Aluminium und Hunger hängen nicht zusammen. Oder doch?

Es war eine der großen Diskussionen in den letzten Jahren:

Führt die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu Hunger und am Ende sogar zu Hungertoten?

Die Frage ist nicht so eindeutig zu beantworten. Denn neben armen Nahrungsmittelverbrauchern gibt es auch arme Nahrungsmittelerzeuger. Und während die einen (Verbraucher) unter spekulativ getriebenen Nahrungsmittelpreisen leiden, profitieren andere eben auch davon. Die Anzahl der Verbraucher ist zwar deutlich höher, aber man sollte auch nie vergessen, dass ein großer Teil der Landflucht in armen Ländern darauf beruht, dass man mit Landwirtschaft bei den aktuell niedrigen Preisen einfach nicht ausreichend verdienen kann. Es wird zwar mehr Verbraucher als Erzeuger am Existenzminimum geben, aber nun ja, es gibt die andere Seite eben auch. Zweischneidige Geschichte, die gar nicht so eindeutig ist, wie die Lobbyisten das gerne hätten. (Ich habe den Gedanken schon mal länger aufgeschrieben, finde das aber nicht wieder ...).

Aufgrund des großen Drucks der Öffentlichkeit haben sich viele deutsche Banken inzwischen aus dem Handel mit Rohstoffen komplett zurückgezogen.

Ein zweites Argument, das vorrangig aus der wirtschaftswissenschaftlichen Ecke kommt, ist: Einen so großen Markt kann kein Spieler entscheidend manipulieren. Vor allem nicht über einen längeren Zeitraum. Es gibt immer ausreichend viele andere Spieler, die die Positionen auf der Gegenseite einnehmen können. Daher würde sich jeder Manipulationsversuch über den Markt irgendwann von alleine erledigen. Es gibt höchstens größere Schwankungen, aber im Schnitt keinen unfairen Preis.
(Was übrigens für die Diskussion über Hungernde völlig Wurscht ist, denn jemandem der gerade verhungert ist, nützt es nichts, wenn sich im langfristigen Durchschnitt der Preis wieder normalisiert. Wenn in Jahr 1 und 2 der Preis spekulativ über dem normalen Niveau lag und er dann stirbt, hilft ein Preis unter dem normalen Niveau in Jahr 3 und 4 nicht mehr wirklich ...
Oder wie geht der alte Witz? Welchen Beruf haben Menschen, die in Flüssen mit einer durchschnittlichen Tiefe von 1,20m ertrinken? Statistiker).

Nun gut, tun wir aber mal so, als wäre an diesem Argument doch was dran ... Denn da gab es in der jüngeren Vergangenheit doch einige Hinweise, dass eine Marktmanipulation sehr wohl erfolgen kann.

Neuester Fall ist die Klage eines Aluminiumverbrauchers in den USA, der die Investmentbank Goldman Sachs und die London Metal Exchange (die wichtigste Rohstoffbörse in Europa) verklagt hat. Diese hätten ein Kartell gebildet, um den Preis von Aluminium künstlich nach oben zu treiben. Im Endeffekt soll Goldman Sachs so große Mengen Aluminium gekauft und gelagert haben, dass der Preis deutlich über dem Normalwert gelegen hätte. Die Aluminium verarbeitende Firma klagt deshalb nun.

Interessant, dass man das mal vor Gericht klären lässt. Kann man wirklich einen solchen Markt cornern und die Preise künstlich hoch halten?

Im Zeitalter der LIBOR Manipulationen (ein Markt, der Hunderte Billionen Dollar schwer ist) traut man den Banken heute sicherlich mehr zu als früher ... Es gibt ja nichts, was die Banken nicht manipulieren würden. Die Strafen, mit den Banken heute überzogen werden, sind ja durchaus signifikant. Bei der Deutschen Bank haben Strafen und Entschädigungen im letzten Quartal die Hälfte des Gewinns gekostet (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Deutsche Bank: Hebel noch immer bei 33) oder auch JP Morgan, wo seit 2011 8 Mrd. Dollar Ausgaben bzw. Rückstellungen für Gerichts- und Anwaltskosten, Strafen und Entschädigungen bezahlt bzw. zurückgestellt wurden (Der "Wal von London" kommt ungeschoren davon - wsj.de. Für 7 Mrd. davon gibt es bei The Daily Beast eine detaillierte Aufstellung: JPMorgan Chase’s Crazy Fine Tally - The Daily Beast).

