Spanien: 03/14: HVPI -0,2% (Vj). Auch Spanien jetzt in der Deflation ...

Der auf europäischer Ebene gängige (und damit wichtigste) Inflationsindikator HVPI ist im März in Spanien zum ersten Mal in den negativen Bereich abgekippt.

Der normale Verbraucherpreisindex war schon mal zwei Monate im negativen Bereich, der HVPI bisher aber noch nicht.

Die Zahlen sind zwar noch eine Vorabschätzung, aber normalweise sind die Korrekturen klein, immerhin sind elf der zwölf Monate, die in den Jahresvergleich eingehen, schon fix.

Den Einfluss von Steuern kann man übrigens ausschließen, der HVPI ex Steuern in den letzten Monaten, aus dem die Steueränderungen herausgerechnet wurden, wich maximal um 0,1 Prozentpunkte von der normalen Rate ab.

Ine.es: Harmonized Consumer Price Index. HICP flash estimated (PDF)

Der starke Euro und der generell abnehmende Preisdruck (hohe Arbeitslosigkeit) sorgt also jetzt auch in Spanien (Griechenland hat das Problem ja schon länger) für eine steigende Schuldenquote. Denn sinkende Preise ziehen ein sinkendes Real-BIP nach sich und daran werden die Schulden gemessen.

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Griechenland mit einem Bein in der Deflation (Oktober 2012)

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: So. Jetzt steckt Griechenland in der Deflation. Sh!t. (April 2013)

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Griechenland sinkt immer tiefer in die Deflation. Verbraucherpreise 11/2013: -2,9% (Dezember 2013) (Darin auch mehr über die BIP/schulden-Logik)

Griechenland bleibt in der Deflation: Verbraucherpreise 01/14 -1,4% - egghat's not so micro blog (Februar 2014)

Die Rettung der Staatshaushalte, die am einfachsten über etwas mehr Inflation stattfinden könnte, kommt also trotz der Niedrigzinspolitik nicht ins Laufen.

Und die Unterschiede in den Ländern werden auch nicht kleiner. Die Leitzinsen und die Politik, die die EZB vorgibt, passt weiterhin nicht für alle Länder. Wie schon vorher (im Prinzip schon immer seit Einführung des Euro) sind die Zinsen nicht für alle Länder passend. Für Griechenland (und die anderen Südstaaten) sind die Zinsen eigentlich immer noch zu hoch, für Deutschland eigentlich zu niedrig (vor 10 Jahren war es genau anders herum). In Spanien haben wir eine Deflation (was Schlimmeres gibt es kaum, wenn man hoch verschuldet ist), in Deutschland haben wir einen Immobilienboom, der sich zu einer Blase ausdehnen könnte ...

Update (14:59):

Auch die deutsche Inflationsrate sinkt. Nach 1,4% im Dezember, 1,3% im Januar und 1,2% im Februar kommt die Schnellschätzung für den März jetzt auf 1,0%. Auf die Preise drücken vor allen sinkende Energiepreise.

Pressemitteilungen - Verbraucherpreise im März 2014: voraussichtlich  1,0 % gegenüber März 2013 - Statistisches Bundesamt (Destatis)

Es sei an dieser Stelle nachgereicht, dass auch in Spanien die Energiepreise sinken und dieser Effekt möglicherweise nicht sonderlich nachhaltig ist. So genau man eine mögliche Deflationsgefahr beobachten sollte (weil man eine Deflation kaum wieder los wird), so wenig hilft der Blick auf Monatsraten.

Was in Europa leider fehlt (zumindest in der ersten Schätzung so weit ich weiss) ist die Kernrate der Inflation, also die Inflationsrate exkl. Energie und Lebensmittel. Hier könnte man viel besser ablesen, ob alle Preise sinken, oder ob der Rückgang nur auf stark schwankende Faktoren wie Energie und Nahrungsmittel zurückgeht.

Update 2 (31.03.14):

Die Zahlen für die gesamten Euroraum sind jetzt auch raus:

EU18 Verbraucherpreise 03/14: 0,5% (Vj) - egghat's not so micro blog

0,5% Jahresrate, niedriger war die Inflation nur im Herbst/Winter 2009/2010. Und damals waren die Auswirkungen der Finanzkrise noch deutlich spürbar. Dass wir heute wieder auf einem ähnlichen Niveau sind, ist kein gutes Zeichen ...

