2015: 8 Milliarden für den Internetausbau. Toll was?

Hat der Dobrindt jetzt eingestielt. Sagt er.

Dafür gibt es jetzt ... ja was eigentlich genau? Es werden die alten Ziele genannt (2018 alle Haushalte in Deutschland mit 50 MBit), die Unternehmen sagen weiterhin, dass die letzten 20% der Haushalte ohne Staatshilfe nicht angeschlossen werden können und dazu Staatshilfe nötig sei. Ob es die gibt, bleibt genauso unklar wie vor dem Gipfeltreffen.

Dann wird irgendwas von Mobilfunk für ländliche Gebiete erzählt. Dabei soll es wohl um eine passende Lizenzauktion gehen. Also nach dem Motto: Eine Lizenz gibt es nur, wenn du mindestens 90% der Bevölkerung mit mindestens 50MBit/s anbindest. Sowas könnte man auch anders gestalten: Eine Lizenz für 80% der Bevölkerung, eine für 99,9% der Bevölkerung.

Das Problem für den Staat: die Versteigerung der Frequenzen bringt weniger Geld ein, wenn die Auflagen strenger, sprich die Abdeckung besser wird. Logisch, weil der Netzanbieter dann mehr Geld für den Flächenausbau aufbringen muss, was sich in ländlichen Gebieten aber nicht refinanziert.

Ich glaube der gestrigen Ankündigung wenig und halte sie für eine Luftnummer. Und zwar aus zwei Gründen:

Erstens gab es die Idee der Flächenversorgung bei der Versteigerung der LTE Frequenzen schon einmal. Das wurde eine zeitlang auch geradezu euphorisch begrüßt, man lese als Beispiel mal diesen Artikel aus der Wirtschaftswoche im Jahre 2012:

"Erst wenn die kleinsten Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern zu wenigstens 90 Prozent versorgt sind, dürfen die Mobilfunker den LTE-Funk in den nächstgrößeren Orten ausbauen."

"Und siehe da: Plötzlich klappt der Ausbau"

"Ausbau geht zügig voran"

Quelle: LTE-Standard: Turbo-Internet auf dem Dorf - Digitale Welt - Technologie - Wirtschaftswoche

Dabei haben die Politiker leider vergessen, dass ein vorhandenes Breitbandnetz noch lange nicht das gleiche ist, wie ein vorhandenes und bezahlbares Breitbandnetz. Ein 150 MBit/s LTE Netz auf dem Land ist ja nett, nur wenn ich das 50-Euro-Datenvolumen in 3 Minuten mit einem Betriebssystem-Update oder in 90 Minuten mit einem Film-Download verbraten habe, nützt mir die Bandbreite auch nicht mehr viel ... Zum Thema "Bezahlbarkeit" gab es dann gestern meines Wissens auch nichts konkretes (wenn es denn überhaupt erwähnt wurde).

Zweitens gab der Telekom-Chef bekannt, dass er sowieso schon 4,3 Milliarden Euro für den Netzausbau in 2015 investieren wollte. Da die Telekom für gut 40% der Breitbandanschlüsse steht, reicht ein simpler Dreisatz aus, um zu erahnen, dass die 8 Milliarden Gesamtinvestitionen so doll viel nicht sein dürften. Denn auch die Konkurrenten der Telekom dürften für 2015 Investitionspläne haben, auch wenn diese (auf den Marktanteil gerechnet) etwas geringer ausfallen dürften, da viele der Konkurrenten die Telekom-Infrastruktur mitbenutzen sprich mieten.

Dobrindt hat wohl nur mal die ganze Schose genutzt, um sich die auf den ersten Blick tolle 8-Milliarden-Zahl medienwirksam ans Revert heften zu können ...

Industrie investiert: Acht Milliarden für den Internet-Ausbau - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Ich hoffe, dass hinter den 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur etwas mehr Substanz steckt ...Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Deutschland investiert in Infrastruktur. 5 Mrd. Euro für Straßen pro Jahr. Ab 2018.

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