Topstatistiker Nate Silver und Drew Linzer sagen Clinton Sieg voraus. Und alle Bundesstaaten für die gleiche Seite.

Scheint jetzt final zu sein:

Nate Silver's FiveThirtyEight sagt 71,6% Siegwahrscheinlichkeit für Clinton, 28,4% für Trump.









Lasst Euch nicht kirre machen, es geht allein um diese Staaten, die anderen sind durch:








































Bei Dailykos gibt es die Hochrechnung des Statistikers Drew Linzer, der 2012 und 2014 die beste Prognose hatte:




Dieser Prognose nach sind überhaupt nur acht Bundesstaaten umstritten, sprich gehen nicht mit mehr als 99%er Wahrscheinlichkeit (laut Drew Linzer) an einen der beiden Kandidaten. Eigentlich könnt ihr alle Wahlergebnisse bis auf diese acht Bundesstaaten ignorieren. Würden die Medien dieses Rauschen doch nur mal ausfiltern … (App-Idee: Pushe mir nur die Ergebnisse dieser 8 Bundesstaaten und per Option auch nur, wenn sie von der Prognose abweichen; liegt der Statistiker richtig, gibt es gar keinen Push sondern Schlaf).

Ich wollte das jetzt hier mal einloggen, um zu sehen, wer 2016 von den beiden die bessere Prognose hat, aber interessanterweise unterscheiden sich die beiden Prognosen nur minimal. Die umstrittenen Bundesstaaten sind exakt die gleichen (wenn auch minimal anders sortiert), und alle acht gehen jeweils an die gleiche Seite: New Hampshire (69,7% zu 30,3%), Florida (55,5% zu 44,5%), North Carolina (55,9% zu 41,1%) und Nevada (58% zu 42%) an Clinton; Ohio (35,1% zu 64,9%), Arizona (34,2% zu 65,8%), Georgia (20,6% zu 79,4%) und Iowa (30,6% zu 69,3%) an Trump (in Klammern die Bundesstaatenprognose von FiveThirtyEight; die von Daily Kos steht ja oben)

Daily Kos sagt 319 zu 219 Stimmen für Clinton voraus. Von den umstrittenen Bundesstaaten müssten also Nevada, North Carolina und Florida zu Trump kippen. Das wären 50 Stimmen, dann wäre es exakt ein Gleichstand. North Hampshire zusätzlich und Trump hätte gewonnen. Aber dann müssten alle acht knappen Staaten an Trump gehen und das ist doch einigermaßen unwahrscheinlich. So unwahrscheinlich wie ein Brexit, eigentlich sogar deutlich unwahrscheinlicher …

Ich hatte mich kurz vor der Brexit-Abstimmung gewundert, dass aus den ziemlich knappen Umfragen (die verdammt nahe an 50/50 waren; über die "Klarheit" von 51/49 ging eigentlich niemand hinaus) an den Wettmärkten ziemlich klare Wahrscheinlichkeiten (75 zu 25 pro Bremain) wurden.
Bei der US-Wahl sind die Wettbörsen deutlich zurückhaltener. Die Quoten der Wettmärkte liegen relativ nahe an den offiziellen Quoten: DailyKos gibt Clinton eine Siegchance von 92%, Nate Silver sagt 71,6%. Die fünf großen Wettbörsen liegen zwischen 78,5 und 89%, also ziemlich genau in dem Rahmen, den die Statistiker auch sehen (Quelle: Blicklog)

Dann beobachtet das mal für mich, ich werde mich schön schlafen ;) Die Nummer scheint mir zu klar zu sein …

Update (the morning after):




Update 2 (13:21):

Was man sich übrigens auch komplett knicken kann (wie schon beim Brexit): Das geheime Wissen der Menge. Wisdom of the crowds. Haha. Die Prognosemärkte lagen auch komplett falsch, genauso falsch wie die Demoskopen.

Podcast - Mikro 021 - Spezialfolge "Mikrokredite mit Barbara Bohr"

Es gibt mal wieder eine neue Folge der Mikrooekonomen, ganz ohne Marco (Urlaub), dafür mit Gästin Barbara Bohr.

Es gibt nur das eine Thema Mikrokredite (und Mikrofinanz). Das ist (wie so vieles in unserem noch jungen Podcast) auch ein kleines Experiment, weil wir wegen "ohne-Marco" und "nur ein Thema" von unserem üblichen Schema abweichen. Da ich mit Barbara aber ein in allen Beziehungen (Aufbereitung des Stoffs in den Vorgesprächen, fundiertestes Know-How, freies Sprechen gewöhnt (im Gegensatz zu mir; Mr. ähm)) perfekte Gesprächspartnerin gefunden habe, hat das glaube ich ganz gut geklappt. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass es die erste Spezialfolge war.

Trotz (oder wegen) dieses vorsichtigen Eigenlobs freue(n) ich/wir natürlich über jede Kritik, über Anmerkungen, Feedback, Nachfragen, Themenvorschläge, Sternchen bei iTunes und Overcast und besonders über Teilen und Sharen dieser Folge auf dem sozialen Netz eurer Wahl.

Für Feedback bitte hier entlang:

Mikro021 Mikrokredite mit Barbara Bohr

Direkthören (besser natürlich gleich abonnieren):




Ich paste hier mal die gesamten Show-Notes rein.

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Shownotes:

Mikrokredite


Kurzvorstellung Barbara

Mikrokredite - Was ist das, was ich das nicht und worüber wollen wir sprechen
  • Es geht um Entwicklungsländer, es geht um langfristige Kredite für Investitionen, es geht um "unabhängig" machen. Damit geht es z.B. nicht um kurzfristige Überbrückungskredite, nicht um Konsumkredite, also zum Beispiel nicht um "Payday-Loans", wie sie auch in den USA üblich sind. Es geht auch nicht um Crowdfunding, was im Endeffekt auch nichts anderes als eine Vorfinanzierung ist, die in einem Produkt "zurückgezahlt" wird. Die Bereiche gehen an vielen Stellen nahtlos ineinander über, wir wollen uns aber auf den Kern beschränken.
  • Spiegel: Friedensnobelpreis für Muhammad Yunus

Was sollen Mikrokredite bewirken
  • Investitionen anschieben
  • Verdienstmöglichkeiten schaffen
  • Selbstständigkeit ermöglichen
  • Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Frauenförderung
  • Besonderer Aspekt liegt auf der Frauenförderung
  • 84% der Kunden sind Frauen (Christoph Pfeiffer - Mikrokredite - Eine ökonomische Analyse)
  • Schönes Beispiel: Mikrokredite in Afrika - Frau Adbenas kleines Wirtschaftswunder
  • Frauen gehen (angeblich?) verantwortungsvoller mit dem Geld um ("kümmern sich um die Zukunft der Familie, Männer versaufen das Geld nur")

Hat die Frauenförderung funktioniert?

Kritik noch etwas breiter

Es geht (auch) um den Aufbau eines Bankensektors
  • Entscheidender Punkt! Im Schlepptau der Mikrokredite kamen auch (andere) Mikrofinanzen in die Fläche. Wichtig, denn funkionierende Volkswirtschaften ohne Bankensektor, ohne Konto, ohne Geldverkehr, kann es nicht geben.

Sind die Zinsen für Mikrokredite zu hoch?
  • Wirkt aus westlicher Sicht häufig so, aber erschreckend klingende Zinshöhen (40% …) relativieren sich
  • Inflation in Entwicklungsländern oftmals deutlich höher, was zählt ist der Nettozins
  • Bearbeitungskosten für die Kreditvergabe und Betreuung bei vielen kleinen Krediten logischerweise hoch

Worauf muss ich Geldanleger achten?
  • Gibt es eine Blase? Es gibt einen Index (MIMOSA), der die Durchdringung eines Markts mit Mikrofinanzangeboten misst
  • Die Recherche vor Ort, wer den Kredit bekommen soll, ist von hier aus kaum zu leisten
  • Selbst die Auswahl einen Mikrofinanzinstituts vor Ort dürfte kaum möglich sein
  • Daher: Wendet euch an bewährte Institute in diesem Markt, auch wenn man so zwei kostenproduzierende Ebenen in die Geldvergabe einzieht: Einerseits der Fonds bzw. die Genossenschaft hier, andererseits das Mikrofinanzinstitut vor Ort.
  • Drei Hinweise
  • Oikokredit (Genossenschaft)
  • GLS Alternative Investments - Mikrofinanzfonds (relativ normaler Investmentfonds (aber längere Kündigungszeit!), der auch Rendite erwirtschaften soll. Streut die Anlagen extrem breit, ist aber viel zu jung, um ein abschließendes Urteil fällen zu können
  • ResponsAbility (für die SchweizerInnen)
  • Wenn ihr trotz der Kritik direkt das Geld vergeben wollt: Kiva
  • Das sind keine konkreten Anlageempfehlungen, sondern nur Stellen, an denen ihr euch weiter informieren könnt und SOLLT!
  • Und Achtung: Es gibt auch in diesem Markt unseriöse Anbieter

Abmoderation

Wir freuen uns wie immer über Feedback, Anmerkungen. Gerade weil wie dieses "Ein-Themen-Special" zum ersten Mal machen. Und nochmal allerherzlichsten Dank an Barbara für die Zeit, die sie sich für den Podcast (und die Vorgespräche!) genommen hat.

Empfehlt uns weiter, teilt die Folge, klickt auf die Herzen und Sterne in eurem Abspielprogramm und iTunes. Und folgt uns auf Twitter: @egghat und @mh120480.

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Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

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Viel Spaß beim Hören!

Podcast Urlaub … Mikro020 (und Ankündigung Mikro 021 mit dem Thema Mikrokredite)


Ich merke gerade, dass ich den Hinweis auf die letzten Podcasts hier ganz vergessen habe … Damit ihr Euch in Marcos Urlaub nicht zu sehr langweilt, reiche ich die mal nach, auch wenn es spät …

Mikro 020:

Es geht um die Deutsche Bank, den Kursverfall und die Pleitegerüchte. Die HSH Nordbank und den Berg von mehr oder weniger wertlosen Schiffskrediten, die jetzt auf den Steuerzahler abgewälzt wurden. Die Türkei ist jetzt Ramsch, die deutsche Konjunkturpolitik auch, die Presse ebenfalls (zumindest manchmal) und mein Bier auch ;)

Am besten hier: Mikro020 Abstiegskampf

Oder zum Direkthören:



Mikro 019:

Wir sprechen mit dem Growney Gründer (siehe Mikro 017) über seine ETF-Sparplan und ETF-Vermögensverwaltung Firma, das (mögliche) Verbot der Bonitätsanleihen durch die BAFin und das übliche Hörerfeedback und etwas Bier:

Mikro019 Vor der BAFin und auf hoher See …

Mikro 018:

Wells Fargo betrügt Kunden (und den eigenen Arbeitgeber) durch die Eröffnung von Scheinkonten und Scheinkreditkarten (um Boni abzusahnen) und kassiert eine saftige Strafe. Dazu noch etwas Interna, Nachrichtenüberblick (korruptes Russland) und Bier.

Mikro018 Wolfgang Schäuble frisst den Mittelstand

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Viel Spaß beim Hören! Wie immer sind wir gespannt auf Euer Feedback, und Eure Anregungen und Themenvorschläge.

P.S. Ich werde in Marcos Urlaub mindestens einen Podcast aufnehmen, vielleicht auch zwei. Das erste Thema steht, es geht um Mikrokredite (immerhin Basis für den Friedensnobelpreis 2006). Input und Fragen wären sehr hilfreich, um das doch sehr große Themengebiet etwas weiter einzugrenzen.

