FAZ: Allensbach-Analyse: Stille Liebe zur Planwirtschaft. IMHO keine Überraschung.

(Es klingt zwar leider besserwisserisch aber ...) Überraschend finde ich das nicht.

Bei nahezu jedem Artikel, in dem es irgendwie um das Spannungsfeld "Markt vs Staat" geht, gibt es deutlich mehr positive Reaktionen "Pro Staat" als "Pro Markt". (Vielleicht sieht das im Forum der FAZ anders aus, hier (und wir sind hier nicht bei den Nachdenkseiten) ist es aber schon anders.

Irgendwie ist den Deutschen die "soziale Marktwirtschaft" zwar ganz sympathisch, aber was das eigentlich ist, ist wohl schon unklar. Das ganze kann man halt sowohl mit dem Schwerpunkt auf "sozial" wie auch auf "Markt" interpretieren.

Warum reagiert der Deutsche so unterschiedlich auf "Markt" und "Staat"? Ich versuche mal eine Erklärung, wie die Mehrheit in diesem Lande denkt.

Für den Durchschnittsmenschen sind die positiven Wirkungen von "sozial" direkt spürbar (Mindestlohn, Rente, Gesundheit, ...), die positiven Wirkungen von "Markt" (beste Preise, effiziente Allokation von Ressourcen) hingegen bleiben abstrakt. Dem "beste Preise durch Wettbewerb" steht z.B. gleich ein "wird eh immer alles teurer" gegenüber.

Die negativen Auswirkungen von "sozial" hingegen sind relativ abstrakt (weniger Freiheit, mehr Bürokratie, hohe Kosten, Geld kommt oft nicht da da an, wo es hin müsste), die negativen Auswirkungen von "Markt" hingegen versteht jeder (hohe Managergehälter, Gier, Ausbeutung, ...).

Diese ziemlich asymmetrische Aufnahme von Positivem und Negativem wird noch asymmetrischer, wenn man sich die Lösungsvorschläge für die diversen Probleme auf beiden Seiten (Staat und Markt) anschaut.

Gibt es Probleme beim Staat wird quasi immer nach dem Staat als Problemlöser gerufen, an "mehr Markt" denkt dabei kaum jemand. Probleme beim "Markt" muss ebenfalls immer der Staat lösen. Dem Markt traut man das nicht zu, nicht einmal, wenn der Staat durch neue Gesetze die Leitplanken neu aufstellt. Nicht gerade wenige sind sofort für eine permanente Einmischung des Staats.

Mich verwundert immer, wie viel die Mehrheit der Deutschen dem Staat zutraut. Dabei ist die Liste der großen Projekte, die die Politik (also der Staat) in den letzten Jahrzehnten an die Wand gefahren hat, nicht gerade kurz. Und dabei denke ich nicht an Peanuts wie zu teure Philharmonien (auch Unternehmen sollen Milliarden in Stahlwerken in Alabama versenken), sondern an die richtig großen Dinge wie die Energiewende oder Europa - auch wenn es bei letzterem noch Resthoffnung gibt.

Ich will jetzt hier den Markt nicht als Allheilmittel preisen. Das ist der Markt nicht. Und er ist in vielen Fällen auch eher das Problem als die Lösung. Aber das ist der Staat eben oft genug auch. Vor allem ist der Staat nicht immer und in allen Fällen die einzige mögliche Problemlösung.

Wenn eine Mehrheit der Deutschen von mehr Staatseinfluss sinkende Preise erwartet (mit Marktwirtschaft verbinden 49% hohe Preise, mit Staatswirtschaft nur 35%), sieht man wie verzerrt die Wahrnehmung über die Macht und den positiven Einfluss des Staats in der Bevölkerung ist. Es gibt keinerlei positive Vorbilder (weder in Deutschland noch im Ausland), trotzdem traut die Bevölkerung dem Staat irgendwie zu, die Preise für Kartoffeln senken zu können. Strange.

Allensbach-Analyse: Stille Liebe zur Planwirtschaft - Inland - FAZ

Immerhin: Den Punkt "Wohlstand" verbindet mit 66% eine klare Mehrheit mit der Marktwirtschaft (nur 26% denken an die Staatswirtschaft).

Warum steigen Bitcoins immer weiter?

Ich bin ja sicherlich nicht der Einzige, der sich fragt, warum Bitcoins immer mehr wert werden. Vielleicht mal ein guter Zeitpunkt, sich einen Überblick über die möglichen Gründe für den Kursanstieg (und die damit die Nachrichten der letzten Wochen) zu beschaffen.

Heute ging der Kurs zum ersten Mal über 600$ (und auch über 450 Euro). Die Charts sind absolut beeindruckende LUNRO-Charts (links unten nach rechts oben). Egal welchen Zeitrahmen man wählt.

Seit März 2013:


Seit Anfang November:


Nur warum das alles? Darüber kann man nur spekulieren und man wird wohl kaum auf den einen wahren Grund stoßen. Aber nun ja, es macht  Spaß und ist auch ein spannendes Thema.

