Markt gibt es nur mit Wettbewerb

Wenn ich mit den üblichen linken Verdächtigten über den Markt, die Wirtschaft und die Politik diskutiere, werden mir oft Beispiele dafür gebracht, dass meine positive Meinung über den Markt doch nicht stimmen könne. Auf der Liste ganz oben stehen oft die Energiekonzerne. Dabei laufen sie bei mir aber offene Türen ein, denn bei Infrastruktur gibt es keinen (natürlichen) Wettbewerb. Keiner wird neben eine A3 eine B3 bauen. Keiner wird neben einen Kanal einen zweiten bauen. Keiner wird ein zweites Telefonnetz durch ganz Deutschland ziehen. Das Verlegen der Kabel ist *viel* zu teuer. Infrastruktur ist nicht über Wettbewerb privatisierbar und/oder betreibbar.

Bei den Stromkonzernen liegt der Verdacht sehr nahe, dass inzwischen ein gehöriger Teil des Gewinns aus dem Stromnetz kommt, also genau dem Bereich, in dem kein Wettbewerb herrscht. Entweder man schafft eine Behörde wie die Regulierungsbehörde bei der Telekommunikation mit weitreichendem Einfluss und politischer Unabhängigkeit. Ich weiss, die Behörde ist da, die genannten Bedingungen sind aber m.E. nicht erfüllt. Oder man löst, wie von der EU vorgeschlagen, das Netz aus den Konzernen raus und verstaatlicht das Netz. Ich glaube aber, wie die FAZ nicht daran, dass man sich zu einem so radikalen Schritt überwinden kann. Denn im Endeffekt bin ich davon überzeugt, dass *ohne Wettbewerb* es ziemlich egal ist, ob dem Staat oder einer Firma etwas gehört. Es ist nie effizient, nur hat eine Firma immer das Interesse möglichst viel gewinn daraus zu ziehen. Der Staat nicht. Ich möchte aber nochmal betonen, dass ich den Staat an fast keiner Stelle sinnvoll finde, wo Wettbewerb herrscht (bzw. herrschen könnte). Hier wird (fast) immer der Wettbewerb zu mehr Produktvielfalt und zu besseren Preisen führen.



Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET - FAZ.NET-Spezial: Energiestrategie: Besser hart

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