Bei Mt Gox tauchen plötzlich 200.000 #Bitcoin wieder auf. Zufall? Oder Teil des Plans eines "perfekten Diebstahls"?

(Noch gar nichts geschrieben in dieser Woche. Ich hebe mal einen Beitrag aus meinem Zweitblog hier rüber).

Mt. Gox findet 200.000 Bitcoins in alter Online-Geldbörse - WSJ.de

Kannste dir nicht ausdenken ...

Dass MtGox keine Buchführung hatten, ist ja nichts Neues. Aber der Laden überbietet sich wirklich bei seiner eigenen Inkompetenz. Jetzt hat MtGox in einem alten Bitcoin Wallet schlappe 200.000 Bitcoins gefunden.

Das sind knapp 1/4 der "verloren" gegangenen Bitcoins, Gegenwert etwa 120 Millionen Dollar). Immerhin etwas Hoffnung für die Gläubiger von MtGox. Ein Teil der virtuellen Münzen könnten an sie zurückfließen. So wie es in den Insolvenzunterlagen aussah, waren die sonstigen Forderungen (an Banken etc.) nicht sonderlich hoch. KORREKTUR: Es sollen doch 64 Mio. an sonstigen Forderungen offen sein. Das wäre ne Menge, es ist aber unklar, ob das Geld den Banken oder den Kunden gehört.

Fun Fact am Schluss: Mal angenommen, der Großteil der Bitcoins fließt gleichberechtigt an alle Inhaber der MtGox Wallets, würde das wohl 20% der Bitcoins ausmachen. Wer kurz vor der Pleite von MtGox dort Bitcoins für 100$ das Stück gekauft hat und jetzt 20% seines Geldes zurückbekommen sollte, wäre bei aktuell 590$ je Bitcoin schon wieder leicht im Plus ... Die Nervenbelastung dürfte die Restlebenszeit aber um gefühlte zwei bis drei Jahre verringert haben ;)

Update (11:50):

Es sei der Sicherheit halber noch einmal erwähnt, dass es VÖLLIG unklar ist, ob die Kunden von MtGox, denen die Bitcoins aus den Wallets gestohlen wurden, überhaupt als Gläubiger im Sinne eines Insolvenzverfahrens gelten. Es kann also gut sein, dass sie gar nichts bekommen. So ungerecht und sinnlos das erscheinen mag: Hej, Bitcoins sind Cyber, das Zeug ist unreguliert, und das hat eben nicht nur positive Auswirkungen, sondern im Zweifelsfall auch negative ...

Update 2 (16:03):

Thomas Mach hat mich auf G+ darauf aufmerksam gemacht, dass das plötzliche Auftauchen der Bitcoins gar nicht soooo zufällig gewesen sein könnte.

Der Gründer der schwedischen Piratenpartei Rick Falkvinge hat die These schon relativ früh aufgestellt. Karpeles könnte die Bitcoins selber geplündert haben.

Zur Erläuterung: Es gibt einen Cold Storage und einen Hot Storage. Der Cold Storage ist eine Art "Offline Safe", in dem man Bitcoins deponieren kann. Dieser Cold Storage ist mit dem Online-Handelssystem NICHT verbunden. Man hat diesen auch nicht auf einem Computer, sondern druckt die Bitcoins (die Hashes) aus, faltet das Papier und legt sie in ein Schließfach. Damit sind die nicht mehr hackbar, sie können "nur" noch gestohlen werden. Aber eben auch nur durch einen Echtwelt-Diebstahl, und nicht über eine irgendwie geartete Lücke im Bitcoin Protokoll oder einen Hack des PCs.

Aus diesem Cold Storage lässt Karpeles jetzt 200.000 Bitcoins "rein zufällig" wieder auftauchen. Die Kunden, die sich an den Verlust schon gewöhnt haben, freuen sich und sind dann doch noch relativ erleichtert, akzeptieren den Verlust also leichter als vorher (auch wenn unklar ist, ob die überhaupt was bekommen).