Das Bitcorati Blog hat 10 mögliche Gründe ausgegraben. Ich stelle diese kurz vor und gebe meinen Senf dazu ab:

1) Bitcoin hat durch die Schließung von Silk Road an Renomee gewonnen. Über Silk Road Coin konnte man allerlei illegale Dinge kaufen, von Drogen bis hin zu Auftragsmördern. Bitcoin hat die Verhaftung des Silk Road Gründers aber - bis auf einen kleinen Kursrücksetzer - sehr gut verkraftet. Dass Bitcoin danach besser als je zuvor dasteht, beweist für viele, wie solide die Basis für Bitcoins ist. Investoren denken so. Durchaus valide.

2) Der Shutdown in den USA hat belegt, wie problematisch das normale Geld- und Wirtschaftssystem sei. Für mich ein eher schwaches Argument. Das mag aus US-Sicht aber durchaus anders sein.

3) Die Nachfrage aus China ist gestiegen. Wenn man sich die Umsätze der chinesischen Bitcoin-Wechselbörsen anschaut, ist das sehr valide. IMHO möglicherweise einer der zwei Hauptgründe für den Bitcoin-Kursanstieg.

4) Steigendes Interesse von Großanlegern. Die Nachrichten sind da, teilweise wird Bitcoin schon als Alternative zu Gold gehandelt. Ob die Investments von 5 oder 10 Millionen wirklich den Markt bewegen (der inzwischen immerhin etwa 6 Mrd. Dollar groß ist), wage ich aber zu bezweifeln. Der psychologische Aspekt dieser Investments dürfte deutlich wichtiger sein.

5) Neue Venture-Capital-Investments in Bitcoin Dienstleister. Auch hier ist die Nachrichtenlage eindeutig. Diese Investments sind da. Und auch das dürfte die Einschätzung, dass Bitcoins ein sinnvolles Geschäftsmodell enthalten, unterstützen. Sorgt für mehr Vertrauen.

6) Es gibt immer mehr und immer bessere Bitcoin-Wechselstuben. Ebenfalls richtig beobachtet. Gerade in China dürfte die Verfügbarkeit einer lokalen Wechselbörse, die nicht hinter dem "eisernen Fixer-Wechselkurs-Vorhang" sehr wichtig für die Verbreitung von Bitcoins gewesen sein.

7) Es wird immer schwieriger, Bitcoins zu fördern. Daher steigen ehemalige "Miner" jetzt einfach mit Geld ein. Der erste Teil ist  richtig. Seit die Spezialchips verfügbar sind, kann man mit einem normalen PC oder normaler Grafikkarte nichts mehr reissen. Trotz des steigenden Bitcoin-Kurses braucht man für die Erzeugung mehr Strom als die Bitcoins am Ende wert sind. Ob der zweite Teil der Überlegung, dass die ehemaligen Miner jetzt einfach Spekulanten werden, erscheint mit fragwürdig. Vor allem weil die Anzahl der Miner wohl kaum ausreichen dürfte, um den Kurs nachhaltig zu treiben (Markvolumen 6 Milliarden Dollar).

8) Regierungen haben Bitcoins nicht behindert. Es gab in einigen Ländern Verwaltungsanordnungen, die sich mit der Gültigkeit von Bitcoins beschäftigt haben. In Thailand wurden Bitcoins schlicht verboten, in anderen Ländern war das aber deutlich positiver für die neue virtuelle Währung. In Deutschland akzeptiert das Finanzamt inzwischen Rechnungen in Bitcoins (allerdings keine Steuerzahlungen), in Kanada gibt es sogar einen Bitcoin-Geldautomaten.
Das Ganze ist aber ein zweischneidiges Schwert. Bisher war die Regulierung relativ harmlos, das könnte aber auch deutlich strenger werden. Die Gefahr, dass Bitcoins "zu Tode reguliert" werden, besteht IMHO weiterhin. Bisher wird das Mehr an Regulation auf jeden Fall positiv interpretiert und erhöht das Vertrauen der Bitcoinianer.

9) Die Anzahl der Akzeptanzstellen ist deutlich gestiegen. Ebenfalls eine richtige Beobachtung, allerdings fehlt der richtige Durchbruch hier weiterhin. Das wäre z.B. eine Akzeptanz von Bitcoins durch Paypal, Amazon, Ebay, Apple, Google oder andere IT-Schwergewichte (siehe Ebay kann sich Bitcoins als Zahlungsmittel vorstellen - Digital - Süddeutsche.de - egghat's not so micro blog). Ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige aktuell auf so einen Durchbruch auch einfach nur spekulieren. Fakt ist: Eine Weltreise nur mit Bezahlung über Bitcoins ist noch verdammt schwierig, sieh Mit Bitcoins rund um die Welt - WSJ.de. Und ähem hüstel ... es gibt eine Akzeptanzstelle mehr ... hüstel ...

10) Erhöhte Aufmerksamkeit.  Das ist sicherlich ebenfalls wahr. Bitcoins werden inzwischen nicht mehr nur in eingeweihten CCC-Circeln (;) )benutzt, sondern sind inzwischen wohl jedem, der sich irgendwie in der Schnittmenge von Wirtschaft und IT bewegt, ein Begriff. Das sorgt für eine stetig steigende Anzahl von möglichen Bitcoin-Käufern und auch für mehr Akzeptanzstellen.

Am Ende bleiben wahrscheinlich zwei Hauptgründe: China und ein (aus mehreren Gründen) gestiegenes Vertrauen. Wobei das gestiegene Vertrauen wohl auch mehr auf wirklich gestiegenes Vertrauen zurück geht, sondern mehr auf Ängste, die sich in der Zwischenzeit zerstreut haben.