Kommentare bitte gesammelt drüben im Podcast-Blog: Sendungsankündigung Mikro 021: Mikrokredite

Mikro017 - Schöner Sterben mit Hedgefonds


Kurzer Hinweis vor dem Wochenende auf unsere aktuelle Podcast-Episode. Wieder mal knapp anderthalb Stunden lang (irgendwie schaffen wir die ursprünglich mal angestrebte Stunde nicht). Dieses Mal finde ich es aber voll in Ordnung, weil wir nicht lange ziellos rumlabern (nur ein wenig zum Ausklang am Ende), sondern ziemlich kompakt durch eine pickepackevolle Themenliste rauschen.

Der deutschen Bank wird vorgeworfen, 10 Milliarden Dollar aus Russland nach London transferiert zu haben. Wir versuchen zu ergründen, wie das genau ging. Eigentlich sollten solche Summen doch auffallen, vor allem wenn Moskau und London Hand in Hand arbeiten mussten. (Einer der Knaller an der Geschichte ist die Strafe, die in Moskau verhängt wurde …)

Zweitens (ebenfalls sehr schönes) Thema: Todesarbitrage mit Hedgefonds. Interessante Lücke in einem auf dem US-Markt gängigen Wertpapier. Bei diesen gab es eine höher als normal ausfallende Ausschüttung an einen zweiten (üblicherweise LebenspartnerIn), wenn der Besitzer verstirbt. Also quasi eine Kombination aus Wertpapier und Lebensversicherung. Und wenn man nun ausreichend viele Beschäftigte in Krankenhäusern kennt, kann man den unheilbar Kranken ein (unmoralisches?) Angebot machen …

Danach noch ein paar News: Ich zu Apples Steuernachzahlungen, Marco hat was zu Fonds und wir beide noch etwas Senf zu unserem Dauerthema Rocket Internet, wo es eine ziemlich dicke Abschreibung gab, die wohl gleich zwei Dickfische (im Rocket Internet Slang früher "Proven Winners" genannt) getroffen hat: Die Global Fashion Group (war zum Aufnahmezeitpunkt bekannt; Bewertung fast gedrittelt!) und Home 24 (Bewertung fast halbiert, sickerte nachher raus).

Zum Abschluss noch einen Überblick über das Hörerfeedback, am spannendsten dabei wohl der "Regiomat", mit dem Bauern ihre Waren direkt an den Endkunden verkaufen können, ohne Hofladen mit komischen Öffnungszeiten und ohne Personalkosten.

Mikro017 Schöner Sterben mit Hedgefonds

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Apples Steuerstrategie und die EU-Nachforderung - Und warum sich eigentlich die USA aufregen müssten …

Ok, Kurzbeschreibung dessen, was Apple gemacht hat.

Apple hat (scheinbar; Erläuterung folgt) hohe Gewinne in Europa eingefahren. Überschlagen so 120 Milliarden Euro von 2003-2014. Steuern gezahlt hat Apple auf diese Gewinne aber so gut wie keine. Grund: Die Gewinne sind fast komplett bei der irischen Tochter aufgeschlagen. Die Niederlassungen in den anderen europäischen Ländern haben kaum Gewinne erwirtschaftet. Über eine Steuersparkonstruktion, die so nur in Irland (mit Hilfe der Niederlande) möglich ist, wurden diese Gewinne quasi nicht besteuert. In Irland fallen zwar eh schon niedrige Steuern an (12,5%), zusätzlich kann man diese Steuern noch verringern, indem man das Geld über eine Lizenzvergabetochter in eine Steueroase "absaugt".

Die EU sieht das nun als unerlaubte Subvention und verlangt von Irland, die 13 Milliarden Euro zu wenig gezahlter Steuern von Apple zurückzufordern. Apple fühlt sich veräppelt (hehe), unter anderem weil die Forderungen bis 2003 zurückreichen. Und Irland möchte die Steuern auch nicht eintreiben, weil man das eigene Geschäftsmodell Steueroase gefährdet sieht.

Die Details sind nicht so wichtig (die habe ich auch schon mehrfach erläutert), es geht mir um etwas anderes.

Warum sind die Gewinne in Irland angefallen? Weil Apple das wollte. Und wie kann man das erreichen? iPhones werden zu festgelegten Preisen an die Apple-Läden verkauft. In diesem Fall war der Preis, den Apple Europe in Irland verlangt hat, hoch. Die Geräte gingen also für angenommene 500 Euro an den Apple Store nach Oberhausen. Dieser hat das Gerät für 600 Euro (+Umsatzsteuer) an mich weiter verkauft (ich Junkie, ich …). Apple Europe selber hat die Geräte für 200€ von der Apple Zentrale eingekauft. Die Apple Zentrale hat also kaum Geld verdient. Apple Irland jede Menge, der Apple Store Oberhausen als Händler wiederum fast nichts (er muss ja auch noch Personal, Miete, etc. bezahlen).

Warum akzeptieren die Steuerbehörden das? Im Fall der deutschen Steuerbehörden ganz einfach: Der Apple Store Oberhausen ist ein reiner Händler. Händler haben im Durchschnitt ziemlich niedrige Margen. Solange die Einkaufspreise für iPhones, die der Apple Store und sagen wir mal der Media Markt bezahlen, relativ ähnlich sind, kann das Finanzamt nichts machen (was auch richtig ist, das stimmt ja so alles).

Der Knackpunkt am Deal ist der Preis, zu dem Apple Irland die iPhones von der Zentrale einkauft. Hier könnte nämlich auch eine ganz andere Summe stehen. Und wenn Apple nicht will, dass viel Gewinn in Irland anfällt, könnte Apple ganz problemlos die iPhones aus der Apple Zentrale für 500 Euro an den Apple Store Oberhausen verkaufen. Dann wäre der Gewinn, der jetzt in Irland angefallen ist, in den USA entstanden. Und auch dort versteuert worden (wie hoch ist schwierig zu sagen, die USA haben mit Delaware praktischerweise eine Steueroase im eigenen Land). Aber wichtiger als Höhe des Steuersatzes ist die Feststellung, dass der eigentlich Beschissene in der Geschichte nicht Irland, Deutschland oder die EU sind, sondern die USA.

Denn bei einer normalen, natürlich Firmenkonstruktion landet der Hauptteil des Gewinns immer dort, wo der Sitz der Firma ist. Wenn BMW ein Auto in Italien verkauft, gehen die (angenommenen) 25% Marge auch nicht zur Hälfte an den Händler in Italien und zur anderen Hälfte nach München, sondern zu einem großen Teil nach München und nur zu einem Bruchteil nach Italien.

Wenn ihr jetzt das Gefühl habt, dass das internationale Steuersystem ziemlich kaputt ist, liegt ihr damit nicht ganz falsch …

Deutschland als Sitz vieler durchaus profitabler und auch exportorientierter Firmen bekommt bei einer solchen internationalen Steuerberechnung deutlich mehr Steuern ab als wenn man die Gewinne hälftig verteilen würde.

Danke an @DavidSchuppel, der mir die internationale Steuerberechnung gestern auf Twitter noch kurz bestätigt hat (damit ich hier keinen Mist erzähle).

Vielleicht kann man jetzt auch ein wenig nachvollziehen, warum sich Apple veräppelt fühlt. Apple muss jetzt Gewinne in Irland versteuern, die bei "normaler" Verrechnung nie in Irland angefallen wären. Klar, es ist leicht zu sagen: Pech gehabt. Ihr wolltet den Steuerzahler betuppen, dann geschieht euch das recht. Hättet ihr doch einfach in den USA die Steuern bezahlt. Allerdings zeichnet sich ein Staat auch dadurch aus, dass er verlässliche Steuergesetze macht. Und an diesem Grundsatz kratzt die EU gerade gewaltig.

P.S. Ich habe keine Ahnung, ob Apple bei einer normalen Steuerzahlung in den USA mehr Steuern gezahlt hätte. Wahrscheinlich schon, aber mit der Steueroase Delaware kann man auch komische Steuersparkonstruktionen bauen.

P.P.S.: Der Gedanke kommt von oditorium, der auf Twitter auch eine "On-the-Back-of-an-envelope"-Berechnung gemacht hat, die bei einer "natürlichen" Firmenkonstruktion angefallen wäre.

Die geht etwa so (habe die Zahlen etwas angepasst): Gewinn von Apple im Zeitraum, der von der Steuernachzahlung betroffen ist: Etwa 120 Milliarden Euro. Bei der Marge von Apple dürfte das einem Rohumsatz von etwa 200 Milliarden Euro in Europa entsprochen haben. Rechnen wir hier mit einer Marge von 5%, was eher großzügig für einen Händler ist (oditorium rechnet mit 2,5%), macht das 10 Milliarden Euro Gewinn in Europa (siehe oben, der Hauptteil des Gewinn fällt am Hauptsitz in den USA an; in diesem Fall 110 Milliarden Euro). Auf diese 10 Milliarden Euro Gewinn hätte Apple in Irland 12,5% Unternehmenssteuer bezahlen müssen. Macht 1,25 Milliarden Euro. Ziemlich weit weg von den 13 Milliarden (plus 4-6 Mrd. Euro Zinsen), die die EU jetzt haben will. In den USA wären dagegen wohl grob 30 Milliarden Euro Steuern angefallen (die es nun gar nicht gab; es sei denn, Apple holt das Geld aus den Steueroasen in die Heimat zurück, dann müssen die Steuern nämlich in den USA bezahlt werden).

Was bleibt: Die EU fordert 13 Milliarden Euro plus Zinsen, obwohl bei "natürlicher" Konstruktion kaum mehr als 1,25 Milliarden angefallen wären. Und die USA vermissen hingegen etwa 30 Milliarden Euro Steuern, die ihnen über die Steuersparkonstruktion entgangen sind.

Tja, alles nicht so einfach nicht … Schimpfen auf Apple ist leicht. Aber der Staat (v.a. Irland), hat dazu gehörig beigetragen.

Update (05.09.16):

Zwei Nachträge:

Die SZ stellt einen Vorschlag für ein gerechteres Steuersystem vor:
Wie ein gerechteres Steuersystem aussehen könnte.
Dieses basiert darauf, dass man die Verteilung der zu versteuernden Gewinne nicht vorrangig den Firmen überlässt, sondern diese nach Umsatzanteilen auf die Länder verteilt. Es könnten noch weitere Parameter wie die Mitarbeiterzahl zur Feinsteuerung hinzugefügt werden. Auf jeden Fall würden in der Konsequenz die Gewinne und damit auch die Steuern gleichmäßiger über die Länder verteilt. Verlierer bei einem solchen Vorgehen wären die Länder, die viele multinationale Konzerne mit hohen Exporten haben. Also auch Deutschland (Auto, Maschinen, …) oder die USA (Konsum, Pharma, Software, …).

Die FAZ hat die Steuersätze der deutschen Apple Stores recherchiert und (wenig überraschend) sind diese nicht sonderlich hoch.
So viel Steuern zahlen die deutschen Apple-Stores.

Kurzversion: Es gibt zwei Apple-Gesellschaften in Deutschland. Die Apple Stores selber erwirtschaften trotz mehr als 400 Millionen Euro Umsatz so gut wie keinen Gewinn und zahlen daher auch kaum Steuern. Profitabel hingegen ist die Apple GmbH, über die der Verkauf von iPhones, iPads, Macs, etc. abgewickelt wird (zumindest in Teilen). Diese hat bei gut 110 Millionen Euro Umsatz knapp 40 Millionen Euro Gewinn eingefahren und davon gut 12 Millionen Euro Steuern abgeführt. Diese Steuerquote von ungefähr 30% ist völlig im Rahmen dessen, was die Steuergesetze so vorsehen. Fasst man das alles zusammen, ist die Steuerquote von Apple Deutschland (gesamt) höher als das, was ich vermutet hätte. Ich hätte gedacht, dass Apple quasi nur den extrem margenarmen Handelsteil in Deutschland versteuert und den Rest über Irland abwickelt. Aber immerhin fallen für Teile des Handels durchaus signifikante Gewinne an und es werden auch Steuern gezahlt. Über alles gerechnet gibt es auf Umsätze von mehr als 500 Millionen Euro gut 51 Millionen Euro Gewinn (Marge etwa 10%) und darauf werden etwa 14 Millionen Euro Steuern bezahlt (Steuerquote 27,5%). Das ist definitiv nicht außergewöhnlich wenig. Gäbe es die Konstruktion mit Irland nicht und die Apple Stores Deutschland würden die Hardware direkt bei Apple USA einkaufen, wären die Steuereinnahmen in Deutschland wohl kaum höher.

