USA: Arbeitslosenquote 09/13: 7,2% (-0,1 Vm, -0,6 Vj), aber nur 148.000 neue Jobs

Für den September veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics (deutlich verzögert durch den Shutdown) einen eher schwachen Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den September 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -61.000 auf 11,255 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +133.000 auf 144,303 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,2% (-0,1 zum Vormonat; -0,6 zum Vorjahresmonat).

Getrübt wird die gesunkene Arbeitslosenquote durch den Anstieg der NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer). Diese stieg nämlich kräftig um 136.000, also mehr als das Doppelte des Rückgangs der Arbeitslosenzahl.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese blieb wie im Vormonat bei 58,6% und liegt 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Das Urteil aus den letzten Berichten bleibt daher weiterhin gültig:
Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nicht. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, enttäuschen im September ebenfalls.

Anzahl der Jobs: +148.000 gegenüber dem Vormonat auf 136,290 Millionen. Zum Plus von 126.000 neuen Jobs im privaten Sektor kommt ein Zuwachs von 22.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Bereits im August gab es bei den Jobs im öffentlichen Sektor ein deutliches Plus von 32.000. Das ist der erste signifikante Arbeitsplatzaufbau des Staatssektors seit langer Zeit.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im September-Report relativ unauffällig. Das Juli-Plus wurde um 15.000 auf 89.000 reduziert, das August-Plus dagegen deutlich um 24.000 auf 193.000 nach oben korrigiert. Beides zusammen hebt sich in etwa auf.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche blieb bei 34,5 Stunden. Das war auch der Wert des Vorjahresmonats. Die Zahl der Überstunden änderte sich ebenfalls nicht und lag bei 3,4 Stunden. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden (genau wie die Anzahl der Arbeitswochenstunden bei 34,4 und 34,5 Stunden) und spiegelt ganz gut die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst leicht, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese ist nach einer Spitze im Juni bei 14,3% inzwischen wieder auf 13,6% gefallen. Damit hat sich der kräftige Anstieg aus dem Juni (13,8 --> 14,3%) komplett in Luft aufgelöst. Auch die Differenz (1,1) zum Vorjahresmonat (14,7%) ist wieder auf den üblichen Wert der letzten Monate geklettert. Hier scheint es also weiter Fortschritte zu geben (es sei denn, die "Halbbeschäftigten" haben ganz aufgegeben und werden jetzt als NILFs gezählt)

Zusammenfassend: Ein eher schwacher Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenquote geht ausschließlich auf die Umbuchung von Arbeitskärften in die NILFS zurück. Die Anzahl der neuen Arbeitsplätze in den Establishment-Daten lag deutlich unter den Erwartungen. In den anderen Zahlen lässt sich aber keine deutliche Verschlechterung ablesen, aber eine Verbesserung (was man angesichts der gesunkenen Arbeitslosenquote vielleicht denken könnte) war es eben auch nicht.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – September 2013 (PDF)

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