10 Reasons Why The Value Of Bitcoin Is Skyrocketing

Der dritte Hauptgrund (der mir persönlich in der Liste oben fehlt) ist IMHO weiterhin schlichtweg Spekulation. Es ist erfahrungsgemäß relativ egal, was auf der Welt solche LUNRO-Charts aufweist, eines ist sicher: Nichts lockt Spekulanten zuverlässiger an. Vor allem wenn es um etwas geht, dass man relativ problemlos zurück in "normale" Währung umtauschen kann. Und eventuell genauso wichtig: Etwas, das man als Großinvestor beeinflussen kann. Bitcoins sind mit einem Marktvolumen von etwa 5 bis 6 Milliarden Dollar inzwischen etwas, wo man sich mit Hundert Millionen Dollar tummeln kann. Man kommt im Zweifelsfall wieder relativ problemlos raus, man kann aber auch - wenn man sich etwas koordiniert - aber auch den Markt machen, sprich die Kurse beeinflussen. Ich unterstelle natürlich keinem Investor, Hedgefonds oder Banker eine Manipulation. So was würden die bekanntlich nie machen. Mit der Spekulation auf wertlose Immobilienkredite, bei Zinsen oder bei Währungen. Wo denke ich hin ...

Update (22:18):

Bitcoins notieren gerade bei 680 Dollar ... Wahnsinn. Zur Erinnerung: Heute morgen waren es noch 520 ...

Update 2 (22:22):

700. War klar. An einem Tag durch die 600 und die 700. Un-fass-bar ...

Update 3 (22:28):

Es gab heute eine Anhörung vor dem US-Senat zum Thema Cyberwährungen (deren einziger relevante Vertreter Bitcoins sind). Dabei wurden sowohl Chancen, wie auch Gefahren erwähnt. Eigentlich nichts sonderlich Eindeutiges.

Aber im Moment wird anscheinend jede Nachricht positiv interpretiert. Bitcoins wurden nicht verboten? Juuhuu! Kaufen!

US-Senatssitzung drückt Bitcoin über die 600-Dollar-Grenze - WSJ.de


Update 4 (19.11):

Man kann inzwischen auch auf fallende Bitcoin-Kurse setzen. Entweder über Leerverkäufe:

Shorting Bitcoins | Learn to profit Shorting Bitcoins when price goes down (via @EricSchreyer)

oder über "normale" Futures und Optionen:

ICBIT - Bitcoin Exchange and Futures Market | Redefining the way bitcoin exchanges work! (via @a_hotz)

Nicht, dass ich irgendjemandem dazu raten würde.

Update 5 (21:02):

Noch ein paar interessante Links aus den letzten Stunden:

Why Regulate Bitcoin? : The New Yorker

Aus dem WSJ ein Artikel, der schön zusammenfasst, wie die Skeptiker ihren Widerstand aufgeben:

Skeptiker erwärmen sich für Bitcoin - WSJ.de

Die FAZ glaubt auch an China als Auslöser. Ist aber eher ein Einsteiger-Artikel:

Digitale Währung: Chinas unheimliches Interesse an den Bitcoins - Nachrichten - FAZ

Wenn ihr nur Zeit für einen Artikel habt, lest den aus dem New Yorker.

Wahnsinnige Handelsspanne übrigens heute bei den Bitcoins:


Hoch: 900, Tief etwa 500. Und in China war es noch extremer. Bei der größten Bitcoin-Wechselstube lag der Höchstkurs (umgerechnet in Dollar) bei fast 1.150 (!) Dollar.

Schenk dem egghat was. Weihnachten 2013 Edition.


Ich werde diesen Beitrag jetzt ab und an hier (und nebenan im Zweitblog) als kleine Erinnerungsstütze posten. Aber keine Angst, nicht täglich ...

Ihr lest dieses Blog regelmäßig? Ihr mögt es? Ihr findet, dass das hier auch was wert ist z.B. im Vergleich zu Börse Online, die ja 175 Euro im Jahr kostet? Wenn nicht, haut ab ;-) (kleiner Witz)

Wenn ihr aber der Meinung seid, dass dieses Blog (und das andere) was wert ist, dann könnt ihr mir ja mal ab und an was Gutes tun. Das bedeutet im real existierenden Kapitalismus natürlich nichts anderes als Zaster. Von mir aus auch virtuellen. Deshalb will die ich die verschiedenen Möglichkeiten mal kurz beschreiben:

Auf den Amazon-Affiliate Link, über den ihr tolle Sachen bei Amazon einkaufen könnt und ich davon ein paar Prozent (bei Büchern, Musik und Filmen z.B. 5%), weise ich ja ab und an hin. Das ist für Euch der netteste Weg, denn das kostet Euch nicht einmal was. Das Buch/die CD/DVD/Digitalkamera/... ist genau so teuer, als wenn ihr Amazon direkt ansteuert. Toll, nicht wahr?

Ich meine diesen Link hier: UNTERSTÜTZE DIESES BLOG UND STARTE DEINEN AMAZON-EINKAUF HIER! , der eigentlich unter jedem Posting (auch im RSS Feed und den E-Mails) stehen sollte.