Mikro 016 (und 015): Wirtschaft zum Hören. Mit Robo-Advisor-Kritik, Apple, und unser täglich Brot (Mehl), Milch und Bier. Und wie die Supermärkte Preiserhöhungen verstecken.

Dafür dass unsere Themenliste so kurz war, ist es mal wieder ganz schön lang geworden. Das angekündigte Deutsche Bank Thema mussten wir leider streichen, weil uns nicht 100%ig klar geworden ist, wie /genau/ die Deutsche Bank das Geld von Moskau nach London geschafft hat. Wurden die beiden Aktientransaktionen in Moskau (Kauf) und London (Verkauf) intern auf EIN Depot verbucht und darüber quasi die Aktien von Moskau nach London geschoben? Wenn das jemand weiss, freuen wir uns über einen Kommentar; uns wurde das weder im New Yorker Originalartikel, noch in der Manager Magazin Version klar.

Wir hatten aber auch so genug zu besprechen, kritisieren und zu erklären. Nachdem Marco die Gebührenstruktur und vor allem die Performancedarstellung des N26-Kooperationspartner Vaamo in einer älteren Folge schon kritisiert hat, habe ich einen anderen Robo-Advisor (einen automatisierten Depot-Vermögens-Verwalter gefunden, der mit einer Mindestanlage von NULL Euro und einer monatlichen Mindestsparrate von EINEM Euro an den Markt geht. Uns ist völlig unklar, wie sich das jemals (für den Anbieter) rechnen soll und wieso er solche garantiert unprofitablen Kunden umwirbt. Diese müssen schließlich alle anderen Kunden mitfinanzieren. So wird das nichts mit der Revolution der Anlageberatung, sage ich (obwohl ich das Produkt an sich mag), und Marco beschreibt, was er lieber hätte. Und daran zeigt sich, wer noch immer die Hauptkonkurrenz der Fintechs darstellt: Die Banken, auch wenn sie olle Dinosaurier sein mögen.

Dann gibt es noch gaaanz kurz (echt jetzt!) was zum Niedrigzins. Zu Markt und Milch und wie die Supermärkte und Lebensmittelhersteller versuchen, Preiserhöhungen zu verstecken. Und weil wir da schon bei Lebensmitteln waren, gibt es auch noch etwas zum Lebensmittel Nummer 1:  Bier … (Premiere!)

Und weil ich es unbedingt wollte, lasse ich mich noch etwas über der 13-Milliarden-Steuernachzahlung von Apple an Irland aus …

Dadrüben hören:
Mikro016 Eine wirkliche Revolution im Banking
und abonnieren.

Und wenn's unbedingt sein muss, hier:



Kommentare aber bitte nur drüben, sonst zerfasert das.

Mikro 015 gab es natürlich auch, und wer nicht nur hier liest, sondern drüben abonniert hat (sagte ich schon, dass ihr das tun sollt?), hat das auch bestimmt schon lange weggehört …

Darin haben wir das Thema Negativzins auf Mikro 013 nochmal aufgegriffen (weil es Feedback gab), und Marco regt sich ein wenig über Unister und die Agenda 2010 auf oder besser, was einige Medien zu diesen Themen so schreiben.

--> Mikro015 Negatives Agendasetting beim Zins

Wir freuen uns wie immer über Feedback, Anmerkungen, iTunes-Kritiken, Kommentare, Weiterempfehlungen und nicht zuletzt über Themenvorschläge.
Und noch eine Frage: Nutzt jemand das Soundcloud-Player-Plugin hier oben auf der Seite oder können wir uns das klemmen (kostet nämlich)?

Tippspiel-Start

Ich bin erkältet (glaubt mir kein Mensch angesichts der 30-Grad draußen, ist aber die bittere Wahrheit). Bevor ich es vergesse, daher kurz der Hinweis auf mein Tippspiel.

Kicktipp

Regeln wie beim letzten Mal, also NICHT im Totomodus wie bei der EM. Ihr tippt das konkrete Ergebnis. Sieg/Niederlage richtig gibt 2 Punkt, Sieg/Niederlage richtig UND richtige Tordifferenz (also Tipp: 3:1 oder 4:2 oder 5:3 oder 6:4, Ergebnis 2:0) bringt 3 Punkte, 4 Punkte gibt es, wenn das Spiel exakt wie getippt ausgegangen ist. Beim Unentschieden gibt es als Ausnahmeregel nicht 3, sondern 2 Punkte, obwohl man beim Unentschieden naturgemäß die Tordifferenz von Null immer richtig hat (hat man das Ergbenis ganz richtig, gibt es die normalen vier Punkte). Die Tippabgabe ist jeweils bis zum geplanten Start des Spiels möglich (ihr könnt die Sonntagsspiele also auch noch sonntags tippen).

Denkt an die Bonusfragen. Dafür habt ihr (wenn alles klappt) allerdings etwas länger Zeit (weil ich so spät schreibe), die Tipps sollten bis inkl. 31.8. möglich sein.

Zur Vorbereitung:

Rasenfunk Saison-Vorschau (knapp vier Stunden-Podcast):

Saisonvorschau zu allen Bundesligateams (darin DIE erste überzeugende These, warum der ICE so oft durch Wolfsburg fährt …)

Dort wird der BVB interessanterweise schwächer gesehen als in der Vorsaison, dabei fand ich das Super-Cup-Spiel gegen Bayern bärenstark. In der ersten halben Stunde klar besser, danach auf Augenhöhe. Das einzige, was nicht passte, war das Ergebnis.

TRIKOTMEISTER 2016 - Nein, Bayern ist es nicht!

Und ein kleiner Hinweis zu der Bonusfrage mit den ersten Trainerentlassung:

Die Rangliste für die Trainerentlassungswahrscheinlichkeit:

Skripnik, Werder Bremen (2.50)
Meier, Darmstadt 98 (5.50)
Kovac, Eintracht Frankfurt (9.00)
Kauczinski, FC Ingolstadt (9.00)
Schuster, FC Augsburg (9.00)
Dardai, Hertha BSC (9.00)
Labbadia, Hamburger SV (13.00)
Weinzierl, Schalke 04 (15.00)
Nagelsmann, 1899 Hoffenheim (15.00)
Hecking, VfL Wolfsburg (15.00)
Hasenhüttl, RB Leipzig (19.00)
Schubert, Borussia Mönchengladbach (23.00)
Stöger, 1. FC Köln (26.00)
Schmidt, 1. FSV Mainz 05 (29.00)
Schmidt, Bayer 04 Leverkusen (41.00)
Streich, SC Freiburg (51.00)
Tuchel, Borussia Dortmund (81.00)
Ancelotti, FC Bayern München (81.00)

Werders Skripnik Top-Kandidat auf erste Trainerentlassung der Saison

Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch schon einen Tabellentipp in den Kommentaren abgeben, ich lasse das zweite Spielchen dieses Jahr aber bis vor dem zweiten Spieltag auf. Mir sind bisher zu wenig Tabellentipps vor die Linsen gelaufen (nur den Tipp vom Rasenfunk habe ich gesehen). Den Tabellentipp der letzten Saison habe ich noch nicht ausgewertet, irgendwie kommen mein Python-Skript und meine Kopfberechnung auf unterschiedliche Ergebnisse … Muss ich mir noch mal bei weniger Schädel und weniger Temperatur anschauen.

Die Art des Tipps sollte in etwa so aussehen:



Nett wäre es, wenn ihr kurz davor schreibt, warum ihr die Mannschaften so seht.

Update (18:55):

Handelsblatt Tipp ist da:

Handelsblatt: Die Bayern geben den Takt vor

Uodate 2 (19:01)

FAZ: Das ist unsere Bundesliga-Abschlusstabelle

Pressewüste in Österreich. Und der Zins, ist auch nicht mehr, was er mal war bzw. für einige doch …

Marco und ich haben mal wieder gequatscht.

Ihr könnt es hören und kommentieren:

Mikro014 Kein Kredit für Wirtschaftszeitungen

Wir wühlen uns durch die Nachrichtenlandschaft, greifen man wieder das Thema Negativzinsen auf (wie irgendwie nicht das bewirken, was sie bewirken sollten) und dann als Ausgleich die bekannten Wucherzinsen, mit denen in den USA aktuell bei Autokrediten wieder ein großes Rad gedreht wird.

Wir freuen uns wie immer über jeden Hörer, jede Weiterempfehlung, jede Rezension bei iTunes, und jede Art von Feedback (und selbst über schnöden Zaster, den ihr dadrüben jetzt per Paypal-Button auf unser Konto überweisen könnt. Oder jedes Buch, das ihr von unseren Amazon-Wunschlisten wegkauft …



Btw: Es gab natürlich auch eine Folge 13, die erste nach meinem Urlaub, die ich euch hier in aller Gemeinheit vorenthalten habe, damit ihr das Blog/den Podcast darüben abonniert …

Mikro013 Die Verlustgarantie!

Dabei geht es um einen Sparplan von N26, nachrangige Anleihen (gern genommen vom Emittenten, leider oft sehr nachteilig für den Käufer), es geht um eine Studie zur Macht der Fondsgesellschaften und jede Menge Hörerfeedback zu den Folgen davor.

Sendungsankündigung Mikro013 für den 11.08.16

Kurzer Hinweis zu einem kleinen Experiment zu unserem Podcast: Wir haben die Themen mal vorab festgelegt und schauen mal, ob es vielleicht von Euch vorab schon Fragen oder interessante Hinweise zu den Themen gibt.

Wie immer drüben im Blog des Podcasts: --> Sendungsankündigung Mikro013 für den 11.08.16

Podcast - Mikro012 Die Pokémonsteuer (und Mikro011 und Mikro010)

Damit euch nicht langweilig wird, während ich in Südtirol Kühe umschubsen gehe :)

Ich habe die letzten beiden Folgen hier nicht verlinkt, weil ich gerne hätte, ich das ihr das Dingen dadrüben abonniert. Da gibt es die Info immer zuerst und da soll auch die Diskussion dazu stattfinden (möchte das nicht über zwei Blogs zerfleddern; ich habe eh viel zu wenig Feedback, da möchte ich das wenigstens gesammelt sehen).

Zur Folge 012:

Mikro012 Die Pokémonsteuer

Ich werden zum Verfechter neoliberal niedriger Steuersätze (zumindest fühle ich mich nach der Diskussion fast schon so; nun gut, habe 2 Wochen Urlaub, um mich von dem Schrecken zu erholen ;) ). Es geht um die Erbschaftssteuer und den Vorschlag von ifo-Chef Clemens Fuest, eine Flat-Rate von 8% auf alle Vermögen zu erheben. Ich bin grundsätzlicher Freund eines relativ niedrigen, aber für alle Vermögensklassen gleichen Steuersatzes (sonst kassiert das BVG die Steuer eh wieder), bin aber gleichzeitig Gegner einer Vermögenssteuer, allein schon weil das dann eine jährliche Erhebung der Vermögenswerte nach sich ziehen würde. Nicht ganz unerwartet bekomme ich in den Kommentaren kontra …

Zum Start gibt es aber ein paar Gedanken zu dem popkulturellen Hype-Thema der letzten zwei Wochen: Pokémon Go. Der Aktienkurs von Nintendo hat sich mehr als verdoppelt, die Börsenbewertung von Nintendo ist inzwischen höher als die von Sony. Schon bemerkenswert, für eine Firma, die ich persönlich schon mehr oder weniger abgeschrieben habe. Zumindest solange Nintendo nicht beginnt, endlich die 2 Milliarden (geeigneten) Smartphones mit ihrer Software, ihren Marken und ihren Spielen zu adressieren. Jetzt hat Nintendo einen Knaller, profitiert aber anscheinend nur zu einem Bruchteil davon. Trotzdem könnte das die zukünftige Strategie von Nintendo über den Haufen werfen, Marco sieht das aber anders als ich.

