DeuBa: Solarenergie 2013 vor dem weltweiten Durchbruch


Die Deutsche Bank Analysten sehen 2013 - entgegen dem Gejammer der Solarfreaks ob der Kürzung der Förderung in Deutschland - einen Zuwachs bei den Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen.
Die alte Schätzung der DeuBa für die im Jahr 2013 neu installierte Kapazität lag bei 28 Gigawatt, die neue Schätzung liegt nun bei 30 Gigawatt. Das wäre ein leichtes Plus gegenüber den 29 Gigawatt, die 2012 neu installiert wurden (diese Schätzung stammt allerdings aus einer anderen Quelle), gegenüber der Deutsche Bank Schätzung für 2012 ein Plus von 20%.

Haupttreiber sind 2013 nach Einschätzung der Deutsche Bank Analysten nicht mehr irgendwie geartete Subventionen in sonnenarmen, ideologisch leicht verstrahlten Ländern (hehe), sondern die Wettbewerbsfähigkeit in immer größeren Regionen der Welt.

In Süditalien zum Beispiel werden zunehmend Projekte geplant und umgesetzt, ohne dass ein Cent Steuerhilfen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung eingeht. Auch Griechenland boomt (weiss jemand, warum? Gibt es dort staatliche Förderung?). Allein im Januar sollen dort etwa 300 Megawatt neue Leistung installiert worden sein. Im Vergleich zu Deutschland ein Witz, ABER mehr als in Portugal insgesamt jemals installiert wurden.

Der Großteil des Wachstums kommt aus den Entwicklungsländern, vor allem Indien hebt ab. Der Anteil Europas an den neuen Solarzellen könnte unter 50% fallen, nachdem 2010 noch 82% der Solarzellen hier installiert wurden (eigentlich könnte man Europa auch fast durch Deutschland ersetzen ...).

Damit haben die Solarsubventionen in Deutschland den gewünschten Effekt erreicht: Die Photovoltaik hat die Grid Parity erreicht, bzw. hinter sich gelassen. Photovoltaik rechnet sich und beginnt aus eigener Kraft zu wachsen.

Die Frage ist nur, ob man diese Industrie mit einer dreistelligen Milliardensumme aus Deutschland anschieben musste. Und ob die ganzen Solarzellen in Deutschland wirklich an den optimalen Stellen auf diesem Planeten installiert wurden (Anders: Wir hätten dieses Ziel mit VIEL weniger Geld genauso schnell erreichen können und dabei noch mehr CO2-freien Strom erzeugen und den kriselnden Ländern in Südeuropa unter die Arme greifen können).


P.S. Gigawatts sind eigentlich Gigawatt-Peak, also die maximale Leistung der Solarzellen.

Kommentare :

  1. Und was hätte ich davon meine PV-Anlage in Indien zu installieren?!
    Blödsinn! Das rentabelste ist direkt auf dem eigenen Dach denn enorme 1000 kwh/a sind je KWp immer drin. Selbst in der Wüste kommt man nur auf 1600kwh/a - nur das nach Dtl zu faxen dürfte schwer fallen. Hehe..

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    1. Ähm, darf ich an das Ziel der regenerativen Energie erinnern? Geht nie zu Neige, erzeugt kein CO2.

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    2. @Anonym da oben: Grade nochmal nachgeschaut:
      2011 waren es 1477 kWh/a je KWp, 2012 dann 1295 kWh/a (netto, am Einspeisezähler gemessen).

