Frohe Weihnachten!

Und ...

Danke für die Treue, trotz der teilweise mageren Aktualisierungsfrequenz hier.
Danke für jeden Retweet.
Danke für jeden Pfennig über Flattr.
Danke für die Empfehlungen auf Facebook, Twitter, Google+, etc. pp.
Danke für die Einkäufe über den Amazon Link.
Danke für alle Stimmen bei der Wahl zum Goldenen Blogger 2012 in der Kategorie Wirtschaftsblogs.
Danke für jeden Amazon Gutschein, die im Laufe des Jahres bei mir eingetroffen sind.
Danke für den Kasten (+3 Flaschen) Störtebecker vom usedomspotter.
Danke für jeden Kommentar unter meinen Artikeln.
Danke für die vielen Hinweise auf spannende Artikel woanders.

Und sagte ich schon Danke an alle, die Flattr benutzen und so ein paar Euros im Monat in die Welt der Blogger, Podcaster, Programmierer kippen? Nicht, OK, dann Danke an alle, die Flattr benutzen.

Danke! 


Ich wünsche Euch ein erholsames und ruhiges Weihnachtsfest. Bis die Tage!

(mal schauen, ob ich einen Verlierer des Jahres küre ... So richtig bietet sich nämlich keine Einzelperson an ...)

Hedgefonds verdient 500 Mio. mit Griechenlandanleihen

Und man kann die Empörung fast greifen ...

Ich hingegen denke nur: Ja und? Hat der Hedgefonds das Geld irgendjemandem weggenommen? Und vor allem: Ist Griechenland jetzt ärmer als zuvor? Nein!

Es sind Griechenlandanleihen im Nennwert von gut 30 Mrd. zurückgekauft worden. Zu etwa einem Drittel des Nennwerts bei ungefähr 35 (also 10 Mrd. auf den Tisch). Der Tiefkurs lag ungefähr bei der Hälfte.

Insgesamt konnte man vom Tief aus gesehen also grob 5 Milliarden verdienen. Und? Dass irgendjemand diese Spekulation auch im größeren Stile gefahren hat, überrascht mich gar nicht. Die Anleihen kosteten 17% von 100. Das wäre eine Schuldenschnitt von mehr als 80% gewesen. Ziemlich ziemlich unwahrscheinlich, so tief hat kaum jemals ein Staat in einer Pleite geschnitten. Bei den meisten Ländern gibt es Schuldenschnitte, die aussehen wie das, was man im Fall Griechenland mit den EU-Krediten gemacht hat: Zinsen runter und (vorübergehend) stunden und die Zeitdauer bis zur Rückzahlung verlängern. Damit bekommt das Land Luft und Zeit für Reformen. Der Anleger bekommt zwar 100% zurück, aber später und mit weniger Zinsen. Daher sinkt der Wert der Anleihe, aber eben nicht um 80%.

Kurz: Ein Schuldenschnitt von mehr als 50% war nie zu erwarten. Und weil Griechenland danach wieder halbwegs normale sprich tragfähige Schuldenrelationen hätte, gibt es auch heute mit Sicherheit noch Spekulanten, die bei 35 nicht verkauft haben, sondern auf 45 oder 50 warten. Oder sogar ganz abgezockt auf 100, sprich die vollständige Rückzahlung setzen. Es wäre nicht die erste Anleihe von Griechenland, die seit 2010 trotz aller Wirren vollständig getilgt würde ...

Wenn jemandem ein Vorwurf gemacht werden müsste, dann den europäischen Politikern, die den Ankauf viel zu lange vorher und viel zu eindeutig angekündigt haben. Die Politiker haben den Spekulanten den Profit ja auf dem Silbertablett präsentiert. Das hätte man heimlich still und leise machen können und wäre dann auch viel billiger davon gekommen ... Anders gesagt: Bei 17 hätte die Eu oder die EZB kaufen müssen.

Oder man macht direkt Nägeln mit Köpfen (was aber nicht zu Merkels Klein-Klein passt) und schneidet die Schulden. Und zwar alle Schulden und zwar für alle Gläubiger. Und wurschtelt nicht weiter mit freiwilligen Umschuldungen und freiwilligen Rückkaufangeboten rum.