Mal schauen, was aus der Aluminium-Nummer wird.

Goldman Sachs und Metallbörse LME unter Kartellverdacht - wsj.de

Wer das jetzt auf lustig erklärt haben will:

Jon Stewart ähm John Oliver über das Cornering des Aluminium-Markts durch Goldman Sachs.

Hab ich in letzter Zeit eh zu selten verlinkt.

Apropos zu selten verlinken: Acemaxx Analytics hat auch einen Artikel zur Rohstoffpreismanipulation der Banken:

ACEMAXX-ANALYTICS: Banken im Rohstoffgeschäft: wettbewerbswidrig und monopolistisch

Fazit daraus:

Die grossen Finanzunternehmen sind mittlerweile so gross geworden und mit der Wirtschaft so verknüpft, dass sie klassische Anzeichen einer Monopolstellung aufweisen: Absprachen und wettbewerbswidrige Verhalten treiben die Preise hoch und reduzieren den sozialen Wert, der durch freie Märkte bereitgestellt wird, hält Johnson als Fazit fest. Solche Unternehmen erhöhen nicht nur die Preise für Verbraucher, sondern sie geniessen gleichzeitig auch eine staatliche Unterstützung finanziert durch die Steuerzahler, wenn ihr Geschäft schiefgeht.

Ich kann dem nur beipflichten. Wer in der Argumentation pro bzw contra Spekulation auf Nahrungsmittel für die Pro-Seite argumentiert, muss davon ausgehen, dass der faire bzw. effiziente Markt für einen Interessensausgleich sorgt. Das Problem dabei ist: Wie die Skandale zeigen, ist der Markt nicht fair. Die Finanzbranche ist mächtiger als die Produzenten. Und diese Macht nutzen die Banken schamlos aus. Manchmal ganz sauber, aber oft in der Grauzone (moralisch verwerflich, aber nicht strafbar), in der Dunkelgrauzone (moralisch verwerflich und mglw. strafbar) oder ganz schwarz (klar strafbar).

Wenn man nicht mehr davon ausgehen kann, dass es im Rohstoffhandel einen fairen Markt gibt, fällt eigentlich jedes Argument Pro-Rohstoffspekulation in sich zusammen ...

Bundesliga-Tippspiel 2013/2014. Los geht's.

So, ich mache mal wieder 2 Tippspiele.

1: Das normale, also jeden Spieltag tippen.


Läuft wie gehabt über Kicktipp. Regeln bleiben unverändert.
2 Punkte für richtigen Toto-Tipp.
3 Punkte für richtigen Toto-Tipp + richtiger Tordifferenz (ja für drei Punkte ist 1:0 ist wie 3:2 wie 7:6, aber 7:6 tippen ist ziemlich sicherer Verlust für die 4-Punkte-Möglichkeit ...).
4 Punkte für komplett richtigen Tipp.
Denkt an die Sondertipps (wenn es klappt, habt ihr bis zum dritten Spieltag Zeit, aber ich würde sicherheitshalber trotzdem sofort tippen; wenn es so ist wie bei den Spieltagen, kann man bis zum Stichpunkt ändern).

Zum Spiel geht's hier --> Kicktipp: dwwdw (Gibt's übrigens auch als App für's iPhone, Android weiss ich nicht).

2. Das Tabellentippspiel

Dann noch das Tabellentippspiel. Ich habe überlegt, dieses Mal bis zum Ende der Transferperiode zu warten, aber irgendwie ist dann schon der vierte Spieltag um. OK, dann wüsste man, wie die Mannschaft des HSV nach dem Fehlstart ;) endgültig aussieht, aber dann wäre der Wettbewerb gegen die Profis, die alle vor dem ersten Spieltag tippen, unfair.

