O2-Eplus will Netz bis 2017 massiv verbessern. Warum das trotzdem keine gute Nachricht sein könnte.

Nach Übernahme von E-Plus: O2 will bis 2017 gleiche Netzqualität anbieten wie Konkurrenz - IT   Medien - Unternehmen - Handelsblatt

So toll das auf den ersten Blick ausschaut, könnte das auf den zweiten Blick bedeuten, dass wir ein Oligopol von drei Wettbewerbern bekommen, die sich um das gleiche Marktsegment "gutes Netz, also gute Flächenabdeckung, gute Sprachqualität und schnelle Daten" kümmern (vor allem weil auch alle drei Anbieter jetzt Mobilfunk + Festnetz + DSL + TV machen).

Auch das hört sich noch nicht schlecht an, schlecht wird das erst, wenn man etwas weiter denkt und daran denkt, dass damit der preisaggressive Wettbewerber wegfällt (im speziellen Fall fallen sogar beide preisaggressiven Marktteilnehmer weg, denn das waren EPlus und O2 bisher. Ein Vertrag bei E-Plus bzw. O2 bedeutete ja immer, dass man weniger Geld bezahlt, dafür aber in bestimmten Regionen gar kein, bzw. in vielen ein schlechteres Netz hatte. Für viele, die sich nur in den richtigen Ballungsgebieten aufhielten und eh nur WhatsApp nutzten, war das aber genau der richtige Vertrag).

Wenn O2 jetzt genauso gut werden will wie Vodafone und die Telekom, hat O2 sicherlich kein großes Interesse, ein Netz, das genauso gut ist (und damit auch tendenziell genauso teuer), für deutlich weniger Geld zu verkaufen. Auch aus Sicht der Kundenzahl besteht kein Grund für O2-Eplus, noch verstärkt auf aggressive Preise zu setzen, um neue Kunden zu gewinnen. Nach Anzahl der Verträge bzw. der Kunden liegt das neu fusionierte Unternehmen in der gleichen Größenordnung wie Vodafone und die Telekom.

Es besteht also die große Gefahr, dass sich der gesamte Mobilfunk-Festnetz-Markt in der Hand von drei Marktteilnehmern befindet, die sich in allen Bereichen sehr ähneln: Kundenzahl, Produktportfolio, Netzqualität, ...

Als die Fusion angestrebt wurde, habe  ichdas Thema schon mal diskutiert (relativ neutral, aber auf die Gefahr hinweisend):

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Kommt der E-Plus/o2-Merger durchs Kartellamt?

Zum Wettbewerbsaspekt hat sich Justus Haucap (der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission) relativ früh ziemlich pessimistisch geäußert :

Vier gewinnt: Fusion von E-Plus und O2 dürfte Wettbewerb erheblich schwächen | Edgeworth Blogs

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich fürchte, Haucap wird Recht behalten.

Schenk dem egghat was - Weihnachten 2014 Edition

Ich werde diesen Beitrag jetzt ab und an hier (und nebenan im Zweitblog) als kleine Erinnerungsstütze posten. Ihr scheint ja vergesslich zu sein ...  Bei Flattr sind meine Einnahmen in den letzten 3 Monaten ziemlich genau auf die 20 Euro gesunken, die ich auch wieder in den Pool stopfe (21,72 + 19,44 + 20,11). Und von den 7 Amazon Umsätzen, die über den Ref-Link gingen, kamen 2 von mir ...

Ihr lest dieses Blog regelmäßig? Ihr mögt es? Ihr findet, dass das hier auch was wert ist z.B. im Vergleich zu Börse Online, die ja 175 Euro im Jahr kostet? Wenn nicht, haut ab ;-) (kleiner Witz)

Wenn ihr aber der Meinung seid, dass dieses Blog (und das andere) was wert ist, dann könnt ihr mir ja mal ab und an was Gutes tun. Das bedeutet im real existierenden Kapitalismus natürlich nichts anderes als Zaster. Von mir aus auch virtuellen. Deshalb will die ich die verschiedenen Möglichkeiten mal kurz beschreiben:

Auf den Amazon-Affiliate Link, über den ihr tolle Sachen bei Amazon einkaufen könnt und ich davon ein paar Prozent (bei Büchern, Musik und Filmen z.B. 5%), weise ich ja ab und an hin. Das ist für Euch der netteste Weg, denn das kostet Euch nicht einmal was. Das Buch/die CD/DVD/Digitalkamera/... ist genau so teuer, als wenn ihr Amazon direkt ansteuert. Toll, nicht wahr?