Und als drittes Thema beschäftigen uns mit Nordstream, der neuen Gaspipeline, die möglicherweise von Russland nach Deutschland gebaut wird. Sie soll ohne die üblichen Wege auf dem Land (sprich durch Polen und/oder die Ukraine) gebaut werden. Das hat natürlich geostrategische Auswirkungen auf Osteuropa, aber auch wirtschaftliche. Vor allem erhöht es die Abhängigkeit Deutschland (und Mitteleuropas) von russischem Gas, etwas was man eigentlich gar nicht wollte. Ursprünglich sollte die Gasversorgung diversifiziert werden und andere Lieferländer hinzugenommen werden. Unter anderem war vor ein paar Jahren Flüssiggas ein großes Thema und wir fragen uns, was daraus wohl geworden ist. (Da ich seit der Aufzeichnung ein paar Dinge dazugelernt habe, wird das Thema in der nächsten Folge noch einmal kommen).

Zum Schluss gibt es einen kurzen Nachrichtenüberblick (v.a. ein paar Nachklapps zu Themen, die wir schon mal hatten) und die neue und ab jetzt ständige Rubrik Feedback: Aber hört selbst.




Es gab auch zwei Folgen, die ich hier bisher noch nicht verlinkt hatte (ihr sollt ja auch dadrüben abonnieren …). Da ich aber bald zwei Wochen im Urlaub bin, hole ich das nach. Wer die Folgen noch nicht gehört hat, sollte die Pause damit locker überleben ;) Es waren dank die Mega-Themas Brexit auch (wie die aktuelle) Folge(n), die deutlich über unsere angestrebte eine Stunde Länge hinausgingen.

Mikro011 kurz angerissen:

Mikro011 Die EU löst Bankenkrisen aus

Themen sind (zum dritten Mal) Brexit, die Bankenkrise in Italien (und was die Regulierung dafür kann oder warum sie sowas vorher nie merkt), die Kommunikationskrise bei Number26, und noch ein Nachklapp zu Edeka-Kaisers und der vom OLG Düsseldorf kassierten Ministererlaubnis.



Zu 010:


Mikro010 Neoliberalismus macht dumm (toller Titel, den sich Marco da ausgedacht hat. oder?)


Themen: Brexit (zum zweiten Mal), die gloable Einkommensverteilung
(der Elefant zum besseren Verständnis hier verlinkt: ),
und basierend auf Hörerfeedback eine Diskussion darüber, ob nur die öffentliche Verwaltung ein bürokratisches Verwaltungsungeheuer ist oder ob große Firmen nicht genauso die selben Probleme haben …



Viel Spaß beim Hören und wie immer freuen wir uns über jedes Feedback (wo habt ihr ja jetzt schon dreimal gelesen). Flattert mich, schickt mir Knete, Kekse, Bitcoins, oder Bier :)

DSW & TU München: DAX-Vorstände verdienen 2015 "nur" noch 50mal so viel wie Mitarbeiter

Toll nicht? 2014 waren es noch 54mal so viel. Der Trend zeigt in die richtige Richtung … Die Angestellten verdienen im Schnitt 4% mehr als 2014, die Vorstände verdienten im Schnitt 1,8% weniger (fixe Vergütung -1,4%; erfolgsabhängige -5%). Im Schnitt gab es 2015 3,341 Millionen Euro pro DAX-Vorstand; 2014 waren es noch 3,402 Millionen Euro. Das versteht man wohl unter "international wettbewerbsfähiger Vergütung".

Noch etwas vernünftiger scheinen die Vergütungen zu wirken, wenn man sie mit US-Werten vergleicht: Die CEOs der 30 Firmen, die im Dow Jones Index enthalten sind, bekamen 2015 im Schnitt 16,4 Millionen Euro.

Interessant ist es auch immer, die Vergütungsvielfache einzeln zu betrachten. Einige fordern ja, den Vorstandsvorsitzenden maximal das Dreißigfache des Durchschnittseinkommens zu zahlen. Diese Grenze halten nur die Commerzbank (27x), die Deutsche Bank (22x), die Deutsche Börse (24x), MunichRe (30x), ProSiebenSat1 (27x) und an der Spitze SAP (17x) ein. Nicht ganz zufällig liegt dieser niedrige Multiplikator aber mehr am hohen Durchschnittsgehalt von Bankern und ITlern als an der Bescheidenheit der Chefs. Deutsche Bank, Deutsche Börse und SAP sind die drei einzigen Firmen, in denen die Mitarbeiter im Schnitt mehr als 100.000 Euro pro Jahr verdienen.

Bis hierhin ein langweiliger Artikel, oder? Könnte glatt von der DPA sein ;)

Okay, ich hab da noch was für Euch ;) Das ist zwar nichts wirklich Neues, fällt im Zusammenhang solcher Veröffentlichungen immer und immer wieder unter den Tisch:

Die ganze Studie hinkt. Und zwar an einem großen Punkt: Die Pensionsansprüche der Vorstände sind NICHT einberechnet. Und diese Ansprüche sind saftig. Die Studie listet die Aufwendungen für Altersvorsorge auf. Es sind im Durchschnitt 682.000 Euro pro DAX-Vorstand. Dadurch erhöht sich der Faktor um 5 Punkte, wir sind also schon bei einem Faktor 55 statt 50 wie aus der Überschrift. Und ich vermute mal schwer, dass auch das nur die halbe Wahrheit ist (wenn überhaupt).

Nehmen wir z.B. mal Dieter Zetsche von Daimler. Er hat eine Pensionszusage von 4,1 Millionen Euro pro Jahr. Pensionseintrittsalter ist 60 (!!!). Der Aufwand für seine Pension, den die Studie nennt, liegt bei 1,044 Millionen Euro. Zetsche ist 63 Jahre alt. Eigentlich könnte er die Pension schon kassieren, spätestens nach Ende seiner Amtszeit wird er das aber tun. Schon beim schnellen Blick wird klar, dass die gut eine Millionen Euro, die Daimler im Jahr 2015 in Zetsches Pensionskasse eingezahlt hat, nicht ansatzweise ausreichen kann, um ihm 20 Jahre lang 4 Millionen auszuzahlen. Entweder hat Daimler also schon zu Beginn des Zetsche-Vertrags einen Haufen Geld in seine Kasse eingezahlt (er ist seit 1998 im Vorstand, seit 2006 Vorstandsvorsitzender), oder (und das ist wahrscheinlicher) Daimler zahlt auch die nächsten Jahre weiter für Zetsches Pension. Diese Summe taucht in der Vergütungsstatistik aber nie auf, weil er dann ja nicht mehr Vorstand ist. Ganz grob über den Daumen gepeilt: Wenn Zetsche 13 Jahre Vorstandsvorsitzender ist (2006-2019), hat er nach Sterbetafel durchschnittlich noch 16 Jahre zu leben. Um für diese 16 Jahre jeweils 4 Millionen pro Jahr auszahlen zu können, hätte Daimler über alle 13 Jahre Jahr etwa 4 Millionen zurücklegen müssen (Ich rechne das jetzt nicht versicherungsmathematisch durch, es geht mir nur darum, dass die eine Millionen (die in der Berechnung des Vielfachen aus der Studie nicht einmal drin ist) nicht im Ansatz die wahren Kosten für die Pension widerspiegelt). Dann hätte Zetsche 2015 also nicht 8,5 Mio. Euro, sondern 12,5 Millionen Euro oder mehr kassiert. Und sein Gehalts-Vielfaches zum Durchschnittsdaimlerianer läge nicht bei 57, sondern 80 oder 90.

Nun gut, eine solche Berechnung ist nicht ganz einfach, vor allem, weil man nie weiss, wie (genauer auf welchen Zeitraum) man die Pensionskosten umlegen soll. Man weiss ja am Anfang nicht, wie lange jemand Vorstandsvorsitzender bleibt. Wobei eine Verrechnung über den gesamten Zeitraum durchaus plausibel wäre. Dann würden die jährlichen Kosten sinken, je länger jemand an der Konzernspitze bleibt. Das wäre auch eine durchaus sinnvolle Darstellung, denn was die Pensionsansprüche angeht, kommt ein Vorstand über 15 Jahre das Unternehmen preiswerter als ein permanenter Wechsel alle drei Jahre. In den USA werden solche Pensionspakete oft (immer?) auf einen Schlag verbucht, was dann zu absurden Summen im ersten Jahr eines CEOs führt ("Apple Chef Cook verdient 74 Millionen Dollar"). Was aber eben auch in die Irre führt, diese Summe bekommt er nur einmalig am Anfang seiner Zeit und man müsste diese eigentlich über die gesamte Laufzeit des Vertrags verteilen (das machen die Medien aber auch nur in Ausnahmefällen).

Die oben genannte Neuberechnung des Gehaltsvielfachen muss man noch abschwächen, weil es keine Aussage dazu gibt, ob im durchschnittlichen Personalaufwand pro Mitarbeiter eventuelle Firmenpensionen berücksichtigt sind. Ich gehe eher nicht davon aus, weiss es aber auch nicht und habe auch keinen Hinweis dazu gefunden. Würde man diese berücksichtigen, würde das Vielfache wieder sinken. Man kann aber davon ausgehen, dass die Pensionsansprüche der Mitarbeiter niedriger sind: Erstens wird die Firmenpension für Mitarbeiter wohl kaum die Hälfte des aktuellen Gehalts ausmachen wie bei Zetsche, noch dürfte der Durchschnittsdaimlerianer diesen Anspruch ab einem Alter von 60 bekommen. Es würde mich sehr wundern, wenn das Gehaltsvielfache (im Fall von Daimler 57) ähnlich hoch bliebe, es dürfte eindeutig in Richtung des Vielfachen von 80 oder 90 (aus meiner Bierdeckel-Kalkulation) tendieren.

Und wenn ihr mal Frust schieben wollt: Allein das Pensionseintrittsalter in der Spalte ganz rechts dürfte ausreichen. Immer daran denken: Uns Normalsterblichen droht demnächst eine Rente ab 70



Aber ihr sollt nicht nur Frust schieben: Aus diesem kleinen Artikel sollt ihr euch merken, dass die Transparenz bei der Vergütung der DAX-Vorstände in Bezug auf die Pensionsansprüche mangelhaft ist. Und damit sind leider auch alle Studien, die auf diesem Zahlenmaterial aufbauen, mit extremer Vorsicht zu genießen. Zu große Teile der Kosten für die Altersvorsorge der Vorständen tauchen in den jährlichen Berichten leider nie auf.

Zum Thema noch ein Zitat aus einem älteren Spiegel-Artikel: "Pensionszusagen sind sehr beliebt, um Managern mehr Geld zuzuschanzen, ohne dass es auffällt". Mehr ist dazu kaum zu sagen …


Immer druff auf die Ökostromspinner. Auch wenn man dafür alle Entwicklungen der letzten 5 Jahre ignorieren muss …

Och, ich kann den Vogel ja nicht dauernd ignorieren …

Das ABC von Energiewende und Grünsprech 8: Wüstenstrom - Tichys Einblick

Wieder so ein völlig einseitiger Artikel gegen diese Ökostrom-Wunschdenker-Gutmenschen, die Tichy & Co offensichtlich am liebsten für den kommenden Weltuntergang verantwortlich machen würden …

Schon bemerkenswert, wie weit man in die Vergangenheit gehen muss, um Kritik an den regenerativen Energien (in diesem Fall Fotovoltaik aus der Wüste) formulieren zu können.