Die Regeln im Detail:
Für den richtigen Meistertipp gibt es 2 Punkte, für die Champions League Plätze (1-4) 2 Punkte für die anderen Europa-Plätze (1-6) ebenfalls 2 Punkte. 
Wer den Meister richtig hat bekommt also 2 Punkte (Platz 1 richtig)+ 2 Punkte (Platz 1-4 richtig) + 2 Punkte (Platz 1-6 richtig). Wird der getippte Meister nur Zweiter gibt es 0+2+2 Punkte wird der getippte Meister nur 5. gibt es 0+0+2, landet er sogar außerhalb der europäischen Wettbewerbe gibt es keinen. 
Genauso funktioniert das in die andere Richtung: Wir der ursprünglich auf 2-4 getippte Verein Meister gibt es 0 Punkte für den Meistertipp aber 2 Punkte für "richtig zwischen 1-4 und 2 Punkte für "richtig zwischen 1 und 6.
Für die Absteiger auf Platz 16-18 (yepp, Relegation zähle ich mit) gibt es jeweils drei Punkte.
Davon abgezogen werden die Abweichungen der Platzierungen: Also wenn eine Mannschaft 8. wird und du hast 12. gesagt gibt es vier Miese. Ob die Abweichung nach oben oder nach unten erfolgt, ist Wurscht; es gibt immer nur Miese.
Am Ende werdet ihr nahezu sicher in den negativen Zahlen landen. Man kann schließlich nur bei 9 Mannschaften Punkte sammeln, aber bei 18 daneben liegen.
Bei den Profis, die außer Konkurrenz mitspielen, habe ich bisher nur die WAZ. Die FTD ist ja ausgeschieden und wir wissen auch warum: Zu schlechter Sportteil.

Die Bayern verteidigen den Titel, der SC Freiburg steigt ab | WAZ.de

1:FCB
2:BVB
3:S04
4:LEV
5:BMG
6:VW
7:VfB
8:SAP
9:FRA
10:HSV
11:M05
12:FCN
13:BER
14:H96
15:FCA
16:BRE
17:SCF
18:BRN

Wer weitere findet (der Kicker hat den Tabellentipp der Profis leider nicht mehr), kann mir gerne Hinweise schicken. Irgendwo bei @Spielvrlagerung oder 11Freunde oder Spox oder oder wird es doch noch Profis geben, die sich gerne blamieren ;)

Zur Orientierung noch zwei Listen von Profis. Genauer gesagt eigentlich mehrere.

Zuerst die Liste nach den geschätzten Marktwerten der Spieler von Transfermarkt.de. Die Spalte ganz rechts enthält die aktuellen Werte:


Darin sind für mich doch einige Überraschungen, z.B. hätte ich Freiburg nach dem kräftigen Aderlass im Kader weiter unten gesehen. Das gleiche gilt für Nürnberg.

Dann noch der Tipp von Goalimpact. Goalimpact berechnet den Wert eines Spielers aufgrund seiner Einsatzzeiten und den Toren, die während seiner Einsatzzeiten gefallen sind. Dabei gibt es keine einzelne Bewertung der Spieler, das Tor zählt für alle 11 (oder 10 oder 9) Spieler, die auf dem Platz stehen. Probleme hat der Algorithmus logischerweise bei Spielern, die die Liga gewechselt haben, wenn die Liga aus der er kommt, deutlich schwächer ist als die Bundesliga. Konkret hier bei den Aufsteigern aus Liga 2 und z.B. Braunschweig und Hertha. Interessant auch die sehr schwache Einordnung von Bremen, das nach den Marktpreisen deutlich höher stehen sollte.