Ich meine diesen Link hier: UNTERSTÜTZE DIESES BLOG UND STARTE DEINEN AMAZON-EINKAUF HIER! , der eigentlich unter jedem Posting (auch im RSS Feed und den E-Mails) stehen sollte.

Ich merke aber an einigen E-Mails, das ihr diesem Verfahren nicht wirklich vertraut. Ich kann Euch versichern, dass das sauber läuft. Bisher habe ich (bis auf eine) alle Bestellungen, die mal jemand zur Überprüfung geschickt hat, auch in meinen Abrechnungen gesehen. Das geht also.

Ich weiss, Amazon ist eine böse Steuerschlupfkröte, aber so lange die deutsche Online-E-Commerce-Konkurrenz zu blöd ist, ein vergleichbares Affiliate-Programm auf die Beine zu stellen, muss ich wohl oder über da bleiben.

Neben diesem Affiliate-Link gibt es auch noch einige weitere Möglichkeiten, mir direkt Geld zukommen zu lassen.

Die erste läuft über einen Amazon-Gutschein. Da ich permanent Bücher/CDs/DVDs/Gadgets/MP3s bei Amazon kaufe, ist ein Amazon Gutschein für mich quasi wie Geld.

Auch da wurde von Lesern Misstrauen geäußert. Es funktioniert aber. Wenn ihr auf den folgenden Link klickt:

Schenk dem egghat einen Amazon Gutschein!

gibt es ein Formular, in das ihr den Betrag eintragen müsst und dann wichtig egghat@gmail.com als Empfänger. Ich bekomme dann einen langen Gutscheincode, den ich bei Amazon zur Konjunkturankurbelung umgehend einsetzen werden. Das ist eine meiner leichtesten Übungen. Wenn ihr eine Bestätigung haben wollt, schreibt in das Textfeld Eure E-Mail-Adresse, dann gibt es auch eine Antwort.


Und weil ein paar Mal nach Paypal gefragt wurde, habe ich mein altes Paypal-Konto reaktiviert und dort die egghat@gmail.com Adresse eingetragen. Es ist jetzt also möglich, mir auch über Paypal direkt Geld zu schicken.

Es gibt noch ein paar weitere Systeme, die mit Codes arbeiten, die man einfach per Mail weiterschicken kann und die daher auch in Frage kommen.

Cashticket könnte auch was sein. Der Vorteil: Man muss selber keine Kontoverbindung haben. Cashticket kaufen, Code freirubbeln, mir den Code als Mail zuschicken, ich löse ein. Hat noch niemand ausprobiert, daher ohne Gewähr.

Ebenfalls interessant könnte die Paysafecard sein. Man braucht ebenfalls kein Konto, sondern kann die Dinger z.B. im DM oder bei Rossmann (und gefühlt jedem zweiten Kiosk) kaufen und davon dann z.B. Amazon Gutscheine kaufen. Paysafe ist übrigens eine Firma aus Europa, genauer Wien, was alle, die jeder amerikanischen Firma (wie Paypal) misstrauen, beruhigen dürfte.

Die Paysafecard habe ich inzwischen einmal ausprobiert, es klappte, auch wenn ich es mir einfacher vorgestellt hatte. Man kann nämlich mit dem Guthaben auf der Paysafecard nur bestimmte Sachen kaufen, in meinem Fall war es dann ein Amazon Gutschein ... Also wie das Cashticket eine Notlösung, wenn ihr nicht an Amazon oder iTunes-Karten kommen könnt.

