USA: Arbeitslosenquote 10/15: 5,0% (-0,1 Vm, -0,5 Vj), 271.000 neue Jobs. Durchweg positiv.

Hier (nach langer Pause; ich muss mal regelmäßiger bloggen und nicht nur tweeten) mein gewohnter US-Arbeitsmarktbericht:

Für den Oktober 2015 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen Arbeitsmarktbericht, der die (zugegeben eher niedrigen) Erwartungen deutlich schlagen konnte.

Es wurden 271.000 neue Arbeitsplätze geschaffen (erwartet etwa 170.000), die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0%.

Zu den offiziellen Zahlen des Oktober 2015 im Detail:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -7.000 auf 7,908 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +320.000 auf 149,120 Millionen.

--> Arbeitslosenquote: 5,0% (-0,1 zum Vormonat; -0,7 zum Vorjahresmonat). Der positive Trend auf Jahresbasis ist weiterhin klar intakt.

Die Anzahl der Arbeitslosen ging zwar nur leicht zurück, die durch das Bevölkerungswachstum auf den Arbeitsmarkt drängenden Menschen (216.000 im Oktober) konnten aber vollständig mit einem Job versorgt werden, auch die 97.000, die aus den NILFs (not in labor force) zurück auf den Arbeitsmarkt kamen, fanden zum größten Teil einen Job (bis auf die 7.000).

Schwenken wir rüber zur Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung), die immer ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist. Diese zeigte ebenfalls eine leichte Verbesserung und stieg von 59,2 auf 59,3%. Im Jahresvergleich liegt das Plus allerdings bei nur 0,1 Prozentpunkt. Damit löst sich die Erwerbstätigenquote immer noch sehr sehr langsam vom Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober 2013. Die Erholung der Erwerbstätigenquote ist weiterhin ernüchternd: Die Arbeitslosenquote ist von knapp 10% auf nun 5,0% gefallen, die Erwerbstätigenquote aber gerade einmal um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch: Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur sehr zögerlich. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber nur geringfügig mehr als angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig wäre, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, waren im Oktober sehr positiv.

Anzahl der Jobs: +271.000 gegenüber dem Vormonat auf 142,654 Millionen. Zum Plus von 268.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 3.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das Plus lag deutlich über den Erwartungen der Analysten und auch über dem Durchschnittswert des letzten halben Jahres.

Die beiden Vormonate wurden leicht korrigiert: Der September von 142.000 auf 137.000 nach unten, der August von 136.000 auf 153.000 nach oben; insgesamt also um 12.000 Arbeitsplätze nach oben.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche blieb bei 34,5 Stunden. Die Zahl der Überstunden stieg leicht von 3,2 auf 3,3 Stunden. Beide Werte bleiben damit in der seit gefühlten Ewigkeiten geltenden Spanne von 34,4 bis 34,5 bzw. 3,2 bis 3,5 Stunden. In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wider: Die Beschäftigung wächst zwar, aber ein breiter Boom sieht anders aus.

Immer ein guter Check für die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc.). Die U-6 sank im Oktober weiter leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 9,8%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich damit ein Rückgang um 1,7 Prozentpunkte. Der Sinkgeschwindigkeit der breiter gefassten Arbeitslosenquote bleibt also hoch und macht Hoffnung, denn sie entwickelt sich (auch relativ gesehen) besser als die enger gefasste Arbeitslosenquote U-3 (die aus den Headlines). 

Zusammenfassend: Der Oktober-Bericht vom US-Arbeitsmarkt fiel durch die Bank gut aus. In beiden Bereichen des Arbeitsmarktberichts gab es positive Zahlen, bei der Anzahl der neuen Stellen sogar eine sehr gute Zahl. Auch im „Kleingedruckten“ (NILFs, Vormonatskorrekturen) gab es keine Enttäuschungen. Auch die Löhne steigen wieder mit 2,5% gegenüber dem Vorjahr, also angesichts der niedrigen Inflation durchaus solide. Enttäuschend bleibt nur der langfristige Trend bei der Erwerbstätigenquote.


Wenn ich auch in Zukunft diesen kleinen Bericht schreiben soll, flattert mich, retweetet den Artikel, teilt ihn auf Facebook, hinterlassst einen Kommentar, etc. Damit ich sehe, dass er gelesen  und geschätzt wird. Gracias.

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