Bundesliga Tippspiel 2012/13

Dieses Jahr würde ich gerne zwei Tippspiele machen.

Zuerst natürlich das Tippspiel, bei dem man jedes Spiel tippen muss. Das macht zwar Fußballfans wie mir Spaß, die Erfahrung zeigt aber, dass am Ende die Kondition (sprich ans regelmäßige Tippen denken) den Sieg bringt. Aber nun gut, es geht um Fußball. Und da geht es auch um Rennen und Kondition und nicht nur um Hacke, Spitze, Tralala.

Die Regeln sind wie beim Eurobbameister-Tippspiel. Es gibt 2 Punkte für die richtige Tendenz, 3 Punkte, wenn zusätzlich die Tordifferenz richtig ist und 4 Punkte, wenn alles richtig ist. Ausnahme ist das Unentschieden, bei dem die Tordifferenz logischerweise immer richtig ist und es daher auch nur 2 Punkte gibt.

www.kicktipp.de/dwwdw

Der Login von Eurobbameister12 sollte weiter funktionieren, ihr solltet euch mit den gleichen Daten anmelden können.

Allerdings fand ich das uralte Tippspiel, in dem man nur die Schlusstabelle tippen musste, auch ganz witzig. Selbst wenn es etwas aufwändig war, das zu berechnen. Dieses Jahr mache ich das aber mal wieder ... Und schaue, ob ich das per Google Spreadsheet vernünftig verwalten kann.

Fü den richtigen Meistertipp gibt es 2 Punkte extra, für die Champions League Plätze (1-4) 2 Punkte, für die anderen Europa-Plätze (1-7) ebenfalls 2 Punkte. Wer den Meister richtig hat, bekommt 2 Punkte  (Platz 1 richtig)+ 2 Punkte (Platz 1-4 richtig) + 2 Punkte (Platz 1-7 richtig). Wird der getippte Meister nur Zweiter, gibt es 0+2+2 Punkte, wird der getippte Meister nur 5., gibt es 0+0+2, landet er sogar außerhalb der europäischen Wettbewerbe gibt es keinen. Genauso funktioniert das in die andere Richtung: Wir der ursprünglich auf 2-4 getippte Verein Meister, gibt es 0 Punkte für den Meistertipp, aber 2 Punkte für "richtig zwischen 1-4 und 2 Punkte für "richtig zwischen 1 und 7.

Für die Abstiegsplätze verzichte ich auf das Spielchen, hier gibt es einfach 3 Punkte pro richtigem Verein.

Ab hier wird jetzt nur noch abgezogen: Und zwar jeweils die Differenz zwischen realer und getippter Platzierung. Beispiel: Wenn ein Verein 5. wird und Platz 8 wurde getippt, werden 3 Punkte abgezogen. Wenn ein Verein 8. wird und 5 war getippt, gibt es ebenfalls minus 3 Punkte. Das durchschnittliche Ergebnis landet also ziemlich sicher unter Null ...

Das schöne an diesem Tippspiel ist, dass man nur einmal tippen muss. Außerdem kann man das mit den Wettbörsen abgleichen und der gute @blicklog kann seinen Tipp bestimmt wieder einfach von den Buchmachern abschreiben und gewinnt am Ende ... Er nutzt die Intelligenz der Masse. Das hat zumindest einmal zum Sieg geführt ...

Ich lasse mich von solch fiesen Tricks ;-) natürlich nicht beeindrucken und bilde mir wie immer ein, dass ich alles besser weiss (klassisch overconfident also). Also auf geht's:

FCB,
BVB,
S04,
VW,
BRE,
LEV,
VFB,
SAP,
H96,
BMG,
HSV,
M05,
FCN,
FRA,
SCF,
F95,
FCA,

FÜR,

http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de

Wer in diesem Tippspiel mitmachen will, muss die Kürzel so verwenden, wie ich es oben getan habe, damit ich diese zumindest halbautomatisch verwenden kann. Die Kürzel VW und SAP sollten sich erschließen ...

