Podcast Nummer 8: Regulierung des Äthers …

Wir haben mal wieder gepodcastet …

Mikro008 Die Finanzmarktregulierung geschieht wirklich

Zuerst gibt's etwas News, dann redet Marco über strengere Regulierung von Aktien im Freiverkehr, mit der quasi das letzte große Loch in den Dokumentationspflichten für börsennotierte Unternehmen gestopft wird. Unter anderem gibt es jetzt auch für Unternehmen, die im Freiverkehr notiert sind, Insider-Regeln.

Dann werfen wir einen längeren Blick auf die langfristigen Renditen und kommen kurz auf das Renditedreieck, das unser Meinung nach zu den wichtigsten Dingen gehört, die man Schülern schon beibringen sollte …

Danach versuche ich mich am ziemlich komplexen Thema Ethereum und dem 50-Millionen-Dollar-"Hack", der diese neue Digital"währung" in Verruf gebracht hat. Dazu vielleicht noch eine kurze Anmerkung, weil sich in der Nachbesprechung herausstellte, dass Marco den "Smart Contract" eher als "normalen" Vertrag verstanden hat, was aber nicht stimmt, weil der Vertrag im Fall von Ethereum nichts weiteres ist als ein Stück Programmcode. Sagt mal Bescheid, ob man meine Erklärung verstehen kann … (und ob Fehler drin sind). Ich fand diesen DAO-Hack vor allem so witzig, weil relativ schnell nach dem Start von Ethereum und der DAO, die ja so virtuell sind wie es nur geht (DAO: Verwaltet 150 Millionen Dollar, hat aber null Angestellte!), die ganze Komplexität der Realwelt in diese virtuelle Welt reinschwappt. Nix ist mit "der Code ist der Smart Contract", jetzt muss man die ganzen Fragen beantworten, wann ein Vertrag gültig ist, wann er sittenwidrig ist, wann ist es ein Hack, etc. pp.

Am Ende noch ein Nachrichtenpick von mir, der mich ähnlich ratlos darstehen lässt wie Marco. Mit der IEX hat eine Börse in den USA die Zulassung bekommen, die sich explizit GEGEN High Frequency Trader stellt. Sie baut absichtlich eine kurze Verzögerung in die Transaktion ein und nimmt damit die einfache Möglichkeit, Arbitragegeschäfte durchzuführen. Kann das ein Erfolg werden? Aber hört selbst:

Mikro008 Die Finanzmarktregulierung geschieht wirklich

Dort gibt es auch die besseren Shownotes von Marco, weshalb ich hier auch kein SoundCloud mehr reinlinke. Wir hätten die Abrufe, das Feedback und die Diskussionen gerne dort gesammelt. Aber: Wenn etwas dagegen spricht, sagt Bescheid. Dann gibt es Podcast Nummer 9 auch wieder per SoundCloud hier …

Interessante Abweichung zwischen Wettmärkten (75% #bremain) und Umfragen (ca. 50/50 #brexit)

Die Umfrage zum möglichen EU-Austritt von Großbritannien verspricht ziemlich spannend zu werden. Sagen die Meinungsumfragen. Die Prognosen stehen minimal auf Remain, aber 48 zu 49 oder 47 zu 48 (bei 4% Unentschieden) sind defakto ein Münzwürf. Dazu hat ein Referendum einfach zu viel Unbekanntes. Bei Wahlen kann man als Meinungsforscher auf Parteizugehörigkeit bzw. -präferenzen verlassen. Grob gesagt weiss man, was 2/3 der Bevölkerung wählt, weil sie immer das selbe wählen. Der Meinungsforscher muss nie alle Stimmen vorhersagen, sondern "nur" die Menge der "Wechselwähler". Das macht grobe Fehlprognosen relativ unwahrscheinlich. Bei Referenden kennt man das Verhalten in den vorherigen Wahlen aber nicht, da es keine vorherigen Vorwahlen gibt. Meiner Meinung nach kann man daher alle Prognosen mit ein oder zwei Prozentpunkten Abweichung komplett vergessen. Bei einer normalen Wahl wäre das schon kein Abstand, auf den man sich verlassen könnte, bei einem Referendum gilt das IMHO noch viel mehr.



Komischerweise haben entgegen der unklaren Einschätzung der Meinungsforscher die Wettmärkte eine klare Einschätzung, die mich vor allem in ihrer Eindeutigkeit überrascht. Egal ob man zu Ladbrokes, Betdaq oder wohin auch immer geht, wird für #Bremain deutlich weniger Geld ausgezahlt als für #Brexit. Es läuft auf Wahrscheinlichkeiten von 3:1 hinaus, auf 75% zu 25% pro Verbleib in der EU:



Da die Wettmärkte in den letzten Jahren bei einigen Entscheidungen (teilweise deutlich) bessere Prognosen gegeben haben als die Meinungsforscher, wird es sehr spannend zu sehen, ob sie auch dieses Mal (in dieser sehr wichtigen Frage) richtig liegen.

Zumindest denkbar ist es aber, dass die Wettmärkte verzerrt sind. Es könnte sein, dass sich über die Wettmärkte einige, die sich als mögliche Verlierer eines Brexits sehen, absichern. Ich halte das zwar für relativ unwahrscheinlich, unter anderem weil die Wettmärkte nicht sonderlich liquide sind. Bei den "normalen" Buchmachern dürften die Märkte zwar mindestens im zweistelligen Millionenbereich Brexit-Wetten platziert sein, auf den Wettbörsen (wo man Wetten kaufen *und* verkaufen kann, ist der Umsatz aber eher sechsstellig. Damit sind die üblichen Verdächtigen, die Risiken über Märkte absichern, raus. Für große Banken oder Unternehmen sind die Wettmärkte schlicht zu klein (und wenn Anlagerichtlinien wahrscheinlich eh tabu). Und sichern sich kleine Unternehmen oder Privatanleger ab? Ich schätze eher nicht, die machen das normalerweise auch nicht (auch wenn das gerne behauptet wird, wenn über den volkswirtschaftlichen Nutzen von Optionsmärkten diskutiert wird).

Kurz: Ich habe keine gute Erklärung, warum sich die Einschätzungen der Meinungsforscher und der Buchmacher/Wetter so stark unterscheiden. Habt ihr vielleicht eine gute Erklärung?

