USA: Arbeitslosenquote 02/14: 6,7% (+0,1 Vm, -1,0 Vj), 175.000 neue Jobs.


Für den Februar 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics (mal wieder) einen Arbeitsmarktbericht, der zwar auf den ersten Blick etwas enttäuschend war, aber deutlich durch den extrem harten Winter getrübt gewesen sein dürfte. Was sich dann im März wieder ausgleichen dürfte.

Zu den offiziellen Zahlen des Februars 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +223.000 auf 10,459 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +42.000 auf 145,266 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 6,7% (+0,1 zum Vormonat; -1,0 zum Vorjahresmonat).

Der Anstieg der NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer), der 2013 geprägt hatte, setzte sich auch im zweiten Monat des Jahres 2014 nicht fort. Im Februar sank die Zahl der NILFs um 94.000. Das Bureau of Labor Statistics buchte also keine Leute in die Klasse der NILFs um.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese blieb konstant bei 58,8%, was 0,2 Punkte mehr als vor einem Jahr ist. Sie liegt damit zwar immer noch in der Reichweite des Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober, aber es ist immerhin eine leichte Verbesserung zu erkennen. Es bleibt aber bei der mittelfristigen Einschätzung: Die Arbeitslosenquote, die um 1,0 Prozentpunkte im Jahresvergleich gefallen ist, spiegelt sich in der Erwerbstätigenquote (+0,2) nicht wirklich wider.

Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch:
Trotz der mittelfristig spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung kaum. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten. (Das mag aber auch an der Demografie liegen, eine lange Diskussion dazu hier: The U.S. labor force is still shrinking. Here’s why.)

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Februar positiver als die Zahlen aus den Haushalten.

Anzahl der Jobs: +175.000 gegenüber dem Vormonat auf 137,699 Millionen. Zum Plus von 162.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 13.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Damit gab es zum ersten Mal seit dem Spätsommer wieder einen leichten Arbeitsplatzaufbau im öffentlichen Sektor.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im zweiten 2014er-Report positiv. Das Dezember-Plus wurde von 75.000 auf 84.000, das Januar-Plus von 113.000 auf 129.000 nach oben korrigiert, zusammen also 25.000.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche sank leicht auf 34,2 Stunden. Die Zahl der Überstunden fiel wieder minimal um 0,1 auf 3,3 Stunden. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden. Die Anzahl der gearbeiteten Stunden fiel etwas unter den Schnitt der letzten Jahr (34,4 und 34,5 Stunden), das mag aber durch die Witterung erklärbar sein (für einen Check der Hauptzahlen kann man diese Detailzahl in diesem Monat kaum nutzen). In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst leicht, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese sank um 0,1 Prozentpunkte auf 12,6%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein schöner Rückgang um 1,7 Prozentpunkte.

Zusammenfassend: Ein Bericht vom US-Arbeitsmarkt, der wie so oft etwas zerrissen ist. Die Household-Daten waren eher schwach. Die Establishment-Daten - vor allem wenn man die Korrektur der Vormonate (+25.000 Arbeitsplätze) einrechnet - sogar etwas besser als erwartet. Wobei die Erwartungen auch aufgrund des harten Winterwetters deutlich getrübt waren.

Durch den Einfluss des Wetters im Februar und durch die jährliche Überarbeitung der Statistiken im Januar haben wir bis dato noch keinen "richtigen" Arbeitsmarktbericht aus den USA. Wobei ich allerdings auch keine so großen Zweifel daran hege, dass sich die Tendenz der letzten Monate fortgesetzt hat. Leichtes Wachstum ja, Boom nein.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — FEBRUARY 2014  (PDF)

Spannend bleibt weiterhin die Frage, wie die US-Notenbank die Zahlen beurteilt. Diese hatte als Ziel der ultralockeren Geldpolitik ursprünglich ausgegeben, die Arbeitslosenquote auf 6,5% oder niedriger zu drücken. Davon sind wir nur noch ein mageres Prozentpünktchen entfernt. Nimmt man nur diese eine Zahl, ist also wieder alles in Ordnung und eigentlich müsste die US-Notenbank deutlich den Fuß vom Gas nehmen. Nimmt man jedoch die Erwerbstätigenquote, steckt der US-Arbeitsmarkt weiterhin in der Rezession ...

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