In die letzte Zeile kommt eine Adresse auf die eigene Homepage. Facebook, Twitter, eigenes Blog.

Die WAZ tippt übrigens:

BVB,
FCB,
S04,
LEV,
VW,
BMG,
SAP,
VFB,
H96,
BRE,
FCN,
FRA,
SCF,
M05,
F95,
FÜR,
HSV,
FCA,
www.derwesten.de

Klar, Dortmund wird Meister, sonst hätte es Abo-Kündigungen gegeben. Und Hamburg als Absteiger ... Hmmm.

Eure Tipps bitte in die Kommentare oder als Mail an egghat at gmail.com.

Ah Blicklog hat die "Schwarmintelligenz-Tipps" schon fertig:

FCB,
BVB,
S04,
VW,
BMG,
LEV,
BRE,
VFB,
H96,
SAP,
HSV,
M05,
FRA,
F95,
FCN,
FÜR,
SCF,
FCA,
http://www.blicklog.com/2012/08/23/bundesliga-201213-vorhersagemarkte-sehen-wieder-zweikampf-bayern-vs-dortmund-schalke-auf-platz-3

Wenn ihr noch weitere Promitipps findet (der Kicker macht das anscheinend nicht mehr), könnt ihr diese gerne ergänzen. Manni Breuckmann? Mario Basler? Jan Åge Fjørtoft?

Für das Tabellentippspiel gilt Einsendeschluss Freitagabend Spielbeginn BVB-Werder. Bei dem anderen kann man jederzeit einsteigen, mit einem verpassten Spieltag hat man da noch nichts verloren ...

Update 1 (09:43):

Die FTD tippt wie folgt:

BVB,
FCB,
H96,
S04,
BMG,
BRE,
VFB,
VW,
LEV,
M05,
SCF,
SAP,
FCA,
FRA,
FCN,
FÜR,
HSV,
F95,
http://www.ftd.de/sport/:bundesliga-vorschau-deutscher-meister-wird-nur-der-bvb/70080114.html#utm_source=rss&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/


Bundesliga-Vorschau: Deutscher Meister wird nur der BVB | FTD.de

Update (11:44):

Das Google Spreadsheet ist hier: BuLi12/13 Tippspiel. Eintragen der Tipps aber nur hier.

Update 2 (11:48):

Noch ein wenig Fußballlektüre:
Deutscher Fußball bleibt Erfolgsmodell - Wallstreetjournal.de

Rot-Grün: 7 Jahre Steuerpolitik für die Megareichen

Bis 1998 zahlten die reichsten 50.000 Haushalte (Jahreseinkommen > 1 Mio) durchschnittlich 37% Einkommensteuer, die reichsten 50 (Jahreseinkommen > 100 Mio.) zahlten sogar 48%. Der Durchschnitt zahlte 12%. Unter Kohl.

Dann kam Rot-Grün (Schröder/Eichel) und die 50 Reichsten mussten nur noch 29% abgeben (statt 48%). Interessanterweise zahlen sie nicht nur weniger als vorher, sie zahlen auch weniger als die Einkommensgruppe darunter! Sprich: Das progressive Steuersystem funktioniert nicht.

Das ist nicht ganz neu (siehe Progressive Lohnsteuer- und Sozialabgabenquote in... - egghat's not so micro blog), neu ist aber, dass das selbst bei einer Betrachtung so ist, die die Sozialabgaben nicht berücksichtigt, sondern die Einkommensteuer für sich schon nicht mehr progressiv ist.

Der Auslöser dafür sind die Steuersparmodelle, die man bei großen Einkommen natürlich viel leichter nutzen kann als bei kleinen.