      Noch ein wenig weg von der Wüste, 48. Nord

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  2. 1) Einspeisevergütung und Subvention ist nicht dasselbe (nicht die billige Polemik der Lobbyisten wiederholen)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Subvention
    http://de.wikipedia.org/wiki/Einspeiseverg%C3%BCtung
    http://www.iwr-institut.de/presse/presseinfos-energiewende/erneuerbare-energien-werden-subventioniert-staat-zahlt-keinen-cent

    2) Der Vorteil von Photovoltaik ist, man kann es dezentral installieren, also da, wo die Energie gebraucht wird. In der Wüste von Sahara, auf dem EFH-Dach in Bayern, oder gar auf einem kleinen Taschenrechner. Da, wo die Nachfrage ist (in diesem Fall für Strom) kann sich eine Technologie durchsetzten. Auch das Automobil (mit Verbrennungsmotoren) setzte sich nicht erst im mittleren Osten (Irak, Iran, Saudi Arabien) durch, sondern da, wo man einen finanzkräftigen Absatzmarkt hatte. (und das muss ich als Physiker hier im Blog der Deutschen Bank Analysten mitteilen (o)_(o) )

    3) In Italien und Griechenland gibt es sehr wohl Einspeisevergütungen, wie in sehr vielen Ländern der Welt auch:
    http://www.pv-tech.org/tariff_watch/list
    In Deutschland haben wir z.B. jetzt aktuell im März 2013 einen Tarif von 11,02 bis 16,28 cent/kWh, im sonnigen Griechenland aber $ 0,3229 (24,8 cent/kWh). In Japan (mehr Sonne als in D) übrigens ca. 42 cent/kWh.

    4) Zitat: "Die Frage ist nur, ob man diese Industrie mit einer dreistelligen Milliardensumme aus Deutschland anschieben musste."
    Wo sind jemals Milliardensummen in diese Technologien geflossen??? Wieder sehr schlecht informiert, DIETER MEYEER. Das einzige, was man zahlt, ist für Ware, für Strom.
    Milliardensummen (Steuergelder bzw. vom Staat, sprich SUBVENTIONEN) sind woanders geflossen und fließen immer noch, z.B. für die Kernenergie und für Kohle.
    Übrigens, für ausländische Brennstoffe (nur Brennstoffe), sind im letzten Jahr ca. 90 Milliarden € geflossen (nur für EIN Jahr):
    http://www.kiefermedia.de/news/article/deutschland-gab-2012-90-mrd-euro-fuer-fossile-brennstoffe-aus-einsatz-erneuerbarer-energien-spart.html

    4) Allgemein, was vorher war (bevor die EE´s ab ca. 2000 gekommen sind), war ein Strommarkt, der insbesondere auf Brennstoffkosten basiert war. Die "Haupt-EE´s", Solarenergie und Wind, die passen nicht in das alte System. Bzw., wenn man das vom Ziel und richtig formuliert, das alte System (Brennstoffmarkt-Strombörse) passt nicht zu dem System der erneuerbaren. Jetzt haben wir in Deutschland im Moment ein suboptimales Mischsystem aus beiden, wo z.B. ein Teil der Industrie nur einen Teil des Strompreises zahlt, und der Rest eben den Rest, aber dann natürlich den weit größeren Anteil.

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    1. Zu 1) Korinthenkack ;-) Dann war der Kohlepfennig auch keine Subventionen ...

      zu 2)Dezentral erzeugen ist erstmal gar kein Vorteil, wenn ich nicht auch dezentral verbrauche und dezentral speichern kann. Absatzmärkte für Strom gibt es überall.

      zu 3) In Griechenland habe ih gefragt, ob es eine gibt (die muss relativ neu sein). In Italien, weiss ich, dass es eine gibt, aber IIRC mit einem Deckel (maximale Kapazität pro Jahr). Außerdem habe ich nur gesagt, dass in Italien Projekte OHNE Förderung kalkuliert werden, weil a) die Vergütung auf der Kippe steht und b) es sich auch so schon rechnet.

      zu 4) Hier wird die Korinthenkackerei etwas peinlich. Den Begriff "Technologie" verwende ich gar nicht, sondern "industrie". Weiter: Wenn man Öl für 100 Dollar im Ausland kaufen kann, macht es seltenst Sinn, das für 400 Dollar selber zu produzieren. Mit dem Argument kann man auch Bananen in Deutschland anbauen. Scheiss auf die Kosten, Hauptsache aus dem Inland?

      zur falsch gezählten zweiten Vier: Klar, richten sich die Preise nach den Kosten. Das ist nicht sonderlich überraschend. Und die EEs passen nicht darein, weil sie teurer sind. Auch nicht überraschend. Und den Rest des Punkts verstehe ich nicht.