2009 Desertec. 2000 Expo. Andasol (Bau 2008-2011). Zitate von 2009 und 2010. Was Aktuelleres zum drüber lächerlich machen hat man wohl nicht gefunden …

Bei Andasol wird die Argumentation relativ lustig, weil durch die Abschreibung auf den Firmenwert impliziert wird, dass das Projekt völlig aus dem Ruder gelaufen wäre und die geplanten Produktionskosten für den Strom nicht erreicht würden. Was aber Mumpitz ist. Die Abschreibung gab es, weil der Staat die garantierte Einspeisevergütung von 46 Cent/KWh gestrichen/gekürzt hat. Natürlich wird dadurch mit dem Kraftwerk VIEL weniger Gewinn erwirtschaftet werden als geplant, und deshalb muss der Firmenwert korrigiert wird. Das heißt aber nicht, dass das Kraftwerk nicht funktioniert und die Produktionskosten viel höher wären als gedacht. Eine ausgewogenere Betrachtung findet man in der Wikipedia. Kurz gefasst, weiss man nichts Genaues, aber Andasol ist auf jeden Fall kein Komplettausfall, wie man nach der Megaabschreibung denken könnte (das Argument müsste man mal gegen RWE und Eon anwenden; die schreiben gerade Milliarden auf AKW, Kohle- und Gaskraftwerke ab; bedeutet das, dass all diese Kraftwerke unwirtschaftlicher Mist waren und sind?)

Das Schlimmste am Artikel ist aber das komplette Ignorieren aller aktuellen Entwicklungen. Den Akku für die dezentrale Stromversorgung scheint es nicht zu geben. Und damit auch nicht die sehr sinnvolle Versorgung von abgelegenen Orten z.B. in Afrika über eine Kombination aus Solarzelle und Akku, um dort Strom für Kühlschrank und Licht zu haben. Die Kosten für beide Komponenten sind in den letzten 10 bis 15 Jahren mit 10-15% pro Jahr (Akku) und 15-20% (Zelle) gesunken. Und Hint hint: Dezentral heißt: Ich spare mir den Aufbau einer Strominfrastruktur, die in Deutschland immerhin gut 5 Cent/KWh zum Strompreis beiträgt (etwa 20%).

Wer auf Fehlschlägen aus 2008 oder gar 2000 rumreitet, steckt mit beiden Stiefeln im Sumpf der Vergangenheit. 2016 sieht die ganze Lage anders aus. In Dubai hat die Energiebehörde 2015 einen weiteren Tender über Fotovoltaik-Strom im Volumen von 800 MW ausgeschrieben. Das niedrigste Gebot lag bei 0,0299$, also weniger als 3 Dollar-Cents je KWh. Die Konkurrenz wunderte sich allerdings, ob das machbar ist. Die Konkurrenz selber lag allerdings auch nur bei 3,65 bzw. 3,95 Dollar-Cent. Ergo gibt es drei Angebote mit KWh-Preisen von weniger als 4 Cent/KWh, man kann davon ausgehen, dass sich nicht alle drei total verkalkuliert haben und Geld verdienen wollen, ergo die Kosten bei weniger als 4 Dollarcent/KWh liegen. (Quelle).

Oder schauen wir mal nach Indien:

Solar is now cheaper than coal, says India energy minister (4,34 Rupien/KWh = 5,8 Cent/KWh).

Interessant auch der Blick der Analysten der Deutschen Bank auf Solarstrom in Indien: India 2020: Utilities & Renewables - Make way for the Sun (PDF). Es gab 4 Tender für Fotovoltaikstrom in 2015: Die Gebote: 6,5 $cent/KWh, 5,8$c/KWh, 6,4 $c/KWh, 5,4$c/KWh). Darin noch viele weitere Zahlen: Modulkosten seit 2009 um 80% runter, Gesamtkosten (inkl. Installation, Gleichrichter, …) seit 2009 70% runter (Seite 40). Prognose für den Preisverfall 2016 bis 2020 insgesamt 30-40% (Seite 41). Teilweise werden die Produkte besser, teilweise auch einfach nur billiger.

Oder nehmen wir Sambia. Dort wurde mit Hilfe der Weltbank der Aufbau von Fotovoltaik-Stromerzeugung über 2*50 Megawatt ausgeschrieben. Das beste Gebot lautete auf 6 Dollarcent/KWh, die für 40 Jahre fix sind. Allein durch Inflation errechnet sich auf die gesamte Laufzeit gesehen ein niedrigerer Durchschnittspreis, den die Weltbank auf 4,7 Dollarcent/KWh schätzt.

Worldbank: Why Zambia’s 6 cents is more significant than Dubai’s 3 cents.

Aber nun gut, Wüstenstrom ist doof, meint der Tichy. Lasst uns doch liebe Kohlekraftwerke bauen. Oder AKWs. So Dinger wie Hinkley Point C, das unsagbar tolle AKW, das gerade in Großbritannien gebaut wird. Und weil sich das alles so super rechnet, muss man auch gar keine fiese staatliche Bevormundungsstrategien wie garantierte Strompreise garantieren. Oh wait, der Bauherr EDF bekommt ja garantierte 0,0925 Pfund/KWh (aktuell knapp 11 Eurocent/KWh). Und der Bauherr droht gerade in die Pleite zu schlittern, weil die Baukosten VÖLLIG aus dem Ruder laufen. Das ist bestimmt die Zukunft, according to Tichy & Co. Noch geiler wird Atomkraft noch, wenn man sie in Ländern wie dem Sudan baut. Es wundert mich nicht, dass der Autor bei Tichy nicht einmal den Ansatz eines Problemes mit Atomkraft im Sudan zu sehen scheint. Was soll dabei schon schief gehen? Ein AKW im Sudan, todsichere Idee …

Nein nein, ich will die ersten 7 Teile der Serie bei Tichy nicht lesen … Sonst muss ich noch sieben weitere Artikel schreiben …

Zur Klarstellung: Ich bin kein blinder Verfechter der Fotovoltaik. Vor allem war ich nie ein Verfechter von Fotovoltaik im relativ sonnenarmen Deutschland. Und über die aus meiner Sicht jahrelang viel zu hohe Fotovoltaik-Förderung in Deutschland habe ich zigfach gemeckert. Und schon 2010 einen Vorschlag gemacht, wie man diese marktgerecht anpassen sollte VORSCHLAG: EINSPEISEVERGÜTUNG FÜR EEG DYNAMISCH UND AUTOMATISCH ANPASSEN. Allerdings: Wir sind jetzt im Jahr 2016. Für Fotovoltaikstrom gibt es maximal 12,31 Cent/KWh, für größere Anlagen, die nicht auf dem Dach sind, nur noch 8,53 Cent/KWh. Vorsichtig formuliert: Das sind Kosten, die niemanden mehr umbringen werden. Die Probleme hatten wir 2009 und 2010, als wir teilweise 7 Gigawatt neue Kapazität Fotovoltaik ans Netz angeschlossen haben und dafür 30-40 Cent/KWh bezahlt haben. Aber wie gesagt, heute ist 2016. Und da ist "Wüstenstrom" alles andere als die dämliche Idee, zu der Tichy sie gerne machen möchte …

Mikro009: Brexit, brexit, brexit …

Welches Thema auch sonst? In einer normalen Woche wären sicherlich auch 14,7 Milliarden Dollar von VW oder auch die Erhöhung des Mindestlohns Themen gewesen, aber solch historische Einschnitte wie den Brexit gibt es wirklich selten. Wir versuchen das Thema vor allem aus wirtschaftlicher Sicht zu beleuchten, was angesichts der "maximalen Verunsicherung" gar nicht so einfach ist.

Wir besprechen natürlich auch die rechtlichen Aspekte, u.a. wie ein Brexit ablaufen würde, ob das Referendum bindend ist, ob es überhaupt zum Auslösen des Paragraphen 50 kommt.

Dann streifen wir die Finanztransaktionssteuer und die Möglichkeit, dass UK zur Steueroase wird. Dann diskutieren Marco und ich, welche Auswirkungen der Brexit auf die Freizügigkeit der Arbeit einerseits und auf mögliche Zölle andererseits haben wird (ich sehe eher geringe, Marco sieht zumindest auf längere Sicht durchaus signifikante Änderungen). Auch das Thema TTIP kommt zur Sprache (ich muss mal meine These wieder in den Raum werfen, dass GB nach einem Austritt eine Art trojanisches Pferd für die USA werden könnte). Ich jammere ein wenig über Juncker und seine Kommission, die nicht einmal auf die Idee zu kommen scheint, dass sie Teil des Problems (spricht Ursache für den Ausgang des Referendums) sein könnte.

Und dann noch Fragen über Fragen: Wird Großbritannien der Austritt mehr schaden als der EU? Oder beiden gleich?
Wandert die Finanzbranche aus London ab und wenn ja wohin (unsere Geld läge eher auf Dublin (Sprache, Flugzeit) und Luxemburg (Hedge-/VC-Fonds schon da) als auf Frankfurt oder Berlin).

Fragen über Fragen. Alles in einem Umfeld maximaler Unklarheit. Wir hoffen trotzdem, dass diese - außergewöhnlich lange - Folge etwas Klarheit bei einigen Aspekten und ein paar interessante Denkanreize für euch bringt.

Am Ende bringt Marco noch ein kleine Nachricht unter (Entspannung zwischen der Türkei und Russland nach der Entschuldigung von Erdogan). Und zum Abschluss nachklappe ich noch eine kurze Klarstellung zu zwei Aspekten aus meiner Ethereum/DAO Erklärung aus der letzten Folge Mikro008, die uns per Leserbrief erreicht haben.

Hört --> Mikro009 Brexit ohne Ende

Wir freuen uns wie immer über Kommentare (am besten dadrüben), iTunes Kritiken, "Sterne"-Klicks bei Overcast, Flattr-Klicks, … Empfehlt uns weiter, denn podcasten im luft- bzw. feedbackleerem Raum macht nur halbsoviel Spaß …

Podcast Nummer 8: Regulierung des Äthers …

Wir haben mal wieder gepodcastet …

Mikro008 Die Finanzmarktregulierung geschieht wirklich

Zuerst gibt's etwas News, dann redet Marco über strengere Regulierung von Aktien im Freiverkehr, mit der quasi das letzte große Loch in den Dokumentationspflichten für börsennotierte Unternehmen gestopft wird. Unter anderem gibt es jetzt auch für Unternehmen, die im Freiverkehr notiert sind, Insider-Regeln.

Dann werfen wir einen längeren Blick auf die langfristigen Renditen und kommen kurz auf das Renditedreieck, das unser Meinung nach zu den wichtigsten Dingen gehört, die man Schülern schon beibringen sollte …

Danach versuche ich mich am ziemlich komplexen Thema Ethereum und dem 50-Millionen-Dollar-"Hack", der diese neue Digital"währung" in Verruf gebracht hat. Dazu vielleicht noch eine kurze Anmerkung, weil sich in der Nachbesprechung herausstellte, dass Marco den "Smart Contract" eher als "normalen" Vertrag verstanden hat, was aber nicht stimmt, weil der Vertrag im Fall von Ethereum nichts weiteres ist als ein Stück Programmcode. Sagt mal Bescheid, ob man meine Erklärung verstehen kann … (und ob Fehler drin sind). Ich fand diesen DAO-Hack vor allem so witzig, weil relativ schnell nach dem Start von Ethereum und der DAO, die ja so virtuell sind wie es nur geht (DAO: Verwaltet 150 Millionen Dollar, hat aber null Angestellte!), die ganze Komplexität der Realwelt in diese virtuelle Welt reinschwappt. Nix ist mit "der Code ist der Smart Contract", jetzt muss man die ganzen Fragen beantworten, wann ein Vertrag gültig ist, wann er sittenwidrig ist, wann ist es ein Hack, etc. pp.

