Meine Prognosen für 2014

Am besten ich zitiere die beste Vorhersage für 2014 einfach:

Here are my forecasts for 2014, guaranteed to not be wrong:
CategoryForecast
Dow Jones IndustrialsNo idea
S&P500WTF are you asking me for?
10 Year BondCould not fathom a guess
Emerging MarketsWho knows?
Fed Fund RatesHaven’t a clue
US Housing MarketThat’s a really good question
InflationNot a clue
GDPYes, we will probably have a GDP
UnemploymentThhhhpppptttt?
ECB Rates$%^&*!
Growth in ChinaXXXX
European Sovereign DebtHmmm, interesting . . .
2014 Election outcomeHTF should I know?
Abenomics & JapanDomo Arigato
Possibility of Recession in 2014Possibility & Probability are 2 different things

That’s the most honest set of predictions you will read this season.
Quelle: My Annual Predictions for the Coming Year, 2014 Edition

Etwas ernsthafter und lesenswert:

Ist die Zukunft vorhersagbar? - Wostkinder

Daraus:
"Die Ökonomen reduzieren menschliches Verhalten auf ihre (im Vergleich zum Menschen) rudimentären Modelle. Solch eine Reduktion menschlichen Verhaltens unterliegt mindestens diverser Folgewirkungen. Zum einen der Reduktion selbst, die Eigenschaften, Absichten, Marktmacht, Handlungsfähigkeit oder Hemmschwellen (etc.) des oder der (einzelnen) Menschen nicht berücksichtigt."

Das Lustigste an Vorhersagen von Ökonomen ist aber meiner Meinung nach, dass nicht nur die Prognosen kaum mehr als Kaffeesatzleserei sind, die Berechnungen im Nachhinein sind ebenfalls nicht ansatzweise exakt. Es hapert in der Ökonomie also nicht nur an der Vorhersage der Zukunft, sondern auch an der Erfassung der Vergangenheit.

Anhand der Entwicklung des BIPs in den USA (die wahrscheinlich wichtigste einzelne Zahl aus dem Bereich Wirtschaft weltweit) kann man das schön sehen. In der Grafik sind in den Spalten die einzelnen Quartale des BIPs eingetragen, jeweils von der ersten Vorabschätzung bis zur aktuell gültigen Version (die sich aber auch noch ändern kann, manchmal werden die BIPs bis weit in die Vergangenheit, siehe z.B. hier Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Gleich gibt's ein Wirtschaftswunder in den USA). Abweichungen von mehr als 100% wie am Tief der Krise 2008 (positivste Schätzung knapp 4% Minus, negativste über minus 8%) sind zwar die Ausnahme und mögen mit der Extremsituation erklärbar sein, aber auch in normalen Zeiten kommt das BIP gerne mit Abweichungen von deutlich mehr als einem Prozentpunkt, häufig dürften es eher zwei Prozentpunkte sein:




Das ist natürlich schon extrem. Bei einem Prozent Wirtschaftswachstum sinkt die Anzahl der Beschäftigten in den USA. Bei zwei Prozent Wachstum steigt die Anzahl der Arbeitsplätze in etwa so schnell wie die Bevölkerung wächst. Bei drei Prozent Wachstum entstehen so viele neue Arbeitsplätze, dass auch die Erwerbstätigenquote wieder steigen kann (Zahlen nur so grob über den Daumen gepeilt, um zu verdeutlichen, wie groß die Auswirkungen zwischen 1 und 3% Wachstum sind, die aus den Berechnungen über die Zeitdauer so rausfallen).

OK, der Ökonom, der seine Zunft verteidigen möchte, wird nun argumentieren, dass die Abweichungen in längeren Zeiträumen kleiner ausfallen, also dass ein BIP für ein ganzes Jahr nicht so stark vom wahren Wert abweicht wie ein Quartal. Das ist sicherlich wahr.
Die Frage ist nur, ob mir diese Berechnungen als Politiker oder Zentralbanker noch etwas nutzen, wenn ich den Zahlen erst dann vertrauen kann, wenn sie mindestens ein Jahr alt sind und mindestens 1 Jahr umfassen? Wie soll ich auf dieser Basis als Politiker eine vorausschauende Fiskalpolitik machen (wo auch immer diese schon einmal gesichtet worden sein soll ...) oder als Zentralbanker früh genug die Zinsen erhöhen bzw. senken? Das ist doch praktisch unmöglich. Und damit wahrlich kein Ruhmesblatt für die Ökonomen.

Ich schließe daher mit meiner Prognose für 2014:

Das Jahr wird voraussichtlich 365 Tage haben. Und wir werden wieder viel Schwachsinn lesen und hören ...

Ach. Eine Prognose noch für das US-BIP Wachstum 2014? 0 bis 4 Prozent Plus. Auf eine engere Spanne von 2 Prozentpunkten lasse ich mich dann erst Anfang 2015 festlegen ;)

Update (02.01.14):

Ein zum Thema passender, wenn auch schon älterer Artikel in der FAZ:

Wachstumsprognosen - Das Versagen der Ökonomen.

"Wenn Wirtschaftsforscher Wachstumsprognosen abgeben, ist das Quatsch. Sie können nicht in die Zukunft blicken. Wie sie es trotzdem versuchen und was sie stattdessen tun sollten."

"Wer den Finanzmarkt nicht im Modell hat, kann eine Finanzkrise nicht kommen sehen."

Kann man bei dieser Gelegenheit ruhig lesen.

Update 2 (03.01.13):

Noch ein Artikel aus der FAZ:

Prognose-Hokuspokus auf den Finanzmärkten - Warum glauben wir Analysten, wenn sie doch fast immer falsch liegen?

Kommentare :

  1. Hier noch ein paar wissenschaftlich korrekte Fehlprognosen zum Verlauf der Eurokrise im 2014: http://www.atschwarz.com/prognosen_eurokrise_2014/

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  2. Barry Ritholz hat wohl die Prognose des Jahres abgegeben, sooft wie ich Ihn auf blogs zitiert sehe. (bei mir übrigens auch: http://geldexperimente.wordpress.com/2014/01/08/wie-wird-2014/ )

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