Ich merke aber an einigen E-Mails, das ihr diesem Verfahren nicht wirklich vertraut. Ich kann Euch versichern, dass das sauber läuft. Bisher habe ich (bis auf eine) alle Bestellungen, die mal jemand zur Überprüfung geschickt hat, auch in meinen Abrechnungen gesehen. Das geht also.

Neben diesem Affiliate-Link gibt es auch noch einige weitere Möglichkeiten, mir direkt Geld zukommen zu lassen.

Die erste läuft über einen Amazon-Gutschein. Da ich permanent Bücher/CDs/DVDs/Gadgets/MP3s bei Amazon kaufe, ist ein Amazon Gutschein für mich quasi wie Geld.

Auch da wurde von Lesern Misstrauen geäußert. Es funktioniert aber. Wenn ihr auf den folgenden Link klickt:

Schenk dem egghat einen Amazon Gutschein!

gibt es ein Formular, in das ihr den Betrag eintragen müsst und dann wichtig egghat@gmail.com als Empfänger. Ich bekomme dann einen langen Gutscheincode, den ich bei Amazon zur Konjunkturankurbelung umgehend einsetzen werden. Das ist eine meiner leichtesten Übungen. Wenn ihr eine Bestätigung haben wollt, schreibt in das Textfeld Eure E-Mail-Adresse, dann gibt es auch eine Antwort.


Und weil ein paar Mal nach Paypal gefragt wurde, habe ich mein altes Paypal-Konto reaktiviert und dort die egghat@gmail.com Adresse eingetragen. Es ist jetzt also möglich, mir auch über Paypal direkt Geld zu schicken.

Es gibt noch ein paar weitere Systeme, die mit Codes arbeiten, die man einfach per Mail weiterschicken kann und die daher auch in Frage kommen.

Cashticket könnte auch was sein. Der Vorteil: Man muss selber keine Kontoverbindung haben. Cashticket kaufen, Code freirubbeln, mir den Code als Mail zuschicken, ich löse ein. Hat noch niemand ausprobiert, daher ohne Gewähr.

Ebenfalls interessant könnte die Paysafecard sein. Man braucht ebenfalls kein Konto, sondern kann die Dinger z.B. im DM oder bei Rossmann (und gefühlt jedem zweiten Kiosk) kaufen und davon dann z.B. Amazon Gutscheine kaufen. Paysafe ist übrigens eine Firma aus Europa, genauer Wien, was alle, die jeder amerikanischen Firma (wie Paypal) misstrauen, beruhigen dürfte.

Die Paysafecard habe ich inzwischen einmal ausprobiert, es klappte, auch wenn ich es mir einfacher vorgestellt hatte. Man kann nämlich mit dem Guthaben auf der Paysafecard nur bestimmte Sachen kaufen, in meinem Fall war es dann ein Amazon Gutschein ... Also wie das Cashticket eine Notlösung, wenn ihr nicht an Amazon oder iTunes-Karten kommen könnt.

Die letzte Möglichkeit ist ein Apple iTunes Gutschein, die ja auch an jeder zweiten Ecke (Tankstelle, Supermarkt, Kiosk, ...) an der Kasse hängen. Diese gibt es mit 15, 25 oder 50€ Guthaben. Auch darauf steht nur ein Code, den man dann abtippen und mir per Mail schicken kann. Da ich sowieso häufiger Musik und Apps dort kaufe, ist auch das eine Möglichkeit, mir was Gutes zu tun.

Und weil ich total fortschrittlich bin ... Ich nehme auch Bitcoins (bzw. Bruchteile davon):
Mein Key: 1GemrqnfHUEjgm3wWU1sjXVeYkxc1ozT6d

Generell bin ich aber kein Freund dieser Einzelüberweisungen. Ich fände es viel netter, wenn Leser regelmäßig für unabhängigen, lustigen, unterhaltsamen, informativen Online-Content bezahlen würden. Und ich meine damit natürlich nicht (nur) meine Artikel. Das Mittel der Wahl dafür ist Flattr. Geld nach Flattr bekommt man über Paypal oder Moneybookers. Das Konto dort kann man jeden Monat mit einem bestimmten Betrag auffüllen, der Mindestbetrag von 2 Euro sollte eigentlich niemanden überfordern. Damit kann man dann nicht nur mir Geld zukommen lassen, sondern auch
Seit Flattr auch Abos kann (inzwischen standardmäßig mit unbegrenzter Laufzeit), ist es damit ein hinreichend guter Ersatz für Kachingle (das ich gecancelt habe). Um ein Abo abzuschließen, müsst ihr den Flattr Button einfach zweimal anklicken und anschließend die Zeitdauer wählen (kann man jederzeit ohne Kündigungsfristen oder sonstigen Schmuh wieder beenden).

Ich kann Euch Flattr nur wärmstens empfehlen. Einmal im Monat irgendeine Zeitung oder Zeitschrift am Kiosk liegen lassen, das Ausfüllen des Lottoscheins vergessen, Montagsabends kein Bier trinken und das gesparte Geld nach Flattr schicken. Und das Minimum von 2 Euro im Monat ist nun wirklich nicht viel Geld ...

Oder wenn gar kein Geld da ist (bringt mir neue Leser)
  • Empfiehl mich weiter.
  • Retweete meine Tweets.
  • Leite meine Artikel per Mail weiter.
  • Verlinke mich. In Deinem Blog. In Diskussionsforen. Etc. pp.