Und wenn ich noch etwas weiter spekulieren darf: Der größte Teil des Rückgangs der Steuerquote geht wahrscheinlich auf die Änderung der Besteuerung von Kapitaleinkünften zurück. Hier wurden - offiziell um die Kapitalflucht in die Schweiz zu bremsen - die Steuersätze massiv gesenkt. Eine Progression gibt es defakto ja nicht mehr. Mit 25% plus Soli ist man raus. Da Megareiche logischerweise über besonders hohe Kapitaleinkünfte verfügen, senkt das die Durchschnittssteuerlast dort am stärksten.

Steuern: Rot-grüne Reformen nutzten vor allem den Reichen - Ökonomie - Politik - Handelsblatt

Ob die Studie valide ist, ist dummerweise nie ganz klar. Denn es wird ja nur der Steuersatz berücksichtigt, nicht die Bemessungsgrundlage. Wenn sich diese vergrößert haben sollte, könnten 29% von viel auch mehr als 48% von wenig sein. Allerdings ist das in diesem Fall nahezu auszuschließen, so stark kann sich die Bemessungsgrundlage eigentlich nicht erhöht haben.

Update (15:03):

Man sollte bei der Diskussion über die Einkommensteuer immer bedenken, dass diese nur etwa ein Viertel zum gesamten Steuereinkommen beiträgt. Der ganze Rest des Steuersystems ist mehr oder weniger eine Flat-Tax: Mehrwertsteuer ist 19% für alle. Mineralölsteuer ist 1,xx€ für jeden Liter Sprit. Ökosteuer ist x Cent pro KWh. Etc. pp. Die Progression der gesamten Steuerbelastung über alle Steuerarten ist also noch viel schwächer.
Und wenn ich das Sozialsystem dazu nehme (das ja sogar irgendwann negativ progressiv ist, weil man nur bis zu einem Jahreseinkommen von x Euro Rente und Krankenkasse zahlen muss), wird das noch extremer. Die viel beschworene extreme Progression in Deutschland steckt zwar immer noch in vielen Politikerköpfen, in der Realität ist davon aber nicht mehr viel zu sehen ...

Lohnsteuer nur 1/4 der Gesamtsteuereinnahmen - egghat's not so micro blog

Goldnachfrage sinkt. Notenbanken und Europäer kaufen aber mehr.

Die Gesamtnachfrage im zweiten Quartal 2012 lag bei 990 Tonnen Gold. Im Vorjahr ware es noch 1.066 Tonnen.

Den größten Einbruch gab es in Indien, wo nur noch 181 Tonnen gekauft wurden, über 38% weniger als im Vorjahresquartal. Das World Gold Council führt das auf ungünstige Wechselkurse zurück (im Vorjahr günstig für Gold, dieses Jahr ungünstig).

Auch in China ging die Nachfrage zurück. Der Bedarf zu Investmentzwecken sank genau wie die Nachfrage nach Gold für Schmuck (insgesamt 7% Minus).

Gewachsen ist die Nachfrage in Europa. 77 Tonnen Gold (+15%) zu Investmentzwecken wurden in Europa gekauft. Übrigens in echt Gold (Barren/Münzen), nicht in Papier wie ETFs. Das dürfte natürlich auf die Verunsicherung durch die Eurokrise zurückgehen.

Weiter fortgesetzt und verstärkt hat sich der Trend, dass die Notenbanken auf der Käuferseite beim Gold stehen. Jahrzehntelang kam aus Goldminen und Recycling weniger Gold als nachgefragt wurde. Gedeckt wurde diese Lücke aus den Verkäufen der (westlichen) Notenbanken, die (zum Teil) immer noch auf großen Goldbeständen sitzen.
Die westlichen Notenbanken haben diese Verkäufe aber deutlich reduziert, wichtiger noch: Die Notenbanken in der aufstrebenden Länder haben ihre Nachfrage massiv erhöht. War dieser Trend zuerst in China und Indien zu beobachten, stoßen jetzt Russland (und die halbe Ex-UDSSR) und die Philippinen in diesen Käuferkreis vor.

