Bildung, Bueb und die Probleme mit der Logik

Tja und ich glaube eben nicht, dass Bueb die Probleme hat, sondern zum Teil die Journalisten, die gerne in die "reaktionären" Aussagen von Bueb etwas reininterpetieren wollen, dass gar nicht da ist. So wie oft Disziplin ein böses Wort ist. Oder auch Autorität (und die fachliche Autorität, die ja durchaus positiv ist, außen vor gelassen wird).

Das kann man auch sehr gut mit (falscher) Logik machen. Ein schönes Beispiel liefert Telepolis:

"Bernhard Bueb hat seine Thesen mit verheißungsvollen und mit unangenehmen Nebentönen in den Medien begleitet, als er behauptete, Kinder könne man nicht dadurch zur Freiheit erziehen, "dass man ihnen frühzeitig Freiheiten gewährt. Freiheit ist eine spät erworbene Tugend, die viel Disziplin erfordert und die man nach vielen Stadien der Selbstüberwindung erwirbt. Der Weg zur Selbstdisziplin und damit zur Freiheit führt über Disziplin." Es sei, so Bueb weiter "auch nicht notwendig, mit 15 Jahren regelmäßig zu trinken, um den Umgang mit Alkohol zu erlernen [...]. Das Gleiche gilt eben auch für die Demokratie".

Diese reaktionäre Gleichsetzung von gelebter Demokratie mit einem Rauschmittel, das es mit allen Mitteln von Verbot und Strafe aus dem Leben der Jugendlichen zu verbannen gilt, überspielt die machtvolle Wirkung der Droge Autorität und des Betäubungsmittels Disziplin.
"

Erstens schmeißt der Artikel in diesem Abschnitt die Begriffe Autorität und Disziplin wieder unreflektiert in die Aussage. Zweitens, und schlimmer, macht der Schreiber einen dicken logischen Fehler. Bueb bemüht zwei Vergleiche. Um eine Aussage zu untermauern. Die Aussage ist "wer Freiheit lernen will, kann das nicht mit beliebig viel Freiheit erreichen". Nicht umsonst gibt es in Deutschland eine Schul*pflicht*, weil sonst ein Teil der Schüler nicht kommen würde. Dann macht Bueb zwei Vergleiche: a) mit dem Alkoholtrinken
b) mit der Demokratie

Der Autor macht dann den dummer Fehler, Bueb zu unterstellen, er würde die Demokratie mit dem Saufen vergleichen. Das ist aber falsch. Denn Bueb vergleicht die Erziehung zur Freiheit mit dem Alkoholtrinken und er vergleicht die Freiheit mit der Demokratie. Und daraus folgt eben nicht, dass er Alkoholtrinken mit der Demokratie vergleicht.
Wenn man das mal grafisch denken möchte: Das sind drei Punkte. Der Punkt Freiheit ist mit den beiden anderen verbunden. Aber daraus ergibt sich dann eben kein Dreieck. Das ist eine weitere Linie, die Bueb nicht eingezeichnet hat und die sich auch logisch nicht ergibt.

Solche logischen Fehler sieht man allerdings sehr oft. Auch im Zusammenhang mit Statistik. Wenn man Logik und Statistik miteinander verknüpft, sind die Möglichkeiten der Fehlinterpretation noch viel weit gehender.

Zurück zum Artikel: Mir erscheint der Versuch misslungen, Bueb als reaktionären Preussenlehrer darzustellen, der aus den letzten 30 Jahren nichts gelernt hat. Der Artikel ist im Mittelteil lesenswert und durchaus differenziert, auch wenn er unterschwellig dem Bueb etwas unterschieben möchte (man beachte die tendenziöse Sub-Unterschrift! (Bueb==Provinz)) und am Ende den gravierenden logischen Fehler macht und danach nochmal richtig draufhaut.

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