DANKE!

Malta vergibt Staatsbürgerschaft für 650.000€. Meh. Griechenland macht's schon länger und sogar billiger.

Die Aufregung ist groß (die Nachricht kam nahezu überall): Malta will die eigene Staatsbürgerschaft für 650.000 Euro verkaufen. Der Käufer bekäme damit auch die EU-Staatsbürgerschaft, und könnte damit z.B ohne Einschränkungen in der EU einen Arbeitsplatz annehmen oder auch ein Unternehmen gründen. Denken wir an unfreiere Ursprungsländer (China, Russland, ...) kann die zusätzliche Staatsbürgerschaft auch schlicht die Option eröffnen, im Notfall in die EU abhauen zu können.

Das ist natürlich für viele Reiche eine ziemlich spannende Option. Gerade auch (aber nicht nur) für zwielichtige Gestalten, denen eine zweite Staatsbürgerschaft immer gut in den Plan passt. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich viele Malteser ziemlich aufregen:

Malta bietet an: Werden Sie EU-Bürger - für 650.000 Euro - Panorama | STERN.DE
Verkauf der Staatsbürgerschaft: „Malta wird zum Magneten für die Mafia“ - Politik - FAZ

Was die deutschen Medien aber kollektiv übersehen haben (okay, irgendwo kam die Geschichte bestimmt, ich kann mich aber nicht an eine so breite Berichterstattung erinnern): In Griechenland geht das schon seit Mitte April. Einzige Voraussetzung: es muss ein Investment von mindestens 250.000 Euro im griechischen Immobiliensektor getätigt werden. Ergo: Grundstück kaufen & Haus drauf setzen und zack bist du Grieche.

(Komischerweise scheint das nicht nur für neue (sprich zusätzliche) Investitionen zu gelten, sondern auch für bereits getätigte. Was ziemlich seltsam wäre, schließlich will Griechenland mit diesem Gesetz ja neues Geld aus dem Ausland anziehen und nach Möglichkeit noch die Baukonjunktur anfeuern).

Okay, streng genommen bekommt man eine temporäre Staatsbürgerschaft für 5 Jahre. Das ist aber eine etwas theoretische Einschränkung,  da es in Griechenland eine Art "Gewohnheitsrecht" gibt und man nach 10 Jahren mit Wohnsitz in Griechenland eingebürgert werden kann.

Zurück zu Malta: Wenn man sich die griechischen Erfahrungen anschaut, muss man vor der Anziehungskraft solcher Programme anscheinend keine allzu große Angst haben. In Griechenland wurden bisher erst magere 20 neue Staatsbürgerschaften vergeben. Wobei man einschränken muss, dass es deutlich mehr Anfragen gab, die unter Umständen einfach noch nicht bearbeitet wurden. Eventuell kann man hier noch keine Zwischenbilanz ziehen.

ekathimerini.com | Twenty foreign investors already granted residence permits

Update (14.11.13):

Ha, in Lettland geht das schon seit 2011. Und wie in Griechenland muss man eine Immobilie erwerben. 72.000 außerhalb von Riga, 150.000 Euro in Riga. Die Details habe ich nicht sicher verifizieren können, aber es scheint sich um eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung zu handeln, die man nach 10 Jahren relativ problemlos in einen "Pass" umtauschen kann (man muss so eine Art Einbürgerungstest machen, also Lettisch sprechen und so ein bisschen was über das Land wissen).

Danke an Marco Modano auf G+ für den Hinweis.

Und wenn man etwas googelt, kommt man auch darauf, dass Ungarn das auch schon seit ein paar Jahren macht ...

Bedingung dort: 250.000 Euro (plus Gebühren) in ungarischen Staatsanleihen kaufen. Dann gibt es eine fünfjährige Aufenthaltsgenehmigung (EU-weit gültig) und fünf Jahre später kann man einen normalen ungarischen Pass beantragen. Wie hoch die Chance ist, den auch wirklich zu bekommen, kann ich nicht sagen

Ungarische Staatsbürgerschaft gefällig? Einfach Anleihen kaufen... • format.at

Und wem die Liste noch nicht reicht:

Ab 300.000 Euro Immobilieninvestment kann man auch in Zypern seinen Pass bekommen.

Und in Tschechien geht so eine Nummer wohl auch durch die Gründung eines Unternehmens. Erst Aufenthaltsgenehmigung, dann irgendwann (10 Jahre) auch die Staatsbürgerschaft. Im Fall von Tschechien allerdings nicht die zweite, man muss also seine erste abgeben.

USA: Arbeitslosenquote 10/13: 7,3% (+0,1 Vm, -0,6 Vj), 204.000 neue Jobs.

Für den Oktober veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen in sich zerrissenen Arbeitsmarktbericht.

Zu den offiziellen Zahlen für den Oktober 2013:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +17.000 auf 11,272 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: -735.000 (!!!) auf 143,568 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 7,3% (+0,1 zum Vormonat; -0,6 zum Vorjahresmonat).