Die letzte Möglichkeit ist ein Apple iTunes Gutschein, die ja auch an jeder zweiten Ecke (Tankstelle, Supermarkt, Kiosk, ...) an der Kasse hängen. Diese gibt es mit 15, 25 oder 50€ Guthaben. Auch darauf steht nur ein Code, den man dann abtippen und mir per Mail schicken kann. Da ich sowieso häufig Musik und Apps dort kaufe (jaja, ich zahle selbst für Musik ...), ist auch das eine Möglichkeit, mir was Gutes zu tun.

Und weil ich total fortschrittlich bin ... Ich nehme auch Bitcoins (bzw. Bruchteile davon):
Mein Key: 1GemrqnfHUEjgm3wWU1sjXVeYkxc1ozT6d

Aber noch besser wäre - Meldet Euch für Flattr an:


Generell bin ich aber kein Freund dieser Einzelüberweisungen. Ich fände es viel netter, wenn Leser regelmäßig für unabhängigen, lustigen, unterhaltsamen, informativen Online-Content bezahlen würden. Und ich meine damit natürlich nicht (nur) meine Artikel. Das Mittel der Wahl dafür ist Flattr. Geld nach Flattr bekommt ihr über Paypal oder Moneybookers. Das Konto dort kann man jeden Monat mit einem bestimmten Betrag auffüllen, der Mindestbetrag von 2 Euro sollte eigentlich niemanden überfordern. Damit kann man dann nicht nur mir Geld zukommen lassen, sondern auch
Seit Flattr auch Abos kann (inzwischen standardmäßig mit unbegrenzter Laufzeit), ist es damit ein hinreichend guter Ersatz für Kachingle (das ich gecancelt habe). Um ein Abo abzuschließen, müsst ihr den Flattr Button einfach zweimal anklicken und anschließend die Zeitdauer wählen (kann man jederzeit ohne Kündigungsfristen oder sonstigen Schmuh vorzeitig wieder beenden).

Ich kann Euch Flattr nur wärmstens empfehlen. Einmal im Monat irgendeine Zeitung oder Zeitschrift am Kiosk liegen lassen, das Ausfüllen des Lottoscheins vergessen, am Montagabend kein Bier trinken und das gesparte Geld nach Flattr schicken. Und das Minimum von 2 Euro im Monat ist nun wirklich nicht viel Geld ...

Wie wäre es mit folgender Formel:

2 € + (Kaufpreis eures Autos in Euro / 10.000) im Monat;

macht 2 € im Monat bzw. 24 Euro im Jahr für arme, autolose Studenten, 60 Euro im Jahr für Passatfahrer und 144 Euro/Jahr für Porschefahrer ... Bezahlt den Jahresbeitrag einfach per Paypal, stellt den Monatsbeitrag auf ein Zwöftel ein und legt als Absicherung für Monate, in denen man vielleicht nicht genug flattert, ein paar Grundabos an, z.B. für Netzpolitik und abgeordnetenwatch.de.

Oder wenn wirklich gar kein Geld da ist, keine Zeitschrift/Zeitung abbestellbar und kein Bier weglassbar ist, besorgt mir einfach ein paar neue Leser:
  • Empfiehl mich weiter.
  • Folge mir auf Twitter und fave und retweete eine Tweets.
  • Friende mich bei Facebook und like und teile meinen Kram .
  • Kreise mich bei G+ ein und plusse mich fleissig.
  • Leite meine Artikel per Mail weiter.
  • Verlinke mich. In Deinem Blog. In Diskussionsforen. Etc. pp.

DANKE!

USA: Arbeitslosenquote 11/14: 5,8% (unv. Vm, -1,2 Vj), 321.000 neue Jobs.

Hier mein gewohnter US-Arbeitsmarktbericht:

Für den November 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen Arbeitsmarktbericht, der trotz der unveränderten Arbeitslosenquote besser als erwartet ausfiel, wobei die beiden Teile Household Data und Establishment Data ziemlich auseinanderklaffen.

Zu den offiziellen Zahlen des November 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +115.000 auf 9,110 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +4.000 auf 147,287 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 5,8% (unverändert zum Vormonat; -1,2 zum Vorjahresmonat). Der positive Trend auf Jahresbasis ist weiterhin klar und in vollem Umfang intakt.