Darin auch der Tipp nach den Wettquoten von Bwin, der den Konsens ganz gut abbildet.
Die ClubElo-Liste kenne ich nicht, vermute aber schwer, dass das eine Liste ist, in der (wie in der Schachrangliste) Siege gegen starke Gegner mehr Punkte bringen als gegen schwache. Wenn man alle Mannschaften in eine große Rangliste einsortiert, sollten damit auch Mannschaften aus unterschiedlichen Ligen vergleichbar werden, zumindest wenn es ausreichend viele Partien zwischen Teams in unterschiedlichen Ligen gibt. Bei den Mannschaften, die in europäischen Wettbewerben spielen, sollte das ganz gut funktionieren. In der unteren Tabellenhälfte (oder in Liga 2) wird das wohl deutlich schwieriger.

Goalimpact: Prediction: Final Standings of Bundesliga 2013/2014

So, ihr könnt jetzt mal in Euch gehen und euren Tipp in die Kommentare schreiben (wenn Ihr eine Homepage, Twitter-Profil etc. habt und das verlinkt werden soll, müsst ihr mir das natürlich auch sagen). Bitte nehmt die Kürzel wie oben (wer nett ist, kann das auch direkt in das Google Spreadsheet eintragen). Ihr könnt gerne Anmerkungen dran schreiben wie "Trainer taugt nichts"

Ich bin selber noch nicht mit dem Kicker-Sonderheft durch und sehe mich daher noch nicht in der Lage, meinen Siegertipp abzugeben. Kommt dann morgen ...

Viel Spaß beim Grübeln und Tippen.

P.S. Wenn jemand coole Sachen an dieser Stelle platzieren will, die als Preis für ein Bundesligatippspiel taugen, bitte Mail an mich. Ja ich meinen Dich, Chef von Apple Deutschland.

Update (08.08.13):

So hier mein Tipp. Ich finde das dieses Jahr sehr schwierig, weil im Prinzip für die Plätze 5-7 sechs bis acht Mannschaften in Frage kommen, genau wie für die zwei Abstiegsplätze neben Braunschweig.

1:FCB (was soll man sagen ...)
2:BVB (Abstand wird nach unten größer, nach oben enger)
3:S04 (eingespielter als LEV, bei normalem Saisonverlauf vor LEV)
4:LEV (fällt Kießling aus, Platz 8. Harmonieren Kießling und Son, ist auch mehr drin. Abwehr aber neu formiert und potenziell wacklig)
5:BMG (Mannschaft sehr jung, sehr guter Trainer, dieses Jahr wirds was)
6:VW (sehe die wahrscheinlich wie letztes Jahr zu positiv, aber dieses Mal haben die wirklich einen guten Trainer ;) )
7:VfB (punktuell gut verstärkt, keine großen Abgänge)
8:H96 (yepp, vor dem HSV; mein wackligster Tipp, weil die Abgänge schon wichtig waren)
9:HSV (Taugt der Trainer? RvdV zu alt, Son-Abgang nicht zu verkraften, Rudnevds passt nicht zum Spielsystem von Fink. Auch 4 Plätze weniger würden mich nicht überraschen.)
10:FRA (guter Trainer, Platzierung hängt viel an der Doppelbelastung. Fliegen die früh raus, ist in der Liga mehr drin, aber auch umgekehrt)
11:BRE (weit weg von Abstieg, aber auch internationalem Wettbewerb. Keine guten Verstärkungen, noch zu viel Problemfälle in der Mannschaft. Dutt kann's aber)
12:SAP (Idee mit eigenen Leuten ist richtig, braucht aber Zeit)
13:M05 (guter Trainer, Abgänge nicht ganz unwichtig. Selbst ausgegebenes Ziel "einstelliger Tabellenplatz" erscheint mir zu optimistisch; erwarte eher Tendenz nach unten)
14:BER (Willkommen zurück alte Dame. Bleibst drin. Eingespieltes Team, guter Trainer. Wie bei jedem Aufsteiger von Tag 1 an Kampf gegen den Abstieg)
15:SCF Gefahr ist ganz klar ein langes Verbleiben in der Doppelbelastung in Europa (was in dieser Platzierung drin steckt). Guter Trainer, aber IMHO sehr viele wichtige Abgänge. Wenn Unruhe aufkommt, kann aus Streich auch schnell unbeliebter Grantler à la Schaaf werden, dem die Mannschaft nicht mehr zuhört.
16:FCA (weiterhin vglw. schwacher Kader (siehe Goalimpact 18 und Transfermarkt 17), aber klares Ziel "Kein Abstieg", auf das Mannschaft, Trainer und Umfeld eingeschworen sind)
17:FCN (joah, damit bin ich wahrscheinlich der einzige, aber ich schätze die Qualität der Abgänge höher ein als die der Zugänge. Außerdem halte ich nichts von Wiesinger).
18:BRN (tut mir leid. Ab Spieltag 8 würde ich als Eintracht-Fan anfangen, dem Kräuterschnaps zuzusprechen)

