Schuldenstand nach Maastricht D 2012: 81,9% (+1,5)

Trotz Finanzierungsüberschuss des Staats und des Plus in den Sozialkassen.

Das Plus der Sozialkassen wird in dieser Statistik nicht berücksichtigt, auch das Plus einiger Gebietschaften (Städte). Haben diese jedoch Schulden gemacht (Kaiserslautern, Oberhausen, NRW, Berlin) landen diese in der Statistik. Ziemlich asymmetrisch ...

Auch die Schulden, die der ESM und EFSF gemacht haben, zählen für den Schuldenstand. In der laufenden Verschuldung (dem berühmten Maastricht Defizit) werden die jedoch nicht berücksichtigt, weil dagegen ein Vermögen beim EFSF gebucht wird.

Da war ja selbst meine Resthoffnung, der ich mich für die Haushaltsdefizitwette hingab, vergeblich. Die ESM/EFSF Zahlungen hätten für das Haushaltsminus eh nicht gezählt ...

(Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Ich wette mal wieder was)

Deutsche Bundesbank - Pressenotizen - Deutscher Maastricht-Schuldenstand 2012 steigt mit 2,17 Billionen € auf 81,9 % des BIP

Den Rezessionsteil der Wette habe ich ebenfalls verloren, das Minus im vierten Quartal kam für die Wette zu spät (und war auch zu klein). Da hat mich die Einengung auf Deutschland geschlagen, auf Eurozonenbasis wäre die Wette (gefühlt) aufgegangen. Aber den Slot hat ja niemand gefüllt ...

Die beiden glücklichen Gewinner (Hias und MacT) mögen sich mit ihrem Gewinnwunsch (Bier, Wein (rot/weiss)) und ihrer Adresse bei mir melden.

Update (13:59):

Jetzt habe ich beim Gejammer über die verlorene Wette ganz vergessen, über die "Europa kostet uns ein Vermögen" Teil was zu schreiben ...

Olaf Storbeck hat mich zum Glück auf Facebook daran erinnert.

Die Hilfen, die im Zusammenhang mit der Krise an Inländische (also z.B. die HypoRealEstate und andere Banken) vergeben wurden, summieren sich auf 285 Mrd. Euro oder 11% des BIPs. Die Hilfen, die an die EU für die kriselnden Länder vergeben wurden, machen erst 65 Mrd. Euro oder 2,5% des BIPs aus. So einfach ist das "Europa reitet uns ins Verderben" also nicht.

Man muss bei dem Zahlenvergleich allerdings berücksichtigen, dass bei der Schuldenübernahme von z.B. der HypoRealEstate die gesamten Schulden 1:1 im Maastricht-Schuldenstand landen und die Vermögen auf der anderen Seite komplett unter den Tisch fallen. Diese Zahl ist also tendenziell untertrieben. Die Zahlungen an ESM/EFSF sind hingegen nur Garantien, die relativ kräftig gehebelt sind. Sollten diese Garantien fällig werden, fließt direkt ein Mehrfaches der bisherigen Beträge hinterher. Wirklich vergleichbar sind die Zahlen also nicht.

Update (17.04.13):

So stellt das Handelsblatt das dar ... Irgendwie deutlich alarmistischer ... Die Schulden steigen, wir werden alle sterben ...

Schuldenquote: Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus - Deutschland - Politik - Handelsblatt

1 Kommentar :

  1. Die Partei AfD wird die €urokratie zerbrechen. Zudem werden Schwundgelder gefördert. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

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