Hedgefonds verdient halbe Milliarde mit griechischem Schuldenrückkauf - SPIEGEL ONLINE


siehe auch:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Griechenland bekommt Schuldenschnitt Nr. 2 (sanft sehr sanft)

Update (13:33):

Jörg Seidel alias Lostgen bringt einen sehr guten Punkt unten in den Kommentaren. Es wird jetzt auf Spekulanten geschimpft, die die Frechheit besitzen, mit steigenden Kursen von Griechenlandanleihen Geld zu verdienen. Noch vor wenigen Monaten war das Gemecker groß, weil Spekulanten die Kurse nach unten getrieben haben.

JA WAS DENN NUN? Sollen die Kurse jetzt steigen oder fallen? Die Spekulanten, die an Griechenland zweifeln und verkaufen, sind böse. Und die, die an Griechenland glauben und kaufen, sind auch böse.

Spekulanten sind anscheinend immer böse, egal ob die Kurse fallen oder steigen ...

Schenk dem egghat was (Dezember 2012)


Ich werde diesen Beitrag jetzt ab und an hier (und nebenan im Zweitblog) als kleine Erinnerungsstütze posten. Aber keine Angst, nicht täglich ...

Ihr lest dieses Blog regelmäßig? Ihr mögt es? Ihr findet, dass das hier auch was wert ist z.B. im Vergleich zu Börse Online, die ja 175 Euro im Jahr kostet? Wenn nicht, haut ab ;-) (kleiner Witz)

Wenn ihr aber der Meinung seid, dass dieses Blog (und das andere) was wert ist, dann könnt ihr mir ja mal ab und an was Gutes tun. Das bedeutet im Kapitalismus natürlich nichts anderes als Zaster. Von mir aus auch virtuellen. Deshalb will die ich die verschiedenen Möglichkeiten mal kurz beschreiben:

Auf den Amazon-Affiliate Link, über den ihr tolle Sachen bei Amazon einkaufen könnt und ich davon ein paar Prozent (bei Büchern, Musik und Filmen z.B. 5%), weise ich ja ab und an hin. Das ist für Euch der netteste Weg, denn das kostet Euch nicht einmal was. Das Buch/die CD/DVD/Digitalkamera/... ist genau so teuer, als wenn ihr Amazon direkt ansteuert. Toll, nicht wahr?

Ich meine diesen Link hier: UNTERSTÜTZE DIESES BLOG UND STARTE DEINEN AMAZON-EINKAUF HIER! , der eigentlich unter jedem Posting (auch im RSS Feed und den E-Mails) stehen sollte.

Ich merke aber an einigen E-Mails, das dem Verfahren nicht wirklich vertraut wird. Ich kann Euch versichern, dass das sauber läuft. Bisher habe ich (bis auf eine) alle Bestellungen, die mal jemand zur Überprüfung geschickt hat, auch in meinen Abrechnungen gesehen. Das geht also.

Neben diesem Affiliate-Link gibt es auch noch einige weitere Möglichkeiten, mir direkt Geld zukommen zu lassen.

Die erste läuft über einen Amazon-Gutschein. Da ich permanent Bücher/CDs/DVDs/Gadgets/MP3s bei Amazon kaufe, ist ein Amazon Gutschein für mich quasi wie Geld.

Auch da wurde von Lesern Misstrauen geäußert. Es funktioniert aber. Wenn ihr auf den folgenden Link klickt:

Schenk dem egghat einen Amazon Gutschein!

gibt es ein Formular, in das ihr den Betrag eintragen müsst und dann wichtig egghat@gmail.com als Empfänger. Ich bekomme dann einen langen Gutscheincode, den ich bei Amazon zur Konjunkturankurbelung umgehend einsetzen werden. Das ist eine meiner leichtesten Übungen. Wenn ihr eine Bestätigung haben wollt, schreibt in das Textfeld Eure E-Mail-Adresse, dann gibt es auch eine Antwort.


Und weil ein paar Mal nach Paypal gefragt wurde, habe ich mein altes Paypal-Konto reaktiviert und dort die egghat@gmail.com Adresse eingetragen. Es ist jetzt also möglich, mir auch über Paypal direkt Geld zu schicken.

Es gibt noch ein paar weitere Systeme, die mit Codes arbeiten, die man einfach per Mail weiterschicken kann und die daher auch in Frage kommen.

Cashticket könnte auch was sein. Der Vorteil: Man muss selber keine Kontoverbindung haben. Cashticket kaufen, Code freirubbeln, mir den Code als Mail zuschicken, ich löse ein.

Hat noch niemand ausprobiert, daher ohne Gewähr.