Der extreme Rückgang der Zahl der Arbeitenden deutet schon an, dass sich bei der "Einordnung" der Beschäftigen massive Änderungen erfolgt sein müssen. Das spiegelt sich im Anstieg der NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) wider. Diese stieg kräftig um 932.000. Um das Ausmaß dieser Umbuchung zu verdeutlichen: Hätte (hätte Fahrradkette) man diese NILFs auf die Arbeitslosen aufaddiert, wäre die Arbeitslosenquote bei 8,1% statt bei 7,3%.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese sackte auf ein neues Rekordtief (in der Krise und wohl auch seit mind. 3 Jahrzehnten; suche das noch raus) von 58,3% und liegt 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonat bzw. 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Das Urteil aus den letzten Berichten bleibt daher weiterhin gültig (auch wenn das angesichts des neuen Rekordtiefs inzwischen als optimistische Einschätzung gelten muss):
Trotz der mittelfristig spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nicht. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Erwerbstätigenquote (halbwegs) stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Oktober eher neutral.

Anzahl der Jobs: +204.000 gegenüber dem Vormonat auf 136,554 Millionen. Das Plus von 212.000 neuen Jobs im privaten Sektor muss mit dem Rückgang von 8.000 Jobs im öffentlichen Sektor verrechnet werden. Der Arbeitsplatzaufbau im öffentlichen Sektor, der mich in den vergangenen zwei Monaten überrascht hat, könnte damit schon wieder vorüber sein.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im Oktober-Report positiv. Das August-Plus wurde um 45.000 auf 238.000 erhöht, das September-Plus um 15.000 auf 163.000 nach oben korrigiert. Beides zusammen ergibt 60.000 Arbeitsplätze mehr als ursprünglich berechnet..

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche blieb bei 34,4 Stunden. Das war auch der Wert des Vorjahresmonats. Die Zahl der Überstunden änderte sich ebenfalls nicht und lag bei 3,4 Stunden. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden (genau wie die Anzahl der Arbeitswochenstunden bei 34,4 und 34,5 Stunden) und spiegelt ganz gut die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst leicht, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese ist um 0,2 auf 13,8% gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Rückgang um 0,7 Prozentpunkte. Hier scheint es also weiter Fortschritte zu geben, auch wenn der Rückgang im Jahresvergleich schon mal höher war. Es mag allerdings auch sein, dass ein Teil die "Halbbeschäftigten" ganz aufgegeben haben und jetzt als NILFs gezählt werden)

Zusammenfassend: Ein eher schwacher Bericht vom US-Arbeitsmarkt, der aber schwierig zu beurteilen ist, weil die beiden Teile des Berichts nahezu widersprüchlich sind. Die Arbeitslosenquote ist leicht gestiegen und das trotz einer rekordverdächtigen Umbuchung von Arbeitskräften in die NILFs. Der Rückgang der Erwerbstätigenquote hingegen macht richtig Sorgen. Demgegenüber lag die Anzahl der neuen Arbeitsplätze in den Establishment-Daten etwa im Rahmen der Erwartungen, wenn man die Korrekturen für die Vormonate berücksichtigt, sogar darüber.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — OCTOBER 2013 (PDF)

Update (18:09)

Drei Ergänzungen:

a) FalkJan hat mich auf Twitter darauf aufmerksam gemacht, dass die Oktober-Statistik durch den Shutdown massiv verfälscht gewesen sein könnte. Ich verstehe zwar nicht, warum sich das nur in einem Teil des Reports widerspiegelt, aber nun ja, das kann gut sein. Der Oktober-Bericht ist auf jeden Fall mit etwas Vorsicht zu genießen.

b) Ebenfalls FalkJan hat mir einen spannenden Artikel aus dem Washington Post Wonkblog empfohlen, in dem die sinkende Erwerbstätigenquote diskutiert wird. Liegt das an der Rezession? Liegt das an demographischen Effekten? Liegt das an frustrierten Langzeitarbeitslosen? Die Antwort ist nicht eindeutig ... The U.S. labor force is still shrinking. Here’s why.

c) Die Behauptung, dass die Erwerbstätigenquote seit mindestens drei Jahrzehnten nicht so niedrig war, ist falsch (aber nur knapp) und gleichzeitig ganz knapp richtig .... Sie war nämlich in der Krise im Herbst 2010 noch einen Ticken niedriger (58,2% im November 2010), davor war der Wert zum letzten Mal im August 1983 niedriger (3 Jahrzehnte und 2 Monate ;) ).

Trotz alledem: Man erkennt in der Grafik schön, dass sich in Bezug auf die Gesamtbevölkerung noch nichts verbessert hat, auch wenn die Arbeitslosenquote etwas anderes behauptet ...





Twitter: Ein paar Gedanken zur Bewertung. Kaufen oder Nichtkaufen?

OK, jetzt ist es fix. IPO-Kurs 26$. Einnahmen damit für Twitter 1,8 Mrd. Dollar. Gesamter Firmenwert damit 14,4 Milliarden Dollar. (Twitter Gründer Dorsey ist damit übrigens etwa 600 Mio. Dollar "schwer").

Interessant ist jetzt natürlich der Vergleich zu anderen Börsengängen aus dem Hightech-Bereich. Als letzter großer Börsengang fällt Facebook ein. Dazu hatte ich damals ja einige Male etwas geschrieben, u.a. im Rahmen einer kleinen Wette:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Warum die Facebook-Aktie wie die Muppets ein Welthit wird

Meine Einschätzung, dass in Facebook durchaus einiges an Potenzial steckt, ist inzwischen aufgegangen, auch wenn das Tal zuvor mit der Kurshalbierung hart war. Im Fall von Twitter bin ich aber nicht so optimistisch ...