Nur minimal mehr neue Arbeitsplätze, etwas mehr Arbeitslose. Die gleichbleibende Arbeitslosenquote geht daher zum großen Teil auf die NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) zurück: 69.000 AmerikanerInnen wurden zusätzlich in die NILFs gebucht. Ohne diese Umbuchung wäre die Arbeitslosenquote auf 5,9% gestiegen.

Schwenken wir rüber zur Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung), die immer ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist. Diese blieb bei 59,2%, was 0,6 Punkte mehr sind als vor einem Jahr. Damit löst sich die Erwerbstätigenquote langsam langsam aber sicher vom Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober 2013; der aktuelle Wert ist auch der beste seit August 2009. Die Erholung bleibt aber verhalten.

Im letzten Monat hatte ich noch darauf hingewiesen, dass sich Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote endlich halbwegs sauber spiegelbildlich entwickeln (-1,4 zu +1,0), im November wurde der Zusammenhang auf Jahressicht aber wieder schwächer: die Erwerbstätigenquote stieg mit +0,6 Prozentpunkten deutlich langsamer als die Arbeitslosenquote mit -1,2 Prozentpunkten sank.

Langfristig sieht das immer noch schlecht aus: Die Arbeitslosenquote ist von knapp 10% auf nun 5,8% gefallen, die Erwerbstätigenquote aber gerade einmal um einen Prozentpunkt gestiegen. Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch: Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur zögerlich. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber nur etwas mehr als angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig wäre, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im November der Teil des Arbeitsmarktberichts, durch den das positive Gesamtbild entsteht.

Anzahl der Jobs: +321.000 gegenüber dem Vormonat auf 140,045 Millionen. Zum Plus von 314.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 7.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das Plus von 321.000 lag deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Mittel einen Zuwachs knapp unter dem Durchschnittswert der letzten 6 Monate lagen (etwa 230.000). Der Zuwachs der Arbeitsplätze war der stärkste im Jahr 2014.

Noch besser wurde der November-Report, weil die Arbeitsmarkt-Statistiker für beide Vormonate bessere Werte als zuvor errechnet haben. Das September-Plus für die neu geschaffenen Arbeitsplätze wurde um 15.000 auf plus 271.000, das Oktober-Plus kräftig um 29.000 auf 243.000 nach oben korrigiert. Zusammen ergibt das ein zusätzliches Plus von 44.000. Rechnet man die Korrekturen ein, wird der November zum klar besten Monat des Jahres.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche stieg wie in den beiden Vormonaten von 34,5 auf 34,6 Stunden (was bedeutet, dass das Plus der beiden Vormonate wieder wegkorrigiert wurde; strange). Die Zahl der Überstunden stieg von 3,4 auf 3,5 Stunden (nachdem sie im Vormonat von 3,6 auf 3,5 gefallen war; auch hier wurde korrigiert). Damit verharren beide Werte, die im letzten Monat den Ausbruch aus der seit gefühlten Ewigkeiten geltenden Spanne von 34,4 bis 34,5 bzw. 3,2 bis 3,5 Stunden geprobt haben, weiterhin am oberen Rand. In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wider: Ja, die Beschäftigung wächst, aber ein breiter Boom sieht anders aus.

Immer ein guter Check für die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Die U-6 sank leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 11,4%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich immer noch ein schöner Rückgang um 1,7 Prozentpunkte, Die Jahresrate sank aber auch schon deutlich schneller, im Vormonat waren es noch 2,2%. Trotzdem verbessert sich diese Quote weiterhin schneller als die des Gesamtmarkts.

Zusammenfassend: Der November-Bericht vom US-Arbeitsmarkt fiel seltsam zerrissen aus, insgesamt würde ich ihn trotzdem unter "gut" verbuchen. Aus den Household-Daten lässt sich keine große Änderung ablesen. Die Establishment-Daten hingegen waren sehr gut. Vor allem wenn man die Korrekturen der Vormonate mit einrechnet, ergibt sich der mit Abstand stärkste Zuwachs an Arbeitsplätzen im laufenden Jahr.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — November 2014  (PDF)

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