USA: Arbeitslosenquote 05/13: 7,6% (+0,1 Vm, -0,6 Vj)


Für den Mai veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen positiven Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den Mai 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +101.000 auf 11,760 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +319.000 auf 143,898 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,6% (+0,1 zum Vormonat; 0,6 unter dem Vorjahresmonat).

Mehr Arbeitslose, mehr Arbeitsplätze. Stammleser wissen worauf das hinausläuft ...

Die Anzahl der NILFs ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, warum auch immer) sank um 231.000. Diese 231.000 stehen dem Arbeitsmarkt nun plötzlich wieder zur Verfügung. Das sorgt dann trotz der gestiegenen Anzahl an Arbeitsplätzen für eine höhere Arbeitslosenquote. Trotz der Verbesserung am US-Arbeitsmarkt gibt es im Vergleich zum Mai 2012 noch etwa 1,8 Millionen NILFs mehr.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese blieb gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat unverändert bei 58,6% (und übrigens auch auf dem Wert von Dezember, Januar und Februar). Das Urteil aus dem letzten Berichten kann ich daher unverändert stehen lassen:
Wir sehen weiterhin einen spürbare Verbesserung bei der Arbeitslosenquote (diesen Monat mal ausgenommen), wodurch sich aber der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nicht verbessert. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung der nötig sind, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Mai ebenfalls positiv.

Anzahl der Jobs: +175.000 gegenüber dem Vormonat auf 135,637 Millionen. Dem Plus von 178.000 neuen Jobs im privaten Sektor steht ein Verlust von 3.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im aktuellen Report ziemlich unspannend. Das Märzplus wurde um 4.000 auf 142.000 erhöht, das Aprilplus um 16.000 auf 149.000 gesenkt. Das Maiplus von 175.000 war also inklusive der Korrekturen nochmals um 14.000 schwächer. Das liegt etwas unter den Erwartungen der Analysten.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche bliebt bei 34,5 Stunden, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein minimales Plus von 0,1 Stunden. Die Zahl der Überstunden fiel gegenüber dem Vormonat um 0,1 Stunde auf den Vorjahresstand von 3,3 Stunden. Auch hier spiegelt sich die Verbesserung der Arbeitslosenquote nicht wieder.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese sank minimal von 13,9 auf 13,8%. Das ist auch weiterhin spürbar besser als im Vorjahr (14,8%), wenn auch historisch betrachtet immer noch hoch.

Zusammenfassend: Ein durchwachsener Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten wächst zwar weiter, aber da neue/alteArbeitskräfte auf den Markt kommen bzw. zurückkehren, sinkr die Arbeitslosenquote nicht weiter. Außerdem stagniert die Anteil der Beschäftigten betrachtet auf die (wachsende) Gesamtbevölkerung weiterhin (58,6%). Immerhin: Der US-Arbeitsmarkt kann mit der wachsenden Bevölkerung der USA wieder Schritt halten. Mehr aber auch nicht.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – May 2013 (PDF)

Kommentare :

  1. Etwas seltsam sind die NILF natürlich schon. Wenn der Arbeitsmarkt schlecht ist, ziehen sich manche Personen (= Arbeitskraft-Anbieter) aus dem Markt zurück, wenn der Markt sich anschließend verbessert, kehren sie wieder - so weit, so nachvollziehbar. Aber: Wovon leben die Menschen denn in der Zwischenzeit?

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    1. Vom Einkommen des Partners in den meisten Fällen. (Die genaue Definition habe ich mir aber auch noch nie angeschaut. Was ist z.B. mit Studenten? Sind das NILFs, die während der Semesterferien dann keine NILFs mehr sind? Was ist mit Studium?)

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  2. Sind doch im Vergleich zu etlichen europäischen Ländern, wie z.B. Irland oder Spanien, zu diesem Zeitpunkt der Krise traumhaft gute Zahlen. Da zeigt es sich, welchen Wert eine unabhängige Zentralbank hat, die Schrottpapiere aufkauft und so den Finanzsektor bereinigt, während bei uns die Geldinstitute beim Blick in die eigenen Keller in Schockstarre verharren und so jede positive wirtschaftliche Entwicklung verhindern. So niedrig kann kein Leitzins sein, dass er das Grauen in den Kellern vergessen lässt. Statt sich um dieses Problem zu kümmern, beschäftigen wir uns mit Staatsschuldenquoten und Leistungsbilanzen, als sei Brüning wieder auferstanden. Da wollen wir mal hoffen, dass sein Nachfolger, der den Unsinn dann beendet hat, nicht auch wieder aufsteht, obwohl hier und da schon eine gewisse Morgenröte zu sehen ist.

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  3. Also aus meiner Sicht sind dies eher enttäuschende Arbeitsmarktzahlen! Gerade für den Monat Mai, wo bekanntlich die Arbeitslosenquoten eher saisonal runter gegangen sind!

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