Twitter unterscheidet sich meiner Meinung nach von Facebook in zwei Dingen:

a) Die Bewertung von Twitter ist deutlich höher, wenn man berücksichtigt, dass Twitter tief in den roten Zahlen steckt, Facebook hingegen beim Börsengang bereits nachhaltig profitabel war.

b) Facebook ist viel breiter aufgestellt. Facebook ist eine allgegenwärtige Kommunikationsplattform; es gibt Chat, Bilderspeicher, Diskussionsforen, Linktausch, Terminverabredung, Spiele. Damit ist - was die Zukunftsentwicklung von Facebook angeht, viel mehr logisch herleitbar als bei Twitter.

Zu a: Bewertung:

Twitter ist tief in den roten Zahlen, Facebook war (und ist) profitabel. Der Umsatz bei Twitter steigt zwar massiv, der Verlust verbessert sich aber nicht. Grob gerechnet steigt der Verlust sogar fast genauso stark wie der Umsatz:

2010 Umsatz 28 Mio., Verlust 67 Mio.
2011 Umsatz 106 Mio., Verlust 127 Mio.
2012 Umsatz 317 Mio., Verlust 77 Mio.

Das sieht erstmal nach einer Verbesserung aus, aber wenn man das mit den ersten 9 Monaten 2013 vergleicht, kehrt sich der Trend schon wieder um

Erste neun Monate 2012: 205 Mio. Umsatz, 69 Mio. Verlust.
Erste neun Monate 2013: 422 Mio. Umsatz, 134 Mio. Verlust.

Jetzt mögen die Kosten 2013 unter anderem durch den Börsengang negativ belastet sein, aber es bleibt dabei, dass eine steigende Profitabilität anders aussieht. Die Hochrechnungen der Analysten erwarten bis 2015 keine Gewinne.

Eine Bewertung von Twitter nach Gewinn ist also nicht möglich. Dann bleibt der Umsatz. Und nach diesem Kriterium ist Twitter sogar einen Tacken teurer als Facebook beim IPO. Wohlgemerkt: Facebook war profitabel, Twitter ist es nicht (und zwar auf Sicht der nächsten zwei Jahre).

Immerhin: Die Twitter-Bilanz, die im IPO-Prospekt veröffentlicht wurde, ist real und nicht so ein Haufen Mist wie die Bilanz bei Groupon, die eine Frechheit war. Da gibt es nichts zu kritisieren.

Twitter Raises $1.82 Billion, Pricier Value Than Facebook - Bloomberg

Twitter legt Ausgabepreis auf 26 Dollar fest - WSJ.de

Zu b: Marktvergleich

Facebook ist breit aufgestellt. Facebook bietet im Endeffekt alles an, was Leute auf Smartphones machen: Chat (SMS, WhatsApp), Bilder/Video (MMS), Spiele, ... Daher ist eine Vision wie ein Facebook-Handy (die ich damals geäußert habe), durchaus realistisch und inzwischen mit einem Android-Aufsatz auch teilweise (wenn auch krude) Realität geworden.

Der zweite große Ansatz für Zukunftsvisionen ist das Payment-System, das Facebook in Ansätzen bereits hat und das Facebook durchaus für Dritte öffnen könnte (zum Einkauf von Musik, Videos, etc. zum Beispiel). Das hat Facebook bisher nicht gemacht, die Option besteht aber weiterhin.

Bei Twitter fehlen mir diese Visionen. Twitter ist SMS und kaum mehr.
Klar, bei Twitter sind Jan und Jupp und auch der König. Diese Anzahl der Nutzer wird kein anderes soziales Netz so schnell erreichen.
Und klar: Werbung kann man auf den Webseiten und in den Twitter-Clients Werbung verkaufen. Aber für weitere Zukunft fehlt mir irgendwie die Basis.

Twitter plant nun, mehr mit TV-Sendern zu kooperieren. Twitter soll dabei eine Art Kommunikationskanal zwischen den Fernsehsendern und den Zuschauern werden. Über diesen Kanal könnte der sogenannte Second Screen (das Tablet bzw. Smartphone) beim Zuschauer mit dem Fernsehsender sprechen. Denkbar wären Umfragen (so wie früher der TED), Gewinnspiele, Fragen einrechnen, etc.
OK, alles ganz nett, aber wie will man das monetarisieren? Würden die Fernsehsender akzeptieren, wenn Twitter diesen Second Screen vermarktet?

Kann Twitter ein WhatsApp werden? (OK, hier wird es sehr spekulativ). Twitter schraubt ja gerade an seiner Direct-Message-Infrastruktur und erlaubt deswegen schon seit etwa drei Wochen keine Links in Direct Messages. Plant Twitter hier sowas wie Guppenchats? Und könnte damit WhatsApp gefährlich werden? Spannender für diesen Artikel: Wäre dort Geld zu verdienen? Liegt dort vielleicht Potenzial, um aus den Benutzern 1, 2 oder 5$ pro Jahr herausquetschen zu können?

