Die elektronische Gesundheitskarte wird 100.000 Arbeitsplätze schaffen

Und ich dachte, die soll Kosten sparen?!?

Da sieht mal man wieder, wie das Arbeitsplatzargument immer und immer wieder falsch eingesetzt wird. Die Bauern reden schnell von 100.000en von Arbeitsplätzen, die durch die Subventionen gesichert werden. Oder die Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Oder oder oder.

ABER die Subvention führt ja entweder zu höheren Steuern (weil sie dadurch finanziert wird) oder zu höheren Preisen (weil die Abgabe auf den Preis umgelegt wird). Das Geld fehlt also woanders. Und die Diskussion muss viel mehr um die Effizienz des eingesetzten Geldes geführt werden. Also

Wo schafft wieviel Geld wieviel neue Arbeitsplätze?

Wenn man z.B. Wärmeschutzmaßnahmen fördert (mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten oder verbilligten Krediten), schafft das mit wenig Geld viele neue Arbeitsplätze. Vor allem deshalb, weil der Staat mit dem Kreditzuschuss nur einen geringen Anteil des Geldes zuschießt, das ingesamt bewegt wird. Wenn jemand einen Kredit über 50.000 Euro zu 5% Zinsen aufnimmt und der Staat den Zins auf 3% senkt, kostet das den Staat bei einer Laufzeit von 5 Jahren etwa 5.000 Euro (ganz ungenau und ohne Zinseszins- und andere Effekte gerechnet). Es werden aber 50.000 Euro bewegt. Wenn hiervon die Hälfte in Löhne geht, die wiederum mit etwa 40% belastet sind (Steuern und Sozialabgaben), fließen wieder 10.000 Euro zurück! Mehr als der Staat ausgegeben hat! Und nicht zuletzt hat man einen Umweltschutzbeitrag geleistet.

Die Rechnung greift natürlich zu kurz, weil die Zinsvergünstigung natürlich auch Leute mitnehmen, die eh renoviert hätten. Das ist dann kein zusätzliches Geld. Trotzdem ist wohl jede Maßnahme sinnvoll, die mit wenig Staatsunterstützung große Mengen Geld bewegt, die dann in arbeitsintensive Bereiche fließt und damit neue Arbeitsplätze schafft.

Aber eigentlich ist das nur ein Einschub. Es ging ja um die Arbeitsplätze. Und bei der Gesundheitskarte ist ja wohl ein Rationalisierungspotenzial da. Denn wenn das Ausstellen von Rezepten, das Abrechnen der Leistungen, das Durchdiegegendschicken von Befunden elektronisch abgefackelt wird, ist es völlig utopisch, dass das keine Arbeitsplätze bei den Ärzten, Apothekern und den Krankenkassen kostet. Also werden Arbeitsplätze abgebaut. Wenn der Typ jetzt von 100.000 neuen Arbeitsplätzen redet, rechnet er diese natürlich nicht ein. Es entstehen 100.000 Arbeitsplätze in der IT des Projektes, dafür fallen aber 50.000, 100.000 oder 200.000 durch die Rationalisierung weg (hoffentlich, kann ich als Krankenkassenmitglied nur sagen).

Also die gleiche dumme Argumentation wie z.B. beim Bergbau. Kostet ne Menge Geld, sichert viele Arbeitsplätze. Aber die Frage wäre, wieviele Arbeitsplätze würde das schaffen, wenn das Geld anders ausgegeben würde? Was würde eine Milliarde Zinsvergünstigung für Wärmedämmung bewirken? Möglicherweise schafft das genausoviel Arbeitsplätze und hilft der Umwelt ebenfalls mehr. Was würde eine Milliarde in Bildung helfen? Langfristig bestimmt mehr, weil das Arbeitsplätze schaffen würde, die in Zukunft unabhängig von Subventionen wären.

Aber der Effizienzgedanke ist in der Politik leider nicht vorhanden.

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