MIKROPLASTIK IN KOSMETIK! VERBIETEN! RIESENPROBLEM!

Weil voll gefährlich, belastet die Umwelt, vergiftet die Natur und vor allem die Fische. Was soll das Zeug auch in Duschgels, Peelingcremes, … ?

Stimmt auch, aber wie schon beim Strohhalm-Verbot kümmern wir uns (und/oder die Medien) um etwas, was im Vergleich zum Gesamtproblem total unwichtig ist. Und nein, ich versuche nicht blöd zu relativieren, aber Mikroplastik in Kosmetik ist wirklich total irrelevant.

Zahlen?

Eine neue Metastudie der Fraunhofer Instituts Umsicht in Oberhausen hat verschiedene andere Studien unter die Lupe genommen und um eigene Schätzungen erweitert. Die StudienautorInnen schätzen, dass sie etwa 75% des Mikroplastiks erfasst haben.

Mikroplastik in Kosmetik steht für 19 Gramm Mikroplastik pro Einwohner pro Jahr. Natürlich addiert sich das alles auf, sammelt sich in der Umwelt an, etc. pp. Aber bei einer Gesamtmenge von etwa 4 Kilogramm Mikroplastik pro Einwohner pro Jahr scheint mir das Hauptproblem doch woanders zu liegen …

Grundsätzlich scheint *absichtlich* erzeugtes Mikroplastik nur eine Randerscheinung zu sein und steht nur für etwa 10% des Mikroplastiks, das in die Umwelt gelangt. Die restlichen 90% stammen aus dem Zerfall von normalem Plastik, z.B. aus Abbrucharbeiten, Kompostisierung/Zersetzung von Plastik, oder schlicht durch den Gebrauch normaler Produkte aus Plastik.

DER große Faktor ist dabei der Straßenverkehr. Dieser steht für fast 1,5 Kilogramm Mikroplastik pro Jahr pro Einwohner; gut 1,2 Kilo aus den Reifen (1 Kilogramm Mikroplastik aus PKW-Reifen, knapp 100 Gramm durch LKW-Reifen) und gut 220 Gramm aus dem Asphalt. Kleines Info-Nugget: 18 Gramm kommen aus Skateboardrollen (und ähnlichen Rollgeräten), also fast genauso viel aus wie Mikroplastik in Medikamenten.

SKATEBOARDS VERBIETEN!

Und wenn wir dabei sind, gleich auch Besen (u.a. von Straßenkehrmaschinen), diese bringen etwa doppelt soviel Mikroplastik in die Umwelt ein wie Kosmetika, Kunstrasen-Fußballplätze gut fünfmal soviel, Schuhsohlen fast sechsmal soviel.

Fraunhofer UMSICHT: Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik PDF)

Ich bin über die Unwichtigkeit von Mikroplastik in Kosmetika so überrascht, dass ich dafür sogar mein halbdormantes Blog wieder auferstehen lasse ;) Man hört sich im Mikroökonomen Podcast :) .

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