Zum Kombilohn

Ich hab's ja schon angekündigt in meinem Unterschichtenartikel.

Die FTD hat einen schönen Artikel zum Thema. Darin werden die vielen kleinen Bausteinchen beschrieben, von denen die Politiker überzeugt sind, dass die was bringen (oder die Gegenseite überzeugt ist, dass das garantiert nichts bringt; bekanntlich wissen Politiker ja immer alles und haben zu allem eine Meinung). Das ist aber alles Stückwerk.

Das ist das einzige, was der Kommentar in der FR richtig erkennt. Es hilft kein Stückwerk. Nicht Kombilohn für über 50-Jährige, die mindestens 2 Jahre arbeitslos sind und die dann auch nur mindestens zwei Jahre gefördert werden. Es helfen keine drei unterschiedlichen Eingliederungsprogramme für Frauen, die wieder in den Beruf zurückwollen. Und 4 weitere für Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Und und und. Am Ende läuft ein Heer von Arbeitsamt- und IHK-Leuten durch Deutschland und versucht die Programme zu erklären. Raffen tut's keiner. Und Einstellen wird auch keiner.

Nein, wir brauchen eine einfache Lösung. Einen Kombilohn für alle(!). Keine Ausnahmen. Keine Besonderheiten. Und ja, das wird teuer. Verdammt teuer. Aber wir haben dann Hundertausende von Leuten, die wieder was zu tun haben. Wir haben Tausende von Kindern, die wieder wissen, war arbeitende Eltern sind. Wir machen Hunderte von Dienstleistungen (wieder) bezahlbar, die bei 10 Euro Stundenlohn schlicht zu teuer sind. Und das wird in der Diskussion oft vergessen. Die Kombilöhner schaffen dann ja etwas. Irgendwie steckt in der Diskussion gegen den Kombilohn oft die Annahme, dass die Arbeit nicht da ist. Das ist aber ein Gerücht. Mir fallen Tausende Sachen ein, die Leute heute selber machen, die auch gut ein anderer machen könnte. Wohnungsumzug, Rasenmähen, Tapezieren, Einkaufen, Fernseher anschließen, Auto waschen, Altenpflege, etc. pp., die *sehr* viele Leute lieber jemand Anderes machen lassen würden. Sie können es sich aber nicht leisten. Weil heute keiner realistisch billiger als 30 Euro pro Stunde sein kann. Gäbe es aber 5-Euro-Kombilöhner, könnte man das für maximal 15 Euro die Stunde anbieten. Und die Nachfrage würde explodieren. Ganz sicher! Es würden die Jobs geschaffen, die in vielen anderen Ländern da sind. Und die Aufgabe eines Sozialsystems sollte es sein, diesen Leuten ein lebenswertes Einkommen zu verschaffen. Und nicht über unbezahlte Arbeit das Entstehen dieser Jobs verhindern.

Eigentlich müsste ich mir mehr Zeit nehmen und auch noch was über das bedingungslose Grundeinkommen schreiben. Da muss ich aber erst noch etwas lesen.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man das bedingungslose Grundeinkommen und den Kombilohn kombiniert. Warum sollte ich einem Single Geld für's Nichtstun geben? Seh ich nicht ein, macht eigentlich auch keinen Sinn. Aber ebenso macht es keinen Sinn, eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern zum Arbeiten zu zwingen. Also warum nicht z.B. einen "Freibetrag von 15 Stunden" pro Kind pro Woche? Ausgehend von 40 Stunden muss die Mutter von oben nur noch 10 Stunden arbeiten, um den vollen Anspruch auf das Grundeinkommen zu haben.

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