AIDS in Afrika aus Sicht einer Ökonomin

Manche halten von solchen Betrachtungen ja gar nichts und denken immer "menschenverachtend". Aber es gibt immerhin einen interessanten, neuen Blick auf die Dinge ...

Die drei Ergebnisse von Emily Oster:

a) Man sollte nicht primär AIDS bekämpfen, sondern die Vorerkrankungen. Herpes z.B. kann offene Wunden verursachen. Dadurch steigt die Ansteckungsgefahr deutlich. Der große Vorteil: Die Behandlung der Vorerkrankungen ist *viel* billiger als die Behandlung von AIDS. Man könnte also auch ein Vielfaches an Leben retten.

b) Ohne Armutsbekämpfung keine AIDS-Bekämpfung. Das ist sicherlich die am wenigsten überraschendste Erkenntnis, trotzdem ein spannendes Ergebnis, weil es statistisch belegt wird.
Wenn man sich die Entwicklung in Afrika anschaut, ist im Durchschnitt nur wenig passiert, bei einem differenzierterem Blick fällt aber auf, dass Afrikaner mit höherem Einkommen und höherer Lebenserwartung ihr Sexualverhalten am meisten verändert haben und davon auch am meisten profitieren. Kurz: Wäre das Einkommen und die Lebenserwartung so hoch wie im Westen, wäre AIDS auch nicht ein so großes Problem.

c) Die Anzahl der AIDS-Kranken wird überschätzt. Die UN schätzt die Zahlen aufgrund der Untersuchungen an schwangeren Frauen. Diese sind aber am häufigsten von AIDS betroffen. Emily Oster hat die Zahl der AIDS Kranken in der Gesamtbevölkerung aus der Lebenserwartung zurückberechnet. Die gute Nachricht: AIDS ist nicht so verbreitet wie oft behauptet. Die schlechte Nachricht: AIDS verbreitet sich immer noch mit unverminderter Geschwindigkeit.



Esquire:Feature Story:Three Things You Don't Know About Aids In Africa

1 Kommentar :

  1. ich finde diese gedanken alles andere als menschenverachtend. alles, was einer wirksamen hiv-prävention dient, sollte in erwägung gezogen werden. besonders der hinweis auf die armutsbekämpfung ist hier wichtig.

    so gehört dazu selbstverständlich auch die frage von vor erkrankungen. problem: oft sind dies eher begleit-erkrankungen

    und was mir hier fehlt: kondome schützen immer noch sehr wirksam für sehr wenig geld ...
    lg

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