Alles redet über den Dollar - Der Yen fällt

Komisch, wie verzerrt manchmal die Wahrnehmung ist. Gut, der Dollar ist DIE Leitwährung. Aber wenn man von Fehlbewertungen redet, ist der Yen eine ganze Nummer schlimmer. HSBC Trinkaus Burkhardt sieht die Kaufkraftparität des Yen zum Euro bei etwa 113, aktueller Kurs: 158. Der Dollar hingegen kostet etwa 1,30 bei eine Parität von 1,17. Der Yen ist also mehr als dreimal so kräftig unterbewertet wie der Dollar. Das ist schon deutlich!



Erklärbar ist das jedoch. Die Zinsen in Japan sind extrem niedrig. Was machen die Hedgefonds (schon wieder ...)? Sie leihen sich Geld in Japan und legen das woanders zu höheren Zinsen wieder an. Das geht so lange gut, wie die Währung nicht deutlich aufwertet. Und im Moment wertet der Yen ja sogar noch ab. Wer im Moment als Ausländer in Japan einen Kredit hat ist fein raus. Er zahlt nicht nur extrem niedrige Zinsen, sondern er müsste aktuell sogar noch weniger zurückzahlen als er aufgenommen hat. Sowas geht natürlich nicht ewig gut. Denn langfristig sind die Länder mit niedrigen Zinsen auch immer die Länder mit einer starken Währung.



Übrigens ist auch diese Schieflage im internationalen Finanzwesen ein schöner möglicher Auslöser für den Crash eines (oder mehrerer) Hedgefonds. Wie so viele Blasen wird sich die Fehlbewertung wohl nicht langsam und gemächlich auflösen, sondern mit einem mehr oder minder lauten Knall.





Devisen Rohstoffe - Investor - FAZ.NET - Devisen: Yen - effektiv auf 20-Jahrestief

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