Update (11:37):

Ein interessantes Detail habe ich noch gefunden:

Something Strange Emerges When Looking Behind The "Brexit" Bookie Odds

Der durchschnittliche Wetteinsatz für #BRemain scheint etwa fünfmal so hoch zu sein wie für #BRexit. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass wesentlich mehr Leute auf Brexit wetten als auf Bremain (der Markt muss ja ausgeglichen sein). Es scheinen also andere Leute auf Remain zu setzen als auf Brexit. Sind das vielleicht doch Absicherungsgeschäfte?
Oder (verschwörungstheoretisch interessant): Versuchen "Reiche" die Wettbörsen in Richtung Remain zu ziehen? Mir leuchtet das nicht ein, weil ich nicht glaube, dass die Leute in eine bestimmte Richtung abstimmen, weil die Wettmärkte diese Richtung vorgeben … Warum also Wettmärkte beeinflussen?

Update 2 (24.6.2016):

Brexit. 51,8%.

Dicker Flop für die Wettmärkte, ein Schlag ins Gesicht für die Verfechter der Schwarmintelligenz. Die Meinungsforscher lagen zwar auch überwiegend auf der falschen Seite, aber immerhin gab es einige, die von "too close to call" sprachen. Kein überragender Sieg für die Meinungsforscher, aber immerhin näher dran bis weniger schlecht …

(Ich habe auf Twitter die Anmerkung bekommen, dass bei 51/49 und einer Prognoseabweichung von +/- 1,5 Prozentpunkten die Wettquote von 75% zu 25% mathematisch in Ordnung sei. Das kann ich auf die Schnelle nicht überprüfen, aber das Argument ging auch an meinem Punkt vorbei. Und der war: Bei einer Abstimmung zu einem Fall, für den man keine historische Daten (=Wahlergebnisse) verfügt, ist das Konfidenzintervall (die Prognoseabweichung) größer als bei einer "normalen" Wahl. Nun gut, damit habe ich dann wohl richtiger gelegen als mit meinem Brexitvotetipp, der bei 51,5% pro Remain lag).

Update 3 (27.6.2016):

Das Handelsblatt versucht sich an einer Erklärung, warum die Buchmacher so weit daneben lagen:

Handelsblatt: Warum die Buchmacher so falsch lagen.

Diese Erklärungen finde ich aber nicht sonderlich überzeugend. Erstens berufen sich die Buchmacher darauf, dass sie Buchmacher sind und Geld verdienen wollen. Was aber auch klar ist und nicht erklärt, warum die Wetter (die machen ja den Markt, nicht der Buchmacher) so daneben lagen. Wir reden hier ja über Schwarmintelligenz (der Wetter) und nicht über Buchmacherintelligenz. Außerdem weisen die Buchmacher darauf hin, dass die Wettmärkte schon allein deshalb nicht repräsentativ sind, weil die ganz überwiegende Mehrheit der Wetter männlich sind. Die zweite "Erklärung" ist ein Hinweis, den ich auch auf Twitter schon verbreitet habe: Es gibt ziemlich viele, überwiegend kleine Wetten auf Brexit, dagegen aber relativ wenige, dafür aber welche mit viel Geld auf Bremain. Das widerlegt übrigens auch meine Theorie von oben, dass sich einige Leute abgesichert haben, denn wie oben schon angedeutet, ist es nicht der "kleine Mann", der sich absichert. Wenn sich Geschäftsleute absichern, würden sie das eher mit größeren Summen machen. Vielleicht könnte man daraus auch eine Erkenntnis ziehen: Wenn es um demokratische Entscheidungen geht, könnte es sinnvoll sein, die Anzahl der Wetten zu berücksichtigen. Also nicht nur die Quote zu nehmen (die sich ja aus der Gesamtsumme der Wetten auf beiden Seiten ergibt), sondern auch die Anzahl der Einzelwetten auf beiden Seiten. Leider kommt man an die letzte Zahl nicht zuverlässig heran. Zumindest kenne ich keine Quelle. Ihr vielleicht?


Podcast Nummer 7 - Office goes LinkedIn, Apple, IWF und Mosambik und die Milch (machts nicht mehr)

Sei auch dieses Mal dabei, wenn Marco mich mit Sendungstiteln trollen will ;)

Mikro007 - Apples Untergang

Leider gab es eine etwas längere Pause, erst war Marco beruflich im Stress, dann war ich krank, und in Woche drei war die Aufnahme durch Marcos USB-Stack unter Windows komplett verhunzt. Diese "schwarze Folge" haben wir auf unseren Festplatten gesichert und werden sie in 20 Jahren bei Sotheby's versteigern ;)

Auch bei der jetzigen Folge gab es irgendwo ein Echo in der Aufnahme. Ich hatte mich relativ laut als Echo im Ohr (was einigermaßen irritierend war), ich konnte es aber nicht wegregeln, weil ich dann auch Marco nicht mehr gehört habe. Nun ja, in der Aufnahme bei Marco war es etwas besser …

Wir sprechen über die am Tag der Aufzeichnung noch heiße Nachricht der LinkedIn Übernahme durch Microsoft. Warum kauft Microsoft? Was könnte Microsoft damit planen? Ist die Übernahme zu teuer? Dazu gibt es auch schon einen gutes Kommentar bei den Mikrooekonomen.

Dann schweifen wir zu dem eigentlich gar nicht geplanten Thema Smartphones ab und diskutieren darüber, wie sich dieses Geschäft immer weiter von der Hardware löst und der Schwerpunkt hin zu Software und Services wandert (dann schweife ich noch weiter ab und spekuliere wild über Siri und App-Integration, bevor wir zu den richtigen Themen zurückkehren). Dass Marco den Titel so gewählt hat, wie er ihn gewählt hat, liegt daran, dass er den Markt anders sieht als ich. Ich sehe Apple in diesem Markt nämlich gut aufgestellt. Die Umsätze, die Apple mit Musik-Abos und der iCloud macht, dürften zu den größten im Markt gehören (auf jeden Fall größer als das was Google verdient; Google will ja vor allem Werbung verkaufen). Und profitabel ist Apple auch in diesem Marktsegment …

Dann kommt mit den Mini-Media-Märkten eine kurze News zu einem Thema aus einer alten Folge.

