US-BIP: Gleich wissen wir mehr ...

... oder auch nicht. Denn die Zahl wird sowieso noch zweimal korrigiert und oft sind die Abweichungen zwischen erster und zweiter und dritter Schätzung genauso groß wie die Abweichungen zwischen Konsens und erster Schätzung oder zwischen aktuellem und Vorquartal. Eigentlich eine gar nicht so relevante Zahl.

Egal, auseinandergenommen und kommentiert wird die Zahl auf jeden Fall. Der Konsens liegt übrigens bei 1,7% (auf's Jahr hochgerechnet).

Im Zusammenhang mit dem BIP fragen sich inzwischen einige Analysten, wieso die Arbeitslosigkeit nicht zunimmt. Die Erstanträge in dieser Woche sind ja deutlich niedriger gewesen als erwartet und passen eigentlich überhaupt nicht zur abschwächenden Wirtschaft. Die US-Bevölkerung wächst ja deutlich. Und die Produktivität auch (wenn auch nicht so stark wie in Deutschland). Wenn bei der stagnierender Einwohnerzahl die Produktivität um 1 Prozent wächst, muss die Wirtschaft auch um ein Prozent wachsen, damit die Anzahl der Arbeitsplätze gleich bleibt. In Deutschland schätzt man den resultierenden Wert auf 1 bis 1,5%. Wachstum, das über 1,% hinausgeht, schafft Arbeitsplätze. Was man gerade schön sehen kann. In den USA hingegen muss die Wirtschaft um etwa 3 % wachsen, damit die Arbeitslosigkeit nicht zunimmt. Weil die Bevölkerung wächst. Nun haben wir bereits 4 Quartale hintereinander, die schwächer als drei Prozent waren und die Arbeitslosigkeit hat noch nicht angezogen. Ritholtz spekuliert jetzt darüber, dass entweder Arbeitslosigkeit schon angezogen hat (was die Statistik aber (noch) nicht ausweist) oder die Wirtschaft stärker wächst. Es könnte auch sein, dass der Zusammenhang (vorübergehend) nicht mehr existiert. Ich schätze mal Ritholtz hat eine gewisse Tendenz zu einer Antwort, aber genaues weiss er auch nicht. Ich leider auch nicht. Aber vielleicht löst das BIP das Rätsel schon (ich befürchte aber nicht).

Interessant sind im Artikel auch noch die erwähnten 4 Quartale mit einem Wachstum von weniger als 3 Prozent. In den vergangenen 60 Jahren endete das immer in einer Rezession ...

The U.S. economy has just completed four quarters of annualized growth below 3%, which, he says, has never happened in 60 years without being followed by recession.


The Big Picture: Which is Wrong: Data on Growth or Employment?

Econbrowser hat seine Einschätzung der Gesamtwirtschaft übrigens soeben von negativ auf neutral angehoben. Econbrowser: Current economic conditions improve. Ja, Housing sei schwach, aber der Rest weiterhin gut. Wobei ich diese Meinung nach den letzten BIP-Zahlen nicht teile, denn das Wachstum stand doch nur auf einem Bein: Private Nachfrage nach Dienstleistungen. Der Rest war zusammengerechnet sogar im Minus. Industrieproduktion, Investitionen, etc. pp.

Naja, die Detailzahlen könnten heute doch spannend werden.

Update: 1,3 % Wachstum. Recht deutlich unter den Erwartungen ...

Update: Preisdeflator 4(!)% d.h. etwa 4% Inflation (wenn man nicht die üblichen statistischen Bereinigungen macht, die im Konsumentenpreisindex so alle gemacht werden).

Consumer spending hat 2.66 Prozentpunkte zum Wachstum beigetragen. Das heisst alle anderen Sektoren (Import/export/Investitionen, etc.) haben minus 1,3 Prozentpunkte zum BIP beigetragen. Es bleibt dabei, ohne den Verbraucher läuft in der US-Konjunktur nichts. Und wenn der jetzt skeptisch wird, na dann gute Nacht.

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