US-Immo Update: I can see clearly now

... the rain has gone. OK, der Regen ist noch nicht vorbei, aber die Sicht wird klar.

Der Case-Shiller-Index Hauspreis-Index zeigt den größten Preisrückgang seit Bestehen (1991) an.

Home prices fall at fastest rate in 16 years.

Der Hypothekenzins steht inzwischen bei 6,75%. Bei der durchschnittlichen Hypothekenhöhe fehlen den Haushalten so 100 Dollar pro Monat. Die Halde an unverkauften Immobilien ist weiter gestiegen. Etc. pp.

Was mich wundert: Warum sind die offiziellen Zahlen so viel besser? Diese zeigen geringere Preisrückgänge an und auch die Zahl der neugebauten Häuser sinkt weniger stark als z.B. die Zahlen bei den Hausbau-Firmen selbst (Lennar posts quarterly loss; sees third quarter in the red: Dramatischer Umsatzrückgang von 4,8 auf 2,9 Milliarden). Verfälscht die offizielle Statistik so extrem?

Und jetzt, wo die Immobilienkrise und die daranhängenden Finanzierungsgeschäfte die erwartet negativen Schlagzeilen machen, (Bear Stearns gab am Freitag eine Nachfinanzierung für einen in Schieflage geratenen Subprime-Hypotheken-Hedgefonds von schlappen 3,2 Milliarden Dollar bekannt und jetzt wackelt der nächste Fonds (Bear Stearns muss möglicherweise zweiten Fonds stützen)) kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stimmung der amerikanischen Verbraucher weiterhin gut bleibt und froh gelaunt weiter geshoppt wird. Da die US-Wirtschaft aber zu 70% am Verbraucher hängt (das Wachstum der letzten Quartale sogar zu mehr als 100% (ja das geht ...)), kann ich mir keine guten Nachrichten von dieser Seite vorstellen.

Ein Grund mehr, sich mal die sicheren Staatsanleihen anzuschauen. 4,8% sind schön und die Inflation wird angesichts der Wachstumsschwäche der USA auch kaum weiter anziehen. Und dann dürften die Zinsen wieder zurückkommen.

Update (16.47):

Consumer-confidence index at 10-month low

Der Rückgang war zwar erwartet, aber fiel doch kräftiger aus (Rückgang von 108,5 auf 103,9, erwartet 105).

Und die Anzahl der verkauften Haus-Neubauten fiel um 1,6% auf 915.000 (annualisiert). Und wo wir gerade bei statistischen Verwerfungen sind: Die Zahl für die Vormonate wurde um 84.000 (!) nach unten korrigiert. So kann man sich die Zahlen auch schön rechnen. Die nachträgliche Korrektur der Aprilzahl betrug 51.000 (von 981.000 auf 930.000). Den großen Teil des Rückgangs hat man in die kleingedruckte Zahl "Korrektur" gepackt. Wenn man die erste Zahl vergleicht, sind die Verkäufe von 981.000 auf 915.000 zurückgegangen, sprich fast 7%. Offiziell und in den Schlagzeilen ist nun ein Rückgang von nur 1,6%. Statistik ist was Feines! May's new-homes sales off 1.6%

Update (22:58):

Barry Ritholtz hat auch einen kleinen Artikel mit einem schönen Chart des Case/Shiller-Hauspreis-Indexes: Housing Deterioration Continues

Und noch ein Update (23:11):

Offensichtlich haben die US-Immobilienbesitzer das ganze Ausmaß noch gar nicht mitbekommen: Out of touch with realty reality. Darin geben sich 55% davon überzeugt, dass ihr Haus in den letzten 12 Monaten wertvoller geworden ist (dabei sinken die Preise bereits) und ein noch größerer Teil glaubt, dass das Haus leicht und schnell zu einem guten Preis verkaufbar ist. Dagegen spricht allerdings die höher werdende Halde von unverkauften Häusern.

Spricht sich die Immobilienkrise erst mal rum, dürfte es das für den Konsumoptimismus gewesen sein ...

R-Wort, ick hör dir trapsen ...

Und noch ein Update (27.6):

Ein Artikel in der FAZ fasst die Situation nochmal schön zusammen und nennt die Schönfärberei gar Propaganda ... Strategie: Verlust bei Lennar bestätigt Häusermarktkrise

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