Das Aufregerthema der letzten Wochen, der IWF habe dem Neoliberalismus abgeschworen, erden wir danach etwas. Erstens sind ein paar der im Artikel geäußerten Neueinschätzungen am Ende auch nicht so neu (wie Marco anmerkt). Zweitens waren Teile davon IMHO auch bei der IWF-Beteiligung in Griechenland schon sichtbarer geworden (wie ich anmerke), wenn die EU da nicht vieles blockiert hätte (die EU war in bestimmten Aspekten neoliberaler als der IWF). Und drittens hat der Chefökonom Obstfeld vom IWF einen Tag später klar gestellt, dass man genau lesen müsse, welche Punkte er im Artikel erwähnt hatte. Das war nämlich nicht der Neoliberalismus als Ganzes, sondern bestimmte Schritte, die bisher in den Reformprogrammen *immer* gemacht wurden, die man in Zukunft nun genauer abwägen würde. Was aber eben nicht heißt, dass es sie in Zukunft nie geben würde. Und davon, dass mehr Wettbewerb, weniger Staat, ausgeglichene Staatshaushalte, freier Warenverkehr, etc. grundsätzlich immer gut seien, ist der IWF eh nie abgerückt.

Ein seit Ewigkeiten auf der Themenliste stehendes Thema war der mutmaßliche Korruptionsfall in Mosambik, wo Investmentbanker am IWF vorbei einen großen Kredit organisiert haben. Offizieller Grund (Tunfischflotte) und tatsächliche Verwendung (wohl Militär) lagen dabei ziemlich weit auseinanderklafften. Der IWF zeigte sich "not amused" und zieht sich für's Erste aus der Staatsfinanzierung zurück. Was dumm ist, denn vom IWF kamen bis zu 40% des Staatshaushalts … Und der fehlt jetzt, wegen der leider für einige Regionen der Welt immer noch üblichen Korrumpiertheit der Elite.

Zum Schluss greifen wir noch einmal ganz kurz das Hauptthema der "schwarzen Folge" auf: Den Milchpreis. Marco wischt die überflüssigen Milchbauern mit geradezu unfassbarer neoliberaler Kälte vom Markt ;) Und ich traue mich nicht, die armen, kleinen Nebenerwerbs-Milchbauern zu verteidigen. Weil wir da schon beim ersten Mal nicht auf einen Nenner gekommen sind; ich zweitens auch keine schnelle Lösung für die nicht industriellen Betriebs habe, und drittens das 21:00 Uhr Fußballspiel auf dem Programm stand ;)

Hört hier:



oder noch besser: Abonniert drüben auf den mikrooekonomen.de

Viel Spaß beim Hören. Lernt was. Wir freuen uns wie immer über Kritik, Anmerkungen, Fragen, Themenvorschläge, Spenden, iTunes Rezensionen, Flattr-Klicks, ReTweets und sonstiges Shares in den sozialen Netzen (wenns sein muss, selbst auf LinkedIn ;) ) …

Update (18:48):

Zu Apple und den Services noch ein Tweet:



38,6 Mrd. Dollar UMsatz in den letzten 12 Monaten.

Update 2 (17.6.2016):

Zum Vergleich: Microsoft hat etwa 7 Milliarden Dollar Umsatz im Cloud-Geschäft pro Quartal. Die Geschäfte sind zwar nicht vergleichbar (bei Apple ist halt viel App- und Medien-Download im Cloud-Umsatz enthalten, bei Microsoft ist es viel hochprofitabler Software-Umsatz/Miete. Und das Wachstumspotenzial von Apple hängt an der Anzahl der Geräte, die im Einsatz sind, bei Microsoft hingegen können noch Abermillionen von Office-Kunden auf die Microsoft-Cloud umgestellt werden. Microsoft hat also ziemlich gute Chancen, in dem Markt noch lange sauber und profitabel zu wachsen.

Einladung zum EM-2016-Tippspiel. Und jede Menge Links, um beim Rudelkucken klugzuscheißen ;)

Ich mache mal wieder ein kleines Tippspiel und sammle wie üblich ein paar Links, um euch auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

Die SID-Prognose zur Fußball-EM 2016 (Frankreich Europameister, Deutschland Finale, Spanien und England Halbfinale; interessante Prognose sag ich mal, denn wenn Frankreich und Deutschland Gruppensieger würden, träfen sie bereits im Halbfinale aufeinander (oder?)).

Handelsblatt: Goldman Sachs weiß, wer Europameister wird

Bei 36 Spielen in der Vorrunde tippen die Goldmänner 23mal Unentschieden 1:1. Ich würde sagen, tippt mal lieber den Ölpreis Goldmänner, ach ne, das klappte ja auch nicht …

Weitere Listen als Anhaltspunkte:

Die Marktwerte der Mannschaften laut Transfermarkt:


Danke an @syrlins für den Screenshot. Mich hat Transfermarkt gesperrt, warum auch immer …

Ebenfalls eine gute Einordnung geben die Wettquoten:



Quelle: Betfair

Eine ziemlich stark abweichende Einschätzung ergab die Simulation von Goalimpact, deren Prognosen ich auch häufig auf Twitter retweete. Ich mag diese Art der Berechnung sehr, vor allem weil immer ein paar spannende Prognosen herauskommen. Die zwei großen Überraschungen sind wohl Österreich (deutlich stärker als in anderen Listen; schon auf Platz 4, sprich mit realistischen Chancen aufs Halbfinale) und Kroatien, die beide negativen England (nur 43% Wahrscheinlichkeit auf das Erreichen des Viertelfinals) und Italien, die Goalimpact sogar nur 23%iger Wahrscheinlichkeit im Viertelfinale sieht. Okay, die beiden negativen Überraschungen sind am Ende vielleicht nicht so überraschend. Die Engländer behaupten nahezu immer, dass sie mit der besten Mannschaft seit Jahren antreten, bekommen dann aber kaum was hin und dass sich die italienische Mannschaft in der Nach-Pirlo-Zeit noch neu formieren muss (und verletzungsbedingt zusätzlich geschwächt ist) ist kein so großes Geheimnis. Deutschland ist übrigens vor allem auf zwei, weil die wahrscheinlichste Konstellation nach Goalimpact ein Halbfinale gegen Frankreich und ein Finale gegen Spanien ergibt, sprich es gibt zwei sehr starke Gegner, während Spanien wahrscheinlich erst im Finale einen der richtigen Brocken bekommt.


Handelsblatt EM Check:

EM-TEAMCHECK – GRUPPE A - Eine Sex-Affäre als glückliche Fügung

EM-TEAMCHECK – GRUPPE B - Inselduell, slowakischer Beton und ein Last-Minute-Russe

EM-TEAMCHECK – GRUPPE C - Deutschland? Ohne Punktverlust!