Ebenfalls interessant könnte die Paysafecard sein. Man braucht ebenfalls kein Konto, sondern kann die Dinger z.B. im DM oder bei Rossmann (und gefühlt jedem zweiten Kiosk) kaufen und davon dann z.B. Amazon Gutscheine kaufen. Paysafe ist übrigens eine Firma aus Europa, genauer Wien, was alle, die jeder amerikanischen Firma (wie Paypal) misstrauen, beruhigen dürfte.

Die Paysafecard habe ich inzwischen einmal ausprobiert, es klappte, auch wenn ich es mir einfacher vorgestellt hatte. Man kann nämlich mit dem Guthaben auf der Paysafecard nur bestimmte Sachen kaufen, in meinem Fall war es dann ein Amazon Gutschein ...

Die letzte Möglichkeit ist ein Apple iTunes Gutschein, die ja auch an jeder zweiten Ecke (Tankstelle, Supermarkt, Kiosk, ...) an der Kasse hängen. Diese gibt es mit 15, 25 oder 50€ Guthaben. Auch darauf steht nur ein Code, den man dann abtippen und mir per Mail schicken kann. Da ich sowieso häufiger Musik und Apps dort kaufe, ist auch das eine Möglichkeit, mir was Gutes zu tun.

Generell bin ich aber kein Freund dieser Einzelüberweisungen. Ich fände es viel netter, wenn die Leser regelmäßig für unabhängigen, lustigen, unterhaltsamen, informativen Online-Content bezahlen würden. Das Mittel der Wahl dafür ist Flattr. Geld nach Flattr bekommt man über Paypal oder Moneybookers. Das Konto dort kann man jeden Monat mit einem bestimmten Betrag auffüllen, der Mindestbetrag von 2 Euro sollte eigentlich niemanden überfordern. Damit kann man dann nicht nur mir Geld zukommen lassen, sondern auch
Ich mochte zwar das automatische Verteilen des Geldes über Kachingle lieber (man musste nicht jeden einzelnen Artikel klicken, sondern es wurde einfach gezählt, welche Sites wie häufig angesteuert wurden und das Geld am Ende des Monats entsprechend verteilt), aber das nutzt in Deutschland leider niemand. Ich werde die entsprechenden Buttons wohl entfernen.

Seit Flattr auch Abos kann (inzwischen standardmäßig mit unbegrenzter Laufzeit), ist es damit ein hinreichend guter Ersatz für Kachingle. Um ein Abo abzuschließen, muss man den Flattr Button einfach zweimal anklicken und kann anschließend die Zeitdauer wählen.

Ich kann Euch Flattr nur wärmstens empfehlen. Einmal im Monat irgendeine Zeitung oder Zeitschrift am Kiosk liegen lassen, das Ausfüllen des Lottoscheins vergessen, Montagsabends kein Bier trinken und das gesparte Geld nach Flattr schicken.

Oder wenn gar kein Geld da ist (bringt mir neue Leser)
  • Empfiehl mich weiter.
  • Retweete meine Tweets.
  • Leite meine Artikel per Mail weiter.
  • Verlinke mich. In Deinem Blog. In Diskussionsforen. Etc. pp.

DANKE!

Griechenland BIP Q-03-2012: -6,9% zum Vorjahr

Der Vergleich mit dem Vorquartal lohnt sich nicht, weil durch den starken Einfluss des Tourismus die Quartale wenig vergleichbar sind. Sinnvoll ist nur der Vergleich mit dem Vorquartal und die Betrachtung der Jahresraten.

Bei der Jahresrate sehen wir leider keine Verbesserung. Nach 6,7% Minus im ersten Quartal und 6,3% im zweiten sind es jetzt erneut 6,x%. Das ist zwar etwas besser als die 7,2%, die in der Vorabschätzung genannt wurden, aber von einer Stabilisierung sind wir weit entfernt. Der Hoffnungsschimmer, der sich im dritten Quartal des Vorjahres (Jahresrate -4,0%) hat sich leider als Fata Morgana herausgestellt. Statt einer Abschwächung des Abwärtstrends verzeichnen wir weiterhin hohes Tempo und nun schon das 17. Quartal in Folge mit Wirtschaftsschrumpfung ...

Dabei verbessert sich an den für die Krise entscheidenden Ungleichgewichten durchaus etwas. Die Exporte sind in den letzten zwei Jahren etwa stabil geblieben (13,7 runter auf 13,6 Mrd. Euro), die Importe von 14,8 Mrd. auf 11,4 Mrd. gefallen (-23%). Damit ist die Handelsbilanz zum ersten Mal seit dem Krieg (grobe Schätzung) wieder positiv.