USA: Arbeitslosenquote 07/13: 7,4% (-0,2 Vm, -0,6 Vj), 162.000 neue Jobs

Für den Juli veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen leicht positiven Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den Juli 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -263.000 auf 11,514 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: +227.000 auf 144,285 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,4% (-0,2 zum Vormonat; -0,8 zum Vorjahresmonat).

Etwas getrübt wird die deutlich gesunkene Arbeitslosenquote durch den Anstieg der NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer). Diese stieg nämlich kräftig um 240.000. Das frisst fast den kompletten Rückgang der Arbeitslosenzahl auf.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese blieb wie im Vormonat bei 58,7%, ist aber 0,2 Prozentpunkte höher als Vorjahr. Das Urteil aus den letzten Berichten bleibt daher weiterhin gültig:
Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur marginal. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Arbeitslosenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Juli ebenfalls leicht positiv.

Anzahl der Jobs: +162.000 gegenüber dem Vormonat auf 136,082 Millionen. Zum Plus von 161.000 neuen Jobs im privaten Sektor kommt ein Zuwachs von 1.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das ist der erste Zuwachs bei Jobs im öffentlichen Sektor seit (gefühlt) dem Krieg, aber mindestens seit der Rezession.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im Juli-Report relativ unauffällig. Das Mai-Plus wurde um 19.000 auf 176.000 gesenkt, das Juniplus ebenfalls um 7.000 auf 188.000. Rechnet man die Abwärtskorrekturen der beiden Vormonate von insgesamt 26.000 in das Juliplus ein, erhält man ein Gesamtplus von nur noch 136.000. Das liegt deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die teilweise deutlich über 200.000 neue Arbeitsplätze erwartet haben.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche sank gegenüber Juni leicht um 0,1 auf 34,4 Stunden. Das war auch der Wert des Vorjahresmonats. Die Zahl der Überstunden sank gegenüber dem Vormonat um 0,2 Stunden auf den Wert des Vorjahresmonats. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden (genau wie die Anzahl der Arbeitswochenstunden bei 34,4 und 34,5 Stunden) und spiegelt ganz gut die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese sank deutlich von 14,3% auf 14,0%. Damit hat sich der kräftige Anstieg aus dem Juni (13,8 --> 14,3%) etwa zur Hälfte wieder in Luft aufgelöst. Auch die Differenz (0,9) zum Vorjahresmonat (14,9%) ist wieder auf den üblichen Wert der letzten Monate geklettert. Hier scheint es also weiter Fortschritte zu geben (es sei denn, die "Halbbeschäftigten" haben ganz aufgegeben und werden jetzt als NILFs gezählt)

Zusammenfassend: Ein ziemlich zerrissener Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Die Haushaltsumfrage zeigt einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenquote, allerdings auch satte 240.000 neue NILFs. Die Anzahl der neuen Arbeitsplätze wird in der Haushaltsumfrage mit 227.000 angegeben (was ein guter Wert wäre), in den Establishment-Daten aber nur mit +162.000 (inkl. der Korrekturen sogar nur +136.000). Schwierig zu bewerten, ob das jetzt ein guter oder ein schlechter Bericht war. Sicher ist auf jeden Fall eines: So gut wie es die um 0,2 Prozentpunkte gesunkene Arbeitslosenquote weis macht, war der Bericht als Ganzes nicht.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – July 2013 (PDF)

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