EM-TEAMCHECK – GRUPPE D - Alte Spanier auf dem Weg zum EM-Hattrick

EM-TEAMCHECK – GRUPPE E - Ein Zlatan eben ist nicht genug

Gruppe F ist noch nicht veröffentlicht, ergänze ich morgen.

Und wenn ihr lieber was auf die Ohren bekommen wollt:

Aus Österreich: Ballverliebt.eu; Die einzige Euro 2016-Vorschau, die ihr hören müsst (mit Überheblichkeitsstufe 140 ;) )
Aus Deutschland: Rasenfunk: EM 2016: Die große Vorschau

Und erst wenn ihr mindestens einen der beiden Podcasts durchhabt, dürft ihr gegen den Seriensieger egghat (LOL) antreten ;)

So und jetzt ab zum EM-Tippspiel bei Kicktipp!

Die Regeln sind etwas anders als in meinem Bundesliga-Tippspiel. Da es bei einem Turnier viele KO-Spiele gibt, habe ich auf das Tippen des genauen Ergebnisse verzichtet, weil es gerade in den KO-Spielen mit dem Elfmeterschießen quasi unmöglich ist, das Ergebnis zu tippen. Also geht es nur um den Sieger: 1 für die "Heim"-Mannschaft, 2 für die "Auswärts"-Mannschaft und "0" für ein Unentschieden (das es logischerweise in der KO-Phase nicht mehr geben kann). Zweiter Nebeneffekt: Es dürfte länger spannend bleiben. Unbedingt beachten: Die Bonusfragen nicht vergessen, da gibt es jede Menge Punkte zu gewinnen. Die Bonusfragen müssen vor dem ersten Spiel am Freitagabend beantwortet werden. Also beeilt euch.

Wenn ich Geld setzen würde, wären meine Ideen: Türkei aber vor allem die Slowakei als Außenseitertipps (kommt ins Viertelfinale oder sowas als Wette). Und wenn man gegen Mannschaften setzen wollte: Italien und vor allem England scheinen mir bei den Buchmachern zu positiv gesehen zu werden, könnten also gute Short-Ideen sein. Wobei man Italien eigentlich nie shorten darf, die sind quasi der Bund Future der Fußballmannschaften …

Es gibt auch noch eine Prognose von Fußballmathe.de. Weitere Prognosen habe ich nicht gefunden, die EM scheint nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zu erregen wie die WM (logisch). Oder vielleicht haben VWL-Statistik-Abteilungen der Banken inzwischen eingesehen, dass sie sich mit den Prognosen nur blamieren können …

Update (22:19):

Hat Spielverlagerung eigentlich eine konkrete Prognose für das Turnier abgegeben?

Update 2 (10.6.2016, 10:15):

Die Zürcher Kantonalbank hat eine Prognose (Dropbox Link; PDF), die ich super finde, weil Deutschland 2:1 gegen Spanien im Finale gewinnt ;) Der "Geheim"favorit Belgien scheidet im Viertelfinale gegen Deutschland aus; ins Halbfinale schaffen es (wenig überraschend die drei, die jeder hat: Fra, D, ESP und als Viertes England).

Podcast Nummer 6: Diesmal mit mehr Kontroverse, mit mehr egghat'schen "Ähs" und mehr Minuten!

Nach einer Woche Urlaubspause haben Marco und ich sich gestern Abend recht spontan zu einer neuen Folge der Mikrooekonomen versammelt (zum Glück lief unser Audio-Setup sofort, es wird!). Nicht ganz unerwartet wurde die aktuelle Nummer zur Längsten bisher, was beim Öffnen des Fasses "TTIP" allerdings auch zu erwarten war. Aber wir dürfen uns ja auch nicht ewig um diese heiklen bzw. komplexen Themen drücken, nur weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, "nur" etwa eine Stunde pro Folge aufzunehmen.

Vorher dem Hauptthema TTIP gibt es etwas Amazon (da tut sich quasi jede Woche etwas Spannendes), dann etwas längeres zu Samwers Rocket Internet (Kurshalbierung, Rückzug der Kinnevik-Leute aus dem Aufsichtsrat). Am Ende verteidige ich Rocket Internet (schon wieder!), dieses Mal gegen Marcos "Kartenhaus-Vorwurf" und äußere meine Überzeugung, dass selbst bei einem sofortigen Vertrocknen der Samwerschen Geldströme Rocket Internet schnell genug auf einen gesunden (sprich profitablen) Kern schrumpfen könnte. Damit will ich die Bewertung von Rocket Internet nicht schön reden (denn das ist auch für mich eine "Schön-Wetter-Bewertung", sprich nur zu rechtfertigen, wenn die Wirtschaft weiter wächst und Geld in Venture Capital und Börsengänge fließt), aber ein profitabler Kern ist IMHO schnell genug herzustellen. Dazu reisse ich auch noch kurz das Thema an, dass Rocket Internet (und vor allem Zalando) viel in die eigenen technologischen Plattformen investieren, sich also selber um IT, E-Commerce-Software, Werbeschaltungen bis hin zur Logistik kümmern. Das sieht sehr nach einer Kopie von Amazon aus, was aber in diesem Fall die Kopie des erfolgreichsten Unternehmens ist (das ganz nebenbei mit IT, sprich der Amazon-Cloud inzwischen wahrscheinlich mehr verdient als mit dem Online-Handel). IMHO werden daraus noch einige Firmen aus dem Rocket Internet Universum entscheidende Wettbewerbsvorteile ziehen können.