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  3. Dieter, das "Gejammer" kommt daher, dass hier jede Woche deutsche Firmen aus der Solarindustrie insolvent gehen. Selbst Solarworld (lange als einer der Überlebenskandidaten aus Deutschland gehandelt) wird es meiner persönlichen Meinung nach nicht mehr lange machen. Wenn die DB zu einem solch positiven Ausblick kommt, ist das für die Technologie global gesehen sehr erfreulich, nur nützt das den deutschen Angestellten, Bürgern und der deutschen Energiewende sehr wenig, da der Zubau hier (erst einmal) weiter nachlassen wird.

    Man braucht sich doch nur mal die Juwis dieser Nation anzuschauen. Die sind jetzt alle in Thailand, Indien, Brasilien, USA, Chile, usw. unterwegs. Nur an einen - und zwar den größten - Markt traut sich keiner von denen ran: China. Das ist schon ziemlich ironisch - sind doch unsere Gelder vor allem dort hin geflossen in den letzten Jahren. Aber auch die haben jetzt ihre eigenen Industrie-Sorgen.

    Ich teile daher die Meinung (von welcher Institution war die doch gleich?), dass das EEG energiepolitisch versagt hat. DENNOCH möchte ich mal behaupten, dass es nötig und richtig war, um die Technologie voranzubringen. Wir wären niemals an diesem (Gestehungskosten-)Punkt, an dem wir jetzt sind, wenn es das EEG nicht gegeben hätte. Wer weiß schon, ob die Chinesen von sich aus ganz allein die Photovoltaik zu einer Schlüsseltechnologie erklärt hätten? Aber das schreibst du ja selbst, dass die "Subventionen" ihr Ziel erreicht haben.

    Vielleicht ist das einfach ein deutsches Dilemma (wie beim mp3-Codec): wir entwickeln, stecken Gelder in die Adoleszenz einer Technologie und lassen andere diese dann als Gewinnbringer einsetzen, um uns auf der linken Spur zu überholen.

    Es ist halt immer eine Frage des Blickwinkels. Global gesehen wird die Solartechnologie ihren "Siegeszug" fortsetzen, da bin ich mir sicher. Deutschland wird allerdings nicht mehr die Nummer 1 sein.

    Dass PV aber durchaus auch hierzulande Sinn ergibt, zeigt sich an neuen Geschäftsmodellen, die sich ironsicherweise gerade aus den steigenden Strompreisen ergeben. Dadurch können wir z.B. immer mehr Kunden unsere Eigenverbrauchslösungen anbieten, bei denen wir die PV-Anlage auf dem Dach betreiben und einfach den Strom an die Nutzer (untendrunter) verkaufen. Gerade gestern haben wir unser Konzept einer Wohnungseigentümergesellschaft vorgestellt und sehr positive Resonanz erfahren, denn wir können unseren Strom in den meisten Fällen günstiger anbieten, als jeder andere lokale Energieversorger. Das Schöne dabei: mit jeder direkt verbrauchten/verkauften kWh wird keine EEG-Vergütung in Anspruch genommen. Beim entsprechenden Energiehunger des Nutzers kann das natürlich bis zu 100% der produzierten PV-Energie sein - und damit 0% EEG-Förderung der Anlage.

    Insofern: Es hat schon alles seinen (globalen) Sinn.

    Gruß,
    Gregor

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    1. Ich stimme im Wesentlichen zu, nur bin ich mir sicher, wir hätten das auch mit VIEL weniger Geld erreichen können ... Mit weniger Geld und weniger Bubble und weniger Investitionsruinen ...

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  4. Klar, mit weniger Geld. Aber auch mit der gleichen Geschwindigkeit? Was meinst du mit den Investitionsruinen?

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