Zusammen kauften die Notenbanken 158 Millionen Tonnen Gold,

140%(!)

mehr als im Vorjahresquartal. Signifikante Verkäufe gab es bei den (westlichen) Notenbanken nicht. Damit steht der Sektor Notenbank inzwischen für 16% der globalen Goldnachfrage.

Schon ein ziemlicher Turnaround in nur drei Jahren, 2008 waren die Notenbanken netto noch auf der Verkäuferseite ...

16 Aug, 2012, Gold’s performance reflects continued challenging economic climate > Media > World Gold Council

Langversion:
Download (PDF 1.9 MB)

Update (21:19):

Huch, es waren natürlich keine 158 Millionen Tonnen Gold, sondern 158 Tonnen Gold. 100 Millionen Tonnen Gold gibt es überhaupt nicht auf diesem Planeten ... Danke an Detlef für den Hinweis.

Update 2 (22:24):

Die FTD sieht die gleiche Nachrichte ganz anders aus ...

Edelmetall: Gold liegt wie Blei in den Regalen | FTD.de

Subventionen für Dachflächenbesitzer ...

... nenne ich die zu hohen Vergütungssätze für die Einspeisung von Fotovoltaik schon länger ...

Dass das die Lizenz zum Gelddrucken (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (06.08.10): 7,4%) war, sollte eigentlich kaum jemanden entgangen sein. OK, es gibt immer Leute, die das ignorieren, weil sie es nicht wahr haben wollen. Aber man muss nur mal mit offenen Augen durch Deutschland fahren und die Anzahl von Scheunen und Traktorunterstellplätzen zählen, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

a) relativ neu,
b) Dachfläche geht hinten bis zum Boden und steht vorne mindestens 2 Meter über,
c) Gebäude steht in Ost-West-Richtung und das Dach zeigt nach Süden, und
d) es steht meistens überhaupt nix unter dem Dach, keine Kuh, kein Trecker, kein Heuballen ...

Kurz: Das Gebäude steht dort nur aus einem Grund: Solarzellen drauf und Förderung für Auf-Dach-Anlagen kassieren (dafür gab es ab einem bestimmten Zeitpunkt mehr Geld als für Anlagen auf dem Feld).

Es fließt also jede Menge Geld in Richtung der Personen, die über Dachflächen verfügen. Und zwar nicht nur an den Eigenheimbesitzer (den die Politiker in ihren Sonntagsreden gerne erwähnen), sondern eben auch an Großdachflächenbesitzer.

Im Endeffekt gibt es diese gleiche Geschichte auch bei "normalen" Flächenbesitzern, nämlich jenen, die sich für Windkraft eignen. Auch dort können Bauern in Küstennähe mit der Verpachtung des Landes an Windkraftanlagenbetreiber deutlich mehr Geld verdienen als sie es jemals mit Ackerbau und Viehzucht konnten. Teilweise sind die Einnahmen durch die Verpachtung so groß, dass die Bauern ihr normales Geschäft gleich einstellen können. Euphemistisch nennen die Befürworter dieses Nichtstun dann "Windgärtner" ... (Wer hingegen von Kapitaleinkommen lebt, ist natürlich ein elender Bonze ...)

Das wäre jetzt alles nicht sonderlich schlimm, wenn hier nur ein paar Leute richtig viel Geld verdienen würden. Das gibt es immer und das ist meiner Meinung nach auch nicht sonderlich beklagenswert. Fies wird es jedoch, wenn das Geld fürs "Nichtstun" fließt und es alle gemeinsam bezahlen. Und das "alle" bedeutet in diesem Fall eben auch wirklich "alle"...