Dann geht es an das große Fass TTIP. Hier werden sich einige wahrscheinlich einige wundern, dass wir nicht den sofortigen Weltuntergang erwarten, selbst wenn TTIP heute unverändert verabschiedet würde. Genügend Punkte zum Streiten (ihr wolltet mehr Kontroverse und wir hören immer auf Euch!) haben wir trotzdem. Marco ist eher der Meinung, dass in den geleakten Papieren nichts wesentliches Neues stünde, ich kann dagegen nicht wirklich überzeugend argumentieren, zeige mich aber sehr froh, dass wir nach dem Leak nicht mehr mutmaßen müssen, sondern genau wissen, was im April Stand der Dinge war. Dann holen wir aber relativ einmütig den Ball aus der Luft und versuchen, ihn flachzuhalten. Also mal unabhängig von den üblichen Aufreger-Themen zu diskutieren, wo TTIP (auch für uns europäische Verbraucher) Verbesserungen bringen könnte, warum die europäische Position so unklar ist und warum Brüssel (mal wieder!) dieses Thema der Bevölkerung überhaupt nicht vermitteln kann und sich keinerlei Mühe gibt, irgendwelche Vorteile (außer "schafft xy Arbeitsplätze"; Berechnungen denen niemand mehr Glauben schenkt) anzupreisen. Dass TTIP in Deutschland dermaßen negativ betrachtet wird, liegt auch daran, dass es niemand plausibel positiv vermitteln kann oder will. Am Ende bringe ich die (vielleicht gar nicht so) steile These, dass der beste Verbündete in den USA für eine Ablehnung von TTIP Donald Trump sein könnte. Muss man als Linker (bzw. TTIP Gegner) nun also auf eine Wahl von Donald Trump hoffen?

Die Folge ist noch nicht auf Soundcloud hochgeladen, daher an dieser Stelle kein eingebauter Player, aber es ist eh besser, die Podcasts dadrüben anzuhören und noch besser zu abonnieren:

Mikro006: TTIP ist ein Chlorhühnchen

Dort gibt es auch ausführliche Shownotes und viele Links zu den besprochenen Themen.

Wir freuen uns wie immer über Feedback zu Inhalt und technischer Qualität (ich rausche dieses Mal wohl etwas mehr als beim letzten Mal, obwohl es keine (bewussten) Änderungen im Audio-Setup gab). War das zu viel/zu lange TTIP (obwohl wir die Schiedsgerichte z.B. gar nicht anschneiden)?

Es gab nach den letzten Folgen einige positive Kritiken bei iTunes, besten Dank dafür! Wenn Euch unser Podcast gefällt, empfehlt uns weiter. Wir freuen uns auch immer über Themenvorschläge, dass wir uns um TTIP gekümmert haben, kam zum Beispiel genau daher.

Viel Spaß beim Hören!

Update (13.05):

Jetzt auch auf Soundcloud, für alle, die sich (warum auch immer) keinen Podcast-Player installieren wollen:

US-Geschäftsberichte: Immer größere Abweichung zwischen gemeldeten und wahren Zahlen. Oder: Wie aus Verlusten Gewinne werden …

Das Problem ist schon etwas älter, aber es wird (nicht zum ersten Mal) zunehmend schlimmer.

Kurze Erläuterung: Die US-Börsenaufsicht erlaubt es den Unternehmen, ihre Quartalszahlen in einer Pro-Forma-Version, quasi einer Vor-Ab-Version, zu veröffentlichen. Der Geschäftsbericht, der dann den anerkannten Bilanz- und GUV-Vorschriften (in den USA heißen diese GAAP) entspricht, kann dann ein paar Wochen später nachgereicht werden.

Zwischen beiden Versionen sollte es natürlich keine großen Abweichungen geben, und wenn doch, sollten diese nicht systematisch in die gleiche Richtung gehen. Doch genau das tun die beiden Berichte.

Als ich zum letzten Mal (vor ein, zwei Jahren) eine Analyse dieser Abweichungen gesehen habe, lag der Unterschied bei etwa 6%, sprich das endgültige Quartalsergebnis nach GAAP lag im Durchschnitt 6% niedriger als das zuerst gemeldete. Der Hauptgrund dabei waren Kosten, die man "Pro-Forma" anders bzw. gar nicht berücksichtigt hat, u.a. Strafen oder Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien.

Die New York Times meldet nun, dass für das Geschäftsjahr 2015 inzwischen 90% der Firmen ihre Geschäftszahlen pro-forma veröffentlichen. 2009 waren es nur 72%. Auch die Abweichung wird größer. Leider ist kein direkter Vergleich der beiden Veröfffentlichungen im Bericht enthalten, aber die Differenz muss gestiegen sein (außer der Vergleichswert ist schräg gewählt): Wenn man die Erstveröffentlichung als Maßstab nimmt, sind die Unternehmensgewinne 2015 um 6,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nimmt man die endgültige Veröffentlichung als Basis, sind die Gewinne 2015 um fast 11% gefallen. Wow!

Unter den 380 untersuchten Unternehmen haben es 30 sogar geschafft, in der Pro-Forma-Veröffentlichung einen Gewinn zu melden, in der endgültigen jedoch einen Verlust.

Upps, beim genaueren Nachschauen haben wir doch noch ein paar Kosten gefunden …

Warum machen Firmen das? Weil die erste Veröffentlichung die Aktienkurse bewegt, die endgültige jedoch nicht. Bei der ersten Meldung reicht häufig schon ein Gewinn, der um einen Cent über bzw. unter den Erwartungen liegt, um den Aktienkurs um 5 oder 10% nach oben bzw. unten zu bewegen. Die endgültige Veröffentlichung ein paar Wochen später jedoch interessiert kaum noch jemanden. Dazu kommt, dass es einige Datenanbieter geben dürfte, die die Daten nicht zweimal eingeben, und immer den ersten, eigentlich falschen Wert in ihrer Datenbank stehen lassen. Damit können die Bewertungen eines Unternehmens besser aussehen als sie eigentlich sind. Und Aktien auf "Kaufen" stehen, die eigentlich gar nicht mehr auf "Kaufen" stehen sollten. Und Fondsmanager Aktien kaufen, die sich eigentlich nicht mehr kaufen sollten. Oder auch Privatanleger, die die falsche Zahl auf einem der vielen Finanzportale im Internet sehen.

