Tesla will Akku für Hausstrom produzieren. Während Deutschland diesen Zukunftsmarkt verpennt.

Dieser soll ein Haus für eine Woche mit Strom versorgen können. Das sollte reichen, um Leute mit Solaranlagen auf den Dächern in vielen Regionen der Welt unabhängig vom Stromnetz zu machen. In Deutschland wird das im wolkigen, dunklen Winter wohl nicht klappen, am Südrand von Europa dürfte es aber durchaus realistisch sein.

Das ist natürlich spannend, allein schon weil so ein Großakku für den Hausgebrauch endlich mal in die Massenproduktion geht und von einem Hersteller kommt, der gerade die größte Akkufabrik der Welt hochzieht, sprich der gute Preise liefern sollte. Der Preis ist noch unbekannt, aber Tesla wird uns dann in einigen Monaten eine Hausnummer liefern für einen Akku, der ein Haus potenziell vom Stromnetz unabhängig machen kann.

Ein kostengünstiger Akku könnte noch eine Menge anderer spannender Einsatzbereiche finden. Wenn die Stromanbieter darauf Zugriff bekommen könnten, wäre zum Beispiel das Problem der negativen Strompreise gelöst, die es ab und zu tatsächlich gibt (z.B. wenn der Wind zu stark weht und es Nacht ist).

Auch könnte man die Förderung von Solarzellen in Deutschland endlich umstellen und nicht nur die Erzeugung des Solarstroms fördern, sondern auch den Verbrauch vor Ort, ohne dass der Strom erst teuer durchs Netz muss. Die Idee, den Eigenverbrauch zu erhöhen, gab es ja schon mal. Leider hat man sich am Ende für eine massive Kürzung der Preise für Fotovoltaik-Strom entschieden, statt die Förderung durch eine Erhöhung des Eigenverbrauchs auf das IMHO aktuell wichtigste Problem auszuweiten: Wir haben zu geringe Netzkapazitäten und zu geringe Speichermöglichkeiten.

Ein Eigenverbrauch von 50% hätte zur Folge, dass die Besitzer einer Solaranlage nur noch 50% des erzeugten Stroms zum garantierten (hohen) EEG-Preis (sagen wir mal 20 Cent) hätten einspeisen dürfen. Für den Rest gäbe es nur noch den Marktpreis (sagen wir mal 5 Cent), wenn man weniger als 50% des Stroms verbrauchen würde. Damit hätten sich die Besitzer von Solarzellen Gedanken machen müssen, was sie mit dem "überschüssigen" Strom anstellen. Einspeisen zu 5 Cent macht wenig Sinn, die Einnahmen wären ja geringer als die Kosten für jede verbrauchte Kilowattstunde am Abend.

Hier bietet ein Akku tolle Möglichkeiten:

Der Strom könnte später selber verbraucht werden.
Der Strom könnte zur richtigen Zeit intelligent selber verbraucht werden, indem man z.B. die Waschmaschine startet, wenn die Sonne scheint.
Der Strom könnte bei hoher Nachfrage (wenig Wind, abends, Winter) zu einem höheren Preis ins Netz eingespeist werden.

Sowohl die Akkus wie auch der intelligente Verbrauch sind IMHO riesige Zukunftsmärkte, die Deutschland gerade grandios verpennt. Nachdem Deutschland völlig einseitig mit (Hundert?) Milliarden die Fotovoltaik (aber nur die Zellen) gefördert hat, hat sich nun jeder Mut (übrigens auch die Arbeitsplätze in den Solarzellenfabriken) in Luft aufgelöst. Um die kommenden Märkte Smart Home (bei dem "Smart Verbrauch" ein Teil sein wird; tolles IT-Thema!) und Akkus kümmert sich in Deutschland anscheinend niemand mehr (zumindest aus der Politik). Dabei wären beide Technologien auch für die in Deutschland so wichtige Automobilindustrie hochinteressant. Das ist Energiepolitik (Energiewende) und Industriepolitik in einem und es würde nicht einmal viel Geld kosten, zumindest wenn man es mit der (IMHO völlig versemmelten) ersten Stufe der Energiewende vergleicht.

Elon Musk says Tesla will unveil a new kind of battery to power your home | The Verge

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