Am Ende noch ein Nachrichtenpick von mir, der mich ähnlich ratlos darstehen lässt wie Marco. Mit der IEX hat eine Börse in den USA die Zulassung bekommen, die sich explizit GEGEN High Frequency Trader stellt. Sie baut absichtlich eine kurze Verzögerung in die Transaktion ein und nimmt damit die einfache Möglichkeit, Arbitragegeschäfte durchzuführen. Kann das ein Erfolg werden? Aber hört selbst:

Mikro008 Die Finanzmarktregulierung geschieht wirklich

Dort gibt es auch die besseren Shownotes von Marco, weshalb ich hier auch kein SoundCloud mehr reinlinke. Wir hätten die Abrufe, das Feedback und die Diskussionen gerne dort gesammelt. Aber: Wenn etwas dagegen spricht, sagt Bescheid. Dann gibt es Podcast Nummer 9 auch wieder per SoundCloud hier …

Interessante Abweichung zwischen Wettmärkten (75% #bremain) und Umfragen (ca. 50/50 #brexit)

Die Umfrage zum möglichen EU-Austritt von Großbritannien verspricht ziemlich spannend zu werden. Sagen die Meinungsumfragen. Die Prognosen stehen minimal auf Remain, aber 48 zu 49 oder 47 zu 48 (bei 4% Unentschieden) sind defakto ein Münzwürf. Dazu hat ein Referendum einfach zu viel Unbekanntes. Bei Wahlen kann man als Meinungsforscher auf Parteizugehörigkeit bzw. -präferenzen verlassen. Grob gesagt weiss man, was 2/3 der Bevölkerung wählt, weil sie immer das selbe wählen. Der Meinungsforscher muss nie alle Stimmen vorhersagen, sondern "nur" die Menge der "Wechselwähler". Das macht grobe Fehlprognosen relativ unwahrscheinlich. Bei Referenden kennt man das Verhalten in den vorherigen Wahlen aber nicht, da es keine vorherigen Vorwahlen gibt. Meiner Meinung nach kann man daher alle Prognosen mit ein oder zwei Prozentpunkten Abweichung komplett vergessen. Bei einer normalen Wahl wäre das schon kein Abstand, auf den man sich verlassen könnte, bei einem Referendum gilt das IMHO noch viel mehr.



Komischerweise haben entgegen der unklaren Einschätzung der Meinungsforscher die Wettmärkte eine klare Einschätzung, die mich vor allem in ihrer Eindeutigkeit überrascht. Egal ob man zu Ladbrokes, Betdaq oder wohin auch immer geht, wird für #Bremain deutlich weniger Geld ausgezahlt als für #Brexit. Es läuft auf Wahrscheinlichkeiten von 3:1 hinaus, auf 75% zu 25% pro Verbleib in der EU:



Da die Wettmärkte in den letzten Jahren bei einigen Entscheidungen (teilweise deutlich) bessere Prognosen gegeben haben als die Meinungsforscher, wird es sehr spannend zu sehen, ob sie auch dieses Mal (in dieser sehr wichtigen Frage) richtig liegen.

Zumindest denkbar ist es aber, dass die Wettmärkte verzerrt sind. Es könnte sein, dass sich über die Wettmärkte einige, die sich als mögliche Verlierer eines Brexits sehen, absichern. Ich halte das zwar für relativ unwahrscheinlich, unter anderem weil die Wettmärkte nicht sonderlich liquide sind. Bei den "normalen" Buchmachern dürften die Märkte zwar mindestens im zweistelligen Millionenbereich Brexit-Wetten platziert sein, auf den Wettbörsen (wo man Wetten kaufen *und* verkaufen kann, ist der Umsatz aber eher sechsstellig. Damit sind die üblichen Verdächtigen, die Risiken über Märkte absichern, raus. Für große Banken oder Unternehmen sind die Wettmärkte schlicht zu klein (und wenn Anlagerichtlinien wahrscheinlich eh tabu). Und sichern sich kleine Unternehmen oder Privatanleger ab? Ich schätze eher nicht, die machen das normalerweise auch nicht (auch wenn das gerne behauptet wird, wenn über den volkswirtschaftlichen Nutzen von Optionsmärkten diskutiert wird).

Kurz: Ich habe keine gute Erklärung, warum sich die Einschätzungen der Meinungsforscher und der Buchmacher/Wetter so stark unterscheiden. Habt ihr vielleicht eine gute Erklärung?

Update (11:37):

Ein interessantes Detail habe ich noch gefunden:

Something Strange Emerges When Looking Behind The "Brexit" Bookie Odds

Der durchschnittliche Wetteinsatz für #BRemain scheint etwa fünfmal so hoch zu sein wie für #BRexit. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass wesentlich mehr Leute auf Brexit wetten als auf Bremain (der Markt muss ja ausgeglichen sein). Es scheinen also andere Leute auf Remain zu setzen als auf Brexit. Sind das vielleicht doch Absicherungsgeschäfte?
Oder (verschwörungstheoretisch interessant): Versuchen "Reiche" die Wettbörsen in Richtung Remain zu ziehen? Mir leuchtet das nicht ein, weil ich nicht glaube, dass die Leute in eine bestimmte Richtung abstimmen, weil die Wettmärkte diese Richtung vorgeben … Warum also Wettmärkte beeinflussen?

Update 2 (24.6.2016):

Brexit. 51,8%.

Dicker Flop für die Wettmärkte, ein Schlag ins Gesicht für die Verfechter der Schwarmintelligenz. Die Meinungsforscher lagen zwar auch überwiegend auf der falschen Seite, aber immerhin gab es einige, die von "too close to call" sprachen. Kein überragender Sieg für die Meinungsforscher, aber immerhin näher dran bis weniger schlecht …

(Ich habe auf Twitter die Anmerkung bekommen, dass bei 51/49 und einer Prognoseabweichung von +/- 1,5 Prozentpunkten die Wettquote von 75% zu 25% mathematisch in Ordnung sei. Das kann ich auf die Schnelle nicht überprüfen, aber das Argument ging auch an meinem Punkt vorbei. Und der war: Bei einer Abstimmung zu einem Fall, für den man keine historische Daten (=Wahlergebnisse) verfügt, ist das Konfidenzintervall (die Prognoseabweichung) größer als bei einer "normalen" Wahl. Nun gut, damit habe ich dann wohl richtiger gelegen als mit meinem Brexitvotetipp, der bei 51,5% pro Remain lag).

Update 3 (27.6.2016):

Das Handelsblatt versucht sich an einer Erklärung, warum die Buchmacher so weit daneben lagen:

Handelsblatt: Warum die Buchmacher so falsch lagen.

Diese Erklärungen finde ich aber nicht sonderlich überzeugend. Erstens berufen sich die Buchmacher darauf, dass sie Buchmacher sind und Geld verdienen wollen. Was aber auch klar ist und nicht erklärt, warum die Wetter (die machen ja den Markt, nicht der Buchmacher) so daneben lagen. Wir reden hier ja über Schwarmintelligenz (der Wetter) und nicht über Buchmacherintelligenz. Außerdem weisen die Buchmacher darauf hin, dass die Wettmärkte schon allein deshalb nicht repräsentativ sind, weil die ganz überwiegende Mehrheit der Wetter männlich sind. Die zweite "Erklärung" ist ein Hinweis, den ich auch auf Twitter schon verbreitet habe: Es gibt ziemlich viele, überwiegend kleine Wetten auf Brexit, dagegen aber relativ wenige, dafür aber welche mit viel Geld auf Bremain. Das widerlegt übrigens auch meine Theorie von oben, dass sich einige Leute abgesichert haben, denn wie oben schon angedeutet, ist es nicht der "kleine Mann", der sich absichert. Wenn sich Geschäftsleute absichern, würden sie das eher mit größeren Summen machen. Vielleicht könnte man daraus auch eine Erkenntnis ziehen: Wenn es um demokratische Entscheidungen geht, könnte es sinnvoll sein, die Anzahl der Wetten zu berücksichtigen. Also nicht nur die Quote zu nehmen (die sich ja aus der Gesamtsumme der Wetten auf beiden Seiten ergibt), sondern auch die Anzahl der Einzelwetten auf beiden Seiten. Leider kommt man an die letzte Zahl nicht zuverlässig heran. Zumindest kenne ich keine Quelle. Ihr vielleicht?


Podcast Nummer 7 - Office goes LinkedIn, Apple, IWF und Mosambik und die Milch (machts nicht mehr)

Sei auch dieses Mal dabei, wenn Marco mich mit Sendungstiteln trollen will ;)

Mikro007 - Apples Untergang

Leider gab es eine etwas längere Pause, erst war Marco beruflich im Stress, dann war ich krank, und in Woche drei war die Aufnahme durch Marcos USB-Stack unter Windows komplett verhunzt. Diese "schwarze Folge" haben wir auf unseren Festplatten gesichert und werden sie in 20 Jahren bei Sotheby's versteigern ;)

Auch bei der jetzigen Folge gab es irgendwo ein Echo in der Aufnahme. Ich hatte mich relativ laut als Echo im Ohr (was einigermaßen irritierend war), ich konnte es aber nicht wegregeln, weil ich dann auch Marco nicht mehr gehört habe. Nun ja, in der Aufnahme bei Marco war es etwas besser …

Wir sprechen über die am Tag der Aufzeichnung noch heiße Nachricht der LinkedIn Übernahme durch Microsoft. Warum kauft Microsoft? Was könnte Microsoft damit planen? Ist die Übernahme zu teuer? Dazu gibt es auch schon einen gutes Kommentar bei den Mikrooekonomen.

Dann schweifen wir zu dem eigentlich gar nicht geplanten Thema Smartphones ab und diskutieren darüber, wie sich dieses Geschäft immer weiter von der Hardware löst und der Schwerpunkt hin zu Software und Services wandert (dann schweife ich noch weiter ab und spekuliere wild über Siri und App-Integration, bevor wir zu den richtigen Themen zurückkehren). Dass Marco den Titel so gewählt hat, wie er ihn gewählt hat, liegt daran, dass er den Markt anders sieht als ich. Ich sehe Apple in diesem Markt nämlich gut aufgestellt. Die Umsätze, die Apple mit Musik-Abos und der iCloud macht, dürften zu den größten im Markt gehören (auf jeden Fall größer als das was Google verdient; Google will ja vor allem Werbung verkaufen). Und profitabel ist Apple auch in diesem Marktsegment …

Dann kommt mit den Mini-Media-Märkten eine kurze News zu einem Thema aus einer alten Folge.

Das Aufregerthema der letzten Wochen, der IWF habe dem Neoliberalismus abgeschworen, erden wir danach etwas. Erstens sind ein paar der im Artikel geäußerten Neueinschätzungen am Ende auch nicht so neu (wie Marco anmerkt). Zweitens waren Teile davon IMHO auch bei der IWF-Beteiligung in Griechenland schon sichtbarer geworden (wie ich anmerke), wenn die EU da nicht vieles blockiert hätte (die EU war in bestimmten Aspekten neoliberaler als der IWF). Und drittens hat der Chefökonom Obstfeld vom IWF einen Tag später klar gestellt, dass man genau lesen müsse, welche Punkte er im Artikel erwähnt hatte. Das war nämlich nicht der Neoliberalismus als Ganzes, sondern bestimmte Schritte, die bisher in den Reformprogrammen *immer* gemacht wurden, die man in Zukunft nun genauer abwägen würde. Was aber eben nicht heißt, dass es sie in Zukunft nie geben würde. Und davon, dass mehr Wettbewerb, weniger Staat, ausgeglichene Staatshaushalte, freier Warenverkehr, etc. grundsätzlich immer gut seien, ist der IWF eh nie abgerückt.