Zu stark jubeln sollte man nicht, denn das dritte Quartal eines Jahres ist für Griechenland *das* Quartal für den Tourismus. Das Schlussquartal wird - wie das erste und zweite - wieder ins Minus abrutschen. Aber immerhin: Es gab mal wieder ein Plus, wenn auch nicht auf Jahressicht.

Wie desaströs die Lage ist, zeigen die Investitionen. Diese haben sich in den letzten 2 Jahren um 32% gefallen. Statt 7,9 Mrd. Euro 2010 wurden im dritten Quartal 2012 nur noch 5,4 Mrd. in Investitionen gesteckt. Gerade der Staat steht auf der Bremse.

Einzige positive Zahl: Um 1,4 Mrd. Euro sank die Wirtschaftsleistung, weil die Lagerbestände reduziert wurden. Das sind immerhin 2,8% der gesamten Wirtschaftsleistung. Sollte dieser Lagerbestandsabbau aufhören (und irgendwann muss er es ja ...), könnte allein durch diesen Effekt das Minus bei der BIP-Jahresrate deutlich schrumpfen.

ELSTAT: QUARTERLY NATIONAL ACCOUNTS: 3 rd Quarter 2012 (Provisional) PDF

Dass das Wirtschaftswachstum so schwach ausfiel, liegt vor allem am Tourismussektor. Dieser für die griechische Wirtschaft so wichtige Sektor musste im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 11,5% im Vergleich zum Vorjahresquartal hinnehmen. Und das im mit Abstand wichtigsten Quartal (etwa 40% der gesamten Tourismuseinnahmen eines Jahres stammen aus dem dritten Quartal).

Da Griechenland keine Industrie- und auch keine Exportnation ist (und auch nie sein wird), ist dieser Einbruch um so dramatischer. Nichts bringt Griechenland so viel Devisen wie der Tourismus. Auf das Gesamtjahr gesehen könnten die Umsätze im Tourismussektor um satte 20% fallen. Damit wäre das Minus allein in 2012 annähernd so groß wie in den drei Jahren zuvor zusammen.

ELSTAT: TURNOVER INDEX IN TOURISM SECTOR: 3rd Quarter 2012 (PDF)

Executive Summary: 

Die griechische Wirtschaft sinkt mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Im wichtigsten Sektor (Tourismus) sogar mit zunehmender Geschwindigkeit :-(

Steuertrick in Luxemburg spart Amazon 2 Mrd. Dollar

Warum bekomme ich beim Kauf bei Amazon.de eine Rechnung von Amazon Luxemburg? Das habe ich mich beim Blick auf die Rechnungen von Amazon schon häufiger gefragt.

Mein Erklärungsansatz lief immer über die Mehrwertsteuer, die in Luxemburg niedriger ist als in Deutschland und somit irgendwie für Amazon günstig sein könnte. War aber nur ne wirre Idee, zu Details bin ich nie gekommen. Ein einfacher, weithin bekannter Trick (wie die Konstruktion mit Irland und den Niederlanden, die Google, Microsoft und Apple machen) war mir aus Luxemburg nicht bekannt.

Es gibt ihn aber ...

Luxemburg hat einen maximalen Steuersatz für Einnahmen aus "intellectual property" (in etwa "geistigen Eigentumsrechten"; so bekloppt der Begriff auch sein mag) von knapp

6%,

also deutlich weniger als die knapp 30%, die normalerweise auf Unternehmensgewinne anfallen.

Nun bieten sich für Amazon über Luxemburg gleich zwei Wege zum Steuersparen:

a) Rechte für Bücher (Musik, ...) werden über Luxemburg abgewickelt. Die Rechte gehören also immer der Amazon Niederlassung in Luxemburg. Wenn nun ein Buch von Amazon verkauft wird (egal wo auf der Welt), muss immer die Lizenzgebühr an die Tochter in Luxemburg abgeführt werden. Dort wird sie mit 6% versteuert. Weil Luxemburg ehrenwertes Mitglied der internationalen Gemeinschaft ist, war es das mit der Besteuerung (Doppelbesteuerungsabkommen schließen aus, dass bereits versteuertes Geld bei Transfer zum Hauptsitz eines Unternehmens noch einmal versteuert werden muss).