Denn umgelegt werden die Kosten bekanntlich auf die Stromrechnung. Und die zahlt ja nun wirklich jeder. Es ist nicht so, dass wie bei der Einkommensteuer ein spürbarer Anteil der Bevölkerung gar nichts zahlen muss. Es zahlen alle. Bis runter auf Hartz IV Einkommensniveau. Dummerweise zahlen auf der anderen Seite energieintensive Unternehmen nichts. Das hätte ja Arbeitsplätze gekostet, so das Argument. Als wenn 185 Euro weniger in den Portmonees einer Durchschnittsfamilie nicht auch weniger Nachfrage und damit weniger Arbeitsplätze nach sich ziehen würde ...

Die FTD nennt das jetzt (vielleicht etwas übertrieben) "eines der größten Umverteilungsprogramme" von unten nach oben. Es ist aber auf jeden Fall eine der schlimmsten Fehlentwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte.

Es rächen sich jetzt grundlegende Entscheidungen zur Finanzierung der Energiewende:

a) Die Kosten für die Energiewende wurden nicht über Steuern finanziert, sondern über die Stromrechnung. Damit kommt die Förderung nicht aus einem der Töpfe, in den einige Besserverdienende ziemlich viel einzahlen und einige fast gar nichts, sondern aus einem Topf, in den alle annähernd gleich viel einzahlen.
b) Die Kosten wurden über 20 Jahre gestreckt, um nicht gleich zu sagen "versteckt". Das sorgt für eine extrem verzögerte Reaktion der Politik auf eventuelle Probleme. So wurden die Einspeisungsvergütungen mMn IMMER zu spät gesenkt.
c) Durch die garantierte Einspeisevergütung kann das Niveau der Förderung NIE gesenkt werden. Sollte also jemand heute auf die Idee kommen, dass die ganze Konstruktion der Energiewende doof war, läuft der Großteil der Förderung trotzdem noch mehr als 15 Jahre weiter ... Erst dann kann die Belastung wieder zurückgehen ...

Jetzt aber fällt den Politikern auf, dass man für die Windkraft ja neue Netze braucht. Dass man für die regenerativen Energien neue Speichermöglichkeiten benötigt. Und dass auch das alles Geld kostet und zwar ganz schön viel. Wie schön wäre es, jetzt mal 2 Jahre lang keine 3 Milliarden neu in die Fotovoltaik stecken zu müssen, sondern das Geld für andere Zwecke nutzen zu können. Geht aber nicht, die Vergütung ist fix.

Windkraft: Das schmutzige Geheimnis der Energiewende | FTD.de

P.S. Es geht mir nicht darum, die Energiewende schlecht zu machen. Mich stören aber einige Dinge:

a) Das einseitige Starren auf die Energieerzeugung. Energiesparen hätten möglicherweise mit deutlich weniger Geld mehr bewirken können.
b) die Konstruktion der Finanzierung (siehe oben a bis c).
c) Die zu späten Senkungen der Einspeisevergütung, durch die wir zu früh zu viel zu teure Technik auf die Dächer und die Äcker gepackt haben. Heute könnte man mit diesem Geld ein Vielfaches erreichen.

Aber nun ja, wie die FTD anmerkt, beginnen jetzt in der Politik schon Diskussionen über einen vergünstigten Basisstrom. Damit sollen wohl Personen bis zu einem bestimmten Maximaleinkommen (klar, bloß nicht alle) eine bestimmte Menge Strom (klar, man soll ja Energie sparen) vergünstigt bekommen. Also wieder eine dumme Regelung, die die Auswirkungen einer anderen dummen Regelung ausgleichen soll. Wie wär's zur Abwechslung einfach mal mit "gleich richtig machen"?

Griechenlands Primärdefizit im 1. Hj 2012 bei nur noch 0,5 Mrd. Euro

Es mangelt ja massiv an positiven Nachrichten aus Griechenland. Stattdessen findet man viel Häme und noch mehr Dummheit (Hust Söder hust, warum *muss* man an Griechenland ein Exempel statuieren?).

