-Bürger stiegen nur um 0,8%. Das relativ große Plus bei den Konsumausgaben musste daher auch über eine niedrigere Sparquote erfolgen. Statt 4,0% wie im Vorquartal waren es nur noch 3,7%. Die zwischenzeitlich auf etwa 6% gestiegene Sparquote entpuppt sich im Nachhinein also als Angstsparen in der Krise. In halbwegs normalen Zeiten geben die Amerikaner ihr Geld wieder fast vollständig aus. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Sparquote grob in der Gegend von 10%.

Es war eine positive Zahl (zumindest ist die befürchtete Abschwächung ausgeblieben), aber sowohl bei den Konsum- wie auch den Staatsausgaben ist es fraglich, ob auch in Zukunft dort noch so viel Wachstum entstehen kann.

BEA: GROSS DOMESTIC PRODUCT: THIRD QUARTER 2012 (ADVANCE ESTIMATE) (PDF)

(Aber es war ja auch das Quartal mit dem iPhone5, das ja tatsächlich Analysten zufolge auf bis zu 0,5 Prozent BIP-Wachstum geschätzt wurde. Nur was kommt jetzt? Das iPad mini? Dann ist das Wachstum im nächsten Quartal ja sicher ;-) )

1 Kommentar :

  1. gibt es zufällig auch aktuelle vergleiche mit dem vorkriesen-niveau?

    hab aus dem ärmel gerade nur diesen artikel: http://www.voxeu.org/article/fact-checking-financial-recessions-us-uk-update

    der sich nur nebenbei damit beschäftigt aber sagt, dass 2012 immer noch im minus liegt

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore