USA: Arbeitslosenquote 06/13: 7,6% (+0,0 Vm, -0,6 Vj)

Für den Juni veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen leicht positiven Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den Juni 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +17.000 auf 11,777 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +160.000 auf 144,058 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,6% (unverändert zum Vormonat; 0,6 unter dem Vorjahresmonat).

Mehr Arbeitslose, mehr Arbeitsplätze. Stammleser wissen worauf das hinausläuft ... Nee, diesen Monat nicht ...

Die Anzahl der NILFs ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) stieg nämlich leicht um 12.000. Die steigende Anzahl sowohl von Arbeitssuchenden wie Beschäftigten lag ausnahmsweise mal nicht daran, dass plötzlich ein Horde ehemaliger NILFs wieder als dem Arbeitsmarkt zugehörig gezählt wurden. Man vergisst es aus europäischer Sicht oft, aber die USA bleiben ein Land, in dem die Bevölkerung wächst. Bei einem stabilen Arbeitsmarkt kann also sowohl die Zahl der Beschäftigten und die Zahl der Arbeitslosen und die Zahl der NILFs steigen. Es muss halt nur die Gesamtbevölkerung stark genug steigen ...

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese stieg gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat um 0,1 Punkte auf 58,7%. Das Urteil aus dem letzten Berichten ist daher weiterhin gültig:
Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote (die letzten beiden Monate mal ausgenommen) verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nicht (bis kaum). Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Mai ebenfalls leicht positiv.

Anzahl der Jobs: +195.000 gegenüber dem Vormonat auf 135,902 Millionen. Dem Plus von 202.000 neuen Jobs im privaten Sektor steht ein Verlust von 7.000 Jobs im öffentlichen Sektor gegenüber. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Zuwachs der letzten 12 Monate.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im Juni-Report der spannendste. Das Aprilplus wurde um 50.000 auf 199.000 erhöht, das Maiplus um 20.000 auf 195.000 gesenkt. Rechnet man die Aufwärtskorrekturen der beiden Vormonate von insgesamt 70.000 in das Juniplus ein erhält man ein Gesamtplus von 265.000. Das liegt deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt eher 150.000 bis 160.000 neue Arbeitsplätze erwartet haben.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche bliebt bei 34,5 Stunden, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein minimales Plus von 0,1 Stunden. Die Zahl der Überstunden stieg minimal um 0,1 Stunde gegenüber dem Vorjahr auf den Vormonatsstand von 3,3 Stunden. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden und spiegelt ganz gut die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese sprang kräftig von 13,8 auf 14,3%. Das ist der erste Mal seit Monaten, dass sich dieser Indikator deutlich verschlechtert. Der Wert ist zwar noch besser als im Vorjahr (14,8%), allerdings war das Minus schonmal spürbar größer als die 0,5 Prozentpunkte.

Zusammenfassend: Ein leicht positiver Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten wächst zwar weiter, aber da die Bevölkerung ebenfalls wächst, sinkt die Arbeitslosenquote nicht weiter. Daher stagniert der Anteil der Beschäftigten betrachtet auf die Gesamtbevölkerung. Positiv im Juni-Bericht sind sicherlich die Aufwärtskorrekturen der Vormonate, negativ die steigende U-6 Quote.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – June 2013 (PDF)

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