Unwort des Jahres: Entlassungsproduktivität

Tolle Wahl!

Man nimmt mal wieder ein Wort aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Der ja so kühl ist, so menschenverachtend.

Aber was ist das für ein Wort? Ich interessiere mich für Wirtschaft. Und ich habe das Wort noch nie gehört. Google liefert gerade einmal 338 Treffer (das sind morgen natürlich viel mehr, aber aktuell kurz nach der Nachricht sind's halt nur gut 300 Treffer). Der große Teil davon steckt in wissenschaftlichen Arbeiten und in Texten z.B. der IG Metall.

Ich denke mal, dass noch nie ein derart unbekanntes und unrelevanteres (Un-)Wort ausgewählt wurde.

Kleines Update: Einen Tag nach der Bekanntgabe kennt Google über 19.000 Treffer. Man könnte (jetzt) glatt meinen, dass die Jury ein wichtiges Wort gewählt hat.

Liebe Juroren: Schaut mal über euren Lieblingsgegner Wirtschaft heraus z.B. in den Bereich der Medizin: Ist nicht auch der Begriff HIV-*positiv* ziemlich menschenverachtend? Oder mal in statistische Auswertungen von medizinischen Untersuchungen schauen.

Ein schöner Artikel bei der FAZ nennt noch ein paar andere Begriffe, die ich wesentlich passender gefunden hätte: Auf Platz 2 : Ehrenmord. Bezieht sich IMHO auf ein wichtigeres Thema und auch die Relevanz (>40.000 Treffer in Google) ist höher. Und hier geht es um Mord.

Zum Begriff Humankapital, der ja schonmal Unwort des Jahres war, möchte ich nur sagen, dass man diesen Begriff nur dann wählen kann, wenn man Kapital für etwas Schlechtes hält. Und das halten die Juroren offenbar. Dabei ist Kapital das, was den Wert einer Firma ausmacht. Denn kein Unternehmer kann etwas werden (und Arbeitsplätze schaffen), wenn er nicht Kapital in Form von Geld, Patenten, Mitarbeitern, etc. hat. Wieso "Humankapital" also etwas Negatives sein soll, ist mir unklar.


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