Ein seit Ewigkeiten auf der Themenliste stehendes Thema war der mutmaßliche Korruptionsfall in Mosambik, wo Investmentbanker am IWF vorbei einen großen Kredit organisiert haben. Offizieller Grund (Tunfischflotte) und tatsächliche Verwendung (wohl Militär) lagen dabei ziemlich weit auseinanderklafften. Der IWF zeigte sich "not amused" und zieht sich für's Erste aus der Staatsfinanzierung zurück. Was dumm ist, denn vom IWF kamen bis zu 40% des Staatshaushalts … Und der fehlt jetzt, wegen der leider für einige Regionen der Welt immer noch üblichen Korrumpiertheit der Elite.

Zum Schluss greifen wir noch einmal ganz kurz das Hauptthema der "schwarzen Folge" auf: Den Milchpreis. Marco wischt die überflüssigen Milchbauern mit geradezu unfassbarer neoliberaler Kälte vom Markt ;) Und ich traue mich nicht, die armen, kleinen Nebenerwerbs-Milchbauern zu verteidigen. Weil wir da schon beim ersten Mal nicht auf einen Nenner gekommen sind; ich zweitens auch keine schnelle Lösung für die nicht industriellen Betriebs habe, und drittens das 21:00 Uhr Fußballspiel auf dem Programm stand ;)

Hört hier:



oder noch besser: Abonniert drüben auf den mikrooekonomen.de

Viel Spaß beim Hören. Lernt was. Wir freuen uns wie immer über Kritik, Anmerkungen, Fragen, Themenvorschläge, Spenden, iTunes Rezensionen, Flattr-Klicks, ReTweets und sonstiges Shares in den sozialen Netzen (wenns sein muss, selbst auf LinkedIn ;) ) …

Update (18:48):

Zu Apple und den Services noch ein Tweet:



38,6 Mrd. Dollar UMsatz in den letzten 12 Monaten.

Update 2 (17.6.2016):

Zum Vergleich: Microsoft hat etwa 7 Milliarden Dollar Umsatz im Cloud-Geschäft pro Quartal. Die Geschäfte sind zwar nicht vergleichbar (bei Apple ist halt viel App- und Medien-Download im Cloud-Umsatz enthalten, bei Microsoft ist es viel hochprofitabler Software-Umsatz/Miete. Und das Wachstumspotenzial von Apple hängt an der Anzahl der Geräte, die im Einsatz sind, bei Microsoft hingegen können noch Abermillionen von Office-Kunden auf die Microsoft-Cloud umgestellt werden. Microsoft hat also ziemlich gute Chancen, in dem Markt noch lange sauber und profitabel zu wachsen.

Einladung zum EM-2016-Tippspiel. Und jede Menge Links, um beim Rudelkucken klugzuscheißen ;)

Ich mache mal wieder ein kleines Tippspiel und sammle wie üblich ein paar Links, um euch auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

Die SID-Prognose zur Fußball-EM 2016 (Frankreich Europameister, Deutschland Finale, Spanien und England Halbfinale; interessante Prognose sag ich mal, denn wenn Frankreich und Deutschland Gruppensieger würden, träfen sie bereits im Halbfinale aufeinander (oder?)).

Handelsblatt: Goldman Sachs weiß, wer Europameister wird

Bei 36 Spielen in der Vorrunde tippen die Goldmänner 23mal Unentschieden 1:1. Ich würde sagen, tippt mal lieber den Ölpreis Goldmänner, ach ne, das klappte ja auch nicht …

Weitere Listen als Anhaltspunkte:

Die Marktwerte der Mannschaften laut Transfermarkt:


Danke an @syrlins für den Screenshot. Mich hat Transfermarkt gesperrt, warum auch immer …

Ebenfalls eine gute Einordnung geben die Wettquoten:



Quelle: Betfair

Eine ziemlich stark abweichende Einschätzung ergab die Simulation von Goalimpact, deren Prognosen ich auch häufig auf Twitter retweete. Ich mag diese Art der Berechnung sehr, vor allem weil immer ein paar spannende Prognosen herauskommen. Die zwei großen Überraschungen sind wohl Österreich (deutlich stärker als in anderen Listen; schon auf Platz 4, sprich mit realistischen Chancen aufs Halbfinale) und Kroatien, die beide negativen England (nur 43% Wahrscheinlichkeit auf das Erreichen des Viertelfinals) und Italien, die Goalimpact sogar nur 23%iger Wahrscheinlichkeit im Viertelfinale sieht. Okay, die beiden negativen Überraschungen sind am Ende vielleicht nicht so überraschend. Die Engländer behaupten nahezu immer, dass sie mit der besten Mannschaft seit Jahren antreten, bekommen dann aber kaum was hin und dass sich die italienische Mannschaft in der Nach-Pirlo-Zeit noch neu formieren muss (und verletzungsbedingt zusätzlich geschwächt ist) ist kein so großes Geheimnis. Deutschland ist übrigens vor allem auf zwei, weil die wahrscheinlichste Konstellation nach Goalimpact ein Halbfinale gegen Frankreich und ein Finale gegen Spanien ergibt, sprich es gibt zwei sehr starke Gegner, während Spanien wahrscheinlich erst im Finale einen der richtigen Brocken bekommt.


Handelsblatt EM Check:

EM-TEAMCHECK – GRUPPE A - Eine Sex-Affäre als glückliche Fügung

EM-TEAMCHECK – GRUPPE B - Inselduell, slowakischer Beton und ein Last-Minute-Russe

EM-TEAMCHECK – GRUPPE C - Deutschland? Ohne Punktverlust!

EM-TEAMCHECK – GRUPPE D - Alte Spanier auf dem Weg zum EM-Hattrick

EM-TEAMCHECK – GRUPPE E - Ein Zlatan eben ist nicht genug

Gruppe F ist noch nicht veröffentlicht, ergänze ich morgen.

Und wenn ihr lieber was auf die Ohren bekommen wollt:

Aus Österreich: Ballverliebt.eu; Die einzige Euro 2016-Vorschau, die ihr hören müsst (mit Überheblichkeitsstufe 140 ;) )
Aus Deutschland: Rasenfunk: EM 2016: Die große Vorschau

Und erst wenn ihr mindestens einen der beiden Podcasts durchhabt, dürft ihr gegen den Seriensieger egghat (LOL) antreten ;)

So und jetzt ab zum EM-Tippspiel bei Kicktipp!

Die Regeln sind etwas anders als in meinem Bundesliga-Tippspiel. Da es bei einem Turnier viele KO-Spiele gibt, habe ich auf das Tippen des genauen Ergebnisse verzichtet, weil es gerade in den KO-Spielen mit dem Elfmeterschießen quasi unmöglich ist, das Ergebnis zu tippen. Also geht es nur um den Sieger: 1 für die "Heim"-Mannschaft, 2 für die "Auswärts"-Mannschaft und "0" für ein Unentschieden (das es logischerweise in der KO-Phase nicht mehr geben kann). Zweiter Nebeneffekt: Es dürfte länger spannend bleiben. Unbedingt beachten: Die Bonusfragen nicht vergessen, da gibt es jede Menge Punkte zu gewinnen. Die Bonusfragen müssen vor dem ersten Spiel am Freitagabend beantwortet werden. Also beeilt euch.

Wenn ich Geld setzen würde, wären meine Ideen: Türkei aber vor allem die Slowakei als Außenseitertipps (kommt ins Viertelfinale oder sowas als Wette). Und wenn man gegen Mannschaften setzen wollte: Italien und vor allem England scheinen mir bei den Buchmachern zu positiv gesehen zu werden, könnten also gute Short-Ideen sein. Wobei man Italien eigentlich nie shorten darf, die sind quasi der Bund Future der Fußballmannschaften …

Es gibt auch noch eine Prognose von Fußballmathe.de. Weitere Prognosen habe ich nicht gefunden, die EM scheint nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zu erregen wie die WM (logisch). Oder vielleicht haben VWL-Statistik-Abteilungen der Banken inzwischen eingesehen, dass sie sich mit den Prognosen nur blamieren können …

Update (22:19):

Hat Spielverlagerung eigentlich eine konkrete Prognose für das Turnier abgegeben?

Update 2 (10.6.2016, 10:15):

Die Zürcher Kantonalbank hat eine Prognose (Dropbox Link; PDF), die ich super finde, weil Deutschland 2:1 gegen Spanien im Finale gewinnt ;) Der "Geheim"favorit Belgien scheidet im Viertelfinale gegen Deutschland aus; ins Halbfinale schaffen es (wenig überraschend die drei, die jeder hat: Fra, D, ESP und als Viertes England).

Podcast Nummer 6: Diesmal mit mehr Kontroverse, mit mehr egghat'schen "Ähs" und mehr Minuten!

Nach einer Woche Urlaubspause haben Marco und ich sich gestern Abend recht spontan zu einer neuen Folge der Mikrooekonomen versammelt (zum Glück lief unser Audio-Setup sofort, es wird!). Nicht ganz unerwartet wurde die aktuelle Nummer zur Längsten bisher, was beim Öffnen des Fasses "TTIP" allerdings auch zu erwarten war. Aber wir dürfen uns ja auch nicht ewig um diese heiklen bzw. komplexen Themen drücken, nur weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, "nur" etwa eine Stunde pro Folge aufzunehmen.

Vorher dem Hauptthema TTIP gibt es etwas Amazon (da tut sich quasi jede Woche etwas Spannendes), dann etwas längeres zu Samwers Rocket Internet (Kurshalbierung, Rückzug der Kinnevik-Leute aus dem Aufsichtsrat). Am Ende verteidige ich Rocket Internet (schon wieder!), dieses Mal gegen Marcos "Kartenhaus-Vorwurf" und äußere meine Überzeugung, dass selbst bei einem sofortigen Vertrocknen der Samwerschen Geldströme Rocket Internet schnell genug auf einen gesunden (sprich profitablen) Kern schrumpfen könnte. Damit will ich die Bewertung von Rocket Internet nicht schön reden (denn das ist auch für mich eine "Schön-Wetter-Bewertung", sprich nur zu rechtfertigen, wenn die Wirtschaft weiter wächst und Geld in Venture Capital und Börsengänge fließt), aber ein profitabler Kern ist IMHO schnell genug herzustellen. Dazu reisse ich auch noch kurz das Thema an, dass Rocket Internet (und vor allem Zalando) viel in die eigenen technologischen Plattformen investieren, sich also selber um IT, E-Commerce-Software, Werbeschaltungen bis hin zur Logistik kümmern. Das sieht sehr nach einer Kopie von Amazon aus, was aber in diesem Fall die Kopie des erfolgreichsten Unternehmens ist (das ganz nebenbei mit IT, sprich der Amazon-Cloud inzwischen wahrscheinlich mehr verdient als mit dem Online-Handel). IMHO werden daraus noch einige Firmen aus dem Rocket Internet Universum entscheidende Wettbewerbsvorteile ziehen können.

Dann geht es an das große Fass TTIP. Hier werden sich einige wahrscheinlich einige wundern, dass wir nicht den sofortigen Weltuntergang erwarten, selbst wenn TTIP heute unverändert verabschiedet würde. Genügend Punkte zum Streiten (ihr wolltet mehr Kontroverse und wir hören immer auf Euch!) haben wir trotzdem. Marco ist eher der Meinung, dass in den geleakten Papieren nichts wesentliches Neues stünde, ich kann dagegen nicht wirklich überzeugend argumentieren, zeige mich aber sehr froh, dass wir nach dem Leak nicht mehr mutmaßen müssen, sondern genau wissen, was im April Stand der Dinge war. Dann holen wir aber relativ einmütig den Ball aus der Luft und versuchen, ihn flachzuhalten. Also mal unabhängig von den üblichen Aufreger-Themen zu diskutieren, wo TTIP (auch für uns europäische Verbraucher) Verbesserungen bringen könnte, warum die europäische Position so unklar ist und warum Brüssel (mal wieder!) dieses Thema der Bevölkerung überhaupt nicht vermitteln kann und sich keinerlei Mühe gibt, irgendwelche Vorteile (außer "schafft xy Arbeitsplätze"; Berechnungen denen niemand mehr Glauben schenkt) anzupreisen. Dass TTIP in Deutschland dermaßen negativ betrachtet wird, liegt auch daran, dass es niemand plausibel positiv vermitteln kann oder will. Am Ende bringe ich die (vielleicht gar nicht so) steile These, dass der beste Verbündete in den USA für eine Ablehnung von TTIP Donald Trump sein könnte. Muss man als Linker (bzw. TTIP Gegner) nun also auf eine Wahl von Donald Trump hoffen?

