US Immobilienmarkt vor dem Crash?

Warnende Stimmen sehen den US-Immobilienmarkt schon lange als große Gefahr für die US-Wirtschaft an. Bis vor etwa 1 Jahr nach der Nachzünder für die US-Konjunktur (Hausbesitzer beleihen ihre Häuser mit den steigenden Immobilienpreisen immer weiter und pumpen das geliehene Geld direkt wieder in die Wirtschaft), droht jetzt nach den Zinserhöhungen das böse Erwachen.

Das kritische sind dabei weniger die gestiegenen Preise (auch wenn die jenseits von Gut und Böse sind wie der housing affordibilty index zeigt), sondern die extrem wacklige Finanzierung. So wurden bei erstmaligen Hauskäufern 43 % der Hypothekenkredite komplett ohne Eigenanteil abgeschlossen. Der Anteil der Neukredite ohne Tilgung (also nur mit Zinszahlung) ist von 0,6% im Jahr 2000 auf erschreckende 32,6% 2005 gestiegen. Das ist natürlich extrem ungesund, denn man kann sich an einer Hand abzählen, dass diese Keine-Tilgungs-Kredite nur von Leuten abgeschlossen werden, die sich die Tilgung schlicht nicht leisten können, weil der Hauspreis so hoch ist.

Ich befürchte, dass sich das kaum mit einer weichen Landung abfangen lässt. Wenn die Preise erstmal ins Rutschen kommen, wird ein größerer Teil der Hausbesitzer verkaufen müssen als je zuvor, weil noch nie ein so großer Anteil der Finanzierungen so extrem auf Kante genäht war. Und bis das bereinigt ist, werden ein paar Jahre vergehen. Die robuste Konfunktur in den USA wird übrigens kaum helfen, denn Ex-Immobilienpreise ist das Wachstum gar nicht so dolle wie es beim reinen Blick auf die Zahl aussieht.

Schöne Charts zum Absturz finden sich übrigens hier:

Watching Housing

The Big Picture: Housing by the Numbers


Econbrowser ist übrigens ein tolles Blog für jeden, der sich für Makroökonomie interssiert. Bigpicture ist neu für mich, scheint aber ebenfalls sehr spannend zu sein.

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