USA: Arbeitslosenquote 04/13: 7,5% (-0,1 Vm, -0,6 Vj)

(Nach einem Monat Pause mal wieder ein US-Arbeitsmarktposting von mir ... )

Für den April veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen positiven Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den April 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -83.000 auf 11,659 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +293.000 auf 143,579 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,5% (-0,1 zum Vormonat, 0,6 unter dem Vorjahresmonat).

Weniger Arbeitslose, mehr Arbeitsplätze. Alles fein.

Sogar die Anzahl der NILFs ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, warum auch immer) sank um 83.000. Im Monatsvergleich war also alles in Butter: Die Anzahl der Arbeitskräfte stieg, die Anzahl der Arbeitsplätze stieg, die Anzahl der Arbeitslosen fiel. Im Jahresvergleich sieht es aber schlechter aus. Trotz der Verbesserung am US-Arbeitsmarkt gibt es im Vergleich zum April 2012 noch etwa 1,6 Millionen NILFs mehr, diese 1,6 Millionen sind also nicht mehr dem Arbeitsmarkt zuzurechnen.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese stieg gegenüber der März um 0,1 Zähler auf 58,6% und liegt damit wieder genau auf dem Vorjahreswert (und übrigens auch auf dem Wert von Dezember, Januar und Februar). Das Urteil aus dem Februar-Bericht kann ich daher unverändert stehen lassen:
Wir sehen damit weiterhin einen deutlichen Rückgang bei der Arbeitslosenquote, wodurch sich aber der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nicht verbessert. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung der nötig sind, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im April ebenfalls positiv.

Anzahl der Jobs: +165.000 gegenüber dem Vormonat auf 135,474 Millionen. Dem Plus von 176.000 neuen Jobs im privaten Sektor steht ein Verlust von 11.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber. Der Staat baut weiter Arbeitsplätze ab.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren die wirkliche positive Überraschung. Der Februar wurde um 64.000 auf +332.000 nach oben korrigiert, der März um 50.000 auf 138.000. Insgesamt sind durch die Korrekturen also 114.000 Jobs nachträglich neu hinzugekommen. Inklusive der Korrekturen gab es also 279.000 neue Arbeitsplätze (165.000+64.000+50.000). Diese Zahl inklusive der Korrekturen liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche sank sich im Vergleich zum Vormonat um 0,2 auf 34,4 Stunden, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Minus von 0,1 Stunden. Die Zahl der Überstunden fiel gegenüber dem Vormonat um 0,1 Stunde auf den Vorjahresstand von 3,4 Stunden. Das passt nicht so wirklich zur steigenden Nachfrage der Arbeit und kann als vorsichtiges Warnsignal gelten.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese stieg minimal von 13,8 auf 13,9%. Das ist auch weiterhin spürbar besser als im Vorjahr (14,5%), wenn auch historisch betrachtet immer noch hoch.

Zusammenfassend: Ein guter Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Nach einer gewissen Stagnation im Spätsommer letzten Jahres, wächst die Zahl der Beschäftigten und sinkt die Zahl der Arbeitslosen wieder. Zwar stagniert die Anteil der Beschäftigten betrachtet auf die (wachsende) Gesamtbevölkerung weiterhin (58,6%), aber immerhin hält der Arbeitsmarkt mit der wachsenden Bevölkerung der USA wieder Schritt.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – April 2013 (PDF)

1 Kommentar :

  1. Hi,

    auf Zerohedge haben sie einen seltsames Vorkommnis aus den Zahlen rausgelesen haben wollen:
    http://www.zerohedge.com/news/2013-05-03/jobs-breakdown-age-and-gender-or-no-country-prime-aged-male-workers
    Demnach sind vor allem (junge) Frauen eingestellt worden, die Arbeitsplätze für Männer gingen sogar zurück. Das würde nach Studentennebenjobs oder ähnliches riechen (dazu würde auch die gesunkene Stundenzahl passen).

    Die Branchen die anheuern passen auch dazu:
    http://www.zerohedge.com/news/2013-05-03/where-jobs-were-april

    Insgesamt sieht es so aus, als ob die Konsmaschine der USA sich stabilisiert hat und wieder die klassischen Branchen (Konsum, Gesundheitswesen) die Erholung vorrantreiben.

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