Das erinnert frappierend an die Jahre vor dem Internet-Hightech-Crash zur Jahrtausendwende. Damals wuchsen die Abweichungen zwischen Erst- und Zweitbericht ebenfalls deutlich. Diese Abweichungen wurden als einer der Gründe identifiziert, die zur Größe der damaligen Blase führten. Deshalb wurden Regeln geschaffen, um solche geschönten Geschäftszahlen in Zukunft zu verhindern. Aber die US-Finanzmarktaufsicht SEC scheint daran gut 15 Jahre nach dem IT-Aktien-Crash schon nicht mehr sonderlich interessiert zu sein …

Fantasy Math Is Helping Companies Spin Losses Into Profits - The New York Times

btw: @mh120480 und ich podcasten jetzt. Einmal pro Woche (so der Plan) gibts jetzt was auf die Ohren. Mehr drüben auf www.mikrooekonomen.de. Und noch btw-er: Wir freuen uns über iTunes Kritiken mit mehr als einem Stern ;)

Podcast fürs kommende Winterwochenende ;) Mikro004

Willkommen im neuen Podcast Blog von egghat. Irgendwie blogge ich überhaupt nicht mehr hier (nur drüben) und empfehle ausschließlich die neuen Podcastfolgen der Mikrooekonomen. Muss sich auch mal wieder ändern …

Genug Blabla, es gibt wieder eine Folge. Zum ersten Mal auf meiner Seite mit Metaklang™, bei der nächsten Folge auch richtig verkabelt ;) Und dann hoffentlich auch mit mehr Zeit für die Vorbereitung tagsüber vor der Aufnahme, die Marco und mir dieses Mal berufsbedingt leider fehlte. Komischerweise kam dabei die längste Folge bisher heraus. Aber wie ein kluger Mann (welcher auch immer) sagte: "Ich schreibe Dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben." (Je nach Quelle: Voltaire, Goethe, Twain, Marx, Pascal).

Wir reiten kreuz und quer durch die Themenliste, greifen am Anfang kurz die Themen Edeka und Öl aus den ersten Folgen noch mal kurz auf.

Danach diskutieren wir die möglichen Kosten (und Probleme) der Grenzschließungen durch Aussetzung des Schengenabkommens. Und kommen wie so häufig zum Schluss, dass man nicht zu viel auf Berechnungen geben sollte, die versuchen, komplexe Sachverhalte in eine Zahl zu pressen.

Dann kommt - wie fast in jeder Folge bisher - das Thema Niedrigzins zur Sprache, der sich aktuell in der Überlegung der Postbank widerspiegelt, die überlegt, ihr kostenloses Girokonto abzuschaffen. Die Querfinanzierung des Kontobetriebs über Zinseinnahmen geht für die Postbank nicht mehr auf. Wer 1.5000 Euro Gehaltseingang hat, hatte im Durchschnitt des Monats ein paar Hundert Euro auf dem Konto, die die Postbank irgendwo verzinst angelegt hat. Mit diesen Zinseinnahmen wurden die Betriebskosten des Kontos (teilweise) querfinanziert. Nun fehlen die Zinsen und damit wackelt - wohl nicht nur bei der Postbank - das Modell kostenloses Girokonto.

Und dann verteidigen wir - ich staune selber - die Samwers. Da gab es die Nachricht, dass sie etwa eine Milliarde in Immobilien gesteckt haben sollen und das ein schlechtes Zeichen für die Start-Up-Branche sei, weil selbst die Vorzeige-Start-Up-Investoren nun auf Immobilien und nicht auf Start-Ups setzen. Halten Marco und ich für groben Unfug, allein das Gesamtvermögen der Samwers (Forbes schätzt 5 Milliarden) zeigt schon, dass es sich nicht um einen sonderlich großen Teil des Samwer-Vermögens handelt. Es ist eher eine notwendige Diversifikation des Samwer-Vermögens (und möglicherweise sogar eine für das Firmenimperium nützliche Investition).

Nicht verteidigen möchten wir jedoch den ehemaligen Drogeriemarktkönig Anton Schlecker, gegen den sich die Vorwürfe des "vorsätzlichen Bankrotts" konkretisieren. Es geht also nicht nur um die relativ gängige Konkursverschleppung (also zu spät die Insolvenz beantragt zu haben), sondern um quasi aktives Handeln, das zum Konkurs geführt hat; sprich Schlecker soll trotz drohender Insolvenz noch Geld/Vermögen an die Familie übertragen haben. Die Strafen wären dementsprechend höher …

Danach verteidige(n) ich/wir noch die Commerzbank. Die SZ hat den Job als "schwierigsten in der deutschen Bankenlandschaft" bezeichnet. Nur sehen Marco und ich (wir müssten uns eigentlich häufiger widersprechen, sonst wird's langweilig ;) ) die anderen Jobs in der Branche auch nicht einfacher. Cryan bei der Deutschen Bank hat einen Berg von Problemen, und auch der Job bei der HSH Nordbank dürfte nicht einfacher sein. Alle leiden noch unter Altlasten aus der Krise ab 2008. Und alle stehen vor den den Herausforderungen der Digitalisierung und der "Entbündlung" der Banken, sprich unter neuen Herausforderern, die versuchen die alten Banken mit neuen kundenfreundlicheren Lösungen zu ersetzen oder zumindest unwichtiger zu machen. Aber zur Verteidigung der Banken: Sowohl die Deutsche Bank wie auch die Commerzbank/Comdirekt (und einige andere) sind mit "Innovationsabteilungen" unterwegs. Die Deutsche Bank hat dafür satte 750 Millionen zur Verfügung gestellt und auch schon erste Produkte vorgestellt.

Links wie immer in den Shownotes drüben: Mikro004 – Der große Rundumschlag



Wir freuen uns wie gehabt über Empfehlungen bei iTunes und Weiterempfehlungen in den sozialen Netzwerken dieser Welt. Und natürlich über Themenvorschläge; am Ende der Sendung machen wir uns ein paar Gedanken dazu. Wir haben ein paar größere Themen (Energiewende (v.a. Fotovoltaik + Akku und Kosten), E-Auto (Apple/Tesla), Roboter-Automatisierung und Arbeitsplätze), die aber etwas schwierig in das bisherige Format zu pressen sind. Ich schätze, dass man für diese komplexeren Themen "Spezialfolgen" machen muss, für die wir uns dann auch tendenziell Gäste dazuholen würden. Dafür sind wir aber technisch noch nicht weit genug; die nächste Folge wird voraussichtlich die erste, die wir mit unverändertem Setup aufnehmen werden (Dank sei MetaKlang). Das soll sich dann erstmal setzen und dann mal schauen, ob wir das Setup auch auf eine(n) dritte(n) Teilnehmer(in) ausbauen können.

Viel Spaß beim Hören und ein schönes Wochenende!

Podcast Numero Tre … Schäuble vs EZB. Und wer ist besser für Europa. Hypo Alpe Adria Großpleite. Und Öl.

Hier mehr zur Sendung:

Mikro003 – Ist Wolfgang Schäuble für Europa hilfreich?

Dadrüben gibt es auch die Adressen zum abonnieren und auch zum Kommentieren.

