USA: Arbeitslosenquote 11/14: 5,8% (unv. Vm, -1,2 Vj), 321.000 neue Jobs.

Hier mein gewohnter US-Arbeitsmarktbericht:

Für den November 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen Arbeitsmarktbericht, der trotz der unveränderten Arbeitslosenquote besser als erwartet ausfiel, wobei die beiden Teile Household Data und Establishment Data ziemlich auseinanderklaffen.

Zu den offiziellen Zahlen des November 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +115.000 auf 9,110 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +4.000 auf 147,287 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 5,8% (unverändert zum Vormonat; -1,2 zum Vorjahresmonat). Der positive Trend auf Jahresbasis ist weiterhin klar und in vollem Umfang intakt.

Nur minimal mehr neue Arbeitsplätze, etwas mehr Arbeitslose. Die gleichbleibende Arbeitslosenquote geht daher zum großen Teil auf die NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) zurück: 69.000 AmerikanerInnen wurden zusätzlich in die NILFs gebucht. Ohne diese Umbuchung wäre die Arbeitslosenquote auf 5,9% gestiegen.

Schwenken wir rüber zur Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung), die immer ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist. Diese blieb bei 59,2%, was 0,6 Punkte mehr sind als vor einem Jahr. Damit löst sich die Erwerbstätigenquote langsam langsam aber sicher vom Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober 2013; der aktuelle Wert ist auch der beste seit August 2009. Die Erholung bleibt aber verhalten.

Im letzten Monat hatte ich noch darauf hingewiesen, dass sich Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote endlich halbwegs sauber spiegelbildlich entwickeln (-1,4 zu +1,0), im November wurde der Zusammenhang auf Jahressicht aber wieder schwächer: die Erwerbstätigenquote stieg mit +0,6 Prozentpunkten deutlich langsamer als die Arbeitslosenquote mit -1,2 Prozentpunkten sank.

Langfristig sieht das immer noch schlecht aus: Die Arbeitslosenquote ist von knapp 10% auf nun 5,8% gefallen, die Erwerbstätigenquote aber gerade einmal um einen Prozentpunkt gestiegen. Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch: Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur zögerlich. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber nur etwas mehr als angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig wäre, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im November der Teil des Arbeitsmarktberichts, durch den das positive Gesamtbild entsteht.

Anzahl der Jobs: +321.000 gegenüber dem Vormonat auf 140,045 Millionen. Zum Plus von 314.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 7.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das Plus von 321.000 lag deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Mittel einen Zuwachs knapp unter dem Durchschnittswert der letzten 6 Monate lagen (etwa 230.000). Der Zuwachs der Arbeitsplätze war der stärkste im Jahr 2014.

Noch besser wurde der November-Report, weil die Arbeitsmarkt-Statistiker für beide Vormonate bessere Werte als zuvor errechnet haben. Das September-Plus für die neu geschaffenen Arbeitsplätze wurde um 15.000 auf plus 271.000, das Oktober-Plus kräftig um 29.000 auf 243.000 nach oben korrigiert. Zusammen ergibt das ein zusätzliches Plus von 44.000. Rechnet man die Korrekturen ein, wird der November zum klar besten Monat des Jahres.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche stieg wie in den beiden Vormonaten von 34,5 auf 34,6 Stunden (was bedeutet, dass das Plus der beiden Vormonate wieder wegkorrigiert wurde; strange). Die Zahl der Überstunden stieg von 3,4 auf 3,5 Stunden (nachdem sie im Vormonat von 3,6 auf 3,5 gefallen war; auch hier wurde korrigiert). Damit verharren beide Werte, die im letzten Monat den Ausbruch aus der seit gefühlten Ewigkeiten geltenden Spanne von 34,4 bis 34,5 bzw. 3,2 bis 3,5 Stunden geprobt haben, weiterhin am oberen Rand. In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wider: Ja, die Beschäftigung wächst, aber ein breiter Boom sieht anders aus.

Immer ein guter Check für die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Die U-6 sank leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 11,4%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich immer noch ein schöner Rückgang um 1,7 Prozentpunkte, Die Jahresrate sank aber auch schon deutlich schneller, im Vormonat waren es noch 2,2%. Trotzdem verbessert sich diese Quote weiterhin schneller als die des Gesamtmarkts.

Zusammenfassend: Der November-Bericht vom US-Arbeitsmarkt fiel seltsam zerrissen aus, insgesamt würde ich ihn trotzdem unter "gut" verbuchen. Aus den Household-Daten lässt sich keine große Änderung ablesen. Die Establishment-Daten hingegen waren sehr gut. Vor allem wenn man die Korrekturen der Vormonate mit einrechnet, ergibt sich der mit Abstand stärkste Zuwachs an Arbeitsplätzen im laufenden Jahr.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — November 2014  (PDF)

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