Karpeles hat die restlichen grob 500.000 Bitcoins aber schon lange in ein Schließfach auf die Bermudas (o. Ä.) gebracht. Er wickelt MtGox jetzt ab, beteuert seine Unschuld. Vielleicht bekommt er auch noch eine Strafe. Aber danach wandert er in irgendein schönes Land aus, löst seine "Papier-Wallets" nach und nach wieder ein und kann - so lange Bitcoins einen Wert haben - ganz nett davon leben.

So die Theorie.

The Gox Crater: Crowd Detectives Reveal Billion-Dollar Heist As Inside Job - Falkvinge on Infopolicy

Da die Bitcoins pseudonym sind, wird man Karpeles nur auf die Schliche kommen können, wenn er a) zu auffällige Transaktionen durchführt (mit zu großen Volumen) oder b) wenn man ihm einen Privatdetektiv auf den Hals hetzt und seinen Computer überwacht. Wenn er sich hingegen in der Vergangenheit klug angestellt hat und auch in der Zukunft weiter vorsichtig agiert, könnte er mit diesem Vorgehen quasi den perfekten Diebstahl begangen haben.

(Noch ein Wort zur Vergangenheit: Was heute als komplett dilettantische Buchführung dasteht, könnte auch eine ziemlich clevere, nur der Spurenverwischung dienende Doppelbuchhaltung sein).

Ich weiss, viel Spekulation. Vielleicht bringen die Ermittlungsbehörden ja noch Licht in die Angelegenheit.

Update 3 (27.03.14):

Sehr interessante Arbeit von zwei Informatikern aus der Schweiz. Christian Decker und Roger Wattenhofer von der ETH Zürich haben die gesamte Blockchain (dem Kern von Bitcoins, in der alle Transaktionen aufgezeichnet werden) analysiert. Und zwar vor allem in Hinblick auf die Malleability-Lücke. Also: Wie oft wurde versucht, diese Lücke mit den doppelten Transaktionen auszunutzen. Das kann man leider im Nachhinein leider gar nicht feststellen. Es treten zwar durch die Malleability-Lücke Konflikte auf, aber sobald sie aufgelöst werden, verschwinden die Spuren. Nur die bestätigte Transaktion (bei Malleability gibt es ja mehrere ursprüngliche Transaktionen) landet in der Blockchain; das Geld, besser die Bitcoins, können ja nur einem gehören.

Die beiden Forscher von der ETH Zürich beschäftigen sich schon länger mit P2P-Netzen und damit auch mit Bitcoins. Sie betreiben bereits seit Anfang 2013 selber (Rechen-) Knoten im Bitcoin-Netz und hatten dabei sehr viele Verbindungen zu anderen Bitcoin-Clients offen. Dieses "hatten viele Verbindungen offen" ist wichtig, denn Bitcoin ist wie Bittorrent ein Peer-2-Peer Netzwerk, und je mehr Verbindungen man offen hat, desto mehr bekommt man von dem mit, was im gesamten Netz passiert. Daher sind sich die beiden Forscher ziemlich sicher, dass sie auch die Konflikte (nahezu) vollständig gesehen haben (dazu gibt es übrigens eine eigene wissenschaftliche Arbeit ...). Die beiden haben seit Anfang Januar 2013 alles (auch alles temporäre) mitgeschrieben und können daher sehr gut sagen, wie viele Konflikte es gab, die auf Malleability hindeuten.

Und diese Zahlen sind sehr interessant. Konflikte, wie sie beim Ausnützen der Malleability-Lücke entstehen, waren bis zur ersten Pressemitteilung von Mt Gox, in der die Auszahlungen gestoppt wurden, nämlich sehr selten (nur 421 Konflikte, max. 1.811 Bitcoins betroffen; innerhalb von gut 13 Monaten). Danach nahmen sie spürbar zu (1.062 Konflikte, knapp 5.500 Bitcoins betroffen, in nur 2 Tagen), aber richtig los ging es erst ab der zweiten Pressemitteilung, in der die Malleability-Lücke explizit als Grund erwähnt wurde. Es gab eine riesige Welle von Angriffen, bei der in nur 2 Tagen über 25.000 Attacken gut 286.000 Bitcoins angegriffen wurden (mutmaßlich nicht nur gegen Mt Gox, die Hacker werden mit ziemlicher Sicherheit versucht haben, auch andere Börsen auf die Malleability-Lücke zu "testen").