Wir reden über Schäuble und seine Kritik an EZB-Chef Draghi. Draghi sei an der Hälfte der Stimmengewinne für die AfD schuld. Die genaue Logik hinter der Argumentation haben wir beide nicht verstanden, sondern sind relativ sicher, dass es ohne das beherzte Handeln der EZB in Europa noch schlechter aussehen würde. Man stelle sich vor, der Euro wäre auseinandergeflogen, Deutschland könne nirgendwo mehr exportieren und alle wären arbeitslos. Wieviel Stimmen die AfD dann haben würde, möchten wir lieber nicht wissen. Die ultralockere EZB-Politik ist sicherlich nicht ungefährlich, aber angesichts ausbleibender Unterstützung durch die Fiskalpolitik für unumgänglich. Anders gesagt: Würde Schäuble nicht auf seiner schwarzen Null rumreiten, hätte Draghi nie so extrem handeln müssen.

Dann kommen wir zur Hypo Group Alpe Adria und der interessanten Feststellung, dass man in Europa doch noch Banken Pleite gehen lassen darf. Gut 6 Milliarden, auf die die Gläubiger nun verzichten müssen, sind schon ein Wort. Vor allem für Österreich, das ja um einiges kleiner ist als Deutschland, man darf grob mal 9 multiplizieren, um deutsche Verhältnisse zu bekommen.

Und als Drittes kommen wir dann zu den Ölpreisen, machen uns Gedanken dazu, warum die Preise so weit gefallen sind und wie es weitergehen könnte (Marcos These: Sind die Kriege in Syrien und Jemen vorbei, geht der Ölpreis wieder rauf). In diesem Zusammenhang versuchen wir auch eine Hörerfrage von dafisch zu beantworten, der fragte, warum sinkende Ölpreise plötzlich nicht mehr als gut für die Weltwirtschaft, sondern als Krisenzeichen gelten, und damit für sinkende Aktienkurse gesorgt haben.

Hier auch noch einmal zum direkt anhören, ich empfehle aber einen Podcast-Player und ein Abo. Wer das technisch nicht hinbekommt, ich helfe gerne weiter (und würde daraus dann eine kleine Hilfe-Seite basteln)



Empfehlt uns weiter. In all den Netzen, in denen sich die Jugend heute so rumtreibt. Wir freuen uns über möglichst viele Sterne im iTunes Podcast-Verzeichnis. Und wie immer über Themenvorschläge … Alles außer Fußball, würde Marco sagen, aber ich bring das Thema noch unter. Versprochen ;)

Die nächste Folge dann mit Metaklang (© bei Ralf Stockmann ;) ) und vielleicht .... trommelwirbel ... zum ersten Mal mit Gast oder Gästin.

Panama Papers Podcast (und was sonst noch so leakt)

Marco und ich haben mal wieder gesprochen und weil wir so unfassbar nett zu euch sind, das auch mitgeschnitten und veröffentlicht:

Mikro002 – Was taugen die Panama Papers?

Darin die große Nachricht zu Wochenbeginn: Die Panama Papers, was dahinter steckt, wieso man wenig Verschwörungstheorie braucht, um bestimmte Aspekte zu erklären, wie wenig wir eigentlich wissen, und eine gewisse Verzweiflung darüber, wieso die Politik so wenig gegen Steueroasen unternimmt (Juncker, der Architekt der Steueroase Luxemburg wurde - obwohl er breit in der öffentlichen Kritik stand - sogar noch zum EU-Kommissions-Chef gewählt) und was sich ändern wird (wahrscheinlich leider nichts). Über diese frustrierende Erkenntnis kamen wir dann auch auf die Steueroase Nummer 2 in Europa, nämlich Irland und Zack waren wir bei der Eurokrise und dem heute noch am stärksten leidenden EU-Mitglied Griechenland. Bei den Panamapapers hätte man auch die Medienökonomie diskutieren können (Was wird veröffentlicht? Wie filtern die Medien? Wie lange wird veröffentlicht (wann lohnt es sich mangels Interesse nicht mehr)?). Wir hatten noch andere Themen auf dem Tisch (Marco hätte gerne: "Iran zurück in Weltwirtschaft - Auswirkungen?" gemacht, ich gerne was zu Tesla, dem dritten Modell und den Auswirkungen auf die deutschen Automobilherstellern gemacht), aber da war die Stunde schon voll. Und viel länger wollen wir nicht werden, ultralange Podcasts gibt es IMHO schon mehr als die Leute Zeit zum Hören haben. Außerdem haben wir zum ersten Mal einen kurzen Nachrichtenüberblick am Anfang versucht, keine Ahnung, ob das in einem wöchentlichen Podcast sinnvoll ist. Was meint ihr, eventuell könnte man auch eine Rubrik "Picks" machen, in der jeder am Ende der Sendung ein oder zwei "Links der Woche" empfehlen, die wir spannend, aber zu wenig beachtet fanden.

Zwischendrin gab es auch einen Teil 1, die ich hier im Geburtstagsstress leider nicht verlinkt habe. Waren eh zu viele "Ähs" und zu viele Bandwurmsätze von mir drinne (oder "Zwiebelsätze" wie ich sie gerne nenne), wo weder der Hörer noch ich am Ende noch weiß, womit der Satz ursprünglich begonnen hat ;) Außerdem waren wir ziemlich erkältet, Marco hat sich mehrfach halb totgehustet (Ein Held! Beim Podcasten fast gestorben!), ich kämpfte mit ungewohntem Headset, konnte mich nicht hören und hatte keine Ahnung, ob ich "vaderte" oder mein Nasenschniefen die Tonspur tötet. Nun gut, wir lernen noch (u.a. wo der Mute-Button ist ;) ). Dafür hoffentlich spannende Themen:

  • Amazon 2-Stunden-Lieferung in Deutschland (und was das für die Konkurrenz, sowohl in der Online-Branche wie auch in der Auslieferung, bedeuten könnte)
  • die Kartellgeschichte Edeka-Kaisers/Tengelmann und der Rücktritt in der Monopolkommission nach der Überstimmung durch Wirtschaftsminister Gabriel,
  • und die erfolgreiche Finanzierung der Krautreporter-Genossenschaft, wobei wir auch ein paar grundsätzliche Fragen zur Finanzierung von Journalismus diskutieren.