Dabei verbessern sich manche Zahlen in Griechenland nach den Jahren massivster Einschnitte durchaus. Die Steuereinnahmen stabilisieren sich (trotz sinkender Wirtschaftsleistung) und die Wettbewerbsfähigkeit steigt (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Griechenland? Schon wieder wettbewerbsfähig?).

Heute wurde eine weitere wichtige Zahl gemeldet: Das Primärdefizit. Das Primärdefizit beschreibt, wie viele ihrer Ausgaben (mit Ausnahme der Zinsen) die griechische Regierung nicht bezahlen kann. Gerade im Fall von Griechenland liegen zwischen dem Haushaltsdefizit (alle Ausgaben minus alle Einnahmen) und dem Primärdefizit ((alle Ausgaben minus Zinskosten) minus alle Einnahmen) Welten. Weil die Zinskosten so hoch sind: Sehr hohe Staatsschulden + sehr hohe Zinsen.

Trotzdem ist das Primärdefizit eine sehr wichtige Kennzahl. Denn wenn ein Staat einen Primärüberschuss hat, kann er (zumindest theroretisch) die Zinszahlungen einstellen und geht trotzdem "funktional" nicht Pleite, denn alle anderen Zahlungen können weiter geleistet werden, sprich Gehälter für Lehrer, Sozialhilfe, Renten, Gesundheitssystem, etc. Der Staat gewinnt damit eine gewisse Freiheit, was mögliche Umschuldungsverhandlungen angeht. (Das ist nur eine grobe Übersicht, denn in der Praxis ist es schon deswegen schwieriger, weil ja auch durchaus Leute direkt oder indirekt an den Zinszahlungen hängen, man denke nur an Pensionskassen).

Das Primärdefizit betrug im ersten Halbjahr

490.000.000 (490 Millionen) Euro

(Vorjahreszeitraum 4 Milliarden!). Im Gesamtjahr werden jetzt maximal 1 Prozent des BIPs erwartet. Das wäre in etwa eine Halbierung gegenüber 2011.

Das Haushaltsdefizit von 11,34 Milliarden im ersten Halbjahr 2011 schrumpfte auf 9,9 Milliarden in den ersten 6 Monaten 2012. Und das obwohl in 2012 bisher etwa 2 Milliarden Euro mehr an Zinsen bezahlt werden mussten. Im Gesamtjahr soll sich das aber umkehren und die Zinskosten rund 3 Milliarden unter dem Niveau von 2011 liegen. Damit könnte das Ziel von 13,7 Milliarden Minus für das Gesamtjahr erreicht werden. Zum ersten Mal seit 2010 läge wieder ein Minus im Plan.

OK, ein großer Teil der Verbesserung geht nicht auf die eigene Leistung Griechenlands, sondern auf den Schuldenschnitt und die dadurch geschrumpften Schulden zurück, aber hej genau das war der Plan dabei ...

Und dass sich der griechische Staatshaushalt trotz gravierender Rezession vorsichtig bessert, ist dann doch eine gute Nachricht.

(Auch wenn man leider nicht ausschließen kann, dass die vorläufigen Zahlen, die jetzt gemeldet wurden, besser aussehen als am Jahresende, weil dann doch noch "irgendwas dazwischen kommt". Ich will das fiese Wort von Manipulation nicht in den Mund nehmen, aber es wäre nicht das erste Mal, dass beim Besuch der Troika gute Zahlen gemeldet werden und nur wenige Tage später korrigiert werden. Der Artikel deutet z.B. Verzögerungen bei der Rechnungsbezahlung durch den Staat an, was die Zahlen frisieren würde).

ekathimerini.com | H1 budget figures offer hope

Ich bin ein Schwein!

Ganz coole Aktion. Zwei Medienarbeiterinnen (im weitesten Sinne, 1* Pressestelle der Linksfraktion im Europäischen Parlament, 1* freie Journalistin) wollen nach Griechenland reisen und dort vor Ort über das Leben der "faulen" Griechen berichten, die es sich bekanntlich bei 15 Monatslöhnen und 8,3 Monaten Urlaub pro Jahr gut gehen lassen. Wissen wir ja alle aus der Bild ...