Damit lassen sich zwei Fakten festhalten:

a) Die Malleability-Lücke war real und es kann auch gut sein, dass ein paar der anderen Börsen, die inzwischen schließen mussten, dadurch in Probleme gekommen sind (es sei noch einmal erwähnt, dass der offizielle Bitcoin-Client immer immun war). Die Schönfärberei vieler Bitcoin-Fans war also IMHO nicht wirklich angebracht, für die temporäre Schließung vieler Börsen gab es einen Grund ...

b) MtGox ist definitiv NICHT durch die Malleability-Lücke pleite gegangen. Dafür gab es bis zum Zeitpunkt, ab dem MtGox nichts mehr ausgezahlt hat, einfach VIEL zu wenige Angriffe. Selbst wenn die volle Anzahl aller möglicherweise durch die Malleability-Lücke betroffenen Bitcoins ausschließlich bei MtGox gestohlen wurden, kämen als theoretisches Maximum nur 306.000 Bitcoins zusammen. Es fehlen also immer noch jede Menge bis zu den offiziell fehlenden 850.000 Bitcoins (nach dem überraschenden Fund eigentlich "nur" noch 650.000 Bitcoins). Kurz: MtGox, bzw Karpeles lügt. (oder die Wissenschaftler erzählen Mist, aber das halte ich nach dem Lesen der Arbeit und vor allem auch dem Blick auf die älteren Arbeiten für extrem unwahrscheinlich).

Bitcoin Transaction Malleability and MtGox

Danke an @m106 auf APP.NET für den Hinweis!

Bitcoin Börse MtGox nochmal gehackt. Alle Daten im Netz. Hacker meinen: "Betrug".

Ziemlich unübersichtliche Nachrichtenlage ...

Anonyme Hacker haben die Server von MtGox gehackt und den Sourcecode und die Datenbanken (716 MB) im Internet veröffentlicht. (Die Userdaten haben sie netterweise entfernt ...)

Die Hacker haben versucht, die Bitcoin-Transaktionen zu verstehen. Und kommen leider nicht zu einem plausiblem Ergebnis, also zu einem Ergebnis, das zu den Erklärungen von MtGox Gründer Karpeles passen würde ("Bitcoins wurden über die Malleability-Lücke nach und nach gestohlen").

Die Hacker wörtlich: "That fat fuck has been lying!!".

Hat Karpeles die Bitcoins doch einfach geklaut und auf eigene Konten transferiert?

Anonymous hackers uncover alleged proof of MtGox fraud from site’s CEO

Das ganze ist extrem unübersichtlich ...

Ich vertraue der Analyse der Hacker allerdings eher nicht, sondern glaube viel mehr, dass die Excel-Sheets nicht sonderlich viel aussagen. Wir reden immerhin über eine Firma, die ihre Buchhaltung nicht ansatzweise im Griff hatte. Dass bei einem Leak der internen Daten auch welche zu Tage gefördert werden, die sagen, dass MtGox die Bitcoins noch besitzt, finde ich daher nicht besonders bemerkenswert ...

USA: Arbeitslosenquote 02/14: 6,7% (+0,1 Vm, -1,0 Vj), 175.000 neue Jobs.


Für den Februar 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics (mal wieder) einen Arbeitsmarktbericht, der zwar auf den ersten Blick etwas enttäuschend war, aber deutlich durch den extrem harten Winter getrübt gewesen sein dürfte. Was sich dann im März wieder ausgleichen dürfte.

Zu den offiziellen Zahlen des Februars 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +223.000 auf 10,459 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +42.000 auf 145,266 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 6,7% (+0,1 zum Vormonat; -1,0 zum Vorjahresmonat).

Der Anstieg der NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer), der 2013 geprägt hatte, setzte sich auch im zweiten Monat des Jahres 2014 nicht fort. Im Februar sank die Zahl der NILFs um 94.000. Das Bureau of Labor Statistics buchte also keine Leute in die Klasse der NILFs um.

Ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung). Diese blieb konstant bei 58,8%, was 0,2 Punkte mehr als vor einem Jahr ist. Sie liegt damit zwar immer noch in der Reichweite des Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober, aber es ist immerhin eine leichte Verbesserung zu erkennen. Es bleibt aber bei der mittelfristigen Einschätzung: Die Arbeitslosenquote, die um 1,0 Prozentpunkte im Jahresvergleich gefallen ist, spiegelt sich in der Erwerbstätigenquote (+0,2) nicht wirklich wider.

Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch:
Trotz der mittelfristig spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung kaum. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber gerade einmal so viele, wie angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig sind, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten. (Das mag aber auch an der Demografie liegen, eine lange Diskussion dazu hier: The U.S. labor force is still shrinking. Here’s why.)

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Februar positiver als die Zahlen aus den Haushalten.

Anzahl der Jobs: +175.000 gegenüber dem Vormonat auf 137,699 Millionen. Zum Plus von 162.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 13.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Damit gab es zum ersten Mal seit dem Spätsommer wieder einen leichten Arbeitsplatzaufbau im öffentlichen Sektor.

Die Korrekturen der Vormonate für die neu geschaffenen Arbeitsplätze waren im zweiten 2014er-Report positiv. Das Dezember-Plus wurde von 75.000 auf 84.000, das Januar-Plus von 113.000 auf 129.000 nach oben korrigiert, zusammen also 25.000.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche sank leicht auf 34,2 Stunden. Die Zahl der Überstunden fiel wieder minimal um 0,1 auf 3,3 Stunden. Dieser Wert ist seit gefühlten Ewigkeiten bei 3,2 bis 3,5 Stunden. Die Anzahl der gearbeiteten Stunden fiel etwas unter den Schnitt der letzten Jahr (34,4 und 34,5 Stunden), das mag aber durch die Witterung erklärbar sein (für einen Check der Hauptzahlen kann man diese Detailzahl in diesem Monat kaum nutzen). In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wieder: Ja, die Beschäftigung wächst leicht, aber Boom geht anders.

Ein weiterer Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ablesen kann, ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Diese sank um 0,1 Prozentpunkte auf 12,6%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein schöner Rückgang um 1,7 Prozentpunkte.

Zusammenfassend: Ein Bericht vom US-Arbeitsmarkt, der wie so oft etwas zerrissen ist. Die Household-Daten waren eher schwach. Die Establishment-Daten - vor allem wenn man die Korrektur der Vormonate (+25.000 Arbeitsplätze) einrechnet - sogar etwas besser als erwartet. Wobei die Erwartungen auch aufgrund des harten Winterwetters deutlich getrübt waren.

Durch den Einfluss des Wetters im Februar und durch die jährliche Überarbeitung der Statistiken im Januar haben wir bis dato noch keinen "richtigen" Arbeitsmarktbericht aus den USA. Wobei ich allerdings auch keine so großen Zweifel daran hege, dass sich die Tendenz der letzten Monate fortgesetzt hat. Leichtes Wachstum ja, Boom nein.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — FEBRUARY 2014  (PDF)

Spannend bleibt weiterhin die Frage, wie die US-Notenbank die Zahlen beurteilt. Diese hatte als Ziel der ultralockeren Geldpolitik ursprünglich ausgegeben, die Arbeitslosenquote auf 6,5% oder niedriger zu drücken. Davon sind wir nur noch ein mageres Prozentpünktchen entfernt. Nimmt man nur diese eine Zahl, ist also wieder alles in Ordnung und eigentlich müsste die US-Notenbank deutlich den Fuß vom Gas nehmen. Nimmt man jedoch die Erwerbstätigenquote, steckt der US-Arbeitsmarkt weiterhin in der Rezession ...

Shit Bitcoin Fanatics Say

Gnihihi ...





Bii-Ei-Tie.

ROTFL ...

Fast noch besser:

No no, you WANT a deflationary currency.

Btw: In meinem Zweitblog gibt's andauernd kleinere Updates zu Bitcoins.

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