Diese Geschäfte hat Amazon auch in den USA gemacht. Also selbst ein Buch einer amerikanischen Autorin, das über Amazon USA an einen Kunden in den USA verkauft wurde, fiel steuerlich in die Niederlassung in Luxemburg. Kurz: die USA gingen (mehr oder weniger) leer aus. Die US Steueraufsicht IRA ermittelt auch deswegen und prüft die Legalität des Amazon-Modells.

b) Ein ähnliches Konstrukt kann man auch für Lizenzen aufsetzen, also Geschäfte, die dann denen von Google sehr ähneln. Amazon hat für bestimmte Patente (z.B. das One-Click-Patent) von den Töchtern Lizenzgebühren kassiert. Die Einnahmen gingen nach Luxemburg und wurden da versteuert, Steuersatz wie oben, weitere Besteuerung keine (siehe oben).

Die entsprechenden Patente wurden von Amazon aus der Niederlassung in Nevada in die Niederlassung in Luxemburg transferiert, genau wie man für Punkt a die Rechte an den Inhalten (Bücher, etc.) nach Luxemburg geschoben hat. Der effektive Steuersatz aller nicht-amerikanischen Tätigkeiten von Amazon lag in den vergangenen 5 Jahren bei 5,3%.

Ganz so einfach wie das irische Modell ist das Steuersparen über Luxemburg aber nicht, denn in Luxemburg ist es immerhin nötig, dass dort auch wirklich gearbeitet wird. Eine reine Briefkastenfirma geht also nicht. Aber nun ja, das sind Microsoft Europa, Apple Europa und Google Europe in Irland auch nicht ...

Was aber bleibt: Das europäische (und weltweite) Steuersystem funktioniert nicht, wenn ein paar kleine Länder (Irland, Luxemburg, Schweiz) mit bestimmten Löchern im Steuersystem das gesamte weltweite System aushebeln. Ob der effektive Steuersatz der außeramerikanischen Tätigkeiten nun 5,3% bei Amazon liegt oder bei 2,4% wie bei Google: Das ist lächerlich niedrig und kann so einfach nicht in Ordnung sein.

Special Report: Amazon's billion-dollar tax shield | Reuters

Zu den anderen High-Tech-Firmen siehe hier:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Neues Produkt von Apple: iSave
Googles Steuerquote (ex-USA): 2,4% - egghat's not so micro blog
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Auch Microsoft zahlt (fast) keine Steuern ...

Update (09.12.12):

Dieser Artikel ist auch bei Carta erschienen:

Steuertrick in Luxemburg spart Amazon 2 Mrd. Dollar — Carta

Dort gab es einen interessanten Kommentar zu Punkt a).

Erstens der Hinweis daraus, dass es sich bei diesem Rechteverkauf nur um Ausnahmefälle handelt, denn normalerweise liegen die Rechte an einem Buch ja nicht bei Amazon, sondern bei einem Verlag. Das beschriebene Verfahren gilt also nur für Bücher, die Amazon selber verlegt. Also das was passiert, wenn Otto-Normal-Verbraucher über Amazon ein eBook verkauft. In den USA ist das schon relativ üblich, aber nun ja, der größte Teil des Markts ist das bestimmt nicht.

Interessanter dürfte aber der zweite Hinweis sein, nämlich dass Amazon in Luxemburg nur 3% Mehrwertsteuer auf eBooks bezahlen muss. Und zwar auch für Bücher, die in andere Ländern verkauft werden. Wenn ich in Deutschland ein eBook bei Amazon kaufe und 10 Euro bezahle, landen aktuell netto 9,71 bei Amazon. Wird das Buch zum gleichen Preis von 10 Euro von einem Händler in Deutschland verkauft, kommen nur 8,40 Euro beim Händler an.

Je nach Betrachtungsweise gewinnt Amazon also entweder auf Kosten der Konkurrenz Wettbewerbsfähigkeit (Amazon könnte ja immer preiswerter sein als ein Händler, der in Deutschland seinen Sitz hat) oder Amazon führt zu wenig Steuern an den Fiskus ab.

Apple nutzt für seinen eBook Verkauf auch die Niederlassung in Luxemburg.

2015 erledigt sich aber dieses Steuerschlupfloch, weil dann die Steuersätze für das Zielland gelten. Egal aus welchem Land Amazon ein Buch verkauft, muss bei einer Lieferung nach Deutschland die hier übliche Mehrwertsteuer abgeführt werden.

EU prüft E-Book-Steuervorteil in Luxemburg und Frankreich | heise online

Update 2 (10.12.12):

Wer sich für's Thema interessiert: Google macht es ähnlich (siehe auch den Artikel oben).

Google verschiebt 10 Mrd. Dollar aus Europa auf die Bermudas

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