Die beiden finanzieren das über die Crowdsourcing-Plattform StartNext, sprich man kann sich im Internet Buttons, Postkarten und so'n Zeuchs kaufen. Wenn dabei 5.000 Euro zusammenkommen, fahren die beiden los. Plan aktuell: 3.000 Kilometer-Route in 25 Tagen.

Aktuell fehlen nur knapp 700 Euro, das Ziel ist also realistisch. Auch wenn die restliche Zeit bis Montagabend ziemlich knapp ist.

Könnt ihr ruhig mal weiter empfehlen

Facebook Seite: https://www.facebook.com/WePigs

Start Next Seite: http://www.startnext.de/we-are-the-pigs

gefunden über: http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite6_1_23/07/2012_452883

Einen Flattr-Button gibt es leider nicht ... Schade, denn das ist ja bekanntlich der Weg, unterstützenswerte Medienprojekte zu unterstützen. Hust hust.

Update (05.08.12):

Der Zähler steht jetzt bei 5.085. Eigentlich sollte der Deal damit durch sein und die zwei losfahren. Wehe ich bekomme keine Postkarte ;-)

ManU Börsengang: Nicht kaufen!

a) Kurzfristig:

Die Einnahmen aus dem Börsengang von Manchester United dienen vor allem der Tilgung der Anleihen des hoch verschuldeten Fußballvereins, gehen also an die Gläubiger und nicht in das zukünftige Wachstum (also potenziell an die Aktionäre).

b) Langfristig:

Im Fußball gilt die Regel: Geld schießt Tore. Europameister wurde nicht ganz zufällig mit Spanien die Mannschaft mit den teuersten Spielern, die auch die höchsten Gehälter einstreichen dürften. Ergo: Erfolg gibt es (bis auf Aufnahmen) nur, wenn man ausreichend viel Geld in die Hand nimmt.

Das nächste Problem ist, dass die Ausgabenseite mit dem Erfolg wächst. Die Spieler bekommen hohe Prämien, wenn sie erfolgreich sind. Das führt im Extremfall dazu, dass die Vereine beim einem Erfolg schlechtere Zahlen schreiben und es (rein wirtschaftlich gesehen) besser wäre, ein Finale NICHT zu gewinnen. Manchmal sichern die Vereine dieses Risiko bei Versicherungen ab, aber auch das kostet Geld.

Kurz: Die Einnahmen (TV, Werbung, Trikots, Tickets, ...) steigen nur mit dem Erfolg. Den Erfolg bekommt man aber nur über teurere Spieler. Das Geschäft wird also niemals richtig hohe Margen abwerfen, weil der Großteil der Einnahmen für die Spieler drauf geht. Da gilt für Fußballvereine die gleiche Regel wie für alle mitarbeitergetriebenen Unternehmen: Diese haben keinen Hebel.

Als Gegenbeispiel: Wenn Oracle oder Microsoft eine zusätzliche Lizenz einer Software verkaufen, stellt diese Einnahme nahezu ein Reingewinn dar. Kosten entstehen Oracle oder Microsoft (für die zusätzliche Lizenz) fast keine. In solchen Geschäften steckt ein Hebel! Wenn eine Mannschaft aber mit guten Spielern einen (Überraschungs-) Erfolg landet (man denke an Gladbach im letzten Jahr), muss der Verein entweder den Spielern schnell deutlich höher dotierte Verträge anbieten (also die zusätzlichen Einnahmen gleich wieder ausgeben) oder die Spieler sind halt weg (Reuss, Dante, ...).

