US Handelsbilanzdefizit sinkt deutlich

Sehr positive Überraschung! Vor allem wenn man bedenkt, dass die Ölpreise deutlich höher als im Vormonat waren und daher die Importe allein durch den Preisanstieg beim Öl weiter gestiegen sind. Allerdings zogen auf der anderen Seite alle wichtigen Bereiche beim Export an und konnten diesen Anstieg deutlich überkompensieren.

Was sich in der Industrieproduktion schon vorsichtig abzeichnete, sieht man jetzt auch im Export. Damit zieht nach und nach einer der Bereiche, der in den letzten 12 Monaten nichts zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat (im Gegenteil!) wieder an. Mit etwas Glück fängt sich die Industrieproduktion just in dem Moment in dem die Verbraucherstimmung kippt (was ich weiterhin erwarte). Dass der Markt genau das erwartet, sieht man am Zinsanstieg am Rentenmarkt.

Eine meiner Prognosen bleibt aber auf jeden Fall bestehen: Vor ein paar Monaten hat der Rentenmarkt keine Inflation angezeigt (was ein schwächeres Wirtschaftswachstum implizierte) während der Aktienmarkt aber weiterhin solides Wachstum anzeigte. Das ist aber die beste aller Welten (Wachstum ohne Inflation) und ist nur selten. Im Moment ist die Einschätzung auf jeden Fall logischer: Man erwartet leichtes Wachstum (man denkt also, die 0,6% im 1. Quartal waren das Tief) bei weiterhin spürbarer Inflation (ohne kritisch hoch zu sein).

Und eine meiner Meinungen findet auch wieder Bestätigung: Die Wirkung einer fallenden Währung kommt stark verzögert. In weniger als einem Jahr markt man davon nicht. Was wir jetzt sehen, ist ein Exportwachstum der US-Wirtschaft, die durch den schwachen Dollar von 1,25 bis 1,30 im letzten Sommer ausgelöst wurde. Da der Dollar inzwischen bei 1,35 steht, wird diese Tendenz noch eine ganze Zeit Bestand haben und sich sogar noch weiter verstärken.

Das ganze *könnte* eine gute Chance sein, gegen die Masse auf einen steigenden Dollar zu setzen. Man muss immer bedenken, dass der Dollar deutlich unter der Kaufkraftparität notiert, die irgendwo zwischen 1,15 und 1,20 liegt.

Kommentare :

  1. Hi egghart!

    Wie kommt man auf die Kaufkraftparität zwischen Euro u. USD? Kannst Du das vielleicht kurz erklären?

    Gruß

    DAU2006

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  2. Man nimmt einen repräsentativen Warebkorb (was auch immer das ist) und schaut, was das in Deutschland kostet und was das in den USA (Japan, Spanien, etc.) kostet. Wenn die Währungen unterschiedlich sind, rechnet man das entsprechend um.

    Also wenn eine Levis 501 in den USA 50 Dollar kostet und in Europa 50 Euro und der Wechselkurs ist 1,35 Dollar für einen Euro dann ist die Hose in den USA deutlich preiswerter, weil ich für die 50 Dollar ja nur etwa 37 Euro umtauschen muss.

    Das mache ich dann für Miete, Autos, Lebensmittel, Strom, iPods, etc. pp. Und dann sehe ich, ob in einem Land alles billiger ist als in einem anderen. Wenn das der Fall ist, istd ie Währung potenziell unterbewertet.

    Das ganze hat viele Haken und Ösen (z.B. taugt das nur, wenn die Länder ähnlich entwickelt sind; außerdem gibt es etwa 2711 unterschiedliche Methoden, die Kaufkraft zu bestimmen), aber die Kaufkraft kann eine Indikation

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