Mehrwegquote auf historischem Tief - Trotz Pfand

Und da hat der Jürgen (Trittin) uns doch so lange und so breit erklärt, warum man das unbedingt machen muss. Seitdem gibt es Pfand auf alle Flaschen. Und die Mehrwegquote ist auf 34,6% gefallen. Grund der Einführung war übrigens, dass die Mehrwegquote durch die Selbstverpflichtung der Industrie von 72% nicht mehr erreicht wurde. Wird jetzt das Gesetz wieder abgeschafft, weil es sein Ziel nicht erreicht hat? Sicher nicht, das macht man generell nie.

Ein möglicher Erklärungsversuch: Der Verbraucher meint mglw. dass Flaschen mit Pfand wie Flaschen mit Pfand sind. Aber die Glasflaschen beim Bier werden ziemlich häufig wiederbefüllt, die PET Flaschen nur einige Male, die alten Einweg-Dinger bei Aldi aber nie, sprich die wandern in den Müll. Nur kapiert der Verbraucher den Unterschied nicht mehr. Und dann ist es ihm egal.

Die anderen Erklärungen sind trivialer: Das Wasser beim Discounter ist so billig, dass es den Leuten egal ist.

Aber ein gutes hat das Gesetz: Tomra und Wincor Nixdorf haben viele tolle Automaten verkauft. Und der Müll fliegt nicht mehr auf der Straße rum, weil ja soviel Pfand drauf ist. Aber ob man das Gesetz deshalb als Erfolg sehen kann, glaube ich nicht.

Generell sollte man sich merken, dass zwar alle immer sofort nach dem Staat rufen, wenn irgendwas falsch läuft. Aber in vielen Fällen produziert der Staat mit viel Aufwand ein Gesetz, das wiederum viel Aufwand produziert und dessen Nutzen am Ende gegen Null geht. Aber dann ist meistens das Gesetz Schuld. Hingegen ist die Einsicht, dass der Staat manches einfach nicht regeln kann, wenn die Bevölkerung nicht mitzieht, die Meinung einer Randgruppe.



Studie: Einwegpfand verfehlt sein Ziel - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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