Zur Armuts/Unterschichtendebatte

Auch wenn ich die Meinung nicht teile, dass beides aus der Überschrift unbedingt zusamengehört, fasse ich das mal so zusammen. Denn IMHO wird zwar mit der Armut oft argumentiert, aber das eigentlich Problem ist, dass wir einen Haufen Leute haben, die nichts können und nichts wollen (OK, wenn man es geschenkt bekommt, nimmt man es schon). Dass die nichts können, liegt zum großen Teil nicht an denen selber, denn hier hat unser Bildungssystem versagt. Dass die Unterschicht nicht mehr will, ist aber schon deren Schuld. Denn sich nach geschmissener Schule, zwei abgebrochenen Lehren und 3 Umschulungen hinzustellen und zu behaupten, dass Hartz IV (345 Euro + Warmmiete) zu wenig sei, ist schon frech. Denn irgendjemand muss schließlich dafür arbeiten und das Geld abgeben.

Aber das nur am Rande. Geld kann nicht das Problem sein, denn die Ausgaben (26 Milliarden) betragen fast das Doppelte von dem, was ursprünglich geplant war (und es gibt sogar noch eine ganze Reihe Leute, die das Geld nicht beantragen, obwohl sie einen Anspruch hätten). Nein! Das Geld entmündigt. Es ist falsch, Geld für's Nichstun zu geben. Das ist für mich auch immer der Hauptgrund für den Kombilohn gewesen. Das Geld fürs Nichtstun muss weg, es muss Geld für's Arbeiten geben. Und wenn der Lohn nicht genug ist, packt der Staat oben drauf.

Ausgeschlossen aus dem Ganzen

Ein Artikel aus der FAZ, der schön zeigt, dass die Politik mehr über den Begriff als das Problem nachdenkt und vor allem ganz schnell wieder dabei ist, dem "anderen" die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dabei ist das Problem nicht neu, es ist weder unter Rot-Grün entstanden, noch durch Hartz IV, noch in den letzten 3 Wochen. Das zeigen die Zahlen der Tagesschau
sehr schön.

Erschreckend aus meiner Sicht vor allem eins: Das höchste Armutsrisiko haben nach wie vor Alleinerziehende. Und das fast unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht. In dieser Gruppe beantragt nur die Hälfte der Anspruchsberechtigten Hartz IV, sprich Sie verdienen weniger, als man nach Hartz IV bekommen würde. Sage mir da nochmal jemand, unser Sozialstaat wäre fair. Das System ist inzwischen so kompliziert, dass es keiner mehr kapiert und die Leute, die wirklich einen Anspruch haben, das Geld nicht bekommen. Ich meine mal ernsthaft: Jemand der Vollzeit arbeitet und nicht genügend Geld verdient, das ist doch genau der, über den niemand diskutieren wird, dass er ein Sozialschmarotzer ist. Siehe hier bei der FAZ oder bei der FTD.

Und dann noch etwas böser ... Wir wollen der Unterschicht nicht das Geld wegnehmen, sondern den Fernseher. Brot ja, Spiele nein. jaja, die Kommentare in der FTD.

Auch noch thematisch verwandt, ein Artikel in der FAZ, der die Situation bei einer Gebäudereinigungsfirma beschreibt, die ihre Stellen zu 8 Euro die Stunde nicht besetzen kann. Aber zum Thema Kombilohn muss ich eh nochmal wieder was schreiben.

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