Zu jedem der Themen könnte man problemlos auch eine Stundensendung machen. Die Überlegungen zu Kartellentscheidungen hatte ich ja schon einmal etwas ausführlicher erläutert: KOMMT DER E-PLUS/O2-MERGER DURCHS KARTELLAMT?. Schon ganz interessant, wie wenig dort auf die Zahlen geschaut wird, die in der Presse meistens genannt werden (Marktanteil, Arbeitsplätze). Das haben wir im Podcast allerdings nicht besprochen, das Thema ist für ein Viertelstundenthema wohl zu komplex und speziell.
An der Website der Mikrooekonomen hat Marco auch jede Menge gemacht, am wichtigsten ist, dass die RSS-Feeds für den Podcast jetzt endlich stehen:


Diese Links könnt ihr jetzt also abonnieren, sie werden sich nicht ändern, solange die Website bleibt.

Wir freuen uns wie immer über Anmerkungen zu dieser Folge und auch über Themenvorschläge für die nächste Folge.

Empfehlt uns weiter. Auf Twitter, Facebook, App.net (wer auch das dort liest) oder im Podcast-Player deiner Wahl (meiner ist übrigens Overcast). Hinterlasst uns Kritiken und Empfehlungen bei iTunes, mehr HörerInnen schaden nie.

Wir hoffen, dass wir jetzt dem wöchentlichen Rhythmus näher kommen und schon am nächsten Dienstag die nächste Folge aufnehmen können. Vielleicht bin ich dann auch mit der Technik weiter … Muss mich wohl doch von Klinke (oder noch schöner USB) verabschieden und wie die Profis auf XLR-Equipment setzen:



Nachdem weder das Plantronics Noise-Cancellation in der Nullnummer (Rauschen, woher auch immer) noch das Andena-Headset (war auch nicht billig; mir fehlt ein Mute-Button, außerdem Kabelgeräusche)) in Folge 1, noch das Großmembran-Mikro Auna MIC 900B USB (ich muss fast ins Mikro reinkriechen, um nicht zu leise (und damit zu rauschend) zu sein). Auch zur Technik könnt ihr gerne Euren Senf abgeben …

Es podcastet …

Ja, die Soundqualität ist nun ja geht so … (Ich rausche, obwohl das Plantronics Headset eigentlich gut sein sollte)
Ja, es gibt noch kein vernünftiges Logo …
Ja, das eigene Blog ist noch nicht fertig … (kommt jetzt aber wirklich bald)
Ja, wir reden einfach so los ohne didaktische Aufarbeitung …
Jaja, es gibt noch keine Shownotes, das ultimative Kennzeichen eines ordentlichen deutschen Podcasters ;)

Ja, aber es geht los. Immerhin. Endlich. Marco und ich haben das letzte Woche aufgezeichnet, Marco Herack hat geschnitten und bei iTunes eingereicht. Der Feed steht jetzt auch, ihr könnt abonnieren: Mikroökonomen Folge 000alpha ;)



Fest steht nur: Nicht zu lange (Idee: 1 Stunde). Frequenz: Einmal pro Woche (damit deutlich häufiger als ich hier in der letzten Zeit blogge). Wohin sich das thematisch entwickelt, ist noch etwas unklar. Unser großer Vorteil: Wirtschaftspodcasts gibt es erst sehr wenige, viele (zu viele!) Felder liegen unbeackert rum. Machen wir ein, zwei oder drei Themen pro Sendung? Mit oder ohne Gäste? Wirtschaftspolitik? Konjunktur? Börse? Notenbanken? Unternehmen? VWL? Fintech? Schaun mer mal. Uns interessiert eigentlich fast alles. Also bis auf Fußball, dafür interessiert sich nur einer von uns beiden, ihr ahnt wahrscheinlich wer ;)

Folgt Marco auf Twitter und lest sein Blog denktagebuch.de.

Ihr dürft gerne Themenvorschläge machen, auch Fragen sind erwünscht. Vielleicht sammeln wir diese auch und machen dann ab und zu ein "Ask us anything in Audioform".

Ich würde gerne auch Wirtschaftspodcasts sammeln. Ich kenne in Deutschland:
  1. Thingonomics bei Neunetz.fm (Internet of Things, Wearables und Auswirkung; der Ursprung Neunetzcast scheint eingeschlafen zu sein)
  2. Paymentandbanking (Fintech, Payment, …)
  3. Exchanges-Podcast von Exciting Commerce (Online-Commerce)
  4. Schwarmtaler (Crowdfunding; pro Folge stellt sich jeweils ein Projekt vor, das gerade Geld einsammelt)
  5. Online Marketing Rockstars (Online Marketing, ach was …)
  6. Bitstaub (Bitcoin)
  7. Howsitgoing (diverses ;) oder "Persönlicher Podcast, Newsletter und Blog für Gründer, Macher, Entrepreneure und alle die, die weiter kommen möchten." ).
Allen gemeinsam ist, dass sie ziemlich speziell sind. Einige Wirtschaftsmedien haben mit dem Thema auch experimentiert, die Projekte, die ich beobachtet habe, sind aber wieder eingeschlafen. Bei den öffentlich-rechtlichen gibt es bestimmt auch ne Menge (ich kenne aber nichts davon), bei detektor.fm gibt es in Zusammenarbeit mit (oder nur gesponsort von?) der Wirtschaftswoche einen wöchentlichen Nachrichten-Überblick im allgemeinen Podcastfeed für Wirtschaft.

Es gibt sicherlich noch viele viele mehr, gerade im Bereich Geld und Finanzen müsste es eigentlich vieles geben. Auch bei Firmen (Banken?) dürfte es wohl Projekte geben, ich kenne aber keine. Meldet euch, ich ergänze die Liste (dann aber im Blog des Podcasts).

Habt ihr sonst noch Feedback? Also außer dass ich rausche und man schnell heraushört, dass ich aus dem Ruhrpott komme (und das weder verstecken kann noch will), ich gleich im ersten Satz den ersten Grammatikbock erlege und Marco gepflegtestes Hochdeutsch spricht?

Der Flattr-Button ist zum Flattern da  (hint hint). Geld geht in Equipment. Hilfe für Logo (ne ganz rudimentäre Version gibt es) und Sounddesign wird natürlich gerne gesehen.

Update (22:05):

Oder um es mit Christoph Kappes zu sagen:

"dabei gab es keinen Business-Plan, keine Diskussion über Margen und Wertschöpfungsketten, und Disruption, und Kostenstrukturen und Skalierung, oder Finanzierung, sondern wir haben das einfach gemacht."

(und damit kann ich noch Podcast 7 ergänzen)

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