Ganz nebenbei ist das internationale Fußballgeschäft ziemlich im Eimer. Weil immer mehr Scheichs und sonstige Multimilliardäre sich einen Fußballverein kaufen (in der internationalen Spitzenklasse fällt mir mit dem FC Bayern exakt ein Verein ein, der profitabel und unabhängig von einem Geldgeber aus der Multimilliardärsklasse ist. Barça ist ist zwar unabhängig, aber eben defizitär), sind die Preise für neue Spieler in schwindelerregenden Höhen. Irgendwo ist immer jemand Neues, der den Spielern viel zu viel Geld zahlt und sich den Erfolg zusammenkauft. Dessen Verein später aber nie profitabel werden wird. Das hat der AC Milan getan (Berlusconi), das hat der FC Chelsea getan (Abramovic), das hat Real Madrid getan, das hat Manchester City getan und das Spiel setzt sich gerade bei Paris Saint Germain fort. Die gesamte Branche steckt im Durchschnitt klar in den roten Zahlen. Man kann und muss froh sein, wenn man als Verein eine schwarze Null schreibt.

Die Gesamtlage *mag* sich bessern, wenn demnächst die Financial Fair Play Regeln der UEFA greifen. Vereine, die unsolide wirtschaften, sollen dann von den internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Wie konsequent das umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Aber selbst dann gilt die Grundregel noch, dass von den zusätzlichen Einnahmen, die die Erfolge bringen, ein großer Teil über Prämien an die Spieler abfließt. Für die Aktionäre bleibt selten was übrig. Die Spieler sitzen im Fußballgeschäft eindeutig am längeren Hebel.

Kurz vorm Börsengang: ManU hofft auf Geldsegen | FTD.de

Update (02.08.12):

Ein paar Ergänzungen und Korrekturen aus den Kommentaren:

a) Gegen den Kauf von ManU-Aktien spricht auch noch, dass die Stimmrechtsmehrheit bei der Besitzerfamilie bleibt, obwohl deutlich mehr Aktien verkauft werden.

b) Gegen Fußballaktien generell spricht auch noch die Unsicherheit der Geschäftsaussichten. 50% des Erfolgs sind schließlich Zufall.

c) Barça war zwar im Jahr des CL-Gewinns (2010/11) defizitär, in der Saison danach (ohne Titel) aber ziemlich profitabel (Rohgewinn über 50 Millionen).

d) Die gute Lage des FC Bayerns beruht auch darauf, dass mit Audi und Adidas zwei Partner eingestiegen sind, die für die Betieligungen jeweils eine dreistellige Millionensumme auf den Tisch gelegt haben. Bayern hat also quasi einen außerbörslichen Börsengang gemacht ... Das verbessert die Ausgangslage natürlich enorm.

Update 3 (10.08.12):

Heute wurde der Emissionspreis bekanntgegeben: Es sind 14 Dollar. Das ist spürbar unterhalb der Spanne von 16 bis 20, die die Emissionsbanken (und die Altbesitzer) angestrebt haben.

Manchester United wird damit mit 2,3 Milliarden Dollar bewertet, etwa eine Milliarde wenige als die Besitzerfamilie Glazer. Auch der Verein wird das zu spüren bekommen, denn nun fließen durch die neuen Aktien nur noch 232 Millionen Dollar in die eigenen Kassen. Damit stehen ungefähr 100 Millionen Dollar weniger zur Schuldentilgung zur Verfügung als geplant.

ntv: ManU floppt an der Börse

Immerhin gab es eine gute Nachricht in der Zwischenzeit: Der neue Hauptsponsor Chevrolet zahlt ab der Saison 2014/15 knapp 70 Millionen Dollar pro Saison.

Ziemlich viel Geld fand wohl auch GM (die Mutter von Chevrolet) und hat den verantwortlichen Werbemenschen schnell entlassen ... OK, es ist nicht wirklich klar, ob er wegen des ManU-Sponsorings gefeuert wurde oder wegen der vorherigen Millionen-Sponsorings.

ntv: GM zahlt ManU Rekordsumme

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