ESFG ist Pleite. Was haben eigentlich die Aufsichtsbehörden gemacht?

Damit ist nun auch die Espirito Santo Financial Group, die Holding Mutter der Banco Espirito Santo, pleite. Die eigentliche Bank wurde ja schon vor einigen Wochen vom portugiesischen Staat gerettet und in eine Good-Bank und eine Bad-Bank zerlegt. Soweit die Nachrichten, die ja als Tweets auch an alle Leser gegangen sein sollten.

(WSJ: )

Die eigentlich spannende Frage an der Pleite der größten portugiesischen Bankengruppe ist aber eine andere:

Was hat eigentlich die portugiesische Bankenaufsicht getan?
Was hat eigentlich die schweizer Bankenaufsicht gemacht (ein Teil der Bankengruppe saß da)?
Was hat eigentlich die luxemburger Bankenaufsicht gemacht (ein anderer Teil der Holding saß da)?
Was hat eigentlich die EZB gemacht, die die Banco Espirito Santo beim EU-Bankenstresstest unter die Lupe genommen hat (und nichts gefunden hat, Eigenkapitalquote war ok)?

Tja, wer sich absolute Sicherheit von den Bankenaufsichten und/oder den EZB-Stresstests erhofft hatte, dürfe nun ziemlich ernüchtert sein. Im Zweifelsfall liegen die genauso daneben wie die Ratingagenturen. Die Ratingagenturen mussten für ihr Versagen in der Finanzkrise viel öffentliche Kritik einstecken. Warum meckern die Kritiker (auch aus der Politik) jetzt nicht genauso gegen die Bankenaufsicht und die EZB? Hmmm ...

Ist das nun Versagen der Behörden? Oder ist es vielleicht nicht eher so, als dass man solche hochkomplizierten Konstrukte wie die Banco Espirito Santo einfach nicht mehr verstehen kann? Ist die Pleite nicht eher die Folge des alten Spruchs: Complexity kills? Ich fürchte ja und ich fürchte, das kann sich jederzeit wiederholen. Egal wie viel man prüft.

Wenn man das Finanzsystem nicht anders, sprich einfacher und transparenter konstruiert, wird sich an der eingebauten Fragilität nichts ändern ...

FINMA liess Espirito-Santo-Betrug zu - Inside Paradeplatz

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