Die Folge ist noch nicht auf Soundcloud hochgeladen, daher an dieser Stelle kein eingebauter Player, aber es ist eh besser, die Podcasts dadrüben anzuhören und noch besser zu abonnieren:

Mikro006: TTIP ist ein Chlorhühnchen

Dort gibt es auch ausführliche Shownotes und viele Links zu den besprochenen Themen.

Wir freuen uns wie immer über Feedback zu Inhalt und technischer Qualität (ich rausche dieses Mal wohl etwas mehr als beim letzten Mal, obwohl es keine (bewussten) Änderungen im Audio-Setup gab). War das zu viel/zu lange TTIP (obwohl wir die Schiedsgerichte z.B. gar nicht anschneiden)?

Es gab nach den letzten Folgen einige positive Kritiken bei iTunes, besten Dank dafür! Wenn Euch unser Podcast gefällt, empfehlt uns weiter. Wir freuen uns auch immer über Themenvorschläge, dass wir uns um TTIP gekümmert haben, kam zum Beispiel genau daher.

Viel Spaß beim Hören!

Update (13.05):

Jetzt auch auf Soundcloud, für alle, die sich (warum auch immer) keinen Podcast-Player installieren wollen:

US-Geschäftsberichte: Immer größere Abweichung zwischen gemeldeten und wahren Zahlen. Oder: Wie aus Verlusten Gewinne werden …

Das Problem ist schon etwas älter, aber es wird (nicht zum ersten Mal) zunehmend schlimmer.

Kurze Erläuterung: Die US-Börsenaufsicht erlaubt es den Unternehmen, ihre Quartalszahlen in einer Pro-Forma-Version, quasi einer Vor-Ab-Version, zu veröffentlichen. Der Geschäftsbericht, der dann den anerkannten Bilanz- und GUV-Vorschriften (in den USA heißen diese GAAP) entspricht, kann dann ein paar Wochen später nachgereicht werden.

Zwischen beiden Versionen sollte es natürlich keine großen Abweichungen geben, und wenn doch, sollten diese nicht systematisch in die gleiche Richtung gehen. Doch genau das tun die beiden Berichte.

Als ich zum letzten Mal (vor ein, zwei Jahren) eine Analyse dieser Abweichungen gesehen habe, lag der Unterschied bei etwa 6%, sprich das endgültige Quartalsergebnis nach GAAP lag im Durchschnitt 6% niedriger als das zuerst gemeldete. Der Hauptgrund dabei waren Kosten, die man "Pro-Forma" anders bzw. gar nicht berücksichtigt hat, u.a. Strafen oder Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien.

Die New York Times meldet nun, dass für das Geschäftsjahr 2015 inzwischen 90% der Firmen ihre Geschäftszahlen pro-forma veröffentlichen. 2009 waren es nur 72%. Auch die Abweichung wird größer. Leider ist kein direkter Vergleich der beiden Veröfffentlichungen im Bericht enthalten, aber die Differenz muss gestiegen sein (außer der Vergleichswert ist schräg gewählt): Wenn man die Erstveröffentlichung als Maßstab nimmt, sind die Unternehmensgewinne 2015 um 6,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nimmt man die endgültige Veröffentlichung als Basis, sind die Gewinne 2015 um fast 11% gefallen. Wow!

Unter den 380 untersuchten Unternehmen haben es 30 sogar geschafft, in der Pro-Forma-Veröffentlichung einen Gewinn zu melden, in der endgültigen jedoch einen Verlust.

Upps, beim genaueren Nachschauen haben wir doch noch ein paar Kosten gefunden …

Warum machen Firmen das? Weil die erste Veröffentlichung die Aktienkurse bewegt, die endgültige jedoch nicht. Bei der ersten Meldung reicht häufig schon ein Gewinn, der um einen Cent über bzw. unter den Erwartungen liegt, um den Aktienkurs um 5 oder 10% nach oben bzw. unten zu bewegen. Die endgültige Veröffentlichung ein paar Wochen später jedoch interessiert kaum noch jemanden. Dazu kommt, dass es einige Datenanbieter geben dürfte, die die Daten nicht zweimal eingeben, und immer den ersten, eigentlich falschen Wert in ihrer Datenbank stehen lassen. Damit können die Bewertungen eines Unternehmens besser aussehen als sie eigentlich sind. Und Aktien auf "Kaufen" stehen, die eigentlich gar nicht mehr auf "Kaufen" stehen sollten. Und Fondsmanager Aktien kaufen, die sich eigentlich nicht mehr kaufen sollten. Oder auch Privatanleger, die die falsche Zahl auf einem der vielen Finanzportale im Internet sehen.

Das erinnert frappierend an die Jahre vor dem Internet-Hightech-Crash zur Jahrtausendwende. Damals wuchsen die Abweichungen zwischen Erst- und Zweitbericht ebenfalls deutlich. Diese Abweichungen wurden als einer der Gründe identifiziert, die zur Größe der damaligen Blase führten. Deshalb wurden Regeln geschaffen, um solche geschönten Geschäftszahlen in Zukunft zu verhindern. Aber die US-Finanzmarktaufsicht SEC scheint daran gut 15 Jahre nach dem IT-Aktien-Crash schon nicht mehr sonderlich interessiert zu sein …

Fantasy Math Is Helping Companies Spin Losses Into Profits - The New York Times

btw: @mh120480 und ich podcasten jetzt. Einmal pro Woche (so der Plan) gibts jetzt was auf die Ohren. Mehr drüben auf www.mikrooekonomen.de. Und noch btw-er: Wir freuen uns über iTunes Kritiken mit mehr als einem Stern ;)

Podcast fürs kommende Winterwochenende ;) Mikro004

Willkommen im neuen Podcast Blog von egghat. Irgendwie blogge ich überhaupt nicht mehr hier (nur drüben) und empfehle ausschließlich die neuen Podcastfolgen der Mikrooekonomen. Muss sich auch mal wieder ändern …

Genug Blabla, es gibt wieder eine Folge. Zum ersten Mal auf meiner Seite mit Metaklang™, bei der nächsten Folge auch richtig verkabelt ;) Und dann hoffentlich auch mit mehr Zeit für die Vorbereitung tagsüber vor der Aufnahme, die Marco und mir dieses Mal berufsbedingt leider fehlte. Komischerweise kam dabei die längste Folge bisher heraus. Aber wie ein kluger Mann (welcher auch immer) sagte: "Ich schreibe Dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben." (Je nach Quelle: Voltaire, Goethe, Twain, Marx, Pascal).

Wir reiten kreuz und quer durch die Themenliste, greifen am Anfang kurz die Themen Edeka und Öl aus den ersten Folgen noch mal kurz auf.

Danach diskutieren wir die möglichen Kosten (und Probleme) der Grenzschließungen durch Aussetzung des Schengenabkommens. Und kommen wie so häufig zum Schluss, dass man nicht zu viel auf Berechnungen geben sollte, die versuchen, komplexe Sachverhalte in eine Zahl zu pressen.

Dann kommt - wie fast in jeder Folge bisher - das Thema Niedrigzins zur Sprache, der sich aktuell in der Überlegung der Postbank widerspiegelt, die überlegt, ihr kostenloses Girokonto abzuschaffen. Die Querfinanzierung des Kontobetriebs über Zinseinnahmen geht für die Postbank nicht mehr auf. Wer 1.5000 Euro Gehaltseingang hat, hatte im Durchschnitt des Monats ein paar Hundert Euro auf dem Konto, die die Postbank irgendwo verzinst angelegt hat. Mit diesen Zinseinnahmen wurden die Betriebskosten des Kontos (teilweise) querfinanziert. Nun fehlen die Zinsen und damit wackelt - wohl nicht nur bei der Postbank - das Modell kostenloses Girokonto.

Und dann verteidigen wir - ich staune selber - die Samwers. Da gab es die Nachricht, dass sie etwa eine Milliarde in Immobilien gesteckt haben sollen und das ein schlechtes Zeichen für die Start-Up-Branche sei, weil selbst die Vorzeige-Start-Up-Investoren nun auf Immobilien und nicht auf Start-Ups setzen. Halten Marco und ich für groben Unfug, allein das Gesamtvermögen der Samwers (Forbes schätzt 5 Milliarden) zeigt schon, dass es sich nicht um einen sonderlich großen Teil des Samwer-Vermögens handelt. Es ist eher eine notwendige Diversifikation des Samwer-Vermögens (und möglicherweise sogar eine für das Firmenimperium nützliche Investition).

Nicht verteidigen möchten wir jedoch den ehemaligen Drogeriemarktkönig Anton Schlecker, gegen den sich die Vorwürfe des "vorsätzlichen Bankrotts" konkretisieren. Es geht also nicht nur um die relativ gängige Konkursverschleppung (also zu spät die Insolvenz beantragt zu haben), sondern um quasi aktives Handeln, das zum Konkurs geführt hat; sprich Schlecker soll trotz drohender Insolvenz noch Geld/Vermögen an die Familie übertragen haben. Die Strafen wären dementsprechend höher …

Danach verteidige(n) ich/wir noch die Commerzbank. Die SZ hat den Job als "schwierigsten in der deutschen Bankenlandschaft" bezeichnet. Nur sehen Marco und ich (wir müssten uns eigentlich häufiger widersprechen, sonst wird's langweilig ;) ) die anderen Jobs in der Branche auch nicht einfacher. Cryan bei der Deutschen Bank hat einen Berg von Problemen, und auch der Job bei der HSH Nordbank dürfte nicht einfacher sein. Alle leiden noch unter Altlasten aus der Krise ab 2008. Und alle stehen vor den den Herausforderungen der Digitalisierung und der "Entbündlung" der Banken, sprich unter neuen Herausforderern, die versuchen die alten Banken mit neuen kundenfreundlicheren Lösungen zu ersetzen oder zumindest unwichtiger zu machen. Aber zur Verteidigung der Banken: Sowohl die Deutsche Bank wie auch die Commerzbank/Comdirekt (und einige andere) sind mit "Innovationsabteilungen" unterwegs. Die Deutsche Bank hat dafür satte 750 Millionen zur Verfügung gestellt und auch schon erste Produkte vorgestellt.

Links wie immer in den Shownotes drüben: Mikro004 – Der große Rundumschlag



Wir freuen uns wie gehabt über Empfehlungen bei iTunes und Weiterempfehlungen in den sozialen Netzwerken dieser Welt. Und natürlich über Themenvorschläge; am Ende der Sendung machen wir uns ein paar Gedanken dazu. Wir haben ein paar größere Themen (Energiewende (v.a. Fotovoltaik + Akku und Kosten), E-Auto (Apple/Tesla), Roboter-Automatisierung und Arbeitsplätze), die aber etwas schwierig in das bisherige Format zu pressen sind. Ich schätze, dass man für diese komplexeren Themen "Spezialfolgen" machen muss, für die wir uns dann auch tendenziell Gäste dazuholen würden. Dafür sind wir aber technisch noch nicht weit genug; die nächste Folge wird voraussichtlich die erste, die wir mit unverändertem Setup aufnehmen werden (Dank sei MetaKlang). Das soll sich dann erstmal setzen und dann mal schauen, ob wir das Setup auch auf eine(n) dritte(n) Teilnehmer(in) ausbauen können.

Viel Spaß beim Hören und ein schönes Wochenende!

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