Zusammenfassung:

Ich sehe auf Sicht für Twitter nur die Möglichkeit, Anzeigen zu verkaufen. Da Twitter weniger über den Nutzer weiss als zum Beispiel Facebook oder Google, wird Twitter wohl geringere Einnahmen pro Nutzer bekommen. Ich sehe zwar keinen richtigen Konkurrenten für Twitter in dem angestammten Kernbereich, sehe auf der anderen Seite aber auch nicht, wie Twitter aus diesem Quasi-Monopol besonders viel Geld machen könnte.

Angesichts der sehr hohen Bewertung wäre ich sehr vorsichtig beim Kauf von Twitter-Aktien. Sehr vorsichtig ...

Was meint ihr, wo schließt Twitter heute? Könnt ihr auch über APP.NET abstimmen. (Wenn ihr noch nicht da seid, anmelden)

Update (16:02):

Es gibt noch keinen Kurs. Taxen liegen bei 40 bis 44$.

Übrigens, wer meint man könne einfach gegen die Twitter-Aktie spekulieren ... vergesst es. Die Optionen auf Twitter sind wegen der hohen Schwankungsintensität EXTREM teuer.
Kleines Rechenbeispiel. Wer heute eine Option auf einen fallenden Twitter-Kurs kauft, zahlt mit Basis 20$ etwa 3 Dollar für die Option (2,10 Euro, oder 21 Cent bei 1:10 Bezugsverhältnis). Die Laufzeit des Optionsscheins geht bis Mitte März. Die Twitter-Aktie muss also bis Mitte März unter 17 Dollar fallen oder in der Zeit vorher enorm schnell enorm tief fallen.
So grob über den Daumen gepeilt würde selbst ein Kursrückgang auf den IPO Preis von 26$ bis Mitte Januar wohl nicht ausreichen, um die Option ins Plus zu hieven. Die Twitter-Aktie müsste also entweder schneller oder kräftiger einbrechen. Bei einem Rückgang auf 26 heute oder morgen wäre der Optionsschein natürlich deutlich im Plus ...

Update 2 (16:30):

Immer noch kein Kurs, aber die Spanne engt sich ein: Gut 45 Dollar werden jetzt erwartet, Marktkapitalisierung wäre damit etwa 25 Milliarden Dollar. Das ist in etwa so viel wie der zweitgrößte Stromanbieter in Deutschland RWE.

Update 3 (17:18):

Erster Kurs: 45,10. 75% Plus. Kurz danach sogar knapp über 50 (50,09$). Jetzt wieder in der Nähe des Eröffnungskurses. Bei 45 Dollar ist Twitter mit 24,5 Milliarden Dollar bewertet, bei 50$ je Aktie waren  es sogar 27,3 Mrd. Dollar.

Update 4 (08.11.):

Nur zur Klarstellung: Der Artikel entstand zum IPO Preis von 26. Meine Einschätzung zu dem Kurs war wie oben zu lesen ist, neutral bis negativ. Bei 45 hingegen sehe ich keine Basis mehr für eine wohlwollende neutrale Einschätzung. Da kann ich nur ein ganz klares: Finger weg schreiben ...

Was ich allerdings nicht verstehe, sind die vielen Schlagzeilen, die von einer neuen Blase reden. Ein Facebook 2012 und ein Twitter 2013 sind keine Blase. In einer Blase gibt es einen solchen Börsengang pro Monat, wenn nicht gar pro Woche.

Darauf weist Thomas Knüwer zurecht hin:

Twitter und die Blasen in den Journalistenköpfen

Seine relativ optimistische Sicht auf das zukünftige Potenzial von Twitter (Tenor: Twitter ist kleiner als Facebook und vermarktet die Seiten noch nicht so intensiv, hat also mehr Potenzial) teile ich aber nur eingeschränkt. Klar: Twitter kann stärker wachsen. Nur hat Twitter nicht einmal ansatzweise beweisen, dass der Laden profitabel werden kann. Andersherum formuliert: Twitter muss sogar erst einmal kräftig wachsen, um an die Gewinnschwelle zu kommen. Das wird noch schwierig genug, alle bisherigen Überlegungen zur Monetarisierung waren nicht sonderlich erfolgreich ...

eFlation hat mich auf Twitter darauf hingewiesen, dass zum IPO Kurs ein aktiver Nutzer bei Twitter (65$) deutlich preiswerter war als bei Facebook (108$):

https://twitter.com/eFlation/status/398438361603395584

Das ist (besser war) zwar richtig, aber die Bandbreite des Dienstes ist halt auch viel enger, so dass ich einen Nutzer auf Facebook für den Werbekunden für deutlich interessanter halte als einen Nutzer auf Twitter. Allein schon, weil Facebook mehr über den User weiss.

Eine Möglichkeit, Twitter positiv zu sehen, liegt übrigens auch im Cashbestand. Twitter dürfte jetzt mehr als 1 Milliarde Dollar in Cash auf der Bank haben und hat außerdem mit den eigenen Aktien eine gute Akquisitionswährung. Setzt Twitter das Geld klug ein, könnten daraus einige spannende Investments entstehen. Auf der anderen Seite sind Firmen in dem Social Media Umfeld auch teuer, der Kauf von Tumblr durch Yahoo für 1,1 Milliarden Dollar hat das schon eindrücklich belegt.

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